Irgendwo bei Windeck
May 26 in Germany ⋅ ☀️ 27 °C
Ich habe es tatsächlich geschafft, um 5:15 Uhr aufzustehen. Die Betreiberin des Campingplatzes hatte mir den Schlüssel für die Wanderzimmer überlassen, obwohl ich so ein Zimmer gar nicht nutze, aber da steht ein Wasserkocher, der mich in die Lage versetzt Brennstoff zu sparen. Also volles Frühstücksprogramm. Und anstatt meine Sachen zu packen und früh auf den Trail zu gehen sitze ich um 5:30 Uhr auf der Terrasse und genieße die Ruhe auf dem Campingplatz bevor die ersten Camper pinkeln gehen. Die Zeit gönne ich mir und bereue sie nicht.
Meine Sachen zusammenzupacken dauert immer noch etwas lange aber die Handgriffe sitzen schon etwas besser.
Um 7:30 Uhr bin ich dann auf dem Steig. Vom Campingplatz geht es gleich auf einen wunderschönen Single Trail. Es ist ziemlich dunkel und es herrscht eine mystische, fast märchenhafte Atmosphäre, die noch verstärkt wird durch große Holzskulpturen, die richtig Eindruck machen, wenn man auf sie zugeht.
Anschließend wechselt sich der Weg mit freien Stücken in der Sonne und engen Single trails ab.
In Wissen versorge ich mich dann an einer Packstation, die nah am Trail liegt, und tausche noch meine Wasserflaschen beim Aldi aus.
Dadurch ist mein Rucksack natürlich wieder etwas schwerer geworden. Da ich sowieso nicht ultraleicht unterwegs bin, merke ich das Gewicht deutlich. Und die Temperaturen um 30° C machen das Wandern doch ziemlich anstrengend. Besonders macht mir ein steiler Singletrail zu schaffen, bei dem ich gefühlt alle zwei Höhenmeter eine kurze Pause einlege.
In Bitzen soll es eine Milchbude geben. Ich freue mich schon auf ein kühles Getränk oder ein Eis , werde dann aber enttäuscht. Der Pavillon bietet Schatten, aber keine Milch, noch nicht mal ein Bier. Trotzdem raste ich dort längere Zeit, muss allerdings fast durchgängig den Motorenlärm einer Straßenbau- Baustelle.
Der Weg führt zunächst heraus aus dem Ort offgrid durch hohes Gras. Die Wege sind kaum zu erkennen. Es lässt sich aber ein Trampelpfad erahnen. Da komme ich an eine Schutzhütte der besonderen Art. In einem kleinen Kabuff sind Sitzmöbel wild übereinander gestapelt. Ich suche mir zwei Klappstühle mit verstellbarer Rückenlehne heraus und mache es mir richtig gemütlich. Ich glaube ich habe sogar ein bisschen geschlafen.
Erst um 16 Uhr geht es weiter. Am Friedhof fülle ich meinen Wasservorrat auf und nutze die Gelegenheit zu einer Katzenwäsche. Ich weiß nicht ob es sich ziemt, mit freiem Oberkörper auf einem Friedhof zu stehen, aber danach ging es mir besser.
Ich habe immer noch keine Unterkunft geplant und gehe erstmal weiter. Campingplätze gibt es meines Wissens keine weiteren am NS Sieg. Es ist geringfügig kühler und ich kann mehr im Schatten laufen. Und irgendwie komme ich in einen flow. Obwohl die Tour bis jetzt sehr anstrengend war sind meine Beine noch relativ frisch. Ich verzichte auf die letzte Gelegenheit, mir ein Hotelzimmer in Au zu buchen.
Es folgen noch Abschnitte auf recht zugewachsenen Wegen und ich mache mir Sorgen um meinen Wasservorrat. An einer Bank vor einer Wiese entscheide ich mich dann zunächst für eine längere Rast und dann auch dazu hier zu schlafen. Das Zelt baue ich nicht auf. Einmal auf meiner Tour wollte ich ja mal unter freiem Himmel schlafen.
Ich bin gespannt.Read more











Sirius.
Hier gibt es keine Milch. Nicht mal ein Bier.
Sirius.
Aber Schatten