• Es reift eine Idee

    May 29 in Germany ⋅ ⛅ 29 °C

    28.05.26
    Von Dattenfeld nach Herchen

    Um 5 Uhr stehe ich auf. Im Bad ist schon Betrieb. Ich packe meine Sachen und gehe zum Bahnhof. Da stelle ich fest, dass mein Zug ausfällt. Ich bin früh da und kann noch reagieren. Es gibt noch einen Bus, der sogar früher fährt als der Zug gefahren wäre. Und nicht nur das. Ich kann sogar 100 m vor dem Trail aussteigen. Mit dem Zug hätte ich noch 1,5 km gehen müssen. So starte ich tatsächlich um 6 Uhr. Und es ist herrlich. 

    Als ich aber aus Dattenfeld rauskomme, sehe ich dass es dort einen Campingplatz gibt. Den habe ich nicht auf dem Schirm gehabt. Denn Campingplätze sind rar. 

    Nach einer halben Stunde mache ich mir mein Frühstück an einem tollen Pavillon mit grandioser Aussicht. 

    Zwei Wanderer, die mir entgegenkommen, erzählen von einem Campingplatz in Eitorf. Da kommt mir doch eine Idee.

    Der Weg führt längeres Stück an der Sieg entlang, die an der Stelle sehr schnell fließt. Ansonsten ist der Trail wieder sehr schön und verläuft weitgehend im Schatten. Die ersten vier Stunden habe ich kaum geschwitzt. 

    Dann treffe ich noch die erste Fernwandererin, die mit leichtem Gepäck unterwegs ist, weil sie den Shuttlezug in Anspruch nimmt, womit meine Idee weiter reift. 

    An einer Quelle, deren Wasser einer Sage nach heilende Wirkung haben soll, fülle ich mein Wasser auf und sehe dort Molche. 

    In einer Pause setze ich meine Idee dann in die Tat um. Ich buche einen Platz auf dem Campingplatz Happach für zwei Nächte. Ich werde bis Herchen wandern und dann mit dem Zug nach Eitorf fahren. Von dort mit dem Bus zum Campingplatz. Am nächsten Tag fahre ich mit Zug zurück nach Eitorf und wandere dann mit leichtem Gepäck. 

    Dann ist es soweit. Der NST nimmt den Natursteig Sieg in Beschlag. Von jetzt an zählt wieder jeder Kilometer.

    Auf dem Weg zum Bahnhof werde ich dann etwas unruhig. Der Trail geht nicht etwa weiter nach unten, sondern ich gewinne immer mehr an Höhe. Ich kann unten den Bahnhof sehen und gehe dran vorbei, aber ich komme nicht runter. Aber es gilt der alte Pilotenspruch "Runter kommt man immer ", und tatsächlich gibt es doch noch einen Abzweig. 

    Eitorf könnte ganz schön sein. Aber es herrscht ein gewaltiger Straßenverkehr. Ich komme nicht über die Straße, ohne eine Ampel zu Hilfe zu nehmen. Den Bus hatte ich gerade verpasst. So bleibt noch Zeit für einen Kurzeinkauf bei DM und ein Eis.

    Der Campingplatz ist super. Der Betreiber lässt mich auf einem Gruppenplatz im Schatten mein Zelt aufbauen, weil der Platz am Wochenende nicht besetzt ist.

    Es gibt sogar einen Getränkeautomaten, wo man noch gegen Ausweiskontrolle ein Bier bekommt. Am Wochenende hat sogar ein Kiosk auf, der auch Pizza im Angebot hat.

    Ich freue mich auf die morgige Wanderung. 

    P.S.
    Vergessen, den Footprint in Herchen zu setzen. Darum hole ich das hier nach.
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