Schluchtensteig - Es fängt gut an
18. juni, Tyskland ⋅ ☀️ 28 °C
18.06.26, Donnerstag
Von Wehr nach Todtmoos
Gestern hatte ich mich nach dem Duschen einfach nur aufs Bett geworfen. Und bin eingeschlafen. Die gestrige Wanderung hatte mir wohl doch einiges abgefordert. In den 32 km waren auch noch 700 Höhenmeter versteckt. Das verlangte nach Schlaf.
Heute Morgen um 7 Uhr ist der Frühstücksraum schon von einigen Arbeitern belegt. Erst später kommen auch andere Gäste dazu. Da ich noch mit dem Bus zum Startpunkt des Schluchtensteigs fahren muss, komme ich erst um 9 Uhr auf den Trail. Das Schild am Trailhead kündigt für mich heute 925 Höhenmeter bis Todtmoos an. Und es sollen heute 33° C werden. Ich habe wieder zweieinhalb Liter Wasser im Gepäck. Ziemlich am Anfang meiner heutigen Tour ist eine Brücke über die Wehra gesperrt. Wegen Einsturzgefahr. Ich darf wieder zurückgehen. Eine Ausschilderung gibt es zwar, aber nur für die Normalwanderer. Ich gehe den Weg ja in Gegenrichtung. Warum soll man mich auch darauf hinweisen? Ich habe ja nur über 1000 km in den Beinen und 925 Höhenmeter vor mir. Da kommt es auf den Extra-Kilometer nicht an. Die Normalos, die sich auf der heutigen Etappe von der Schwerkraft runtertragen lassen können, die muss man natürlich auf die Umleitung hinweisen. Aber was rege ich mich auf? Von Einheimischen erfahre ich noch, dass die Brücke wohl gar nicht mehr instandgesetzt wird, weil es sich um eine private Brücke handelt.
Nach drei Kilometern treffe ich ein Paar, das auf dem Endspurt des Schluchtensteigs ist. Sie sind mit Hängematten unterwegs und meinten , dass es mit dem Zelten schwierig werden würde. Ich habe allerdings schon in der zweiten Hälfte einige Campingplätze im Blick.
Dann treffe ich mal wieder einen NST-Hiker. WhiteWanderer, der den Nord-Süd-Trail auch häppchenweise erobert und auch schon am Haldenwanger Eck war. Nette Begegnung. Er nimmt mir auch meine Sorge ums Wasser, weil wohl unterwegs jede Menge Bachläufe folgen, wo man wieder auftanken kann. Und so ist es auch. Ich nutze diese Punkte um T-Shirt und Buff mal auszuspülen und am Körper trocknen zu lassen. Auch die Füße danken für einen kleines Bad.
Die Höhenmeter sind gut zu bewältigen. Es geht ständig rauf und runter. Das macht Spaß. Außerdem ist der Weg hauptsächlich bewaldet und es ist daher nicht so warm. In der Kernzone des Biosphärengebiets gehe ich einen traumhaften Single Trail. Kilometerlang führt er auf engen Wald- und Wurzelwegen durch einen dunklen Bannwald. Teilweise an einem Bach entlang, an Moos überwucherten Felsen vorbei, dabei geht's immer auf und ab. Ich bin soweit, dass ich die heutige Tour zur bislang schönsten meiner ganzen Reise küren möchte. Aber leider können die letzten 8 km dieses Niveau nicht halten. Es geht auf breiten Forststraßen und teilweise auf Asphalt hoch nach Todtmoos. Das Ganze auch mehr und mehr in praller Sonne und voller Hitze.
Eine Großbaustelle vor meinem Hotel verschafft mir zum Einchecken wohl noch einen weiteren halben Kilometer. Die Einrichtung scheint aus den 80ern zu stammen. Auch der Röhrenfernseher. Aber ich habe auf meiner Tour ohnehin noch kein Fernsehen geguckt. Und bei 44 € für die Nacht will ich nicht klagen.
Essen beim Vietnamesen. Und anschließend in den Kurpark, wo ich gerade sitze und mein Tagebuch führe.🙂Læs mere















RejsendeStimmt, für mich war die Umleitung super ausgeschildert. 😂