• Zimmer gesucht

    July 5 in Germany ⋅ ⛅ 20 °C

    05.07.26, Sonntag 
    Vom Staufner Haus bis irgendwo hinter Balderschwang

    Gestern Abend bin ich um 21.15 Uhr hoch aufs Zimmer. Da war schon alles dunkel. Und alle drei Mitschläfer schliefen schon. Ich musste aber noch meine Kulturtasche suchen. Habe sie im zweiten Anlauf auch gefunden. War mir etwas unangenehm. Die Nacht war nicht so toll. Dicke Luft und zwei Schnarcher.

    Morgens dann als Erster hoch. Beim Verlassen des Hauses nehme ich den Kaffeeduft wahr und bedaure es etwas, kein Frühstück gebucht zu haben. Aber nur kurz. Nach 15 Minuten komme ich an der Bergstation der Hochgratbahn vorbei. Da ist ein Spielplatz mit Picknickmöglichkeiten und einer tollen Aussicht. Gute Gelegenheit für ein Frühstück. Und noch während der Gaskocher arbeitet, wird es voll. Einige kommen vom Gipfel, andere mit der Bahn. Und mein Frühstück wird irgendwie öffentlich. Es ist 7.00 Uhr morgens und die Kinder turnen schon wie wild auf den Geräten rum. Das wäre mir früher nicht eingefallen. Als ich dann noch mein Wasser auf dem WC des Restaurants auffülle, sehe ich, dass der Laden schon proppevoll ist. Zeit, weiterzuziehen.

    Eine Unterkunft für heute Nacht habe ich noch nicht. Ich spekuliere auf die Köpfle-Alpe hinter Balderschwang. Eine Nacht im Mehrbettzimmer werde ich wohl noch aushalten. Nur gibt es dort keine Wanderzimmer. Der Blick auf die Preisliste lässt meine Unterkunft erstmal weiter unklar. 

    Die Höhenmeter, die ich mir gestern erarbeitet hatte, muss ich wieder runter, viel auf steinigen Wegen mit Kletterpassagen. Ich wäre lieber raufgeklettert. Der Himmel ist etwas bedeckt, aber ich habe immer noch tolle Aussichten, besonders auf einigen Gratwanderungen, wo sich zu beiden Seiten ein tolles Panorama erstreckt.

    In Balderschwang gibt's Kuchen und Strom für die Powerbank. Auf der Köpfle-Alpe hat die Küche schon zu, aber eine Ingwer-Limetten-Limo geht. Am Brunnen fülle ich dann Wasser für die Nacht auf, denn ich werde mir irgendwo ein Plätzchen suchen müssen. Für den Abend ist Regen angesagt.

    Bis dahin ist aber noch viel zu gehen. Beim überqueren einer Kuhweide bahne ich mir einen Weg durch die Kühe. Daraufhin laufen zwei Kühe hinter mir her. Ich gebe Hackengas. Irgendwann geben Sie auf. 

    Als ich mir mein Chili "koche", fängt es zu regnen. Ich esse unter dem Schirm. Es ist  noch zu früh, das Zelt aufzubauen. Als es soweit ist und es nicht mehr regnet, bin ich in einem Moorgebiet. Naturschutz. Es ist sowieso nicht einfach, einen Zeltplatz zu finden, weil es hier so wenig ebene Flächen gibt. Um 20:45 Uhr entscheide ich mich dann, das Zelt im Wald mitten auf dem Weg aufzubauen. Bis 5 Uhr kommt hier wahrscheinlich keiner hoch. Oder?
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