• Gipfelsturm

    July 6 in Germany ⋅ ☁️ 21 °C

    06.07.26, Montag 
    Von irgendwo hinter Balderschwang bis irgendwo vor Ofterschwang

    In der Nacht ist niemand mehr gekommen – nur der Regen. Aber richtig. Es prasselte dermaßen, dass an Schlaf nicht zu denken war. Aber auch danach habe ich nur sehr unruhig und wenig geschlafen. Heute Morgen konnte ich erstmal etwas Wasser aus den Schuhen kippen. Das wird heute eine feuchte Wanderung, egal wie das Wetter wird. Ich baue ab und ziehe los um erstmal warm zu werden. Außerdem muss ich nach Wasser Ausschau halten.

    Nach einer Weile komme ich an einem zweistöckigen Holzhaus auf einer Weide vorbei. Es hat eine Holzbank und einen Brunnen. Es ist von einem Elektrozaun umgeben und sieht etwas verlassen aus. Eigentlich einen optimaler Ort. Wenn der Zaun nicht wäre... . Egal! Ich krieche unter dem Zaun durch und mache es mir auf der Bank bequem. Meine Regenklamotten und Schuhe lasse ich in der Sonne trocknen, während ich mir mein Frühstück mache und Wasser auffülle.

    Als ich aufbreche, sind die Schuhe zwar noch nicht trocken aber der Tag ist ja noch lang.

    Es geht weiter auf einem sehr schönen Weg durch das Niedermoos, einem Hochlagenmoor. Die Alpe Dinjörgen hat keinen Ruhetag (!), dafür aber Kaffee und Strom für die Powerbank. Außerdem nehme ich mir noch ein Stück Käse und Brot als Wegzehrung mit.

    Danach geht's dann hoch und runter und wieder hoch und wieder runter und wieder hoch und so weiter. Riedberger Horn, Großer Ochsenkopf, Weiherkopf, Rangiswanger Horn und Ofterschwanger Horn. Teilweise richtig heftige Anstiege und natürlich auch Abstiege mit Kletterpassagen. Irgendwann habe ich keinen Bock mehr auf Gipfel. Außerdem wird mein Wasser knapp. Kurz vor dem Weiherkopf, weist ein Schild auf die Bergstation der Hörner Bahn hin. 15 Minuten runter. Wahrscheinlich eine halbe Stunde wieder rauf. Aber Wasser gibt es sonst nicht. Ich muss runter und schaffe es in 9 Minuten. Das Lokal ist voll mit einer spanischen Jugendgruppe. Es ist ziemlich laut. Ich trinke eine Johannisbeerschorle, aber als ich noch einen Kuchen möchte, erklärt mir die Dame, dass sie jetzt schließen und sie mit der letzten Bahn nach unten müssten. Naja, wäre schön gewesen. In 17 Minuten bin ich wieder am Weiherkopf. 

    Die Suche nach einem Zeltplatz ist wieder schwierig. Auf einer Kuhweide muss ich ein wenig warten, bis mir die Leitkuh Durchlass gewährt. Die Gegend ist übersät mit Kuhweiden und außerdem sehr uneben. Nach dem Über- und Unterqueren von zwei Elektrozäunen finde ich schließlich ein halbwegs geeignetes Plätzchen im Wald. Die Schuhe sind mittlerweile trocken. Der Wald auch. Und ich glaube nicht, dass doch jemand kommt.
    Read more