• Kuta und ich: Auf den zweiten Blick 🌊

    Oct 5–10 in Indonesia ⋅ ☁️ 30 °C

    So viel sei verraten: Kuta und ich hatten keinen guten Start. 😅

    Am frühen Nachmittag komme ich in der kleinen Küstenstadt im Süden Lomboks an. Kuta ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Stränden der Umgebung – und ein Paradies für Surfer:innen und Strandmenschen wie mich. Eigentlich beste Voraussetzungen. 🏄‍♀️

    Zuerst muss ich allerdings zur Klinik: Meine Schilddrüsenwerte müssen kontrolliert werden. Ich habe vorher abgeklärt, wo die nötige Blutanalyse möglich ist. Als ich ankomme, schreckt mich der Anblick trotzdem ab. Drinnen wirken Sofa, Empfang und Behandlungszimmer ziemlich heruntergekommen. Nun stehe ich aber schon mit meinem gesamten Gepäck da.

    Die Mitarbeiterin setzt die Spritze an. Einmal. Noch einmal. Und noch einmal. Blut kommt keines. Ich hätte wohl zu wenig getrunken, meint sie. Nach über einem Liter Wasser halte ich eine andere Erklärung für wahrscheinlicher: Beim Anblick der Klinik ist mir das Blut in den Adern gefroren. 😉 Nach mehreren Versuchen klappt es endlich.

    An der Kasse folgt der nächste Stich: knapp vier Millionen Rupien. Uff. Die Ergebnisse soll ich in sieben Tagen bekommen – hoffentlich. 🙃

    Zum Glück liegt meine Unterkunft zentral. Ich bringe mein Gepäck hin und laufe an den Strand. Der wird’s schon richten, denke ich. Doch auch dort bin ich zunächst enttäuscht: Abfall, kaum Menschen. Ich folge ein paar anderen Reisenden am Ufer entlang und begegne Kindern, die im Wasser spielen. Sobald sie mich entdecken, rufen sie «Bule, Bule!» Weitere Kinder kommen angerannt und bieten Armbänder zum Kauf an. Dass sie hier verkaufen, stimmt mich nachdenklich.

    Kuta hat am ersten Tag wirklich nicht viel für seinen Ruf bei mir getan. Mir ist aber bewusst, wie anders die vergangenen Tage in Tetebatu waren. Und da ich fünf Nächte hierbleibe, geben wir uns eine zweite Chance. 🤝

    Für den Abend hat mir «Captain Morgan» ein griechisches Restaurant empfohlen. Das Essen ist tatsächlich ausgezeichnet! Eine Katzenmama mit drei Kitten ist ebenfalls da – an der Bar gibt es sogar Futter für die kleinen Gäste. 🐈

    Danach gehe ich zur angekündigten Beachparty in der Apaka-Bar. Von Party ist allerdings noch wenig zu sehen: Ich bin der einzige Gast. Macht nichts. Ich lese und höre der Band zu. Nach etwa fünf Liedern beendet sie ihren Auftritt und lädt mich und einen weiteren Alleinreisenden an ihren Tisch.

    So lerne ich Darrah kennen, einen Nordiren, der in Australien als Goldschürfer arbeitet. Wie spannend ist das denn? Die Runde erzählt von der vergangenen Nacht, jemand spendiert Tequila. Ich lehne dankend ab und bekomme trotzdem einen Shot. Zum Glück beherrsche ich die Kunst, überzeugend anzustossen, ohne zu trinken. Der Sand übernimmt den Rest. Sorry, Darrah – now you know. 😉🏖️

    Später bietet er an, mich mit dem Roller zurückzubringen. Auf der Fahrt merke ich, wie belebt die Strasse ist. Ich hätte den Weg wohl auch allein geschafft – aber lieber einmal zu vorsichtig.

    Am nächsten Morgen bringt mich Fabrian (Rollerfahrer) zum Tanjung Aan Beach. Wir fahren am Mandalika Circuit vorbei, wo wenige Tage später das MotoGP-Wochenende stattfinden wird. 🏍️ Am Strand wartet ein schöner Beachclub mit Schatten, bequemen Liegen und Blick auf die Bucht. Ich schnorchle, lese und tue herrlich wenig. So langsam klappt es mit Kuta und mir. ☀️

    Abends habe ich Lust auf Ausgang. Nach einem Essen beim Mexikaner und einer Ananas-Jalapeño-Margarita zieht es mich zur Live-Musik in die Local Bar. Wieder ist sie zunächst fast leer. Ich bleibe trotzdem – und diesmal zahlt sich das Warten aus. Die Band ist super, die Bar füllt sich, und ich lerne ein paar Frauen aus Finnland kennen, mit denen ich mich köstlich amüsiere. Kurz nach Mitternacht gehe ich zugegebenermassen etwas angeheitert nach Hause. Mit Kuta bin ich da längst versöhnt. 💃🍹

    Der nächste Tag gehört dem Bummeln: ein paar Einkäufe, frisch lackierte Nägel, Lesen und ein Nickerchen. Am Abend treffe ich Laura und Stephan aus Tetebatu wieder. Nach dem Essen streifen wir durch Kutas belebte Strassen und kehren noch auf einen Schlummi ein. Wir lachen über Stephans Jugendanekdoten und reden später ganz offen über die schwierigen Seiten des Lebens.

    Ich werde die beiden vermissen. Wir hatten so schöne gemeinsame Tage, und ich bin dankbar, dass sich unsere Wege gekreuzt haben. Viel Spass auf eurer Komodotour, ihr zwei! ❤️

    Meine letzten Tage auf Lombok verbringe ich noch einmal am Tanjung Aan Beach und auf dem Wasser. Für eine Schnorcheltour fahre ich zu den «Secret Gilis» vor Lomboks Südwestküste. Die kleinen Inseln bei Sekotong sind für ihre ruhigen Buchten und Schnorchelspots bekannt. Ich habe ein Boot ganz für mich, die Plätze im Wasser sind nicht überfüllt, und ich schwimme mitten durch grosse Fischschwärme. Genau das habe ich gebraucht. 🐠🤿

    Nun sitze ich hier, an meinem letzten Abend auf Lombok – und meinem letzten in Indonesien. Ich kann kaum glauben, dass ich dieses Land morgen verlasse. Seine Landschaften, die vielen unterschiedlichen Orte und vor allem die Menschen haben mich tief berührt. Mein Alltag in der Schweiz fühlt sich gerade an wie ein anderes Leben.

    Morgen geht es über Singapur und Auckland weiter nach Tahiti. In Französisch-Polynesien soll ein Kindheitstraum wahr werden. Wir werden sehen, ob der Ozean wieder antwortet. 🌊✨

    Bis dahin, Indonesien: You have my heart. ❤️ Terima kasih – ich komme wieder!
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