• Martina Stähli
Current
  • Martina Stähli

Das Abenteuer meines Lebens 🌎

Bali
Labuan Bajo
Komodo
Tahiti
Mo‘orea
Fakarava
… and more to come
Read more
  • 🇸🇬
    Currently in
    Singapur

    Kuta und ich: Auf den zweiten Blick 🌊

    Oct 5–10 in Indonesia ⋅ ☁️ 30 °C

    So viel sei verraten: Kuta und ich hatten keinen guten Start. 😅

    Am frühen Nachmittag komme ich in der kleinen Küstenstadt im Süden Lomboks an. Kuta ist ein beliebter Ausgangspunkt für Ausflüge zu den Stränden der Umgebung – und ein Paradies für Surfer:innen und Strandmenschen wie mich. Eigentlich beste Voraussetzungen. 🏄‍♀️

    Zuerst muss ich allerdings zur Klinik: Meine Schilddrüsenwerte müssen kontrolliert werden. Ich habe vorher abgeklärt, wo die nötige Blutanalyse möglich ist. Als ich ankomme, schreckt mich der Anblick trotzdem ab. Drinnen wirken Sofa, Empfang und Behandlungszimmer ziemlich heruntergekommen. Nun stehe ich aber schon mit meinem gesamten Gepäck da.

    Die Mitarbeiterin setzt die Spritze an. Einmal. Noch einmal. Und noch einmal. Blut kommt keines. Ich hätte wohl zu wenig getrunken, meint sie. Nach über einem Liter Wasser halte ich eine andere Erklärung für wahrscheinlicher: Beim Anblick der Klinik ist mir das Blut in den Adern gefroren. 😉 Nach mehreren Versuchen klappt es endlich.

    An der Kasse folgt der nächste Stich: knapp vier Millionen Rupien. Uff. Die Ergebnisse soll ich in sieben Tagen bekommen – hoffentlich. 🙃

    Zum Glück liegt meine Unterkunft zentral. Ich bringe mein Gepäck hin und laufe an den Strand. Der wird’s schon richten, denke ich. Doch auch dort bin ich zunächst enttäuscht: Abfall, kaum Menschen. Ich folge ein paar anderen Reisenden am Ufer entlang und begegne Kindern, die im Wasser spielen. Sobald sie mich entdecken, rufen sie «Bule, Bule!» Weitere Kinder kommen angerannt und bieten Armbänder zum Kauf an. Dass sie hier verkaufen, stimmt mich nachdenklich.

    Kuta hat am ersten Tag wirklich nicht viel für seinen Ruf bei mir getan. Mir ist aber bewusst, wie anders die vergangenen Tage in Tetebatu waren. Und da ich fünf Nächte hierbleibe, geben wir uns eine zweite Chance. 🤝

    Für den Abend hat mir «Captain Morgan» ein griechisches Restaurant empfohlen. Das Essen ist tatsächlich ausgezeichnet! Eine Katzenmama mit drei Kitten ist ebenfalls da – an der Bar gibt es sogar Futter für die kleinen Gäste. 🐈

    Danach gehe ich zur angekündigten Beachparty in der Apaka-Bar. Von Party ist allerdings noch wenig zu sehen: Ich bin der einzige Gast. Macht nichts. Ich lese und höre der Band zu. Nach etwa fünf Liedern beendet sie ihren Auftritt und lädt mich und einen weiteren Alleinreisenden an ihren Tisch.

    So lerne ich Darrah kennen, einen Nordiren, der in Australien als Goldschürfer arbeitet. Wie spannend ist das denn? Die Runde erzählt von der vergangenen Nacht, jemand spendiert Tequila. Ich lehne dankend ab und bekomme trotzdem einen Shot. Zum Glück beherrsche ich die Kunst, überzeugend anzustossen, ohne zu trinken. Der Sand übernimmt den Rest. Sorry, Darrah – now you know. 😉🏖️

    Später bietet er an, mich mit dem Roller zurückzubringen. Auf der Fahrt merke ich, wie belebt die Strasse ist. Ich hätte den Weg wohl auch allein geschafft – aber lieber einmal zu vorsichtig.

    Am nächsten Morgen bringt mich Fabrian (Rollerfahrer) zum Tanjung Aan Beach. Wir fahren am Mandalika Circuit vorbei, wo wenige Tage später das MotoGP-Wochenende stattfinden wird. 🏍️ Am Strand wartet ein schöner Beachclub mit Schatten, bequemen Liegen und Blick auf die Bucht. Ich schnorchle, lese und tue herrlich wenig. So langsam klappt es mit Kuta und mir. ☀️

    Abends habe ich Lust auf Ausgang. Nach einem Essen beim Mexikaner und einer Ananas-Jalapeño-Margarita zieht es mich zur Live-Musik in die Local Bar. Wieder ist sie zunächst fast leer. Ich bleibe trotzdem – und diesmal zahlt sich das Warten aus. Die Band ist super, die Bar füllt sich, und ich lerne ein paar Frauen aus Finnland kennen, mit denen ich mich köstlich amüsiere. Kurz nach Mitternacht gehe ich zugegebenermassen etwas angeheitert nach Hause. Mit Kuta bin ich da längst versöhnt. 💃🍹

    Der nächste Tag gehört dem Bummeln: ein paar Einkäufe, frisch lackierte Nägel, Lesen und ein Nickerchen. Am Abend treffe ich Laura und Stephan aus Tetebatu wieder. Nach dem Essen streifen wir durch Kutas belebte Strassen und kehren noch auf einen Schlummi ein. Wir lachen über Stephans Jugendanekdoten und reden später ganz offen über die schwierigen Seiten des Lebens.

    Ich werde die beiden vermissen. Wir hatten so schöne gemeinsame Tage, und ich bin dankbar, dass sich unsere Wege gekreuzt haben. Viel Spass auf eurer Komodotour, ihr zwei! ❤️

    Meine letzten Tage auf Lombok verbringe ich noch einmal am Tanjung Aan Beach und auf dem Wasser. Für eine Schnorcheltour fahre ich zu den «Secret Gilis» vor Lomboks Südwestküste. Die kleinen Inseln bei Sekotong sind für ihre ruhigen Buchten und Schnorchelspots bekannt. Ich habe ein Boot ganz für mich, die Plätze im Wasser sind nicht überfüllt, und ich schwimme mitten durch grosse Fischschwärme. Genau das habe ich gebraucht. 🐠🤿

    Nun sitze ich hier, an meinem letzten Abend auf Lombok – und meinem letzten in Indonesien. Ich kann kaum glauben, dass ich dieses Land morgen verlasse. Seine Landschaften, die vielen unterschiedlichen Orte und vor allem die Menschen haben mich tief berührt. Mein Alltag in der Schweiz fühlt sich gerade an wie ein anderes Leben.

    Morgen geht es über Singapur und Auckland weiter nach Tahiti. In Französisch-Polynesien soll ein Kindheitstraum wahr werden. Wir werden sehen, ob der Ozean wieder antwortet. 🌊✨

    Bis dahin, Indonesien: You have my heart. ❤️ Terima kasih – ich komme wieder!
    Read more

  • Tetebatu: Dschungelkronen und Dorfleben 🌿

    Oct 2–5 in Indonesia ⋅ ☁️ 27 °C

    Ian fährt mich von Senaru über Sembalun nach Tetebatu. Die Strasse schlängelt sich in engen Kurven durch den Dschungel. Am Rand sitzen immer wieder graue Affen, und Ian hält extra an, damit ich den Rinjani und die Erdbeerfelder fotografieren kann. 🐒🍓

    Noch vor Mittag erreichen wir Kembang Kuning – «gelbe Blume» –, ein Dorf gleich neben Tetebatu. Yan und zwei Mitglieder der Gastgeberfamilie empfangen mich herzlich. Das Family Guesthouse hat gerade erst eröffnet; Eltern und Kinder führen es gemeinsam und packen mit Herzblut an. Ich fühle mich sofort willkommen. 💛

    Nach einem Nickerchen werde ich zum Sonnenuntergang auf das Dach eines Wasserreservoirs eingeladen. Dort plaudere ich mit der Gastgeberfamilie, als zwei weitere Gäste dazukommen: Laura und Stephan aus Bayern. Wir verstehen uns auf Anhieb. Aus dem Sonnenuntergang wird ein Bier, dann ein gemeinsames Abendessen – und plötzlich ist es Mitternacht. Für morgen verabreden wir uns zur Wasserfall- und Monkey-Forest-Tour. 🌅🍻

    Nach dem Frühstück führt Yan uns durch Reisfelder und Hintergärten. Hier wächst gefühlt alles: Papayas, Mangos, Ananas, Jackfruits, Passionsfrüchte, Rambutans und noch viel mehr. Yan lässt uns immer wieder probieren. Einiges esse ich zum ersten Mal – und alles schmeckt wunderbar. 😋

    Am Strassenrand entdecken wir Hähne unter geflochtenen Körben. Was machen die denn da? Yan erklärt: Sie wurden gewaschen und werden nun in der Sonne getrocknet. Ein kleines Hühner-Spa sozusagen. 😂🐓 Diese Tiere werden als Haustiere gehalten und landen laut Yan auch nicht im Kochtopf. Das Poulet fürs Essen kauft man auf dem Markt, wo es von Hühnerfarmen stammt. Wieder etwas gelernt!

    Über wacklige Holzbrücken und durch flache Flussbetten gelangen wir zum Sarang Walet Waterfall. Das Wasser fliesst durch eine kleine Grotte in ein natürliches Becken. Ein erfrischendes Bad muss sein! 💦

    Danach geht es weiter Richtung Monkey Forest. Yan trabt in seinen Crocs mühelos voraus, während wir in unseren Turnschuhen stellenweise hinterherstolpern. 😊

    Er verschwindet immer wieder zwischen den Bäumen und taucht mit etwas Neuem auf. Einmal bringt er uns Menteng-Früchte – klein, süss-sauer und richtig lecker. Ein anderes Mal flechtet er aus Farnblättern eine Krone für Stephan. Laura und ich sollen unsere später ebenfalls bekommen. 👑

    Bei einer kleinen Hütte schauen wir uns Bambusarbeiten und Musikinstrumente an. Wir probieren Flöten und ein Xylophon aus. Ich bin allerdings bald abgelenkt: Um die Ecke versteckt sich eine Katzenmutter mit drei Kitten. Das grau getigerte Langhaarkätzchen würde ich am liebsten einpacken. Hach! 🐱🥹

    Zum Mittagessen kehren wir an einem kleinen Stand ein. Maispuffer, Kokoscrêpes und Früchte – alles köstlich, und wir bezahlen pro Person knapp 50 Rappen. Danach wollen wir ins Gewürz- und Kaffeehaus. An der Tür steht jedoch: «Tutup» – geschlossen. Tja, Yan, dann verschieben wir die Gewürzkunde auf den Wochenmarkt. 😉

    Im Monkey Forest entdecken wir zuerst eine Gruppe grauer Affen. Wir hoffen aber vor allem auf die scheuen schwarzen Affen, die sich hoch in den Baumkronen aufhalten. Dafür müssen wir ein Stück steil in den Wald hinein. Und tatsächlich: Über 20 Meter über uns ruht, frisst und laust sich eine ganze Familie! 🐒

    «Attention. You don’t want to get a golden shower», warnt Yan. Wir treten zur Seite – kurz darauf regnet es aus dem Blätterdach. Glück gehabt! 😂 Während wir die Affen beobachten, flechtet Yan auch Laura und mir Kronen. Damit ist die königliche Dschungelfamilie komplett. 👑🌿

    Nach der Wanderung sind wir froh über die Autofahrt zurück. Hitze und Luftfeuchtigkeit haben uns ganz schön geschafft. Eine lange Pause gibt es aber nicht: Im Guesthouse wartet bereits der nächste Programmpunkt – wir stellen Kokosöl her.

    «Wir» ist dabei grosszügig formuliert. Schon beim Schälen der Kokosnuss brauchen wir Hilfe. 😉 Wir raspeln das Fruchtfleisch, pressen Kokosmilch heraus und schauen zu, wie daraus unter ständigem Rühren Öl entsteht. Nebenbei helfen wir beim Vorbereiten von Maniokblättern und Wingbeans. Die süsslichen Krümel, die beim Erhitzen entstehen, dürfen wir lauwarm probieren – köstlich! Am Ende bekommt jeder von uns eine kleine Flasche Öl. Nachdem wir die Arbeit dahinter gesehen haben, hüten wir sie wie einen Schatz. 🥥

    Abends gibt es Essen und Live-Musik. Immer mehr Leute kommen, darunter eine französische Gruppe mit ungefähr so vielen Weinflaschen wie Personen. Das könnte heiter werden. 🍷

    Mitten im Trubel höre ich plötzlich meinen Namen durchs Mikrofon. Eine Mitarbeiterin möchte unbedingt, dass ich singe. Na gut! Ich suche ein Lied aus und gehe nach vorne. Zu meiner eigenen Überraschung bin ich überhaupt nicht nervös, und das Publikum macht begeistert mit. Danach singen einige Franzosen, es wird getanzt und gelacht. Ein herrlich ausgelassener Abend – mit entsprechend spätem Zubettgehen. 🎤💃

    Gegen 06:30 Uhr wache ich auf, weil ich glaube, jemand rüttle an meinem Bett. War das ein Erdbeben? Beim Frühstück verneinen alle. Dann war es wohl doch das Bier vom Vorabend, denke ich mir. 😅

    Mit Laura, Stephan und Yan geht es zum Wochenmarkt. Der Geruch von Fleisch und Fisch trifft uns sofort. Wir sind gefühlt die einzigen Touristen dort, und besonders Laura fällt mit ihren blonden Haaren und ihrer hellen Haut auf. Einige Frauen berühren neugierig ihren Arm. Eine ältere Frau murmelt etwas und – zack – klopft Laura auf den Oberschenkel. Wir schauen uns verdutzt an. «Ist das gerade wirklich passiert?» Die absurde Szene bringt uns noch Stunden später zum Lachen.

    Danach besuchen wir Frauen, die aus Bambus Taschen, Körbe und Schmuck flechten. Wir dürfen selbst Hand anlegen und bekommen am Ende je ein kleines Körbchen und einen Ring. Sooo süss! 🧺

    Als Nächstes steht Töpfern auf dem Plan. In einer kleinen Werkstatt stehen viele schöne Stücke, aber für grössere Einkäufe fehlt uns allen der Platz. Stattdessen töpfern wir je eine kleine Schildkröte zum Mitnehmen. 🐢 Bei den Fusskettchen, die dort ebenfalls verkauft werden, kann ich dann doch nicht widerstehen. Schmuck geht immer. 😊

    Zum Abschluss sehen wir, wie traditionell Stoffe gewebt werden. Die Fäden werden mit pflanzlichen Zutaten gefärbt, auf Spulen gewickelt und von Hand zu Sarongs verarbeitet. Wir sehen unter anderem Farben aus Früchten und Baumrinde. An einem Sarong wird mehrere Wochen gearbeitet – umgerechnet etwa 50 Franken kostet ein fertiges Stück. Für diesen Aufwand erscheint mir das unglaublich wenig.

    Für einen Sarong ist in meinem Rucksack kein Platz. Das Fusskettchen und die kleine Schildkröte dürfen mit – und viele weitere schöne Momente kommen in meinen Herzrucksack. 💚

    Zurück im Guesthouse müssen Laura und Stephan aufbrechen. Der Abschied fällt kurz aus: Morgen folge ich ihnen nach Kuta. Ich freue mich schon auf das Wiedersehen – in einer völlig anderen Umgebung. 🌴

    Kurz nachdem sie losgefahren sind, schreibt mir Laura aus dem Auto: «Du hattest recht. Da war ein Erdbeben!» 😳

    Ha! Es war also doch nicht das Bier. 🍻
    Read more

  • Senaru: Schoggi gegen Murmeln und offene Türen 💙

    Sep 30–Oct 2 in Indonesia ⋅ ☁️ 27 °C

    Gut erholt verabschiede ich mich von Senggigi. Mein nächstes Ziel ist Senaru im Norden Lomboks, am Fuss des Rinjani – bekannt für seine Wasserfälle mitten im Dschungel. 🌿

    Mittags holt mich Ian ab, den mir Nicole und Simon empfohlen haben. Unterwegs erzählt er, wie sich Menschen unterschiedlicher Religionen auf Lombok unterstützen. Während des Ramadan bringen Buddhisten beispielsweise Kokosnüsse zum Fastenbrechen in die Dörfer. Einander leben lassen und füreinander da sein – genau das wünsche ich mir für die ganze Welt. Falls mein Herz noch nicht an Lombok verloren war, passiert es spätestens jetzt. 💙

    Nach knapp zwei Stunden erreichen wir Senaru. Der Rinjani versteckt sich hinter einer grauen Wand. Ian erzählt von Bränden am Berg und abgesagten Wanderungen. Für mich gibt es dafür eine andere Einladung: Ich darf zu ihm nach Hause kommen und Tuak probieren, ein traditionelles Getränk aus Palmensaft, das durch Gärung alkoholisch wird. Sein Sohn Opan wird mich später abholen.

    Im Pondok Senaru erwartet mich eine unglaubliche Aussicht auf Wald und Wasserfall. Es sieht aus, als könnte jeden Moment ein T-Rex aus dem Dschungel brüllen. Jurassic Park lässt grüssen! 🦖

    Kaum sitze ich mit meinem Buch auf der Terrasse, kommen Kinder herbeigerannt und stellen mir neugierig Fragen. Ich verteile Schweizer Schoggi. Danach kommen sie zurück und schenken mir je eine ihrer Murmeln. Ein absoluter Goldmoment. 🥹 Natürlich fragen sie anschliessend nochmals nach Schoggi. Natürlich sage ich nicht nein. 🍫

    Um 16 Uhr kommt Opan mit einem breiten Grinsen angefahren. Er ist erst 17 und freut sich, dass ich seinen Namen weiss. Mit dem Roller brausen wir hinunter zu seiner Familie. 🛵

    Wir sitzen draussen auf Teppichen, die Schuhe bleiben davor. Ich habe Schoggi und Kekse mitgebracht, Ian präsentiert den Tuak. Vom pinken Getränk nippe ich vorsichtig. Es schmeckt … naja. Nicht unbedingt nach etwas, worüber sich mein Magen freuen würde. 😅 Ian erbarmt sich meiner und bietet Tee an. Opan wird kurzerhand zum Teekochen verdonnert.

    Immer mehr Menschen kommen vorbei. «Bule, Bule!» – so werden hier häufig westliche Menschen mit heller Haut genannt. Zeitweise fühle ich mich wie im Zoo, nur bin diesmal ich das begutachtete Tier. 😂 Unwohl fühle ich mich aber keine Sekunde. Im Gegenteil: Ich werde herzlich aufgenommen.

    Es gibt Nudelsuppe mit Chicken und Sambal in scharf und sehr scharf. Ian hält mich davon ab, gleich zum sehr scharfen zu greifen. Zum Glück: Schon das mildere bringt mich ordentlich ins Schwitzen. 🌶️🔥

    Für morgen machen wir einen Deal: Opan begleitet mich zu den Wasserfällen, ich helfe ihm unterwegs mit seinem Englisch. Abgemacht!

    Nach Sonnenuntergang fragt Ian mehrfach, ob ich zurückmöchte. «It’s okay, I can stay a little bit», antworte ich. Ich halte das für höflich. Warum ich damit etwas falsch liege, erfahre ich erst am nächsten Abend …

    Um 05:45 Uhr klingelt mein Wecker. Diesmal zeigt sich der Rinjani tatsächlich! Zwischen Reisfeldern und Vulkan färbt sich der Horizont orange. 🌄 Beim Frühstück entdecke ich zwei raufende Katzen – Moment. Das sind Affen! Eine kleine Gruppe sucht nach etwas Essbarem. Ich bewundere sie aus der Ferne. Näher brauche ich sie nicht. 🐒

    Pünktlich um acht kommt Opan. Wir gehen zuerst zum weiter entfernten Tiu Kelep. Je früher, desto weniger «Bule». 😊 Durch den Dschungel, über Steintreppen und immer wieder durchs Flusswasser führt unser Weg. Unterwegs üben wir Englisch, während Opan mir zeigt, auf welche Steine ich treten kann.

    Schon bevor wir den Wasserfall sehen, hören wir sein Donnern. Dann stehen wir davor und ich kann nur staunen. Gischt spritzt uns ins Gesicht.

    «Let’s go swim in there», sagt Opan.

    Also gut! Mit Abstand zum gewaltigen Hauptstrahl wage ich mich ans Wasser. Die Kraft ist unbeschreiblich. Ich fühle mich in diesem Moment einfach wahnsinnig lebendig. 💦

    Opan nimmt sich viel Zeit; wir bleiben etwa eine Stunde. Auf dem Rückweg besuchen wir Sendang Gile und treffen einige seiner Freunde. Sie fragen interessiert, was Dinge in der Schweiz kosten. Mir wird einmal mehr bewusst, wie privilegiert ich bin. Eine Reise wie meine ist für viele von ihnen kaum vorstellbar.

    Die Jungs laden mich für den Abend an einen «secret spot» zum Sonnenuntergang ein: «No Bule, only you.» 😊

    Nach Dusche und Nickerchen fahren wir um 17 Uhr los. Unter uns liegen die Reisfelder, der Rinjani versteckt sich wieder hartnäckig. Wir teilen meinen mitgebrachten Proviant und schauen gemeinsam zu, wie die Sonne den Himmel färbt. 🌅

    Als Opan fragt, ob wir zurückfahren wollen, antworte ich: «Only smoke one cigarette and then go.»

    Nun erklärt er, dass sie bei sich nach Sonnenuntergang nicht mehr draussen bleiben sollten. Jetzt verstehe ich auch Ians Fragen vom Vorabend. Ich bekomme ein schlechtes Gewissen, doch Opan winkt ab: «Don’t worry and don’t say sorry.»

    Durch die kühle Nachtluft fahren wir zurück. Beim Abschied merke ich, wie sehr ich den Jungen ins Herz geschlossen habe. 🥹

    Wer nach Senaru kommt: Ian und Opan sind tolle Guides. Mit ihnen durfte ich neben den Wasserfällen auch ein kleines Stück ihres Alltags kennenlernen. Genau diese Begegnungen machen meine Reise so besonders. 💙

    Morgen geht es mit Ian weiter nach Tetebatu. Dort hoffe ich auf die scheuen «black monkeys».

    See you there! 🐒🌿
    Read more

  • Senggigi: Nur kurz runterfahren...🌊

    Sep 27–30 in Indonesia ⋅ ⛅ 28 °C

    Nach einem ruckligen Flug lande ich auf Lombok. Meine Schwester Nicole und mein Schwager Simon waren einige Wochen vor mir hier und haben von der Insel geschwärmt – vor allem von den freundlichen Menschen. Jetzt bin ich gespannt, ob ich dasselbe erleben werde. 😊

    Lombok liegt östlich von Bali. Die Insel ist geprägt vom Vulkan Rinjani, ihren Küsten und der Kultur der Sasak. Meine ersten drei Nächte verbringe ich in Senggigi an der Westküste: ein Ort am Meer, an dem ich erst einmal ankommen und die Erlebnisse der letzten zwei Wochen verarbeiten möchte. Ehrlich gesagt fühlt es sich an, als wäre ich schon vor Monaten aufgebrochen …

    Ich habe einen wunderschönen Bungalow in einer Resortanlage mit Spa gebucht – wow! Direkt daneben rauschen die Wellen an den Strand, und die Sonnenliegen sehen sehr verlockend aus. 🌊

    Doch am ersten Abend zieht es mich noch einmal los. Ich möchte den Sonnenuntergang in einer Bar mit Live-Musik erleben. Also kurz frisch machen, grosszügig mit dem auf Reisen unverzichtbaren Duft «Eau d’Anti-Brumm» einsprühen und ab ins «LA Chill». 😉

    Ich bekomme einen Platz in der vordersten Reihe. Die Sonne steht schon tief und zeigt sich in ihrem schönsten Orange. Lange bleibe ich nicht allein: Bruce, der hier Schmuck und selbst gebastelte Schlüsselanhänger aus Kokosnussschalen verkauft, hört mich «Tampi asih» – Danke auf Sasak – sagen. Offenbar freut ihn mein Versuch. Er setzt sich zu mir und gibt mir eine kleine Lektion in Indonesisch und Sasak. Merken kann ich mir davon fast nichts, interessant ist es trotzdem. 😄

    Natürlich kann ich auch nicht nein sagen, als er mir seine Armbänder und Anhänger zeigt. Bruce – «wie Bruce Willis», sagt er selbst – besteht darauf, mit mir zu verhandeln. Das müsse ich hier schliesslich können! Nach einer kurzen, fairen Verhandlung bin ich um drei schöne Stücke reicher. 😊

    Bruce bleibt noch ein wenig und erzählt mir von seinem Leben: von den Katzen, die er jeden Tag füttert, vom Müll, den die Monsunzeit ans Ufer spült, und von seiner Liebe zum Meer. Bald will er am Riff speerfischen gehen. Er zeigt auf die Riffkante und tatsächlich sehe ich dort bereits tanzende Lichter unter Wasser – die Taschenlampen anderer Fischer.

    «Local food – good food», sagt er und lacht ansteckend. Dabei zeigt er seine nur noch spärlich vorhandenen Zähne. Hach, ist dieser Mensch knuffig. 🥹 Wir tauschen noch Zigaretten aus, dann bricht er auf, um für das Frühstück am nächsten Tag zu sorgen. Das meint er vollkommen ernst.

    Ich geniesse wieder die Zeit mit mir selbst, esse etwas und lausche der Live-Band. Kurz darauf setzt sich deren Sänger Arif zu mir. Auch mit ihm komme ich ins Gespräch – über das Leben, unsere Familien und den Glauben. Er lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern etwas ausserhalb von Senggigi. Obwohl er muslimisch erzogen wurde, glaubt er heute vor allem an Karma: «Give good and you get good.» Da sind wir uns einig. 💙

    Nachdem wir einander Fotos unserer Familien gezeigt haben, muss Arif für das zweite Set zurück ans Mikrofon. Vorher lädt er mich noch zu sich nach Hause ein. Mein Bauchgefühl sagt, dass es okay ist, und ich sage zu. Wir tauschen Nummern aus und wollen uns am übernächsten Nachmittag treffen.

    Ich bleibe bis zum Ende des Sets, verabschiede mich und hüpfe routiniert auf ein Grab-Bike. Im Hotel falle ich direkt ins Bett. Was für ein schöner Abend! Gefühlt habe ich schon wieder zwei neue Freunde gewonnen – und diese Gespräche werde ich so schnell nicht vergessen. 🥰

    Am nächsten Tag übe ich mich im Nichtstun. Gar nicht so einfach nach zwei Wochen im Entdeckermodus! Aber ich merke, dass ich genau das jetzt brauche. Also schreibe ich am Blog, gönne mir eine Manicure, schwimme, geniesse die Happy Hour und esse gemütlich zu Abend. 🍹

    Weil mir das Spa so gut gefällt, buche ich für den folgenden Tag eine Massage mit Body Scrub und anschliessendem Milchbad. Genau als ich in die Badewanne steige, schreibt Arif: Er wurde für heute Abend spontan für einen Auftritt in einem Hotel gebucht – aus unserem Treffen wird also nichts. 😉 Er fragt, ob ich morgen Zeit hätte. Leider muss ich absagen, denn dann breche ich bereits zu meinem nächsten Ziel auf.

    Schade eigentlich. Meine Wohlfühloase in Senggigi könnte ich locker noch drei weitere Tage geniessen. 🌴

    Nächster Halt: Senaru. Dort möchte ich die Natur im Inneren Lomboks erkunden.

    Tampi asih, Senggigi – und besonders dem Chandi Resort, Bruce und Arif. You made me feel so welcome. ❤️

    P.s.: ja, ich liebe Sonnenuntergänge 😁🌅
    Read more

  • Ich kam allein. Ich ging nicht allein. 🥹💙

    Sep 26–27 in Indonesia ⋅ ☀️ 28 °C

    Unser letzter Tag beginnt mit einem gemütlichen Schnorchelgang am Manjarite Reef. Wir sehen einen Blaupunktrochen, Trompetenfische, viele Seesterne und vor allem riesige Karettschildkröten, die sich am Riff reiben. 🐢🐠

    Adi ist leider krank, deshalb lassen wir einen geplanten Spot aus und ankern beim Kelor Beach. In der flachen Lagune entdecken wir Baby-Blacktip-Reefsharks auf der Jagd! 🦈 Danach verbringen wir einige Stunden am Strand: Die einen spielen Ball, die anderen baden oder geniessen einen Apéro im Schatten. 🍹

    Langsam macht sich Wehmut breit. Bald heisst es Abschied nehmen.

    Es ist erstaunlich, wie schnell man auf einem so kleinen Boot zusammenwächst. Die knapp drei Tage fühlen sich an wie Wochen oder Monate. Aus Fremden ist eine kleine Familie geworden. ❤️

    Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht: Wir müssen packen, denn bis Labuan Bajo ist es nur etwa eine Stunde mit dem Boot. Als wir in den Hafen einlaufen, habe ich das Gefühl, nicht mehr dieselbe zu sein wie beim Ablegen. Ich kann es nicht genau benennen, aber irgendetwas in mir hat sich verschoben. Es fühlt sich gut an – als hätte mir der Ozean inneren Frieden geschenkt. 🌊

    Und obschon ich alleine aufs Boot gekommen bin, gehe ich nicht alleine.

    Nach vielen Umarmungen und guten Wünschen trennen sich die Wege unserer Gruppe. Morgan, Tiara und ich bleiben noch eine Nacht in Labuan Bajo. Wir sind damals gemeinsam im Auto zum Hafen gefahren und reisen auch gemeinsam weiter: Tiara und ich haben denselben Flug nach Lombok, Morgan fliegt kurz vor uns nach Makassar. ✈️

    Nach Check-in und Wäschewaschen treffen wir uns zum Abendessen. Wir sprechen über alles, was wir erlebt haben – und irgendwann auch über das Leben und seine Herausforderungen. Ich hätte mir keinen besseren Start in mein Solo-Reise-Abenteuer wünschen können. 🥹

    Am nächsten Tag fahren wir gemeinsam zum Flughafen. Dann müssen auch wir uns endgültig verabschieden. In einem kleinen Propellerflugzeug setze ich meine Reise fort. Mein nächstes Ziel: Lombok! Zuerst werde ich ein paar Tage in Senggigi am Meer entspannen, bevor ich die Natur und die Sasak-Kultur der Insel erkunde. 🌴

    Ich verlasse Flores mit unzähligen Bildern auf meiner Kamera – und noch viel mehr in meinem Kopfbilderbuch. 💙

    Terima Kasih - oder in Manggarai: Tibe teing!

    Tiba meka – ich komme wieder! 👋
    Read more

  • Als der Ozean antwortete 🌊💙

    Sep 25–26 in Indonesia ⋅ ⛅ 28 °C

    Beim Mittagessen auf dem Boot – es ist übrigens wie immer köstlich – freuen wir uns schon auf die bevorstehende Nap-Time und das Schnorcheln beim Manta Point. 🍽️

    Wir dösen gemeinsam auf dem Sonnendeck. Ein heimeliges Gefühl macht sich breit, während die salzige Meeresbrise uns umarmt. ☀️

    Da sehen wir sie plötzlich.

    «Dolphins!», klingt es aus allen Ecken.

    Zwei Schulen ziehen neben dem Boot vorbei – leider zu schnell für ein gutes Bild. Der Ozean scheint heute auf unserer Seite zu sein. 🐬🐬

    Vor uns liegt Taka Makassar, eine flache Sandbank mit türkisblauem, lagunenartigem Wasser. Wir sind beim letzten Schnorchelspot des Tages angekommen. 🏝️

    Auf dem Beiboot zum Drop-off spreche ich in Gedanken mit dem Ozean. Klingt vielleicht komisch, aber ich glaube daran, dass das Meer uns antwortet. 💙

    «So guys, ready? The current is very, very strong today and here are big waves!», ruft Adi.

    «YEEEES!», kommt es von der Gruppe zurück. 🙌

    Wir plumpsen – mittlerweile fast routiniert – ins Wasser und WOAH: Die Strömung ist heftig, die Sicht extrem trüb. Auf unserer Haut prickelt es. Neben den vielen Partikeln und dem Plankton treiben offenbar auch wieder winzige Nesseltierchen im Wasser. 🌊😬

    Wie immer schwimme ich etwas hinter der Gruppe, als jemand von einem Boot neben mir ruft:

    «MANTA, MANTA!»

    Ich folge der ausgestreckten Hand, halte den Kopf unter Wasser und da ist er. 🥹

    Anmutig und schnell zugleich gleitet das Männchen auf mich zu und zieht dann weiter.

    Ich kreische vor Glück. Die Tränen schiessen mir in die Augen – auch jetzt wieder beim Schreiben dieser Zeilen. 😭💙

    Um das nachzuvollziehen, muss man es erlebt haben. Solche Begegnungen im Ozean verändern einen und bleiben für immer im Gedächtnis eingebrannt. Sie machen regelrecht süchtig nach me(e)hr.

    Nach gemeinsamem Jubel und Abklatschen an der Oberfläche ziehen wir weiter und sehen noch sechs Mantarochen, darunter eine Gruppe aus drei Tieren. Glückselig paddeln wir durch die Strömung. 🙌

    Ich wende den Blick kurz vom Riff ab – und da taucht direkt neben Daniel, Tami und mir eine grüne Meeresschildkröte auf.

    «Turtle, Turtle!», rufe ich der Gruppe zu. 🐢

    «Noch eine!», ruft Tami kurz darauf.

    Plötzlich sind zwei Schildkröten direkt vor uns. Und es bleiben nicht die letzten: Auf dem letzten Abschnitt sehen wir noch drei weitere, darunter eine Karettschildkröte, die weltweit vom Aussterben bedroht ist. 🐢🐢

    WOW! Wir können unser Glück kaum fassen. 🤯

    Offensichtlich kann unsere Osmo-Actioncam das auch nicht mehr. Sie sagt mir: Akku leer. 🪫

    Naja – das Wichtigste habe ich.

    Genau in diesem Moment gleiten vier Riffmantas auf uns zu. Sie ziehen so nah an uns vorbei, dass wir erst gar nicht glauben können, was wir sehen. 😭

    Tja … dieser Moment existiert nun für immer nur in meinem Kopfbilderbuch. Weniger bedeutend ist er deswegen keineswegs. 💙

    Zurück auf dem Boot herrscht andächtiges Schweigen. Wir sind zutiefst dankbar für all die Geschenke, die uns der Ozean heute gemacht hat. 🙏

    Adi gönnt uns noch eine Verschnaufpause auf Taka Makassar. Ich habe in meinem Leben noch nie so klares Wasser gesehen. 🩵 Danach duschen wir das juckende Zeug von unserer Haut und die Alcira nimmt Kurs auf Kelong.

    Auf dem Sonnendeck feiern wir eine kleine Sundowner-Party – mit Rap- und Tanzeinlagen und ein bis zwei Bintang. Sehr lecker, btw. 🍻💃 Der Himmel färbt sich orange und lila, während auf der anderen Seite der fast volle Mond aufgeht. 🌅🌕

    Als wir Kelong erreichen, liegen bereits Dutzende Boote vor Anker. Überall Gelächter und Musik; Einheimische verkaufen Bintang aus kleinen Kanus. Dann löschen die Boote ihre Lichter. Nur die nötigen Signallichter blinken noch auf dem Wasser.

    Und plötzlich fliegen die ersten Flughunde aus den Mangroven. Es werden immer mehr – tausende Tiere gleiten über uns durch den dunkler werdenden Himmel in Richtung Mond. 🦇🌕

    Wir stehen eng zusammen auf Deck. Schweigen, ein volles Herz und Tränen der Rührung machen diesen Augenblick sehr intim und schweissen unsere Gruppe noch enger zusammen. 🥹❤️

    Nach Adis Abschlussbriefing – er ist gesundheitlich sichtlich angeschlagen – essen wir in andächtigem Schweigen zu Abend. Diese Nacht ankern wir geschützt und können hoffentlich den Schlaf der vergangenen Nacht nachholen. In unseren Kajüten versuchen wir, all die Eindrücke zu verarbeiten.

    Was für ein Tag. ✨
    Read more

  • 🐉 Drachen, rosa Sand und 815 Stufen 🩷

    Sep 25–26 in Indonesia ⋅ ☁️ 28 °C

    Padar ist berühmt für seine Hügel und die drei Buchten mit unterschiedlich gefärbten Stränden. Den Sonnenaufgang über diesem Panorama wollen natürlich nicht nur wir sehen: Von allen Seiten brausen Beiboote heran. 🚤

    Am Steg wartet die erste Morgengymnastik – zumindest für Menschen mit kurzen Beinen wie mich. Ich muss mich über eine Seilschlaufe aus dem Boot hieven, was überraschend gut klappt. Adi schleust uns schnell durch die Kontrolle und schon erklimmen wir als eine der ersten Gruppen die 815 Stufen zum Aussichtspunkt.

    Es ist erst Morgen, aber bereits schwülwarm. Der Schweiss rinnt mir aus allen Poren. Oben angekommen ist das sofort vergessen: Die drei Buchten liegen wie aus dem Bilderbuch vor uns, während die ersten Sonnenstrahlen die Hügel in goldenes Licht tauchen.

    Magisch. 🌅

    Zurück auf der Alcira gibt es Frühstück und danach Nap-Time auf dem Sonnendeck. Besonders Morgan ist von diesen kleinen Nickerchen begeistert. Wir lassen uns vom Boot in den Schlaf schaukeln, bis der Motor verstummt: nächster Stopp!

    Etwa 500 Meter vor dem Long Pink Beach dürfen wir direkt von der Alcira ins strahlend blaue Wasser springen und zum Strand schnorcheln. Einige hüpfen vom Dach – ich begnüge mich mit den drei Metern ab der untersten Reling. 😉 Flossen an, Maske auf und los!

    Unterwegs erwischen mich zum ersten Mal kleine, unsichtbare Nesseltierchen. Es wird nicht das letzte Mal sein … Doch am Strand ist das schnell vergessen: Der Sand ist tatsächlich wunderschön rosa! Winzige rote Partikel mischen sich hier mit dem hellen Sand und geben ihm seine Farbe. 🩷

    Wir schnorcheln und relaxen, als plötzlich zwei Rehböcke (!!) gemächlich am Strand entlanglaufen. Sie kommen ganz nah an uns heran und scheinen sich überhaupt nicht an uns zu stören. Was für eine surreale Szene! 🦌

    Hirsche gehören zu den wichtigsten Beutetieren der Komodowarane. Und genau diesen Riesenechsen werden wir als Nächstes begegnen.

    Komodowarane jagen mit kräftigem Biss, scharfen Zähnen und Giftstoffen, die unter anderem die Blutgerinnung beeinflussen können. Menschen stehen normalerweise nicht auf ihrem Speiseplan. Beruhigend ist das Wissen trotzdem nur bedingt, wenn man gleich einem mehrere Meter langen Exemplar gegenüberstehen wird. 😉

    Entsprechend nervös erreichen wir das Dorf. Die Menschen hier haben gelernt, mit den Waranen zu leben; ihre Häuser stehen auf Pfählen. Zuerst entdecken wir einige Jungtiere, die sich vor den ausgewachsenen Artgenossen verstecken – Komodowarane sind nämlich Kannibalen. 😳

    Zwei Guides führen uns aus dem Dorf hinaus und klopfen dabei immer wieder mit ihren langen Holzstöcken auf die Erde. Schon nach der ersten Kurve treffen wir auf ein riesiges Männchen. Unser Puls steigt, als es sich aufrafft und tatsächlich in Bewegung setzt. Laut den Guides sieht man das selten.

    In Gangstermanier kommt es auf uns zu. Schon sein Gang sagt: Ich bin gefährlich.

    «You lucky people today!», sagen die Guides immer wieder.

    Naja … so fühlt es sich gerade nicht an. 😅

    Der Waran faucht und beginnt zu sabbern. Wir scheinen wohl verlockend gut zu riechen. 😉 Nach einigen Fotos und Videos gehen wir weiter und entdecken noch viele weitere Warane, gut getarnt im Schatten der Bäume. Direkt daneben liegt die Grundschule. Für mich unvorstellbar – doch das fröhliche Gekreische der Kinder klingt, als sei das für sie der normalste Schulalltag der Welt.

    Im Dschungel hoffen wir ausserdem auf eine schwarze indonesische Speikobra. Ja, richtig gehört – noch ein potenziell tödliches Tier. 🐍 Die lässt sich allerdings nicht blicken. Stattdessen sehen wir eine goldene Seidenspinne in ihrem beeindruckenden Netz. Die Weibchen werden riesig, während die winzigen Männchen oft unbemerkt als «Untermieter» im selben Netz leben. Ich finde diese Tiere wunderschön. Meine Begeisterung wird in der Gruppe nicht von allen geteilt. 🕷️

    Auf dem Rückweg begegnen wir weiteren Waranen, darunter GinGin – gemäss unseren Guides das zweitgrösste Männchen hier. Das grösste heisst Hercules. An manchen Tagen sieht man keinen einzigen; wir hatten also wirklich Glück.

    Zurück im Dorf macht sich trotzdem Erleichterung breit:

    Wir haben überlebt. 😉🐉
    Read more

  • Leinen los auf der Alcira ⛵️ 🌊

    Sep 24–25 in Indonesia ⋅ ☀️ 29 °C

    Am nächsten Morgen werde ich nach dem Check-out abgeholt. Der Fahrer erklärt mir, dass noch zwei weitere Personen auf die Tour mitkommen. Ich bin gespannt! 😊

    Zuerst steigt Tiara aus Belgien ein – wir verstehen uns auf Anhieb. Danach holen wir Morgan ab, einen Amerikaner, der inzwischen auf Vancouver Island in Kanada lebt. Schon im Auto ist die Stimmung locker und voller Vorfreude.

    Im Hafen tröpfeln nach und nach die anderen Bootskameraden ein: Luane und Mélanie aus Frankreich, Tami und Daniel aus Deutschland und die belgische Vierer-Jungstruppe Silv, Roel, Jasper und Floris. Die Jungs bringen einen riesigen Karton Bintang mit. Da weiss ich bereits: Die Tour wird super. 🍻

    Wir lernen unseren Guide Adi kennen und schon ist der erste Spitzname vergeben: Morgan heisst ab sofort «Captain Morgan». Und so viel sei verraten: Dabei bleibt es auch nach der Tour. 😉

    Mit dem Beiboot tuckern wir durch den Hafen zu unserer Bleibe für die nächsten drei Tage: der «Alcira», einem wunderschönen Katamaran aus dunklem Holz. Der Umstieg aufs grosse Boot gelingt mir einmal mehr nur mässig elegant … aber oben angekommen fühle ich mich sofort wohl. ⛵

    Nach dem Sicherheitsbriefing beziehen wir unsere Kajüten. Ich habe ein eigenes Zimmer mit Terrasse am Schiffsheck – wow! Das Boot schwankt ganz schön, während ich meine Sachen für die nächsten Tage bereit lege.

    Okay, ich geb’s zu: Ich schmeisse einfach meinen Rucksack hin und ziehe meinen Badeanzug an. Wer mich kennt, weiss … 😊

    Heute stehen zwei Schnorchelspots auf dem Programm. Beim zweiten könnten wir mit etwas Glück sogar Mantas sehen! Diese riesigen, für Menschen ungefährlichen Rochen filtern Plankton aus dem Wasser und gleiten mit ihren «Flügeln» scheinbar schwerelos durch den Ozean. Allein der Gedanke daran macht mich ganz kribbelig. 🥹

    Beim ersten Spot soll es oft Schildkröten geben. Also: Flossen an, Maske auf und rücklings ins Wasser plumpsen. Auch das ging schon eleganter – ich bin offenbar aus der Übung. Egal! 😄

    Die Strömung ist moderat, aber die Sicht leider etwas trüb. Schildkröten entdecken wir keine. Dafür sehen wir einen Schwarm Batfish und sogar einen Fischtornado – etwas, das selbst unser Guide nur selten erlebt hat. 🐠

    Beim zweiten Spot warnt uns Adi vor starker Strömung. Ich lasse mich rückwärts ins Wasser fallen und werde prompt unter das Boot gezogen. Für einen Moment bekomme ich Panik, tauche dann aber tiefer und die Strömung trägt mich wieder hinaus.

    Puh … geschafft!

    Und woooow – was für ein Ritt! Wir sausen gefühlt wie in einem Schnellzug am Riff vorbei. Zum Tierebeobachten bleibt kaum eine Chance, Spass macht es trotzdem. 🌊

    Vor dem Abendessen fahren wir noch an einen Strand mit schneeweissem, ultrafeinem Sand. Das Wasser ist glasklar und die untergehende Sonne schenkt uns als Gruppe eine magische Golden Hour – an diesem Traumstrand ganz für uns allein. 🌅

    Da ist schnell vergessen, dass wir heute weder Schildkröten noch Mantas gesehen haben. Morgen ist auch noch ein Tag – und was für einer!

    Beim Abendbriefing zählt Adi gleich fünf Stopps auf: Padar zum Sonnenaufgang, Long Pink Beach, Komodowarane, Manta Point und schliesslich Kelong Island, wo tausende Flughunde aus den Mangroven aufbrechen sollen. Der Tag beginnt um 05:00 Uhr. 😳

    Adi warnt uns auch vor der Nacht: Wir ankern vor Padar und sind dort dem offenen Meer ausgesetzt. Noch glauben wir kaum, dass das so schlimm wird – wir sind schliesslich alle hundemüde. Doch er behält Recht. Das Boot schaukelt, knarzt und ächzt. Einige schlafen nur zwei Stunden.

    Mit meinen fünf Stunden bin ich gut bedient, als um 04:30 Uhr der Wecker klingelt. Verschlafen torkeln wir ins Beiboot und fahren durch den schwarzen Morgen Richtung Padar. 🌌
    Read more

  • Allein – und angekommen

    Sep 22–24 in Indonesia ⋅ ⛅ 29 °C

    Am späteren Nachmittag des 21.09.2026 lande ich in Labuan Bajo und werde auch hier sehr freundlich empfangen. Zeit, die ersten Schritte meiner Reise alleine zu gehen. 😊

    In meiner Unterkunft für die nächsten zwei Nächte beschliesse ich, heute überhaupt nichts mehr zu tun. Ich bestelle mein Abendessen aufs Zimmer und geniesse dabei die Aussicht auf die Komodoinseln. Genau dorthin soll es bald mit dem Boot gehen! ⛵

    Labuan Bajo ist das Tor zum Komodo-Nationalpark. Zwischen geschäftigem Hafen, lokaler Kleinstadt und internationalem Backpacker-Treffpunkt ist hier einiges los. Gleichzeitig ist die Stadt von der Kultur der Manggarai geprägt – eine Mischung, die ich spannend finde.

    Am nächsten Morgen erwache ich gut erholt in meinem Bambus-Bungalow. Wie auch nicht bei dieser Aussicht? 😍 Den Vormittag verbringe ich mit meinem Tagebuch, danach mache ich mich zu Fuss auf zur Marina. Es riecht nach Fisch und Meer. Die Vorfreude auf meine dreitägige Bootstour wächst mit jedem Schritt.

    Nach einem Essen mit Meerblick zieht es mich wieder zurück. Morgen wartet nämlich Seraya auf mich: eine Insel mit einem wunderschönen Hausriff. Und ich kann mit dem Ozean vor der Tür keinen Tag länger warten, um endlich ins Wasser zu hüpfen. 🐠

    Dass ich überhaupt nach Seraya fahren kann, ist Glück: Der Ausflug wird normalerweise erst ab zwei Personen angeboten. Am nächsten Morgen lerne ich auf dem Schnellboot meinen unbekannten Mitreisenden kennen – es ist der General Manager des Resorts! Noch bevor wir ankommen, erzählt er mir vom Hausriff und vom Korallenaufforstungsprojekt. Natürlich möchte ich sofort mithelfen, aber das ist heute leider nicht möglich.

    Dafür erfahre ich etwas, das mein Herz höherschlagen lässt: Manchmal schwimmen hier Dugongs vorbei! Wer mich kennt, weiss, dass Seekühe – vor allem Manatees – ganz oben auf meiner Bucketlist stehen. 🥹

    Vor uns taucht die Insel mit ihrem langen Steg und glasklaren Wasser auf. Am Morgen ist die Sicht zum Schnorcheln am besten, also: rein ins Salzwasser! 🌊

    Beim ersten Blick aufs Riff traue ich meinen Augen nicht. Korallen und Anemonen in allen Farben, tausende Fische und Seesterne – atemberaubend! Besonders schön ist, wie gut erhalten das Riff aussieht. Ich schnorchle bis zum Strand und entdecke dort etwas, das ich zuerst für einen Stein halte. Aber nein: eine riesige Muschel! So eine grosse habe ich noch nie gesehen. Als hätte mir der Ozean ein Geschenk gemacht. 🐚

    Den Rest des Tages verbringe ich mit Lesen, einem leckeren Mittagessen und weiteren Schnorchelgängen. Es ist so schön, dass ich die Dugongs beinahe vergesse. Beinahe. 😉

    Am Abend mache ich mich noch auf in die «Paradise Bar». Als ich ankomme: gähnende Leere. Laut ChatGPT soll später Live-Musik spielen und sich die Bar füllen. Na gut – ich bestelle ein Bintang Crystal, setze mich mit Blick auf den Hafen hin und warte ab. 🍺

    Und tatsächlich: Der Soundcheck beginnt, die ersten Leute kommen und bald ist die Bar voller junger Menschen aus aller Welt. Die Band spielt Cover-Songs, darunter sogar meine erste gekaufte Single: «Teenage Dirtbag» von Wheatus. Haha! 🎶

    Für den Heimweg bestelle ich ein Grab – mittlerweile fester Bestandteil meines Tages. Ich liebe es so sehr, dass ich mir vielleicht zu Hause gleich einen Roller anschaffe … 😊

    Morgen beginnt meine dreitägige Komodotour. Die Vorfreude ist riesig! 🐉
    Read more

  • UBUD – zwischen Verkehr & Idylle 🌿🛵✨

    Sep 17–21 in Indonesia ⋅ ☀️ 29 °C

    Wir verabschieden uns von Sidemen und ziehen weiter nach Ubud – das kulturelle Zentrum Balis. Die Fahrt dauert satte zwei Stunden. Der Verkehr rund um Ubud ist höllisch, was mir schon wieder Bauchschmerzen beschert, wenn ich daran denke, dass ich ja hier auch Roller fahren muss. 😅

    Wir erreichen unsere Unterkunft, die etwas ausserhalb des Zentrums am Eingang zur Stadt liegt. Eine wunderschöne, grüne Anlage mit Pool und Teich – und das Beste: nur für uns. Kurzer Check-in, Auspacken und los geht auch schon die Entdeckungsreise.
    Oder besser gesagt: der Nervenkitzel. 😂

    Während Simon vorbildlich sein Sportprogramm absolviert, wollen Nicole und ich in einem nahe gelegenen Supermarkt einkaufen. Vor allem Bier und Wasser – Prioritäten müssen schliesslich gesetzt werden. 😄

    Meine Schwester wird schnell abgeholt, während ich nervös am Strassenrand auf meinen Grab-Bike-Fahrer warte. Er heisst – wie soll es anders sein – Wayan. 🤣

    Dann heisst es: Angst überwinden und auf den Roller schwingen. Naja … bei mir sieht das ehrlich gesagt alles andere als elegant aus. 😂

    Am Anfang bin ich noch ziemlich verkrampft, merke aber schnell, dass der Fahrer alles im Griff hat. Manchmal muss man einfach loslassen und vertrauen, sage ich mir. Und tatsächlich kann ich mich nach und nach ein wenig entspannen und mich mit dem Fahrer sogar unterhalten.

    Auch hier sind die Menschen einfach ultra nett und fröhlich. Sie zeigen ehrliches Interesse an deiner Person, auch wenn es nur für eine kurze Fahrt ist. Dieses unkomplizierte, herzliche Miteinander gehört für mich definitiv zur balinesischen Freundlichkeit dazu. ❤️

    Nach dem Einkauf dämmert es bereits und wir putzen uns heraus für einen Abend in einem schicken italienischen Restaurant. Wir treffen uns mit Freunden von Nicole und Simon, die sie auf dem Boot kennengelernt haben.

    Und DIESE ROLLERFAHRT übertrifft alles bisher Erlebte:
    Die Autos und Motorbikes reihen sich dicht an dicht. Es wirkt, als gäbe es keine Regeln – wer zuerst fährt, fährt. Hupen und fahren. Irgendwie funktioniert es. 😳 Nach 30 Minuten und einigen Nerven weniger komme ich beim Restaurant als Erste an. Nicole folgt einige Minuten später. Doch wo ist Simon?

    Nach 15 Minuten Warten entscheiden wir uns, im Restaurant weiter zu warten und versuchen, ihn zu orten. Leider hat er wohl keine Verbindung. Kurz bevor wir uns überlegen, 112 zu wählen, taucht er endlich auf. Der Grab-Fahrer hat ihn einfach am falschen Ort abgeladen. Und weil Revolut an diesem Tag einen Cyberangriff hatte, funktionierte seine eSIM ebenfalls nicht. Also hat er sich kurzerhand mit Durchfragen bis zu uns durchgeschlagen.

    Darauf erst einmal einen Drink und Pasta mit Trüffel. Herrlich. 😂🍝

    TAG 2 – RIDGEWALK, TEMPEL & UBUD MITTEN IM VERKEHRSCHAOS 🌿🙏🏼

    Am nächsten Tag entscheiden wir uns für eine Wanderung und Sightseeing in der Stadt.
    Der Campuhan Ridge Walk ist ein ungefähr zwei Kilometer langer Weg über einen grünen Bergrücken mitten bei Ubud. Der Weg führt zwischen zwei Flusstälern entlang, vorbei an hohem Gras, Palmen und tropisch grüner Landschaft.

    Der Name „Campuhan“ bedeutet sinngemäss „Zusammenfluss“ – passend dazu treffen hier zwei Flüsse aufeinander. Und genau das gefällt mir an Ubud: Man kann innerhalb weniger Minuten vom Verkehrschaos in eine komplett andere Welt eintauchen.

    Wir laufen direkt weiter. Zuerst geht es zum Royal Temple, dem Ubud Palace. Der Palast liegt mitten im Zentrum und war bzw. ist die Residenz der königlichen Familie von Ubud. Die kunstvollen Steinmetzarbeiten, traditionellen Gebäude und gepflegten Gärten geben einen kleinen Einblick in die Geschichte und Kultur des ehemaligen Königshauses.

    Danach geht es weiter zum wunderschönen Water Temple – dem Pura Taman Saraswati.
    Und auch hier bekommt man wieder Kleidung: Sarong und Hemd. Ein wenig eklig, wenn man bedenkt, dass das Hemd zuvor wahrscheinlich schon von einem anderen verschwitzten Touri getragen wurde. 😅 Aber auch das lohnt sich.

    Der Tempel ist der hinduistischen Göttin Saraswati gewidmet, der Göttin der Weisheit, Kunst und Literatur. Besonders bekannt ist er für seinen wunderschönen Lotus-Teich, der den Eingang zum Tempel säumt. Und tatsächlich: Der Water Temple mit seinem Teich voller Lotusblüten ist atemberaubend schön. Ein richtiges Idyll. 🌸

    Aus dem Tempel getreten, fluten uns wieder der Lärm und der Verkehrsstaub der Stadt.
    Diese krassen Gegensätze sind irgendwie typisch für Bali. Zwischen Idylle und Menschenmassen ist der Weg manchmal nur ein paar Meter lang.

    Nach einer ausgiebigen Dusche fahren wir nochmals in die Stadt und gönnen uns eine balinesische Aromamassage und eine Schüssel Ramen. Ein ziemlich perfekter Abschluss für einen Tag voller Eindrücke. 😍

    TAG 3 – EIN MAGISCHER ORT UND GANZ VIEL GÄNSEHAUT ✨

    Am nächsten Morgen brechen Nicole und Simon bereits früh auf, um eine Yogastunde zu besuchen. Ich nutze die Zeit am Morgen für mich – um anzukommen, ein wenig zu schreiben und einfach einmal nichts zu müssen.

    Nach dem Frühstück in der Unterkunft zieht es uns zum Gunung Kawi Tempel - und dieser Ort ist magisch: Gunung Kawi liegt in einem grünen Tal am Pakerisan-Fluss und gehört zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Balis. Das Besondere: Die riesigen Schreine wurden direkt aus den Felswänden herausgearbeitet. Insgesamt gibt es zehn dieser monumentalen Felsheiligtümer, die vermutlich aus dem 11. Jahrhundert stammen und mit der königlichen Familie der Warmadewa-Dynastie in Verbindung gebracht werden.

    Schon der stufenreiche Weg nach unten ist ein Erlebnis – und gleichzeitig weiss man natürlich: Jede einzelne Treppe müssen wir später wieder hoch. 😅

    Unten angekommen, sitzen wir vor den riesigen Grabmälern am Fluss und haben Gänsehaut. Die Energie, die hier herrscht, ist anders: mystisch. Stark. Ruhig und gleichzeitig irgendwie belebend.

    Vielleicht liegt es an der Geschichte dieses Ortes. Vielleicht an der unglaublichen Landschaft. Vielleicht auch einfach daran, dass man hier unten, umgeben von Felsen, Wasser und Dschungel, plötzlich komplett von der Aussenwelt abgeschottet ist.
    Wir nehmen uns deshalb die Zeit, gemeinsam zu meditieren.

    Einfach sitzen. Atmen. Nichts tun. Und diesen Moment wirken lassen. ❤️

    Nach einer ausgiebigen Erkundungstour und gefühlt x-Treppenstufen retour nach oben fahren wir zurück in die Unterkunft. Den Abend verbringen wir mit Shoppen in der Stadt und einem leckeren balinesischen Abendessen.

    TAG 4 – EIN RING FÜRS MEER UND EIN LETZTER ABEND ZUSAMMEN 💍🌊

    Unser letzter voller Tag in Ubud - Wir wollen nochmals ins Zentrum und essen dort zuerst ein sehr leckeres Frühstück. Danach sitzen wir zusammen und beraten uns, was wir an unserem letzten Tag noch unternehmen möchten.

    Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für einen Workshop im Silberschmieden.
    Bali – und insbesondere die Region rund um Celuk – hat eine lange Tradition in der Silberschmiedekunst. In Celuk entwickelte sich das Handwerk besonders ab dem frühen 20. Jahrhundert. Ursprünglich wurden vor allem Gegenstände für religiöse Zeremonien sowie Schmuck und Verzierungen für königliche Hochzeiten hergestellt. Mit der Zeit entwickelte sich daraus die heute bekannte Tradition für Ringe, Ohrringe, Ketten, Armbänder und viele weitere Schmuckstücke.

    Wir finden eine kleine Werkstatt und bekommen tatsächlich spontan einen Platz für den Workshop.

    Wayan – und nein, das ist wirklich kein Witz 😂 – fährt mit seiner Frau und seiner Tochter jeden Tag von Sidemen nach Ubud und wieder zurück. Auch an einem Sonntag.

    Nun heisst es: kreativ werden.

    Für mich war von Anfang an klar, dass ich einen Ring machen möchte, der meine Liebe zum Meer und zu seinen Bewohnern widerspiegelt. 🌊🐚

    Also entwerfe ich mit ChatGPT eine Skizze und zeige sie Wayan.

    Er schaut sich das Ganze an und meint: Ja, das lässt sich machen.

    Na dann. Los geht's! Silber einschmelzen, hämmern, erhitzen, plätten, hämmern, feilen, schneiden, schleifen, biegen, polieren, prägen … Und wieder von vorne.

    Zwischendurch denke ich kurz: Was haben wir uns hier eigentlich eingebrockt? 😂 Mein Körper ist Schweiss gebadet.

    Die Familie ist einfach zuckersüss und leitet uns mit unglaublich viel Geduld an.
    Kein Zeitdruck. Kein Stress. Einfach gemeinsam etwas mit den Händen erschaffen.
    Und genau das macht diesen Nachmittag für mich so besonders. Nach zwei Stunden halten wir alle glücklich unser Ergebnis in der Hand.

    Und wir sind mega happy damit! 🥰

    Was für ein schönes und vor allem persönliches Mitbringsel von unserer gemeinsamen Zeit auf Bali. Kein Souvenir, das irgendwo im Regal verstaubt. Sondern etwas, das uns immer an diese Tage, an Ubud und an diese kleine Werkstatt mit Wayan und seiner Familie erinnern wird.

    UND DANN HEISST ES ABSCHIED NEHMEN … ❤️

    Von Bali. Aber vor allem voneinander.
    Ein mulmiges Gefühl gemischt mit Vorfreude. Denn jetzt geht es für mich wirklich alleine los. Nicole und Simon brechen auf zu den Cook Islands im polynesischen Meer, während ich mein Abenteuer in Indonesien fortsetze und nach Labuan Bajo reise.

    Und genau hier schreibe ich jetzt diese Zeilen.

    Mit Blick auf das Meer.

    Vor mir liegen die Komodoinseln.

    Das nächste Abenteuer wartet bereits. 🌊🐉❤️
    Read more

  • Sidemen - zwischen Reisfeldern & Tempeln 🌾🙏🏼

    Sep 14–17 in Indonesia ⋅ ☀️ 29 °C

    Nach einer langen Flugreise mit Umsteigen in Bangkok bin ich am Abend endlich auf Bali gelandet – und wurde von meiner Schwester und meinem Schwager herzlich empfangen. Da sind schon wieder Tränchen geflossen – dieses Mal vor Freude und auch ein bisschen vor Erleichterung. 🥹❤️

    Die beiden hatten bereits alles für unsere nächste gemeinsame Etappe organisiert: Fahrer und Bier waren bereit. Was will man mehr? 😄

    Rund zwei Stunden dauerte die Fahrt nach Sidemen, einem kleinen, grünen Tal im Osten Balis. Die Gegend ist bekannt für ursprüngliche Dörfer, Reisfelder und wunderschöne Reisterrassen – und vor allem für den Blick auf den mächtigen Gunung Agung, den höchsten Vulkan Balis. Durch das feuchtere Mikroklima rund um den Vulkan ist es hier besonders grün und nachts regnet es häufiger. Und genau das durften wir bei unserer Ankunft erleben: Es goss aus Kübeln! 🌧️

    Nach einem weiteren Bier als Apéro in der Unterkunft fiel ich im Devani Resort ins Bett – und schlief meine erste Nacht auf Bali wie ein Baby.

    Tag 1 – Reisfelder und Roller-Abenteuer 🌾🛵

    Der nächste Tag begann mit einem ausgiebigen Frühstück. Die Energie konnten wir gut gebrauchen, denn wir wollten direkt Sidemen erkunden.

    Während ich noch einen kleinen Kulturschock zu verarbeiten hatte, bewegten sich Nicole und Simon schon wie selbstverständlich durch die balinesische Welt. 😄

    Ich durfte schnell feststellen: Die Menschen hier machen es einem auch unglaublich einfach. Ein Lächeln und ein freundliches „Selamat pagi!“ – beziehungsweise „Selamat siang“, „Selamat sore“ oder „Selamat malam“, je nach Tageszeit – und die Freundlichkeit kommt einem gleich um ein Vielfaches zurück.

    Ich muss zugeben: So viel Nettigkeit sind wir uns ja leider gar nicht mehr gewohnt. Es ist unglaublich erfrischend!

    Unser erster Ausflug führte uns in die Reisfelder von Sidemen. Wunderschöne Reisterrassen, dichter Urwald, kleine Wasserläufe, flatternde Vögel und ein unglaubliches Zirpen und Summen überall.

    Nur einer fehlte: der Gunung Agung. 😄 Ausgerechnet während unserer Wanderung versteckte er sich hartnäckig hinter den Wolken. Aber auch ohne Vulkanblick war die Landschaft einfach beeindruckend.

    Dank Wayan, unserem Guide, erfuhren wir viel über das Leben in den Reisfeldern und den Anbau von Reis – und darüber, wie eng das Leben hier mit Wasser und Natur verbunden ist. "Wayan" heisst übrigens "der/die Erstgeborene" und ist deshalb ein häufiger Name hier.

    Nach zwei Stunden voller Eindrücke ging es zurück. Und dann kam mein erstes Roller-Erlebnis:

    Nein. Ich bin NICHT selbst gefahren. NIEMALS! 😂

    Ich sass hinten bei einem Einheimischen (er hiess auch Wayan 😂) auf dem Roller und liess mich durch den balinesischen Verkehr chauffieren. Und schon dabei dachte ich: DAS sei wild.

    Heute weiss ich: Das war noch gar nichts. 😅

    Den Tag liessen wir mit einem Apéro am Pool und einem Abendessen im Resort ausklingen.

    Tag 2 – Wasserfälle und der Mother Temple 🙏🏼💦

    Am nächsten Morgen klingelte um 07:30 Uhr der Wecker. Wir wollten früh los, denn einiges stand auf dem Programm.

    Erster Stopp: die Gembleng Wasserfälle. Über steile Treppen ging es nach oben zu mehreren kleinen Kaskaden und natürlichen Süsswasser-Pools. Dort liessen wir uns erst einmal ins kühle Wasser fallen – genau das Richtige nach dem Aufstieg. 💦

    Danach stiegen wir wieder ins Auto und machten uns auf den Weg zum Pura Besakih, dem berühmten „Mother Temple of Bali“. Der riesige Tempelkomplex liegt an den Hängen des Gunung Agung und gilt als einer der heiligsten Orte der balinesischen Hindus.

    Und hier sollte sich unser Vulkan-Glück dann doch noch wenden. 😍

    Während sich der Gunung Agung am Vortag noch hinter den Wolken versteckt hatte, zeigte er sich beim Mother Temple von seiner allerbesten Seite. Majestätisch ragte er hinter der Tempelanlage in den Himmel – ein Anblick, den ich so schnell wohl nicht vergessen werde.

    Schon bei der Ankunft konnte ich meinen Blick kaum von den traditionell gekleideten Balinesinnen lösen. Sarong, weisse Spitzenbluse – die Kebaya – und der um die Hüfte getragene Selendang, ein Schal bzw. eine Schärpe: Ich fand das so schön, dass ich mir kurzerhand selbst ein traditionelles Outfit kaufen musste (...also ehrlich gesagt, blieb mir am Schluss keine andere Wahl - die Verkäuferin war hardnäckig). 😄

    Beim Einlass erfuhren wir, dass wir nur traditionell gekleidet den inneren Tempelbereich betreten und an einer Opfer-Zeremonie teilnehmen durften.

    Und plötzlich waren wir mittendrin. 🌺

    Die Opfergaben bestehen unter anderem aus kleinen Körbchen aus Palmblättern mit verschiedenen Blüten. Während des Gebets werden die Blüten zwischen die Finger genommen und zusammen mit dem Rauch des Räucherstäbchens dargebracht. Danach folgen heiliges Wasser und Reiskörner, die als Zeichen des Segens auf die Stirn gelegt werden.

    Besonders faszinierend fand ich, wie selbstverständlich diese Rituale in den Alltag integriert sind. Es fühlte sich überhaupt nicht wie eine Show für Touristen an, sondern wie ein ganz natürlicher Teil des Lebens.

    Nach einer weiteren Erkundung des riesigen Tempelareals machten wir uns auf den Rückweg.

    Am Abend fuhren wir noch in ein schickes Restaurant in einem luxuriösen Viertel von Sidemen.

    Und da fühlte es sich plötzlich an wie zwei verschiedene Welten.

    Fünf Minuten vorher waren wir noch durch ursprüngliche Dörfer gefahren, vorbei an einfachen Häusern, Reisfeldern und Menschen in ihrem Alltag. Und plötzlich sitzen wir in einem schicken Restaurant inmitten einer kleinen Luxuswelt.

    Irgendwie kommt einem das fast ein bisschen wie „Schein“ vor. Nicht unbedingt schlecht – aber doch ziemlich surreal, wenn man diesen Kontrast unmittelbar hintereinander erlebt.

    Und genau diese Gegensätze machen Bali für mich gerade so spannend.

    Doch lange konnten wir darüber nicht nachdenken …

    Denn am nächsten Tag hiess es bereits wieder Abschied nehmen von unserer ersten Unterkunft auf Bali.

    Unsere Reise ging weiter.

    Nächstes Ziel: Ubud. 🌿✨
    Read more

  • Mit viel Liebe im Herzen und der Welt vor mir ✈️🌎

    September 13 in Switzerland ⋅ ☁️ 22 °C

    Nach über einem Jahr Planen, Organisieren, Träumen und Vorfreude ist es heute tatsächlich so weit: Ich habe mich auf das bisher grösste Abenteuer meines Lebens aufgemacht. 🌏❤️

    Der Abschied war tränenreicher, als ich vielleicht erwartet hatte. Vertraute Menschen, mein Zuhause, meinen Alltag und mein Team für eine ganze Weile zurückzulassen, fühlt sich gerade gleichzeitig wunderschön, aufregend und ziemlich emotional an.

    Mein erster Stopp: Denpasar auf Bali, Indonesien. 🇮🇩
    Und dort warten bereits meine Schwester Nicole und mein Schwager Simon auf mich. Zu wissen, dass am anderen Ende der Reise zwei vertraute Menschen stehen, macht den Abschied definitiv ein kleines bisschen leichter.

    Bevor dieses Abenteuer nun richtig beginnt, möchte ich einfach Danke sagen.

    Danke an alle, die mich bei diesem Schritt unterstützt, bestärkt und in den letzten Monaten manchmal vermutlich auch ein bisschen ertragen haben. 😅

    Papi, Mami, Nicole & Simon, Eli & Luca, Nadia (Perlä), Osi, meine langjährigen Freunde und mein Team bei der arag ag: Ihr habt alle auf eure ganz eigene Art dazu beigetragen, dass ich heute hier stehe und diesen Schritt tatsächlich wage.

    Einige von euch begleiten mich schon einen grossen Teil meines Lebens, andere sind später dazugekommen – aber ihr alle seid ein Stück Zuhause für mich. Und genau dieses Zuhause nehme ich jetzt irgendwie mit.

    Ich starte diese Reise mit einem Rucksack voller Vorfreude, ziemlich vielen Emotionen, grosser Neugier auf alles, was vor mir liegt – und vor allem mit unglaublich viel Dankbarkeit und Liebe im Herzen. ❤️

    Ich weiss nicht genau, was die kommenden Monate bringen werden. Und vielleicht ist genau das das Schönste daran.

    Das Abenteuer beginnt. 🌏✈️
    Read more

    Trip start
    September 13, 2026