• (17) BO: Altiplano, Silberminen, Wein

    22 febbraio, Bolivia ⋅ ☁️ 11 °C

    Von Sucre geht es vorbei am Rio de la Plata hoch auf die Ebene des Altiplano zwischen den Hochgebirgsketten der Westanden und der Ost-Anden. Wir fahren bis zur Provinzhauptstadt Potosí, die auf 4.067 Meter liegt. Den Rest unseres Aufenthaltes in Bolivien werden wir uns auf Höhen zwischen 3.200 und 5.000 Metern bewegen. Grundsätzlich muss man in diesen Höhen auf die starke Sonnenstrahlung aufpassen und nachts zieht man sich schon mal die Decke über den Kopf, dafür gibt es aber weniger Moskitos.
    Potosi hat eine ganz nette Altstadt mit vielen Kolonialbauten, ist aber vor allem bekannt wegen des Cerro Rico, dem reichen Berg, wo schon die Spanier raue Mengen Silber gefördert haben. Unser heutiger Guide, Juan Carlos hat einige Jahre selbst in den Minen gearbeitet und erzählt wie hart diese Arbeit war und immer noch ist. Die Minenarbeiter hier arbeiten meist für sogenannte Kooperativen (wir würden sagen sie sind scheinselbständig) und haben keinerlei Sozialversicherung und sind hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt, denn es gibt keinerlei Sicherheitsstandards. Praktisch täglich kommt es zu Unfällen, viele davon tödlich. Wir besuchen das Minengelände, das auf mich sehr bizarr wirkt. Ein paar alte Baracken, überall Steinhaufen, Drähte über wackelige Holzpfosten gespannt und ein paar Gleise, insgesamt wenig Menschen zu sehen. Es interessiert sich auch niemand ernsthaft dafür, dass wir hier so rumlaufen. Auf den Straßen zu den Minen kann man alles kaufen, was ein Minenarbeiter benötigt, z.B. ganze Kisten Dynamit.
    Etwas verstört geht unsere Fahrt noch 4 Stunden weiter in das Departement Chuquisaca, wo wir eine wirklich bezaubernde Unterkunft haben. Wir sind die einzigen Gäste und die Hausherrin kocht üppig für uns auf. Anderntags erleben wir ein wahres Kontrastprogramm zu der Minenstadt. Viele kleine Dörfer, man lebt hier vor allem von der Landwirtschaft und, wer hätte das gedacht, vom Weinanbau. So kehren wir denn mittags auch ein zur Weinprobe in einer der vielen kleinen, familienbetriebenen Weingütern. Der Besitzer gibt uns 3 Weine zum probieren, die wirklich sehr lecker sind, während die Mama Mittagessen vorbereitet. Auch in den Folgetagen werden wir mittags immer wieder so gut beköstigt, dass das Abendessen problemlos ausfallen kann. Am Nachmittag heißt es nochmal Strecke machen, ein großer Teil offroad und mit einigen Zwischenstops, um die grandiose Landschaft zu bewundern. Am Abend kommen wir in Tupiza an.
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