• (18) BO: Naturwunder um Tupiza

    25. Februar in Bolivien ⋅ 🌙 2 °C

    Die Gegend um Tupiza sieht so aus, wie ich mir den wilden Westen in den USA vorstelle, nur und nicht so bekannt. Karl May hat auch nichts drüber geschrieben, deshalb gibt es hier kaum Touristen, dafür rote Canyons, bizarre Felsen, grüne Flusstäler. Unser Fahrer und Guide Milton stammt aus einem Dorf in der Nähe und ist dabei, in Eigenleistung eine Eco Lodge aufzubauen. Wir essen dort zu Mittag, von seiner Frau und seiner Tochter vorbereitet. Vegetarier haben es hier schwer, es gibt eine riesige Menge saftig gegrilltes Fleisch, Maiskolben, Salate und allerlei Gemüse, natürlich die leckeren bolivianischen Papas. Bei Milton wohnt seit einigen Monaten ein Schweizer, der sich in Bolivien verliebt hat, wie er sagt, und sich als Reiseanbieter selbständig machen will, er tüftelt aber noch an seinem Konzept.
    Wir unternehmen mit Milton an 2 Tagen diverse Offroad Touren in die grandiose Bergwelt um Tupiza. Da müssen auch mal Steine per Hand aufgeschichtet werden, wenn selbst für den Land Cruizer kein Weiterkommen mehr ist. Lohnt sich aber, Erdkundelehrer müssten hier ihre helle Freude haben wegen der vielen bizarren Felsformationen. Die Schüler der Erdkundelehrer eigentlich auch, denn die Szenarie ist durchaus Instatauglich. Fototechnisch kommen wir allerdings an Grenzen mit unseren simplen Handies, und, seien wir ehrlich, auch unserer mangelnden Kompetenz (wurde im Erdkundeunterricht auch nicht besprochen).
    Da gibt es z.B, das Teufelstor, Puerta del Diablo oder der Cañón del Inca und Felder von Nadelfelsen. Wir unternehmen eine Rundwanderung durch 2 Schluchten, es wird zunehmend enger und geht aufwärts, vorbei an buntem Gestein. Der steile Abstieg durch ein riesiges Kakakteenfeld ist allerdings etwas haarig, denn mal eben irgendwo festhalten gilt nicht, auch nicht an dem Dornengestrüpp, das ansonsten hier wuchert. Die Natur bringt eben nicht nur Gänseblümchen hervor. Wir unternehmen außerdem eine Fahrt in höhere Gefilde, d.h. hier über 4000 Meter, um die Felsenlandschaften von oben zu sehen. Aber ein Gewitter und graue Wolken ziehen auf, das einzige Mal bisher, obwohl laut Kalender eigentlich Regenzeit herrscht.
    Nur mal nebenbei, weil wir schon bei Wilder Westen waren: Butch Cassidy und Sundance Kid hatten hier ihre letzte Schießerei, und wohl zu spät gezogen, man sollte die Bolivianer nicht unterschätzen. Übrigens sieht man hier - anders als in Kolumbien - kaum Militär.
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