• Tirana 2: das politische Tirana

    October 21 in Albania 🌧 19 °C

    Mein eintägiger Tirana-Besuch fällt mitten in eine aufregende Zeit und ich wusste noch nicht so richtig, was mich erwartet.
    Seit gut einer Woche gehen in der Hauptstadt vor allem Schüler und Studierende auf die Straße. Sie protestieren gegen schlechte Studienbedingungen, steigende Studiengebühren und fehlende Perspektiven, gegen Korruption und für den Rücktritt von Premierminister Edi Rama.
    Die Proteste haben eine längere Vorgeschichte. Schon seit Mai gibt es die sogenannte „Flamingo-Revolution“, eine Protestbewegung, die monatelang jeden Abend friedlich demonstriert hat. Auslöser war unter anderem ein Korruptionsskandal um Vergaben öffentlicher Aufträge. Mitte Oktober ist die Lage dann eskaliert. Seitdem kommt es im Zentrum fast täglich zu Zusammenstößen mit der Polizei, mit Tränengas und Wasserwerfern.
    Die Regierung spricht von einem gewaltsamen Umsturzversuch. Viele Beobachter sehen dagegen eine weitgehend spontane, von jungen Leuten getragene Bewegung, die sich über soziale Medien organisiert.
    Die Nachwehen und Vorboten der Proteste habe ich gesehen. Günstigerweise formierten sich die Proteste erst zum späten Nachmittag, so dass ich die Sehenswürdigkeiten rund um den Skanderbeg-Platz besichtigen konnte. Allerdings war um diese Zeit die Polizei schon überall präsent. Abends wurde es dann deutlich lebendiger und den ersten Wasserwerfereinsatz habe ich schon gesehen. Ich habe mich dann lieber mal aus der aufgeheizten Stimmung zurückgezogen.
    Die Fotos und Videos lasse ich kommentarlos so stehen.
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