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Mit der Suzuki zum Kap Tripiti

Mit dem Motorrad nach Griechenland zum südlichsten Punkt Europas auf die Insel Gavdos zum Kap Tripiti.
Die Rückfahrt führt über Albanien und die Balkanstaaten zurück nach Deutschland.
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    Stadt Sarajevo

    Durch die Dinarischen Alpen nach Sarajevo

    Yesterday in Bosnia and Herzegovina 🌙 12 °C

    Heute ging es von der Bucht von Kotor einmal quer durch die Dinarischen Alpen: über das Orjen-Massiv, karge Karstplateaus, den Čemerno-Pass auf rund 1.300 m und durch die Sutjeska-Schlucht hinunter ins Drina-Tal.
    Am Grenzübergang Vraćenovići–Deleuša kontrollieren Montenegro und Bosnien und Herzegowina gemeinsam an einer Station: ein Stopp, zwei Länder. Dahinter begrüßte mich ein Schild auf kyrillisch: „Willkommen in der Republik Srpska". Das Lesen der kyrillischen Schrift klappt selbst während der weiteren Fahrt immer noch erstaunlich gut.
    Seit dem Dayton-Abkommen von 1995 besteht das Land aus zwei Landesteilen, der serbisch geprägten Republika Srpska und der bosniakisch-kroatischen Föderation. Die Grenze dazwischen merkt man kurz vor Sarajevo nur daran, dass die Schilder plötzlich wieder lateinisch sind.
    Der Landesname hat damit übrigens nichts zu tun. Er geht auf zwei historische Regionen zurück: Bosnien im Norden, benannt nach dem Fluss Bosna, und die Herzegowina im kargen Süden, das „Land des Herzogs", nach einem Landesherrn aus dem 15. Jahrhundert, der sich so nannte. Bis zum Čemerno-Pass war ich in der Herzegowina unterwegs, danach in Bosnien.
    Sarajevo, mein heutiges Tagesziel, ist eine Stadt, in der Geschichte buchstäblich unter den Füßen liegt. An der Lateinerbrücke wurde 1914 Franz Ferdinand erschossen, was als Auslöser des Ersten Weltkriegs gilt .Ein paar Schritte weiter markiert eine Linie im Pflaster ("Meeting of Cultures") die Stelle, an der die österreichisch-ungarische Stadt in die osmanische übergeht. Westlich stehen Kathedralen und Prachtbauten, östlich beginnt die Baščaršija mit Moscheen, Kupferschmieden und dem Duft von Ćevapi (die übrigens mein Abendessen waren).
    Kaum noch zu erkennen sind die „Sarajevo-Rosen": Granateinschläge aus der Belagerung von 1992 bis 1996, die mit rotem Harz ausgefüllt wurden. Sie markieren Stellen, an denen Menschen ums Leben kamen. Fast vier Jahre lang war die Stadt eingeschlossen, über 11.000 Menschen starben. Der Krieg hat seine Spuren, wenn auch nicht mehr sehr deutlich sichtbar, hinterlassen.
    Dann ging es hinauf zur Gelben Festung. Von dort liegt die ganze Stadt im Talkessel unter einem, im Abendlicht leuchten die Minarette über dem Dunst, und am Hang darunter reihen sich die weißen Grabsteine.
    Zum Schluss gab es noch einmal einen kleinen Spaziergang durch die abendliche Altstadt.
    Da habe ich schon fast wieder vergessen, dass ich für 270 km fast 6 Stunden unterwegs war.
    Das Land hat übrigens als Währung die "konvertible Mark", die ein direktes Erbe der deutschen Mark ist. Sie hat genau den gleichen Wert wie die D-Mark früher: 1€ = 1,95583KM. Die Untereinheit heißt Feninga, abgeleitet vom Wort "Pfennig".
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  • Kotor - Stadt venezianischer Prägung

    October 22 in Montenegro ☁️ 18 °C

    Heute Morgen ging es weiter von Tirana nach Montenegro, genauer gesagt in die Nähe von Kotor.
    Das Wetter hat es gut mit mir gemeint. Es hat über Nacht in Tirana geregnet, gefahren bin ich im Trockenen, bei zwischenzeitlich 25 Grad Celsius.
    Zwei Sachen standen auf dem Plan: die Seilbahn hoch auf den Lovçen und der Besuch der Altstadt von Kotor.
    Die Seilbahn habe ich auch genutzt, nur bin ich auf knapp 1400 Metern Höhe in einer Wolke angekommen, somit war der Blick in die Bucht von Kotor und in den Fjord von Kotor verwehrt.
    Danach ging es weiter in die Altstadt von Kotor, seit 1979 UNESCO-Welterbe. Fast 400 Jahre lang herrschte hier Venedig, und das sieht man bis heute: enge Gassen, kleine Plätze, der Markuslöwe über den Toren. Die Stadtmauern sind rund 4,5 km lang und ziehen sich im Zickzack den Berg hinauf bis zur Festung San Giovanni.
    Und dann sind da noch die Katzen. Sie sind überall, liegen auf Mauern, Stufen, Tischen , Brunnen, Mopeds... und werden von den Bewohnern versorgt. Früher hielten sie auf den Handelsschiffen die Ratten fern, heute sind sie das inoffizielle Wahrzeichen der Stadt. Es gibt sogar ein kleines Katzenmuseum, dessen Eintritt den Straßenkatzen zugutekommt. Das musste ich natürlich sehen!
    Zum Abschluss der Blick hinauf: Nach Sonnenuntergang sind die Mauern beleuchtet und ziehen sich wie eine Lichterkette den Berg hinauf.
    Auch hier denke ich: eine wirklich schöne kleine Altstadt, aber zum einen durch Kreuzfahrtschiffe überlaufen und im Sommer von Touristen überflutet. Ich vermute, dann kollabiert die Stadt. Die Infrastruktur der Stadt kann den Ansturm an Fahrzeugen und Kreuzfahrtschiffen gar nicht kompensieren. Das war heute in der Nebensaison schon teilweise grenzwertig.
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  • Tirana 2: das politische Tirana

    October 21 in Albania 🌧 19 °C

    Mein eintägiger Tirana-Besuch fällt mitten in eine aufregende Zeit und ich wusste noch nicht so richtig, was mich erwartet.
    Seit gut einer Woche gehen in der Hauptstadt vor allem Schüler und Studierende auf die Straße. Sie protestieren gegen schlechte Studienbedingungen, steigende Studiengebühren und fehlende Perspektiven, gegen Korruption und für den Rücktritt von Premierminister Edi Rama.
    Die Proteste haben eine längere Vorgeschichte. Schon seit Mai gibt es die sogenannte „Flamingo-Revolution“, eine Protestbewegung, die monatelang jeden Abend friedlich demonstriert hat. Auslöser war unter anderem ein Korruptionsskandal um Vergaben öffentlicher Aufträge. Mitte Oktober ist die Lage dann eskaliert. Seitdem kommt es im Zentrum fast täglich zu Zusammenstößen mit der Polizei, mit Tränengas und Wasserwerfern.
    Die Regierung spricht von einem gewaltsamen Umsturzversuch. Viele Beobachter sehen dagegen eine weitgehend spontane, von jungen Leuten getragene Bewegung, die sich über soziale Medien organisiert.
    Die Nachwehen und Vorboten der Proteste habe ich gesehen. Günstigerweise formierten sich die Proteste erst zum späten Nachmittag, so dass ich die Sehenswürdigkeiten rund um den Skanderbeg-Platz besichtigen konnte. Allerdings war um diese Zeit die Polizei schon überall präsent. Abends wurde es dann deutlich lebendiger und den ersten Wasserwerfereinsatz habe ich schon gesehen. Ich habe mich dann lieber mal aus der aufgeheizten Stimmung zurückgezogen.
    Die Fotos und Videos lasse ich kommentarlos so stehen.
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  • Tirana 1: das touristische Tirana

    October 21 in Albania 🌧 19 °C

    Wenn man Tirana touristisch durchstreift, beginnt man wahrscheinlich am Skanderbegplatz. Skanderbeg ist der Name des albanischen Nationalhelden, dessen Denkmal auch auf diesem Platz zu sehen ist. Er lebte im 15. Jahrhundert und wehrte sich viele Jahre erfolgreich gegen die osmanischen Angriffe. Seine Flagge mit dem schwarzen Doppeladler auf rotem Grund ist heute auch die Nationalflagge Albaniens.
    Das große Mosaik mit der Geschichte Albaniens am Eingang des Nationalmuseums, die verschiedenen Reliefs und auch Skulpturen aus der sozialistischen Zeit sind nach wie vor in der Stadt präsent. Dennoch macht sich Tirana auf, eine moderne Stadt zu werden. Auf der anderen Seite kämpft das Land mit einer extrem starken Korruption, was auch die Beitrittsverhandlungen zur EU deutlich erschwert.
    Tirana hat seine Sehenswürdigkeiten, wie zum Beispiel die Moscheen oder den Skanderbegplatz. Dennoch würde ich Tirana nicht als attraktive Stadt bezeichnen.
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  • Gjirokaster - die Stadt aus Stein

    October 20 in Albania 🌙 18 °C

    Die Stadt wird nicht umsonst so genannt, denn viele der Häuser haben Dächer, die mit grauem Kalkstein gedeckt sind. Seit 2005 steht die Stadt auf der UNESCO-Welterbeliste. Entscheidend für das heutige Aussehen war die Eroberung durch das Osmanische Reich 1419. Dennoch sucht man fast vergebens nach Moscheen, denn es existieren in Gjirokaster gerade einmal noch zwei Moscheen. Enver Hoxha, geboren in Gjirokaster und bis 1985 Staatsoberhaupt des sozialistischen Albaniens, ließ zwölf Moscheen abreißen. Sein Ansinnen war, Albanien quasi zum ersten atheistischen Staat der Welt zu formieren. Nach seinem Tod und in den Jahren danach mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Regimes haben sich die Religionen neu formiert, sodass inzwischen ungefähr 60 % der Bevölkerung muslimisch sind und noch einmal knapp 20 % dem katholischen und orthodoxen Christentum angehören.
    Die Festung in Gjirokaster ist weithin zu sehen und ist im Gegensatz zu vielen weiteren albanischen Festungen nicht bewohnt. Sie wurde im letzten Jahrhundert sogar 40 Jahre lang als Gefängnis genutzt. Sichtbar wird, dass Albanien intensiv in den Ersten und Zweiten Weltkrieg involviert war. Auf dem Gelände findet man Kriegsbeute aus dem Zweiten Weltkrieg, vorrangig deutscher und italienischer Herkunft. So viel zum kurzen Geschichtsunterricht.
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  • Gjirokaster - eine der ältesten osmanischen Städte

    October 19 in Albania ☀️ 22 °C

    Nach der Fährankunft heute am Morgen, kurz vor 7:00 Uhr in Piräus, habe ich mich dann bei Dunkelheit in den morgendlichen Verkehr von Athen begeben. Was eine sehr spannende Erfahrung war, auf einer dreispurigen Stadtautobahn und mit Stau aus dieser Stadt wieder herauszukommen.
    Ich war froh, schnell aus der Stadt wieder heraus zu sein, denn ich hatte eine lange Fahrt mit ungefähr 500 km vor mir, vom Südosten Zentralgriechenlands bis in den Nordwesten, um dann am Grenzübergang Kakavia über die Grenze nach Albanien zu gelangen.
    Nach ungefähr 8 Stunden Fahrt mit Pausen und zahlreichen Stopps an Mautstellen auf den griechischen Autobahnen kam ich bei 23 Grad und Sonnenschein in Gjirokaster an. Erstaunlicherweise war ich nach der langen Fahrt tatsächlich in der Lage, nach dem Absteigen aufrecht zu stehen und Arme und Beine koordiniert zu bewegen.
    Nach einer kurzen Verschnaufpause habe ich gleich einen Erkundungsspaziergang durch die Stadt unternommen und den Spaziergang mit einem traditionellen albanischen Essen ausklingen lassen.
    Morgen erkunde ich die Stadt noch etwas intensiver.
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  • von der Südküste zur Nordküste Kretas

    October 18 in Greece 🌙 17 °C

    Heute war also die Fahrt von Hora Sfakion nach Heraklion angesagt. Dabei bin ich durch die Lefka Ori, die Weißen Berge, gefahren, vorbei an der Imbros-Schlucht und über die Hochebene von Askyfou. Insgesamt eine extrem serpentinenreiche Strecke, die sich aber dafür mit dem Motorrad sehr kurzweilig fährt. Abwechslung hatte ich auf der Strecke außerdem dadurch, dass regelmäßig Ziegen und Schafe, ohne nach links und rechts zu schauen, die Straße gequert haben.
    Bei manchen Motorradfahrern, die mich überholt haben, dachte ich schon, dass das nach einem geplanten Suizidversuch aussah.
    Da ich schon zeitig in Heraklion ankam, hatte ich auch noch Zeit für einen Stadtbummel durch die Altstadt von Heraklion.
    Dann habe ich auf der Asterion II eingecheckt, und während ich hier auf dem Außendeck der Fähre sitze, beobachte ich, wie der Abend über Heraklion einbricht.
    21:00 Uhr soll die Fähre ablegen und morgen um 6:40 Uhr werden wir in Piräus eintreffen. Wenn alles planmäßig läuft, bin ich morgen Nachmittag in Albanien.
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  • die bewegende Rückfahrt nach Kreta

    October 17 in Greece 🌙 16 °C

    Die Rückfahrt mit der Fähre war übrigens sehr bewegend, auch für den Mageninhalt einer Mitreisenden, die das auf dem Oberdeck den anderen Passagieren in diversen Farben und unterschiedlichen Konsistenzen zeigen musste.
    Mit einer Tüte Chips in der Hand habe ich zumindest den Geräuschen der Dame gelauscht.
    Und ich konnte an Bord der Fähre wieder einen schönen Sonnenuntergang genießen.
    Heute Abend gab es in einer schönen Taverne in Hora Sfakion, einem kleinen Fischerdorf, Knoblauchbrot und gegrillten Oktopus, bevor es morgen mit dem Motorrad nach Heraklion geht. Die Fähre startet morgen um 21 Uhr wieder Richtung Piräus und damit auf das griechische Festland.
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  • Am Ziel: Kap Tripiti - die Südspitze Europas

    October 17 in Greece 🌬 20 °C

    Ungefähr 20 Minuten vor Sonnenaufgang bin ich aufgebrochen und habe darauf gehofft, einen schönen Sonnenaufgang zu sehen. Das Wetter stellte sich auch entsprechend ein, nachdem es in der Nacht heftig geregnet hatte.
    1,5 Stunden, 6 km und 3 Schluchten später bin ich am Kap angekommen. Der Weg ist aufgrund seiner Beschaffenheit und seiner vielen Höhenmeter schon eine ganz schöne Herausforderung und deshalb wahrscheinlich auch nicht so touristisch überlaufen. Ich habe auf dem Hin- und Rückweg keinen einzigen anderen Wanderer gesehen. Somit hatte ich auch die Zeit am Kap ganz für mich allein.
    Ungefähr 19.000 Schritte und 4,5 Stunden später war ich wieder an meiner Unterkunft und habe mich kurze Zeit später wieder nach Karave begeben, damit ich im wahrsten Sinne des Wortes meine Rückreise beginnen kann.
    Der Name Kap Tripiti kommt vom griechischen „tripa“ (Loch), wegen der drei Felsbögen, die ins Meer reichen.
    Und Kap Tripiti ist der geographisch südlichste Punkt Europas .bei 34° 48' N.
    Und zur Einordnung: Zypern gehört geographisch zu Asien, die Kanaren und Madeira gehören geographisch zu Afrika. Und Überseeinseln gehören auch nur politisch zu Europa. Heißt also: alles Europäische, was sudlicher liegt, gehört nur politisch dazu.
    Vom Nordkap bis zum Kap Tripiti sind es übrigens Luftlinie ca. 4000 km.
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  • Pünktlich um 8:30 Uhr und bei schönstem Sonnenschein legte die erste der beiden Fähren Richtung Gavdos ab. In Agia Roumeli bin ich dann auf die Fähre Samaria I umgestiegen, und von da aus nahmen wir direkten Kurs auf Karave, den Hafen von Gavdos.
    Nach einer kurzen Fahrt an Land habe ich meine heutige Unterkunft erreicht und bin jetzt nur noch eine Nacht und eine Wanderung von 6 km von meinem Hauptreiseziel meiner Tour, dem südlichsten Punkt des geografischen Europas, entfernt.
    Den verbleibenden Nachmittag habe ich am Korfos-Strand ausklingen lassen und sitze nun auf der Terrasse meines Ferienhauses, mit Blick auf Palmen und das libysche Meer.
    Auf Gavdos leben ganzjährig nur knapp 150 Einwohner und es verirren sich pro Jahr auch nur maximal 3.500 Touristen hierher und jetzt im Herbst ohnehin noch weniger. Es geht auf der Insel sehr ruhig und beschaulich zu. Was für eine angenehme Stille: keine Autos, keine Menschenmengen, einfach nur Stille, genauso wie vorhin am Strand, an den sich nur insgesamt sieben Personen verirrt haben.
    So fühlt sich Ankommen an. Ruhe, Sonne und Meeresrauschen.
    Morgen kurz vor Sonnenaufgang starte ich dann meine Wanderung zum Kap Tripiti.
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  • Planänderung mit 2 Worten: "No boat!"

    October 15 in Greece 🌬 19 °C

    Der Hotelchef hat heute am Morgen gegen 7 Uhr beim Hafenmeister angerufen und ein kurzes Telefonat geführt. Danach bewegte er seinen rechten Zeigefinger wie ein Metronom vor meinem Gesicht hin und her und kommentierte das mit den zwei Worten, die meine weitere Planung über den Haufen werfen sollte: "No boat!" Damit war klar: die Insel Gavdos fällt heute aus. Im Reisebüro bekam ich noch folgende motivierende Info: Bei einer Fährüberfahrt morgen hätte ich nur eine halbe Stunde Aufenthalt auf Gavdos. Jetzt gab es drei Möglichkeiten:
    1. Ich bleibe auf Kreta und fahre nach Chora Sfakion.
    2. Ich besuche Gavdos und war auf der südlichsten Insel Europas oder
    3. Ich fahre morgen nach Gavdos, übernachte dort und plane die weiteren Hotelübernachtungen und die Fähre von Heraklion zurück nach Piräus um.
    4 Hotelbuchungen und eine Änderung der Fährverbindung später war klar: es wird Option 3. Damit wird aus geplanten zwei Tagen in Tirana nun nur noch ein Tag.
    Also noch ein Tag in Paleochora. Und meine kleine Rundfahrt an die Westküste Kretas habe ich auf Grund des Regens abgebrochen. Zum Glück zeigte sich die Sonne dann doch noch am Nachmittag und ich konnte den Abend mit einem schönen Sonnenuntergang ausklingen lassen.
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  • Paleochora - nah dran und doch so weit weg

    October 14 in Greece 🌧 19 °C

    Nach der Fährüberfahrt nach Kreta und Ankunft um 6:15 Uhr am Morgen ging es dann bei Dunkelheit und Regen von Chania im Norden Kretas Richtung Süden an den südwestlichen Zipfel nach Paleochora. Dieser Ort ist bewusst ausgewählt, weil ab hier die Fähre auf die Insel Gavdos fahren soll. Die Griechen nennen diesen 2000-Einwohner-Ort Paleochora übrigens liebevoll "die Braut des Libyschen Meeres".
    Die Tickets für die Fähre nach Gavdos hätte ich mir schon gern heute organisiert, aber im Reisebüro vor Ort sagte man mir, dass ich erst morgen früh um 7:00 im Hafen nachfragen kann, ob die Fähre auf Grund der Wetterbedingungen überhaupt fahren wird. Abfahrt wäre dann 8:30 Uhr.
    Ich bin also so nah dran am Kap Tripiti und dennoch so weit weg.
    Hieß also, sich den ganzen Tag gedulden. War genau mein Ding.
    Und da sich das Wetter vor Ort besser entwickelte als angekündigt, musste ich also notgedrungen die Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang bei Sonne und einer frischen Brise, mit den Füßen im Libyschen Meer und einem Eis in der Hand nutzen.
    Und am Nachmittag hat sich dann überraschenderweise wieder einmal Regen angekündigt, der bis jetzt in den Abend anhält.
    Dass Zeus als Wettergott mir wieder Regen sendet, wird seine Gründe haben. Ich sollte morgen früh noch einmal das Orakel befragen, was die nächsten Tage bringen werden.
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  • Blitz und Donner auf der Akropolis

    October 13 in Greece 🌧 18 °C

    Der erste Teil meiner Stadtbesichtigung fand noch im Trockenen statt. Und diese hat sich einerseits dadurch verzögert, dass ich andauernd Katzen streicheln und immer wieder Zeugen Jehovas ausweichen musste. Pünktlich um 13:00 Uhr, mit dem Betreten des Akropolis-Geländes, begann es zu regnen. Das wurde dann während der Besichtigung oben auf dem Berg auch mit Blitz und Donner begleitet. Das Parthenon und auch die anderen Tempel auf dem Akropolis-Berg zu sehen, war schon beeindruckend genug. Wenn das Ganze dann noch mit Blitz und Donner begleitet wird, bekommt es noch einmal etwas Mystisches. War bestimmt ein Gruß der Götter.
    Der Regen wird für die nächsten 1,5 Tage mein Dauerbegleiter, Ein Fährhafen auf meiner heutigen Überfahrt nach Kreta wird aufgrund des Wetters schon gar nicht mehr angefahren, und auf Kreta soll es morgen auch den ganzen Tag in Strömen regnen. Zum Glück ist die Strecke von Chania nach Paleochora nicht so weit, und mit dem Hotel habe ich bereits einen früheren Check-in vereinbart, da meine Fähre bereits um 6:15 Uhr in Chania ankommt.
    Mal sehen, wie sich das Wetter entwickelt und ob am Tag darauf eine Überfahrt von Kreta nach Gavdos überhaupt möglich ist. Seien mir Zeus und Apollon gewogen!
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  • Das Orakel von Delphi

    October 12 in Greece ☁️ 22 °C

    Diesen Footprint erstelle ich direkt am Fuße der Akropolis auf dem Areopagfelsen. Denn hier sitze ich mit anderen Schaulustigen und schaue mir den Sonnenuntergang über Athen an. Doch beginnen wir den Tag von vorn.
    Der erste Teil des Tages bestand darin, das archäologische Museum und die Ausgrabungsstätten von Delphi anzuschauen. Allein diese Eindrücke reichen für einen einzigen Footprint und mindestens zwei A4-Seiten voll Begleittext zur Geschichte von Delphi. Hier die Kurzform:

    Delphi galt den Griechen als "Nabel der Welt". Der Sage nach tötete Apollon dort die Schlange Python und übernahm das Heiligtum.
    Im Apollontempel verkündete die "Pythia", eine Priesterin in Trance, die Antworten des Gottes. Sie war also das sagenumwobene Orakel.
    Priester formten daraus oft doppeldeutige Sprüche. Vom 8. bis 4. Jh. v. Chr. holten Könige und Stadtstaaten hier Rat vor Kriegen und Koloniegründungen.
    Berühmt ist die Weissagung an Krösus: Greife er Persien an, werde er ein großes Reich zerstören. Es war sein eigenes. Am Tempel stand „Erkenne dich selbst“. Ende des 4. Jh. n. Chr. ließ Kaiser Theodosius das Orakel schließen, heute ist Delphi UNESCO-Welterbe.

    Danach habe ich meine Fahrt fortgesetzt. Das Ziel heute war Piräus. Da ich morgen ab Piräus mit der Fähre nach Kreta fahre, habe ich mich mit der Metro ab Piräus schon einmal auf einen ersten Abstecher nach Athen gemacht. Morgen werde ich mir bei Regen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten anschauen, unter anderem auch die Akropolis.
    So viel griechische Mythologie an einem Tag. Übrigens habe ich heute früh in Delphi auch das Orakel befragt. Es prophezeite mir für heute Folgendes:

    „Wer heute den Berg verlässt, dem öffnet sich ein großes Reich. Doch ob es das eigene ist oder ein fremdes, verrät dir erst der Abend." Jetzt ist es Abend. Bin aber immer noch nicht schlauer.
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  • Ins Landesinnere von Griechenland

    October 11 in Greece ⛅ 15 °C

    Nachdem die Fähre gegen 14 Uhr in Igoumenitsa angelegt hat, begann meine Fahrt ins Landesinnere. Der Wetterbericht kündigte heftigen Regen für ungefähr die Hälfte der Fahrt an. Glücklicherweise haben mich unterwegs nur zwei Schauer erwischt. Da ich fast die gesamte Zeit mit Regensachen fuhr und unterwegs bis zu 25° waren, habe ich mir unter meiner Regenkleidung meine eigene Saunalandschaft geschaffen.
    Ziel war Delphi, da ich mir die Ausgrabungsstätte und das Archäologische Museum anschauen möchte. Das wird morgen früh mein erster Programmpunkt sein, bevor es dann weiter nach Piräus geht. In Delphi kam ich schon bei einbrechender Dunkelheit an und lasse nun den Abend in einer griechischen Taverne ausklingen.
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  • 0 Meter - 730 Meter - 0 Meter Meereshöhe

    October 10 in Italy 🌧 18 °C

    Von Gabbice Mare aus bin ich heute früh nach San Marino gefahren, um mir das drittkleinste Land Europas anzuschauen, insbesondere die berühmte Altstadt. San Marino hat übrigens eine Fläche, die kleiner ist als Bautzen, und San Marino hat auch weniger Einwohner als Bautzen, und zwar ungefähr 34.000 Einwohner. Die drei Türme in der Altstadt, die alle drei auf dem Monte Titano gebaut wurden, gehören übrigens seit 2008 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
    Die Altstadt strotzt vor geschichtsträchtigen Gebäuden und ist wahrscheinlich nur wie jetzt im Herbst so attraktiv, wenn sich nicht Menschenmassen durch die engen Gassen und Straßen drängen.
    Die Burg Guaita auf 730 Metern Höhe habe ich mir im Inneren angeschaut. Und allein der Blick vom Turm in den unteren Teil von San Marino und auf die zweite Burg Cesta ist das Geld für den Marino-Pass wert.
    Dann ging es zurück nach Gabicce Mare zum Gepäck aufladen und weiter nach Ancona, wo heute Abend die Fähre nach Griechenland, genauer gesagt nach Igoumenitsa, ablegt.
    Am Nachmittag begann es sich hier einzuregnen, sodass ich mich schon auf meine Kabine und trockenen Sachen gefreut habe. So klein können die Freuden sein.
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  • Vom See ans Meer

    October 9 in Italy ☁️ 22 °C

    Heute stand die Weiterfahrt vom Gardasee an die Adria an. Ich glaube, so viele Kreisverkehre wie ich heute durchfahren habe, habe ich noch auf keiner anderen Motorradetappe erlebt. Ich bin bald durchgedreht. Besonders spannend wurde es dann, wenn die Kreisverkehre 3- bis 4-spurig wurden.
    Und noch eine Entdeckung habe ich heute während der Fahrt bei italienischen Autofahrern gemacht. Fast alle italienischen Autofahrer halten sich an die vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzungen, insbesondere in Baustellenbereichen. Dabei gibt es eine Besonderheit: Die vorgegebene Höchstgeschwindigkeit wird von den Italienern mit 2,5 multipliziert, und das ist dann die entsprechende Richtgeschwindigkeit im Baustellenbereich. Wenn ich tatsächlich in den Baustellen 30 oder 40 km/h gefahren wäre, wäre ich wahrscheinlich von einem LKW von der Straße abgedrängt worden, quasi als störendes Verkehrshindernis.
    Mein heutiger Ankunftsort ist Gabicce Mare, ein kleiner Touristenort 20 km von Rimini entfernt. Da ich außerhalb der klassischen Urlaubssaison hier ankam, wirkt der Ort verwaist und fast leblos. Fast alle touristischen Angebote, viele Hotels und auch viele Restaurants haben bereits saisonbedingt geschlossen. Das hat allerdings den Vorteil, dass man den Strand und die Hafenpromenade nur mit wenigen Einheimischen und Touristen teilt. Ansonsten ist Gabicce Mare ein sehr attraktiver Ort, insbesondere, wenn man am breiten Sandstrand entlangläuft und aufs Meer schaut, man darf bloß nicht den Blick in die entgegengesetzte Richtung der Hotel- und Bettenburgen drehen.
    Aber die Pizza im Al Mazzini war lecker.
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  • Wasser marsch!

    October 8 in Italy ⛅ 19 °C

    Ich hatte ja heute die geniale Idee, über den Reschenpass nach Italien zu fahren. Die Idee an sich war auch nicht schlecht, nur dass es eine Umleitung gab, um auf den Reschenpass zu kommen. Das bedeutete, eine extrem serpentinenreiche Strecke zu bewältigen, was an sich für Motorradfahrer ja sehr attraktiv ist. Nur wenn sich auf dieser Straße LKWs, Busse, Wohnmobile und Pkws bewegen, dann kann man sich ungefähr vorstellen, mit welcher Geschwindigkeit die Spitzkehren gefahren wurden. Hinzu kam, dass meine heutige 7-stündige Fahrt mindestens 4 Stunden im strömenden Regen stattfand. Dazu gehörte das Hinauffahren zum Reschenpass und auch die Abfahrt dazu. Zwischendrin hat es immer wieder mal aufgehört zu regnen, aber das waren nur die kurzen Abschnitte in den Tunneln. Erst hinter Meran hörte der Regen endgültig auf.
    Ab Meran ging es dann entspannt und zügig weiter bis zum heutigen Etappenziel Lazise, einer der hübschesten Altstädte am Gardasee am Südostufer des Sees.
    Es hat sich weder bei der Fahrt durch den Ort noch später dann beim Spaziergang durch den Ort so angefühlt, als ob ich in Italien wäre, denn der Ort ist nach wie vor von Deutschen überflutet. Jetzt im Oktober ist die Anzahl an Touristen überschaubar. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was im Sommer hier los ist.
    Und zum krönenden Abschluss des Tages gab es noch eine original italienische Pizza.
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  • Was für Glocken!

    October 7 in Germany ☁️ 15 °C

    Heute ging es also weiter von Bayreuth bis an den Fuß der Zugspitze nach Garmisch-Partenkirchen. Da ich am frühen Nachmittag ankam, war noch ausreichend Zeit, Garmisch-Partenkirchen zu erkunden.
    Die Orte Garmisch und Partenkirchen wurden übrigens kurz vor den Olympischen Winterspielen 1936 zwangsvereinigt, und der Ort lebt natürlich von seiner genialen Lage und auch von seinem Wintersport. So habe ich mir also auch das Olympiastadion angesehen und bin auch auf den Spuren von Laura Dahlmeier gewandelt.
    So hatte ich heute einen schönen sonnigen Nachmittag in Partenkirchen, lasse jetzt den Abend ausklingen und plane nun meine Route zum Gardasee.
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  • Das Abenteuer beginnt: die erste Etappe

    October 6 in Germany ☀️ 21 °C

    So, nun begann heute meine Reise zum südlichsten Punkt Europas mit der ersten Etappe, und diese erste Etappe führte mich heute nach Bayreuth. Da ich diese Etappe erst am Nachmittag begann, bin ich erst kurz nach Einbruch der Dunkelheit in Bayreuth angekommen, sodass ich den Abend einfach in Ruhe ausklingen lassen konnte. Morgen geht es nach ausreichend Nachtschlaf und einem ausgedehnten Frühstück oder einem ausgedehnten Nachtschlaf und ausreichend Frühstück auf die nächste Etappe nach Garmisch-Partenkirchen. Dort werde ich noch das schöne Wetter genießen, bevor es dann in der Nacht umschlägt und ich am Tag darauf feucht-fröhlich in Richtung Italien starten werde .
    Die vier Nächte davor, die wir in Frankreich verbracht haben, waren ja nicht gerade so erholsam, und die 2.800 km nach Ernée und zurück und das gesamte Rennwochenende beim MXoN haben doch etwas an unseren Kräften gezehrt.
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    Trip start
    October 6, 2026