• Gehsteigalm - Wildgrat - Erlanger Hütte

    9. august 2025, Østrig ⋅ ☀️ 20 °C

    Heute geht es wieder auf Hüttentour!Unfassbarerweise haben wir genau so ein Kaiserwetter wie vor 3 Jahren, als wir in Schladming auf Hüttentour waren.
    Nach der üblichen Last-Minute-Packerei stehen wir pünktlich auf dem Hof des Hüttentaxi-Unternehmens, welches uns bei den prognostizierten 30°C die ersten 900 Höhenmeter abnehmen wird. Zusammen mit drei unaufhörlich schwatzenden Erlanger Damen fährt uns ein Minibus einen wirklich abenteuerlichen, serpentinigen Forstweg fast eine Stunde bergauf zur Gehsteigalm.
    Von hier geht es in der prallen Sonne auf kleinen Pfaden den Hang empor, nirgendwo ist Schatten, es ist wirklich brennig! Bis auf die Erlanger Damen, die wir bald hinter uns lassen, ist aber keine Menschenseele unterwegs und es herrscht die vollkommene Ruhe der Berge, nur unterbrochen von gelegentlichen Vogelrufen und Murmeltierpfiffen.
    Leider geht es Lea gar nicht gut, ihr ist übel und sie klagt über Magenschmerzen. Also tragen Felix und ich abwechselnd ihren Rucksack zusätzlich zum eigenen Gepäck, mehrfach glaubt sie sich übergeben zu müssen, aber es kommt nichts. Armes Mäuschen! Nach einer längeren Pause, etwas Ablenkung und dem Knabbern einer Karotte geht es ihr dann aber auch schnell besser, bevor ernsthafte Zweifel am Unternehmen aufkommen können.
    Nachdem wir uns so 600 Höhenmeter den Hang emporgekämpft haben, biegen wir unterhalb des Kreuzjöchles ab auf eine Traverse, die in langem Bogen immer eben am Hang entlangzieht bis zur Erlanger Hütte, die wir schon gegen Mittag erreichen. Die Sichtung mehrerer Schafe und Lämmer sorgt für äußerst vergnügte Kinder, und der äußerst süße Hüttenhund sowie das Erkunden unseres schönen Zimmers für die Nacht sorgt für noch mehr Freude.
    Nach einem Getränk ziehen wir mit kleinerem Gepäck hinauf zum Wettersee, picknicken dort und nehmen ein äußerst erfrischendes Bad.
    Da es noch früh am Tag ist, verfallen wir auf die fatale Idee, wir könnten ja noch auf den nahe gelegenen Wildgrat steigen, quasi den Hausberg der Erlanger Hütte. Wir umrunden den See und steigen über endlose Geröllfelder bergauf. Es ist so heiß!
    Nach etwa einer Stunde endet das, was man landläufig als Pfad bezeichnen würde und wir klettern relativ abenteuerlich steil über schottrige Felsen empor - jetzt bloß keinen Fehltritt und bloß nicht nach unten gucken! 🙈 Der Gedanke an den Rückweg treibt mir regelrecht den Angstschweiß ins Gesicht und auch oben auf dem Gipfel (auf 2971m) wo in alle Richtungen der Fels steil abfällt, hat man zwar einen wahnsinnig tollen 360° Rundumblick, aber braucht auch entschieden mehr Schwindelfreiheit, als ich besitze. Entspannen kann man hier oben nicht wirklich, also drehen wir nach dem obligatorischen Gipfelfoto gleich wieder um und kriechen mit klopfendem Herzen im Krebsgang millimeterweise wieder nach unten. Völlig unverständlich, warum es hier keinerlei Seilsicherung gibt 🤨
    Sicher zurück auf den Geröllfeldern laufen wir erleichtert zügiger bergab und springen zum Abschluss der Tour noch mal in den herrlichen See.
    Den frühen Abend verbringen wir chillend im warmen Abendlicht in Liegestühlen vor der Hütte.
    Zum Abendessen gibt es ein Drei-Gang-Menü, bestehend aus Nudelsuppe, dem berühmten butterzarten Steinbockragout der Erlanger Hütte mit Rotkohl und Kartoffelbrei sowie Pudding zum Nachtisch. Lea verweigert dieses kategorisch aus Sternzeichengründen, aber die Kinder halten sich eh lieber an das Bergsteigeressen (Nudeln mit Bolognesesoße). Zwischendurch gibt es Würfelspiel und Uno, aber zum Ende hin haben alle schon reichlich glasige Augen und sind durch die Strapazen des Tages ziemlich fertig.
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