• Ludwigsburger Hütte - Jerzens/Pitztal

    11 augusti 2025, österrike ⋅ ☀️ 27 °C

    Die Nacht war eher suboptimal, da unser Lager unter dem Dach der Ludwigsburger Hütte ungefähr 30°C Raumtemperatur hatte und Lüften mit Schlafen nicht zu vereinbaren war, weil direkt unter unserem Fenster die Westterrasse der Hütte lag, wo eine größere Gruppe sehr lautstark gezecht hat. Erst nachdem Felix um 22 Uhr unten war um auf die Hüttenruhe hinzuweisen, wurde es ruhiger. So fiel der frühe Start umso schwerer, da wir aufgrund der abartigen Temperaturen den Anstieg zum Gipfel des Hohen Gemeindekopfes noch in der Morgenkühle schaffen wollen. Um 07:30 Uhr sind wir aber planmäßig auf der Piste, die Bergkulisse ist wieder traumhaft, und wir stehen so früh am Morgen über den Wolken, die noch überm Pitztal hängen. Der Weg schraubt sich am noch schattigen Südwesthang empor über wunderschöne Almenwiesen, wir treffen eine Gruppe Pferde, von denen eines sehr zutraulich ist (andere würden vielleicht aufdringlich sagen) und mit den Resten eines Apfelgriebschs gefüttert wird. Irgendwann kommt die Sonne doch rum, aber da haben wir schon etwa 500 Höhenmeter geschafft und die restlichen 350 Höhenmeter laufen sich dann auch erstaunlich gut weg. Immer wieder bieten sich fantastische Ausblicke ins Pitztal und später dann bis ins Inntal hinein.
    Um kurz vor 10 Uhr erreichen wir in aufgeräumter Stimmung das Gipfelkreuz. Unter uns sehen wir schon den türkis schimmernden Kugleter See, so dass wir uns nach einem schnellen Gipfelkeks an den Abstieg über ein ziemlich mieses Geröllfeld machen. Am See heißt es nur noch Klamotten aus und rein ins kalte Nass! Es ist wie immer herrlich erfrischend und als wir alle blaugeforeren sind, lassen wir uns auf den Felsen am Ufer von der Sonne wärmen und picknicken unsere Reste. Ach wie ist es herrlich hier!
    Einige in der Nähe grasende Schafe kommen mit großem Interesse den Brotboxen aufdringlich nahe und lasen sich nur recht mühevoll mit Hilfe der Wanderstöcke wieder vertreiben.
    Als wir uns wieder aufraffen, geht es bergab und unerbittlich rückt die Zivilisation näher, wir treffen am Großsee vermehrt auf Menschen und schlagen den Weg auf eine lange Traverse ein, die in der Gluthitze zur echten Belastungsprobe wird. Immerhin duftet es hier angenehm nach Zirbe. Der letzte kleine Anstieg über den finalen Kamm bringt die Kinder fast zu Tränen vor Erschöpfung und Hitze, aber da sehen wir auch schon die Mittelstation der Seilbahn und laufen auf ein erschreckendes Ungetüm aus Skiliften, Mountainbikern, Go-Kart-Fahrern, Riesenrestaurant, Touristenrummel und Spielplatz zu. Wir fühlen uns hier total fremd, lassen uns aber trotzdem ermattet in den Schatten fallen für ein Eis und ein kühles Getränk, bevor wir die Hochzeigerseilbahn bergab nehmen.
    Hier warten wir in der Gluthitze auf den Bus, der uns nach Jerzens fährt - von hier aus nimmt Felix den Bus zurück in Richtung Ötztal, wo ja noch das Auto steht; Lea, Nele und ich müssen noch 30 min schmoren, bevor unser Bus taleinwärts endlich kommt. Nele muss sich im Bus übergeben, zum Glück haben wir schnell eine Tüte parat. Wir steigen in Stillebach aus, wo es einen kleinen Naturbadeteich gibt, den wir verschwitzt und überhitzt sofort entern. Anschließend geht es uns deutlich besser, wir kaufen noch eine Waffel für die Kinder, die sie mit großer Freude verzehren, gehen nochmal ins Wasser und lassen uns anschließend von Felix einsammeln.
    Ein paar Kilometer weiter liegt unser ziemlich schickes Hotel, man empfängt uns ein wenig unterkühlt, aber das kann auch an den dreckigen Wandersachen und den Badelatschen liegen, in denen wir hier aufkreuzen ("Der Doktor aus Berlin...").😅
    Unser Zimmer ist aber sehr schön und nach ausgiebiger Dusche und Haarwäsche schmeißen wir uns in Schale fürs Helbpensions-Abendessen. Es gibt ein ausgedehntes Salat-und Vorspeisenbuffet, zwei verschiedene Suppen sowie als Hauptspeise Zander mit Safranrisotto oder Schweine-und Rinderfilet mit Herzoginnenkartoffeln; die Kinder streiken schon vor dem Nachtisch (Eis bzw. Raffaelomousse), das Käsebuffet lassen wir dann auch weg. So werden wir die durch die Hüttentour abtrainierten Kilos auf jeden Fall bald wieder drauf haben 🤣
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