• Covadonga

    Yesterday in Spain ⋅ ☁️ 19 °C

    Heute stehen die berühmten Lagos de Covadonga auf dem Programm, da fährt ja wahrscheinlich jeder Asturientourist hin.
    Leider darf die Straße hinauf von Privatverkehr inzwischen gar nicht mehr befahren werden, weshalb wir schon letzte Woche die Tickets für einen der heißbegehrten Shuttlebusse buchen mussten – mit meinen unfehlbaren Spürsinn für Schlechtwettertage haben wir so ungefähr den wettermäßigen Tiefpunkt der Woche abgegriffen 🙈
    Wir fahren kurz nach 7 Uhr los zum Parkplatz El Repelao kurz vor Covadonga, wo es zum Glück noch leer ist. Hier schnüren wir die Wanderschuhe und entern pünktlich 08:10 Uhr den Bus, der uns in sehr sehr vielen Kurven auf sehr sehr engen Straßen in die Wolkensuppe hineinfährt. Oben sieht man wirklich exakt gar nichts außer Nebel und erschreckend große Touristenhorden, die zu dieser Zeit schon hier oben sind - wo kommen die nur alle her?
    Wir betreiben eine Zeitlang das System Immer-den-Weg-nehmen-wo-weniger-Leute-sind und landen so auch auf der anvisierten, ca. dreistündigen Wanderroute zu den alten Almen Belbin und Las Bobias.
    Auf dem Weg klart es etwas auf, wir sehen ausgedehnte grünen Almen (Majadas) mit kleinen Steinhäuschen, viele Kühe und Kälbchen und die karstigen Felsen rundherum. Ganz kurz ist auch mal blauer Himmel zu sehen!
    Hinter der Alm Belbin, wo es eine erste Kekspause gibt, verschwinden wir aber komplett in der Wolkensuppe, so dass wir wirklich eng zusammenbleiben müssen, um nicht verloren zu gehen. Die Wege sind teilweise kaum noch als solche zu erkennen, eine Beschilderung oder Wegmarkierung sucht man ebenfalls vergebens... zum Glück gibts GPS und die Rother-Wanderapp, die uns sicher durch den Nebel navigieren. Außer uns scheint keine Menschenseele unterwegs zu sein!
    Die Kinder sind aber bestens gelaunt; als die Kräfte nachlassen, machen wir an einer Viehtränke eine Essenpause. In der Wolkensuppe wird es doch etwas kühl, deswegen kämpfen wir uns weiter durch diese mystisch-verwunschene Landschaft. Den eigentlich angedachten Abstecher zum Ario de Vega lassen wir aufgrund der Wetterverhältnisse weg, irgendwann treffen wir dann auch wieder offiziell wirkendere Wege und nach Stunden vollkommener Einsamkeit sehen wir erste Menschen, als wir uns wieder dem Lago de Ercina nähern.
    Wir schwenken ab auf den Rundweg um die Seen, passieren eine weitere Majada, bevor uns der Weg durch ein kühles, waldiges Gebiet mit alten, knorrigen Buchen und moosbewachsenen Felsen führt. Es sieht wirklich toll aus und der Nebel trägt zur verwunschenen Szenerie nur noch bei. Schlussendlich führt uns eine Forststraße zum Lago Enol, der sich aber ebenfalls nur kurz zeigt und ansonsten in den wabernden Wolken versteckt.
    Dementsprechend wird auch der Mirador Entrelagos von uns als wenig erfolgversprechend eingestuft und weggelassen, wir laufen lieber zu den Bussen und fragen, ob wir schon etwas früher mit runterfahren können. Können wir!
    Das gibt uns die Möglichkeit, in Covadonga noch ein Eis abzugreifen und anschließend das
    Santuario de Nuestra Señora (eine in den Felsen gebaute Kapelle mit darunter liegendem See) sowie die großartig gelegene Basilica de Santa Mariala Real zu besichtigen. Von hier aus soll ja ein Mensch namens Pelayo im 8. Jahrhundert die Rückeroberung der iberischen Halbinsel von den Mauren initiiert haben, was heute historisch als stark übertrieben gilt, aber dem Ort trotzdem den Status einen Nationalheiligtums verliehen hat.
    Dermaßen kulturell gebildet kehren wir zum Auto zurück und fahren heim.
    Nach einem schönen Kaffee und Chill-Out-Time für alle steht heute für die Kinder noch das Anmalen der vorgestern gefertigten Keramik auf dem Programm – anschließend gönnen wir uns heute nochmal das Menü des Hauses zum Abendessen.
    Read more