Weihnachten am Wilder Kaiser
24. december 2025, Østrig ⋅ ☁️ -7 °C
Eigentlich ist das hier kein klassischer Wandertag, sondern ein kleiner Urlaub - eine Auszeit zum 40. und die Erfüllung eines kleinen Traums. Denn wie hat eine liebe Freundin gemeint: Mit 40 ist man in einem Alter, in dem man nichts mehr muss, aber alles kann. Also wollte ich da meinen Runden verbringen, wo ich mich wohl und immer mehr zuhause fühle - in den Bergen und auch am Wilden Kaiser. Nachdem noch drei Freunde dabei waren, wurde die Auszeit eine schöne Mischung aus Spaziergang, kleinen Wanderungen nur für mich, leckerem Essen - unter anderem beim Stanglwirt - und Weihnachtszauber in Going, St. Johann und Kizubühel, dazu eine gepuderzuckerte Welt samt wundervoller Christmette (inklusiver Spaziergang mit Taschenlampe) in Going an Weihnachten. Und mal an Weihnachten in Winterkälte und etwas Schnee im Dirndl in den Gottesdienst gehen, davon träumte ich. Wunsch erfüllt! Neben Spaziergängen zu drei Seen beim Schwarzsee, von der Wochenbrunner Alm zur Gaudeamushütte und von Hartkaiser zu Tanzbodensee bei blauem Himmel und Sonnenschein war mein nächstes Geschenk für mich eine Tour zum Sonnenaufgang zum Astberg. Dort habe ich mit einem besonderen Menschen meinen ersten Sonnaufgang am Berg erlebt - das wird unvergessen bleiben. Aber nun ist es Zeit für neue Erinnerungen, neue Menschen, neue Erlebnisse, neue Orte, neue Abenteuer. Der Blick beim Aufstehen kurz nach 5 aus dem Fenster offenbarte einen sternenklaren Himmel - und ich wusste, es wird gut werden. Nach den letzten Häusern von Ellmau am Winterweg hoch zum Astberg wurde es zappenduster. Mit Stirnlampe ziehe ich in flottem Tempo hinauf, ohne eine Ahnung, wo ich ungefähr bin. Als ich zwei Tage später bei Tageslicht nochmal hochgehe, sehe ich die Distanzen - und bin gleich nochmal 15 Minuten schneller. Nach den Bäumen werden erste Ausblicke in die Dunkelheit mit leuchtenden Orte und magisch beleuchteter Skipiste am Hartkaiser sowie funkelnden Sternen sichtbar. Schon jetzt hat sich die Tour gelohnt. Ich genieße die Einsamkeit, die Ruhe, die kalte Luft, ich dachte, ich könnte vielleicht Angst haben - doch keine Spur davon. Und schon bin ich am Treichlhof, dann kommt gleich die Jezz Alm. Und das Ziel ist in Sicht. Am Astbergsee ist die Sicht zum Kitzbüheler Horn, um das sich bereits leicht die Morgenröte abzeichnet, unbeschreiblich. Leider lässt mich der freilaufende, wild gewordene Hund der Blattlalm nicht bis zum See. Meine kleine Sektflasche und ich suchen uns einen anderen schönen Platz, erkunden noch ein paar Wege und beobachten, wie die Welt langsam heller wird, wie sich Farben verändern und der Koasa zum Strahlen beginnt. Obwohl ich schon öfter am Wilden Kaiser war, hab ich wieder Neues entdeckt - neue Erinnerungen für Herz und Seele. Einfach nur für mich.Læs mere

















RejsendeWunderschön beschrieben,Andrea! Das kam aus dem Herzen! Ich freue mich, dass Dein 40er so gut gelungen ist, ja sogar besser, als Du ihn Dir vorgestellt hast
RejsendeDanke Dir sehr für deine Worte!