• Kathmandu, Nepal

    Mar 17–22 in Nepal ⋅ ⛅ 23 °C

    Wir steigen also ins Flugzeug und fliegen schon kurze Zeit später über die Ausläufer des Himalaya Richtung Kathmandu. Kurz vor der Landung wird es ein wenig ruckelig. Der Landeanflug in Kathmandu gilt aufgrund der unterschiedlichen Windströmungen über den Bergen als nicht ganz einfach. Nachdem die Landung gemeistert ist, erweist sich unser Start in Nepal jedoch als außergewöhnlich sanft. Der Flughafen ist sehr übersichtlich und wirkt mit seiner großen Buddha-Statue am Eingang vom Rollfeld, Pflanzen in Blumentöpfen und Figuren von hinduistischen Gottheiten fast gemütlich. Als wir vor der Buddha-Statue ein Foto machen, fühlen wir uns auf Anhieb wohl und willkommen. Der erste Eindruck wird noch einmal bestätigt, als wir den von unserem Hotel organisierten Taxifahrer vor dem Flughafen treffen. Kein Gedrängel, kein Gewusel, kein Gehupe - wir sind angenehm überrascht und fahren kurze Zeit später durch Kathmandu, während der Taxifahrer uns einige Sehenswürdigkeiten im Vorbeifahren erklärt. Nachdem wir während der ersten Meter noch halb-skeptisch den Connaught Place wittern 😆, entspannen wir uns mit jedem Meter. Je mehr wir in Richtung des Stadtviertels Thamel fahren, wo unser Hotel liegt, desto enger werden die Straßen und desto mehr Menschen sind auf den Straßen. Die Atmosphäre ist jedoch eine völlig andere als in Delhi - witzigerweise fallen uns mit als Erstes die Bürgersteige auf, die es zumindest in einigen Teilen der Stadt gibt. Wir freuen uns richtig, die Stadt am nächsten Tag zu Fuß zu erkunden. Mindestens genauso freuen wir uns, als wir in unserem Hotel ankommen, in dem wir unglaublich freundlich begrüßt werden und das über einen großen Garten mit mehreren Sitzecken, einem Teich mit einem kleinen Wasserfall und tollen Pflanzen verfügt. Hier werden wir in den kommenden Tagen in der Sonne frühstücken oder uns zwischendurch bei einem Bananen-Lassi oder einer heißen Zitrone mit Ingwer und Honig vom Gewimmel der Stadt erholen. Zunächst aber genießen wir unser erstes Abendessen in Nepal auf einer der zahlreichen Dachterrassen Kathmandus, von denen aus man eine tolle Sicht über die Stadt und bei klarem Wetter auch auf die Berge hat.

    Nach einer recht erholsamen Nacht machen wir uns am nächsten Tag bei angenehmen 23 Grad auf den Weg, um die unzähligen Gassen Thamels zu erkunden und sind überwältigt. Keiner von uns beiden hat jemals einen derartigen Ort erlebt. Zwischen mittelalterlichen Häusern, die teilweise im für Kathmandu typischen Newari-Baustil mit aufwändigen Holzschnitzereien verziert sind, wimmelt es nur so von Läden, in denen man von Hippie-Klamotten, Räucherstäbchen, Instrumenten über (überwiegend gefälschte) Trekking-Klamotten bis hin zu Lampions, Gebetsfahnen, Klangschalen, Tee, Gewürzen, Himalaya-Salz und Buddha-Statuen so ziemlich alles erstehen kann. Die exotischen Gerüche, die aus den Läden und zahlreichen Straßenküchen strömen, in der Nase, fühlen wir uns wie in einem riesigen „Eine-Welt-Laden“. Hinzukommen die vielen Räucherstäbchen, die in dem Gassengewirr vor den unterschiedlichsten und teilweise farbenprächtigen Tempeln stehen und ebenfalls ihren Duft verteilen. Für uns und unsere Kameras gibt es kein Halten mehr. Während wir uns den Weg durch die Gassen in Richtung des zentralen Durbar Square bahnen, fallen uns immer wieder Straßenhunde auf, die auffällig gut genährt sind. Mit der Zeit wird uns klar, dass die vielen Opfergaben, die die Gläubigen in Form von Essensresten vor den Tempeln in der Stadt aufstellen wohl eher weniger von hungrigen Hindu-Göttern vertilgt werden, als vielmehr in den Mägen der irdischen Vierbeiner landen .😅
    Am Durbar Square angekommen, lassen wir uns treiben und schauen uns den ehemaligen Königspalast und das Haus der aktuellen Kumari, einer nach dem Glauben vieler Nepalesen lebendig gewordener Hindu-Göttin, an. Besonders gut gefällt uns, dass sich auf dem Durbar Square gefühlt die halbe Stadt versammelt, während die Atmosphäre gleichwohl entspannt wirkt. Wir lassen den Tag beim Sonnenuntergang auf einer der Dachterrassen am Durbar Square ausklingen und beschließen, das Museum innerhalb des ehemaligen Königspalastes am nächsten Tag anzusehen. Der Museumsbesuch lohnt sich in jedem Falle sehr - es ist den Besuchern gestattet, über mehrere Holztreppen bis in den 9. Stock des ehemaligen Königspalastes zu klettern. Auf diese Weise erschließt sich uns die überwiegend auf Holz und Backstein basierende Bauweise und man hat einen tollen Ausblick über den angrenzenden Durbar Square und die weitere Stadt.

    An unserem letzten Tag in Kathmandu regnet es leider überwiegend, sodass wir uns zunächst die Zeit im Museum of Nepali Art sowie der angeschlossenen Galerie vertreiben. Wir schauen uns die unterschiedlichen Werke zeitgenössischer nepalesischer Künstler an und sind überrascht, wie häufig sich hinduistische Gottheiten in den Motiven wiederfinden. Am Nachmittag statten wir der sog. Freak Street einen kurzen Besuch ab, wo sich Ende der 60er Jahre die Hippies trafen, die nach Nepal reisten. Vom Hippie-Geist ist allerdings nicht mehr viel zu spüren - eher hat der Bubble Tea-Geist Einzug gehalten.🧋🙄 Wir suchen uns also ein gutes Café, wo wir richtig guten Cappuccino trinken und leckeren Apfel- bzw. Möhrenkuchen essen. Den Abend lassen wir in einem anderen der zahlreichen Cafés Kathmadus ausklingen, bevor wir am nächsten Morgen früh aufstehen, um mit dem Bus nach Bandipur zu fahren. Davon mehr im nächsten Beitrag.🤗
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