Pokhara
Mar 24–28 in Nepal ⋅ ☁️ 18 °C
Nach dem Frühstück machen wir uns wieder auf den Weg durchs Dorf Bandipur zur Seilbahn. Wir sind ein bisschen wehmütig, da es uns in Bandipur und insbesondere in unserer Unterkunft wirklich sehr gut gefallen hat. Viel Zeit für Wehmut bleibt jedoch nicht, die steile Abfahrt fordert unsere volle Aufmerksamkeit. 😅 Angekommen an der Talstation greift das freundliche Seilbahnpersonal gleich zum Telefon und vereinbart mit dem Busfahrer, der uns in Richtung Pokhara einsammeln soll, dass der Bus uns an der Seilbahnstation abholt. Eigentlich wäre der Abholort einige Kilometer weiter weg gewesen, aber unser Gastgeber in Bandipur hatte uns schon den Tipp gegeben, dass das Seilbahnpersonal einen kostenlosen Shuttlebus zum Abholort organisiert. Am Ende lief es sogar noch pragmatischer, da der Busfahrer kurzerhand für uns kontaktiert wurde und uns kurze Zeit später an der Talstation einsammelte.
Nach einer ca. zweistündigen Fahrt kommen wir wohlbehalten in Pokhara an und stärken uns erst einmal mit einem leckeren Essen in einem der zahlreichen, direkt am Phewa-See gelegenen Restaurants. Unser Plan, anschließend gemütlich am Seeufer spazieren zu gehen, wird jedoch vom Wetter durchkreuzt, denn es fängt unglaublich stark an zu regnen und hört eine ganze Weile nicht mehr auf. So bestellen wir uns noch einen Nachtisch in Form von mit Äpfeln und Bananen gefüllten Momos mit Honig und Schokoladensoße. Wir ahnen noch nicht, dass dieser Nachmittag typisch für unsere Zeit in Pokhara werden wird: nachdem es vormittags meist schön warm und sonnig ist, schwenkt das Wetter zum Nachmittag hin meist um in heftigen Regen, teilweise mit Gewitter. Die Einheimischen berichten uns, dass dies das typische Monsun-Wetter ist, das jedoch eigentlich erst im Mai beginnt. Der Klimawandel bringt wohl auch in Nepal die Wetterverhältnisse ordentlich durcheinander.
An unserem zweiten Tag in Pokhara haben wir doch noch ziemliches Glück mit dem Wetter und machen eine Tageswanderung am Seeufer vorbei hinauf zur „World Peace Pagoda“, einem kleinen buddhistischen Tempel auf einem der Hügel am Phewa-See. Vom Café gleich neben der World Peace Pagoda aus hat man eine tolle Sicht auf den See und Pokhara, wobei uns noch einmal bewusst wird, dass es sich um die zweitgrößte Stadt Nepals handelt, die mit gut 600.000 Einwohnern fast so groß ist wie Düsseldorf. Von der World Peace Pagoda aus wandern wir noch ein Stückchen weiter bis zu einem hinduistischen Shiva-Tempel, dessen riesige blaue Shiva-Statue weit sichtbar über den Phewa-See wacht. Der Shiva-Tempel ist gut besucht, für unseren Geschmack ist uns die Stimmung jedoch etwas zu wuselig, sodass wir den Weg zurück ins Tal antreten. Nachdem uns die Taxipreise deutlich überzogen erscheinen, entscheiden wir uns für eine Fahrt mit einem öffentlichen Bus und werden mit herzlichen Mitfahrenden, einem glücklicherweise sehr besonnenen und im Bewältigen von Serpentinen erfahrenen Busfahrer sowie einem herrlich-bunten Bus-Interieur belohnt. Als auf der Strecke ins Tal noch weitere Fahrgäste dazusteigen, wird es doch etwas eng. Auch hier geht es wieder sehr pragmatisch zu - ehe ich mich versehe, setzt sich eine Dame quasi auf meinen Schoß und nimmt Kais Rucksack auf ihren Schoß. 😅 So kommen wir wohlbehalten zurück ins Tal und lassen den Abend bei einem Abendessen ausklingen.
Die kommenden beiden Tage stehen sodann im Zeichen der Planung einer Trekking-Tour, die man von Pokhara aus gut starten kann. Da wir beide aktuell nicht unbedingt auf dem Höhepunkt unserer körperlichen Fitness sind, haben wir uns bereits im Vorhinein gegen eine längere Tour wie eine Annapurna-Umrundung oder Manaslu-Umrundung entschieden. Das Angebot von Trekking-Veranstaltern und -Agenturen ist in Pokhara schlicht überfordernd - man kann sich vor Angeboten kaum retten. Gefühlt ist jeder Kellner, Kiosk- oder Waschsaloninhaber nebenbei auch noch sehr erfahrener Trekking-Guide und bietet uns bereitwillig seine Dienste an. Irgendwann gehen wir dazu über, nur noch sehr vage über unsere Trekking-Pläne zu berichten, um die Angebote etwas in Schach zu halten. Letztlich entscheiden wir uns für eine ausschließlich von Frauen betriebene und für besonders faire Bezahlung der ausschließlich weiblichen Guides und Porter ausgezeichnete Agentur. Unsere Frage, ob Kai als Mann denn auch mitkommen darf, wird mit einiger Belustigung bejaht 😆 und so buchen wir eine fünftägige Wanderung mit einer Besteigung des 3.210 m hohen Poon Hill, die als gute Einsteigertour gilt. Unsere Pläne, die Tour am übernächsten Tag zu starten, werden jedoch noch einmal vom Wetter durchkreuzt, da es in den kommenden Tagen sehr regnerisch werden soll.
Etwas ratlos über das ziemlich unvorhersehbare Wetter machen wir uns noch einmal auf den Weg zu unserer Trekking-Agentur und sind froh, dass wir unsere Trekking-Pläne um vier Tage verschieben können. Unsere letzten 1,5 Tage in Pokhara sind von relativ viel Reiseplanung geprägt, die wir überwiegend in den vielen schönen Cafés in Pokhara in die Tat umsetzen und uns durch das reichhaltige Essens- und Getränkeangebot testen. Der „Flat White - Cappuccino - Avocado auf Sauerteigbrot-Index“ ist in Pokhara extrem hoch und preislich, verglichen mit Deutschland, unschlagbar. Kurz bevor wir uns auf den Weg in unsere nächste Unterkunft in den Bergen rund um Pokhara machen, treffen wir noch Heidi und Gerhard auf ein ausgiebiges Frühstück. Wir haben die beiden Österreicher in unserer Unterkunft in Bandipur kennengelernt und uns auf Anhieb ins Herz geschlossen. Die beiden kommen ursprünglich aus Vorarlberg am Bodensee, sind jedoch seit vier Jahren auf Reisen und arbeiten von unterwegs aus. Aktuell planen sie jedoch ihre Rückkehr nach Österreich und den Bau eines Tiny Houses. Wir haben uns viel zu erzählen und tauschen Tipps und Erfahrungen aus. Im Laufe des Mittags verabschieden wir uns von den beiden und machen uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, raus aus dem wuseligen Pokhara und hinauf in die deutlich ruhigeren, rund um Pokhara gelegenen Berge. Wie es uns dort gefallen hat, berichten wir Euch gerne im nächsten Beitrag.😌Read more





























TravelerTolle Fotos, von den Booten besonders.
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