• Bandipur

    Mar 22–24 in Nepal ⋅ ⛅ 23 °C

    Bandipur liegt circa 140km von Kathmandu und 80km von Pokhara entfernt. Unsere frühe Hinfahrt auf den maximal gepolsterten Ledersesseln unseres Reisebusses dauerte etwa 5 Stunden. Damit betrug die Durchschnittsgeschwindigkeit, nach Abzug der Pausen 30km/h. Wir nahmen in der letzten Reihe Platz. Neben uns saß ein junges Pärchen, wir tippten aus Finnland. Der Tageszeit angemessen reserviert, fristete man eine schweigende Koexistenz. Wir fuhren durch die Hauptstadt und ließen die Vororte schon bald hinter uns und damit auch den Asphalt. Immer wieder wechselten sich Straße und Dirtroad ab. Schlaglöcher brachten den Bus ins Wanken und Hüpfen und die Finnen zum Lachen und Tauen. So kam man ins Gespräch und stellte fest, dass es Dänen sind.

    Wir waren die Einzigen, die schon nach 140km auf der Straße abgestellt wurden. Tatsächlich ging das ziemlich schnell, sodass wir uns erstmal sammeln mussten um dann in eine ziemlich komfortable und überraschend neue Seilbahn in das 700m höher liegende Bandipur zu steigen. Bandipur ist bis heute autofrei und war bis zur Fertigstellung der Straße, auf der wir kamen, ein wichtiger Handelsknotenpunkt zwischen Indien und Tibet und Kathmandu und Jumla. Noch heute zeugt die kleine und sehr ansehnliche Fußgängerzone mit Restaurants und kleinen Lädchen von dieser Zeit des Handels.

    Unsere Unterkunft befand sich auf einem Felsvorsprung am Ende des Dorfes. Damit hatten wir von unserem Balkon aus einen freien Blick ins Tal und einen idyllisch ruhigen Ort für uns gefunden. Als wir ankamen fegte unser Gastgeber gerade die steinerne Treppe, die in den Patio führte und begrüßte uns dann herzlich mit einem Tee. Seine offene und höfliche Art ist uns sehr angenehm in Erinnerung geblieben. Täglich spielte er Mantras ab, vollzog ein morgendliches Ritual und betrieb das Guesthouse auf seine eigene Weise. Wir sahen in ihm, nicht zuletzt wegen seines Alters, das neu erlangte Selbstbewustsein der sehr jungen Nepalesischen Bevölkerung, dessen Durchschnittsalter im Median zwischen 25 und 28 Jahren liegt.

    Uns mangelte es an nichts. Nach einem ausgewogenen kleinen Frühstück unternahmen wir in den drei Tagen eine Tageswanderung in das benachbarte und sehr landwirtschaftlich geprägte Dorf Ramkot, entspannten uns bei Spaziergängen durch Bandipur, bei Meditationen oder Lesesessions an der Unterkunft und lernten mal wieder unfassbar entspannte und nette Leute kennen, wie Heidi und Gerhard vom Bodensee aus Österreich.
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