• Fünfzehnter Reisetag, Marina Gouvia

    May 16, 2025 in Greece ⋅ ☁️ 15 °C

    Kalimera…………
    Aber angesichts des Wetters ist das wohl ein ziemlicher Witz, wir haben wettermäßig das Gefühl das es uns nach Schottland verschlagen haben könnte. Ich habe keine Ahnung was „ der Himmel hat seine Schleusen geöffnet“ in der griechischen Übersetzung heißt, aber es kommt dem doch sehr nahe.
    Seit Mitternacht strömender Regen. Vom Wind her werden wir ein bisschen durchgeschaukelt aber es hält sich in Grenzen.
    Langes Liegen ist die Höchststrafe für mich, heute morgen breche ich dann nach fast siebeneinhalb Stunden auf der Matratze fast ab, erstmal ganz langsam wieder in Bewegung kommen.
    Im Cockpit ist alles nass, wir verbringen den Tag wohl im „ Keller“‘ , na ja Skatkarten und Bier haben wir da, mal schauen ob wir heute Abend irgendwohin zu Essen schwimmen werden oder im Bordrestaurant Speisen.
    Dia und Sascha machen sich ans Packen, da wird beim Einladen kaum ein Auge trocken bleiben. 9.00 Uhr fahren die beiden ab, die Fähre geht um 10.30 nach Igoumenitsa.
    Wir fangen an das Schiff aufzuräumen und packen unsere Sachen allmählich, Regen, Regen, Regen………
    Marko bringt dann ein Opfer und geht eine Runde spazieren, er will Brot und Milch mitbringen, es klappt🕍🏛️ die griechischen Götter scheinen ihm gewogen zu sein, der Regen hört zumindest vorübergehend auf.
    Es gibt zu Mittag Reste mit Tyrokafetri, das ist scharfe Käsecreme, Salamiwurst und Gouda, dazu das erste Mythos des Tages. Dann spielen wir eine Runde Skat, die beiden anderen können das ziemlich gut, ich habe seit Jahren nicht gespielt und könnte noch einiges dazulernen, allerdings ruft nach einer Runde meine Matratze, Mittagsschlaf.
    Als ich aufwache regnet es, traurig, traurig, traurig…….
    Sascha ist zwischenzeitlich mit der Fähre nach Brindisi / Italien an uns vorbeigetuckert, er wird gegen 21 Uhr dort ankommen, ich hoffe er hat besseres Wetter dort. Dia ist auf der Fahrt quer durch Griechenland nach Athen wo seine Frau gestern Abend bei ihren Eltern angekommen ist, gute Fahrt wünschen wir. Er schickt gegen 15 Uhr ein Bild von der Rio-Andirrio-Brücke am Eingang zum Golf von Korinth, auf der Höhe von Patras, er hat noch etwa 240 km vor sich.
    Heute Abend gibt es Rührei mit Salami, Ketchup, Mayo, dazu Oliven und Tomaten, jeden Menge Dosenbier und für jeden noch einen Schluck Pilavas ( mein Lieblingsouzo 🇬🇷🍸🍻 ), es wird ein fürstliches Gelage werden. Es kommen keine weitere Fotos vom heutigen Tage dazu, hängende Ohren sind nicht besonders fotogen, sollten sich morgen früh bessere ergeben füge ich sie später ein.
    Mal schauen wie alt wir heute werden, morgen werden wir um 8.00 vom Taxi abgeholt und zum Flughafen gefahren und ab 11.00 trennen sich dann unsere Wege bis auf weiteres.

    Tja, Zeit um sich ein paar Gedanken zu machen über den Törn und über die Jungs von denen ich 12 Monate zuvor noch nicht mal wusste das es sie gibt und mit denen ich zum Teil schon über 700 sm gemeinsam gesegelt bin und die Hoffnung habe, das vielleicht noch ein paar Meilen dazu kommen.

    Heinz, rheinische Frohnatur, der eigentlich nie schlechte Laune zu haben scheint ( zumindest merke ich sie ihm nie an ), immer sehr hilfsbereit ist und für jeden ein freundliches Wort hat, stets diskussionsfreudig ist und gute Vorschläge in Hülle und Fülle zur Hand hat. Du bist schon ein Type Heinz und ich freue mich sehr auf weitere Törns mit dir.🇬🇷⛵️

    Diamantis, natürlich als Muttersprachler herausragend, er arbeitet noch einzigen Spezialbegriffen, aber sonst……..🇬🇷👍👍😎. Cooler TypGreek Coffe liebend, stets freundlich, jedoch auch immer mit einem Gewissen kritischen Abstand zu manchen Vorgängen. Auch er hat mal ein tröstendes Wort und wertvolle Tipps ( für völlig misslungene Anleger durch den Skipper z.B., inzwischen kann ich darüber schmunzeln😬😂) Sas efkaristo Dia, ich würde mich freuen auch mit dir wieder zu segeln.🇬🇷⛵️😎

    Sascha, mittlerweile nicht mehr der einzige der noch in Lohn und Brot steht, quasi selbständig arbeitend und immer voller Ideen. Er ist mit seiner Ausbildung zum RYA Offshore inzwischen ein gutes Stück weiter und ich denke ich kann mir auch hier einiges abgucken. Meistens sitzt und beobachtet er und gibt ausgewählte Tipps. Wir diskutieren manche Vorgänge an Bord und ich kann auch hier einiges für mich mitnehmen. Ein großer Freund des Genusses von gutem griechischen Essen und der an Bord und in den Bars die unsere Wege kreuzten, genossenen Cocktails.
    Er hat gute Ideen und ich wünsche ihm von ganzem Herzen viel Erfolg das Segeln in seinen beruflichen Werdegang zu integrieren. Wäre toll wieder mit dir zu segeln, Sascha.🍸🍻😎👍

    Marko, typischer Norddeutscher, sehr cooler furztrockener Humor, wirkt eigentlich auch immer sehr gut gelaunt. Sehr hohes seglerisches Verständnis das er auch gerne weitergibt, ich bekomme viele Dinge erzählt, die ich noch nicht wusste. War eigentlich trotz der Tatsache, das er den Kaninchenstall ( die Bootsmannkabine im Bug ) hatte immer bei allem dabei und ich fand ihn hervorragend in das Team integriert.
    Ist toll das wir dich kennenlernen konnten Marko und ich persönlich würde mich freue wieder einmal mit dir segeln zu können.⛵️👍😎

    Klaus, der eigentlich zufällig und auf Empfehlung von Sascha zu uns stieß und auf Anhieb Klasse ins Team passte. Wir sind gleich alt und haben als Norddeutsche auch einen ähnlichen Humor. Auch Klaus besitzt als U-Bootafahrer viel Verständnis für Schiffe und Meer und die damit verbundene Technik. Ich fand ihn als Mitglied dieser Crew menschlich hervorragend. Auch er scheint, genau wie ich selbst der griechischen Speise- und Getränkekultur einiges abgewinnen zu können und ist ansonsten ein echter Typ, der einiges zu erzählen hat.
    Würde mich auf weitere Törns mit dir freuen lieber Klaus☕️🍻😎.

    Tja, nun geht dieser Törn so langsam, aber doch mit relativ großen Schritten seinem Ende zu und 🥲es ist nicht ganz leicht ein Tränchen zu verdrücken, es war eine schöne Zeit und ich habe sie genossen. Eigentlich selten, das Menschen, die so bunt zusammengewürfelt sind so gut miteinander harmonieren. Ich kann mich in den vergangenen 14 Tagen an kein böses Wort erinnern, der einzige der mal schlechte Laune hatte war ich selbst,- ich habe mich in Paxos entsetzlich über mich selbst geärgert, allerdings haben mich die anderen dann doch wieder eingefangen, Danke dafür Jungs. Komisch wieviel gute Laune diese ganze Truppe verbreitet hat, nicht selten wurde in den Restaurants zu unserem Tisch herübergeschaut weil wir uns gerade wieder über irgendetwas schlapp gelacht haben. Auch die Zusammenarbeit an Bord, der Respekt- und rücksichtsvolle Umgang miteinander, für mich einfach nur beeindruckend, ich würde mir wünschen vielleicht noch den einen oder anderen Törn erleben zu dürfen und bin jedem unendlich dankbar für seine Teilnahme und das Erlebte.

    Danke für alles Männer👍
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