Über die Transrarău
23 de julho, Romênia ⋅ ☁️ 17 °C
Ein Geheimtipp in den rumänischen Karpaten
Der Tag beginnt bei strahlend blauem Himmel in Gheorgheni. Nach dem regnerischen Vortag könnte das Wetter kaum besser sein. Die klare Bergluft verspricht ideale Bedingungen für eine weitere Entdeckungstour durch die Karpaten.
Zunächst führt mich die Route noch einmal über den Pass zur berühmten Bicaz-Schlucht – diesmal jedoch in der Gegenrichtung. Die Fahrt ist mindestens ebenso eindrucksvoll wie am Vortag. Die mächtigen Kalkfelsen wirken aus dieser Perspektive nochmals anders, und die enge Strasse windet sich spektakulär zwischen den steilen Felswänden hindurch. Es ist faszinierend, wie unterschiedlich dieselbe Strecke je nach Fahrtrichtung erlebt werden kann.
Nach der Schlucht passiere ich die gewaltige Zementfabrik von Heidelberg Materials bei Bicaz. Die riesigen Industrieanlagen bilden einen markanten Kontrast zur wilden Natur der umliegenden Berge. Wenige Minuten später biege ich links ab und folge erneut dem langgezogenen Bicaz-Stausee, dessen ruhige Wasserfläche die bewaldeten Berghänge widerspiegelt.
Am Ende des Sees, bei Poiana Largului setze ich jetzt meine Reise weiter nordwärts über Broşteni fort. Mein Ziel ist das Kloster Mănăstirea „Acoperământul Maicii Domnului” in Dorna-Arini.
Schon von Weitem wird deutlich, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Kloster handelt. Die Anlage ist aussergewöhnlich gross und beeindruckt mit ihrer weitläufigen Architektur. Während ich das Gelände besichtige, trifft gerade eine Gruppe junger Pilger ein. Fröhlich plaudernd ziehen sie gemeinsam zur Klosterkirche und verleihen dem Ort eine lebendige und zugleich friedliche Atmosphäre.
Anschliessend fahre ich auf derselben Strecke wieder zurück. Unterwegs halte ich kurz bei der deutlich bescheideneren orthodoxen Kirche von Gheorghiţeni. Gerade der Kontrast zwischen der monumentalen Klosteranlage und dieser kleinen Dorfkirche macht den besonderen Reiz des Tages aus.
Zurück in Chiril beginnt schliesslich der fahrerische Höhepunkt. Hier zweigt eine schmale Bergstrasse nach links ab – die nur 22km lange Transrarău. Obwohl sie weit weniger bekannt ist als die Transalpina oder die Transfăgărăşan, zählt sie ohne Zweifel zu den schönsten Motorradstrecken Rumäniens.
Die Strasse steigt steil an und schlängelt sich in engen Kurven durch dichte Wälder bis hinauf auf den Rarău. Oben lohnt sich zunächst ein kurzer Abstecher zur Cabana Rarău, bevor ich wieder auf die eigentliche Panoramastrasse zurückkehre.
Nur wenige Kurven später erreiche ich einen der schönsten Aussichtspunkte der gesamten Strecke. Die Sicht über die bewaldeten Bergketten reicht trotz inzwischen eher bedecktem Himmel bis zum Horizont. Bei einer gemütlichen Kaffeepause komme ich zuerst mit zwei rumänischen Motorradfahrern ins Gespräch. Wenig später gesellt sich auch noch ein Motorradreisender aus Polen dazu. Wie so oft unterwegs entstehen sofort interessante Gespräche über Motorräder, Reisen und die schönsten Strecken der Karpaten.
Nach der Abfahrt über die Transrarău sind es nur noch wenige Kilometer bis zu meinem Hotel in Câmpulung Moldovenesc, wo ich den abwechslungsreichen Tag ausklingen lasse.
Diese Etappe vereinte eindrucksvolle Gegensätze: die dramatische Bicaz-Schlucht, den stillen Stausee, imposante Klosteranlagen und schliesslich mit der Transrarău eine wenig bekannte Panoramastrasse, die landschaftlich zu den ganz grossen Höhepunkten meiner Rumänienreise zählt. Es sind genau solche versteckten Perlen abseits der bekannten Routen, die eine Motorradreise besonders bereichern.Leia mais




























ViajanteSieht wieder wunderschön aus!
Viajante
👍
Viajante
mit dem Tempolimit hesch viil Ziit för sightseeing😅