• Von den Weinbergen Tokajs zur Opalmine

    July 27 in Slovakia ⋅ ☀️ 21 °C

    Nach der angenehmen Nacht in Tokaj beginnt der Tag in einer Landschaft, die seit Jahrhunderten für ihre edlen Weine berühmt ist. Die Strasse führt zunächst durch die sanften Rebberge des Tokajer Weinbaugebiets. Immer wieder liegen renommierte Weingüter zwischen den Reben, deren Trauben auf den sonnenverwöhnten Hängen gedeihen. Es ist eine ruhige, harmonische Kulturlandschaft, die einen würdigen Abschied von Ungarn bildet.

    Über Sátoraljaújhely und Pálháza nähere ich mich der ostslowakischen Grenze. Bei Füzérkomlós führt die Strasse über den niedrigen Mokrina-Tető-Pass. Schon wenig später überquere ich unbemerkt die Grenze und befinde mich wieder in der Slowakei.

    Mein erstes Ziel ist der berühmte Geysir von Herľany. Leider zeigt sich die Natur heute wenig kooperativ. Der Kaltwassergeysir, der normalerweise etwa alle 34 bis 36 Stunden ausbricht, gönnt sich ausgerechnet heute eine Pause. So bleibt es bei einem Spaziergang durch die gepflegte Parkanlage und einem Foto des unscheinbaren Platzes, an dem der Geysir hätte in die Höhe schiessen sollen. Das etwas verblasste historische Gebäude daneben erinnert daran, dass dieser Ort schon seit über hundert Jahren Besucher anzieht. Auch wenn das Naturschauspiel ausbleibt, gehört ein wenig Geduld wohl einfach zu einem Geysirbesuch dazu.

    Nach einem kleinen Picknick auf einer der Parkbänke mache ich mich auf den Weg zum nächsten Ziel.

    Dieses enttäuscht dafür überhaupt nicht: die historische Opalmine. Ausgerüstet mit einem Audioguide folge ich der Führung tief hinein in das weit verzweigte Stollensystem. Während rund einer Stunde erfahre ich viel über den mühsamen Alltag der Bergleute, die Entstehung der kostbaren Opale und die Arbeitsmethoden vergangener Jahrhunderte. Die verständlichen Erklärungen und die authentische Atmosphäre unter Tage machen den Rundgang zu einem der spannendsten Museumsbesuche meiner Reise.

    Am Nachmittag fahre ich direkt weiter nach Prešov. Dort erwartet mich ein ganz besonderes Hotel, das in das moderne Fussballstadion integriert wurde. Die Kombination aus zeitgemässer Architektur und sportlichem Ambiente bildet einen interessanten Kontrast zu den historischen Orten des Tages.

    Den Abend lasse ich schliesslich in der schönen Altstadt von Prešov ausklingen. Bei einem feinen Nachtessen blicke ich auf einen abwechslungsreichen Reisetag zurück: von den berühmten Weinbergen Tokajs über einen Geysir, der heute lieber verborgen blieb, bis hin zu einer faszinierenden Reise in die Welt des historischen Bergbaus. Gerade diese Mischung aus Natur, Kultur und Geschichte macht den besonderen Reiz einer solchen Reise aus.
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