Entlang der Hohen Tatra
July 29 in Slovakia ⋅ ☀️ 26 °C
Burgen, historische Städte und alpine Landschaften
Der Tag beginnt bei strahlend blauem Himmel in Giraltovce. Beste Voraussetzungen also für eine Fahrt in eine der bekanntesten Regionen der Slowakei.
Mein erster Halt gilt einem besonderen Kulturschatz. In Hervartov besuche ich die älteste erhaltene Holzkirche der Slowakei. Das schlichte Gotteshaus gehört zum UNESCO-Welterbe und stammt aus dem späten 15. Jahrhundert. Von aussen wirkt die Kirche mit ihren dunklen Holzbalken beinahe unscheinbar, doch gerade diese schlichte Bauweise macht ihren besonderen Reiz aus. Beeindruckend ist, dass dieses vollständig aus Holz errichtete Bauwerk seit über fünfhundert Jahren Wind und Wetter trotzt und bis heute erhalten geblieben ist. Ein stiller und würdiger Auftakt für den Reisetag.
Anschliessend erreiche ich Prešov und fahre ohne längeren Halt weiter in Richtung Westen.
Bereits aus der Ferne ist sie nicht zu übersehen: die mächtige Zipser Burg, die hoch über der Landschaft thront. Je näher ich komme, desto deutlicher wird, wie beliebt dieses UNESCO-Weltkulturerbe ist. Menschen strömen in Scharen den steilen Weg zur Burg hinauf und wieder hinunter – aus der Distanz wirkt das fast wie eine Ameisenstrasse. Ich beschränke mich heute auf einen kurzen Fotostopp. Die eindrucksvolle Silhouette der Burg genügt, um ihre einstige Bedeutung zu erahnen, und ich setze meine Reise bald fort.
Nur wenige Kilometer weiter erreiche ich Levoča. Die historische Altstadt zählt zu den schönsten der Slowakei. Prächtige Bürgerhäuser, die vollständig erhaltene Stadtmauer und der grosszügige Marktplatz verleihen ihr ein ganz besonderes Flair. Hier nehme ich mir Zeit für eine gemütliche Kaffeepause – begleitet von einem feinen Glacé, das bei den sommerlichen Temperaturen besonders gut schmeckt.
Der nächste Halt liegt praktisch um die Ecke. Kežmarok besitzt ebenfalls eine wunderschöne Altstadt, wenn auch etwas bescheidener als Levoča. Nach einem Spaziergang, einigen Fotos und einer kleinen Stärkung geht die Reise weiter.
Nun verändert sich die Landschaft erneut. Die Strasse führt über viele Kilometer durch ausgedehnte Wälder. Immer wieder stehen am Strassenrand Roma-Familien, die frisch gesammelte Waldpilze kübelweise zum Verkauf anbieten. Offenbar ist die Pilzsuche hier eine wichtige Einnahmequelle. Zwischen den Baumkronen tauchen immer wieder die markanten Gipfel der Hohen Tatra auf und kündigen das nächste landschaftliche Highlight an.
Die Strasse steigt kontinuierlich an und erreicht schliesslich Ždiar, ein rund fünf Kilometer langes Bergdorf auf gut 1000 Metern Höhe. Mit seinen Pensionen, Hotels und Chalets erinnert der Ort stark an bekannte Ferienorte im Alpenraum. Auch die Übernachtungspreise bewegen sich auf einem ähnlichen Niveau. Im Winter ein bedeutender Wintersportort, im Sommer Ausgangspunkt für unzählige Wanderungen – Ždiar lebt ganz offensichtlich vom Tourismus.
Nach der Passhöhe kehre ich um und fahre ein Stück wieder bergab, biege dann nach Westen ab und folge dem eindrucksvollen Südfuss der Hohen Tatra.
Unterwegs mache ich einen Abstecher nach Tatranská Lomnica, einem der grössten Ski- und Ferienorte des Landes. Heute herrscht reger Betrieb. Vor allem einheimische Gäste geniessen den Sommertag, flanieren durch den Ort oder fahren mit den Bergbahnen in die Höhe. Die Atmosphäre erinnert an bekannte Ferienorte in den Schweizer Alpen.
Meine Route folgt weiterhin den gewaltigen Bergen. Die schroffen Granitgipfel begleiten mich fast ständig am Horizont und verleihen der Fahrt eine eindrucksvolle Kulisse.
Ein weiterer Abstecher führt mich nach Štrbské Pleso. Der kleine Bergsee liegt malerisch zwischen Hotels und den steilen Gipfeln der Hohen Tatra. Auch dieser Ort zählt zu den bedeutendsten Wintersport- und Wanderzentren der Slowakei. Trotz der vielen Besucher strahlt der See eine angenehme Ruhe aus und lädt zu einer kurzen Pause ein.
Nach rund vierzig Kilometern entlang des Gebirges verabschieden sich die markanten Gipfel langsam aus meinem Blickfeld. Die Hohe Tatra bleibt zurück, während sich bereits die nächste Gebirgskette ankündigt.
Am frühen Abend erreiche ich Liptovský Mikuláš. Direkt hinter der Stadt erheben sich bereits die Berge der Niederen Tatra und geben einen Vorgeschmack auf die kommenden Reisetage.
Heute standen weniger kurvenreiche Passstrassen als vielmehr Kultur und Landschaft im Mittelpunkt. Mit der Zipser Burg, den historischen Städten Levoča und Kežmarok sowie den imposanten Gipfeln der Hohen Tatra gehörte diese Etappe zu den abwechslungsreichsten und schönsten meiner Reise durch die Slowakei.Read more




































Traveler
Eindrücklich und von aussen so schlicht 🤩
Swiss Jim Hawkins👍
Traveler
Dieser blaue Himmel!!!
Swiss Jim HawkinsDas ist immer wieder erstaunlich