• Tag 100 im Sabbatical - eine Bilanz.

    September 10, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 27 °C

    Heute gefahren: 0km
    Bisher gefahren gesamt: 5.716km
    Heute Höhenmeter im Anstieg: 0hm
    Höhenmeter im Anstieg bisher: 59.759hm
    Platte Reifen: 4
    Pausentage gesamt: 24
    Fahrtage gesamt: 76

    Wir nutzen den Tag Pause in Rize und reflektieren. Wie heißt es so schön: "100 Tage im neuen Job" oder "100 Tage im neuen Amt".
    Wir sind jetzt 100 Tage im Sabbatical. Wir ziehen Bilanz. Dass schönste: Wir haben etwas mehr als Halbzeit. Noch viel liegt vor uns.

    1. Fahrradfahren ist eine wundervolle Art Länder und Menschen „richtig“ Kennenzulernen. Die Natur, den Verkehr, die Menschen hautnah erleben.

    2. Wir könnten uns vorstellen, länger und weiter ostwärts Fahrrad zu fahren. Fahrradreisen macht süchtig.

    3. Der Fahrrad-Alltag ist auch manchmal anstrengend mit Aufbau-, Abbau-Routine, Wasser, Essen suchen, Wetterbedingungen und dem öffentlichen Raum ausgeliefert sein.

    4. Wir können uns nur vorstellen, bei halbwegs warmen/gutem Wetter zu fahren. Wintertouren etc. fallen aktuell für uns raus (Equipment trocken bekommen, selbst warm werden).

    5. Wir brauchen ab und an ein Hotel oder eine Unterkunft mit Bett und Dusche. Wir könnten eine solche Reise nicht nur im Zelt und lowcost unternehmen.

    6. Am meisten vermissen wir: Privatsphäre, Zeit für uns alleine und eine räumliche Trennung („einfach mal die Zimmertüre zumachen“) auch (positiv gemeint) voneinander. Wir sind 24/7 im öffentlichen Raum unterwegs und immer „zu Gast“.

    7. Wir sind ein Super-Abenteuer-Team und gehen uns, trotz 24/7 gemeinsamer Zeit in allen Lebenslagen, nicht auf die Nerven. Wir motivieren und unterstützen uns und wissen voneinander, wann und wo das notwendig ist.

    8. Die Art des Reisens bildet. Mehr als unsere Jobs und unser Alltag. Wir lernen sehr viel über Menschen, Kultur, Politik, Länder - und uns selbst! Ein tolles Gefühl.

    9. Alles ist möglich. Von ernsten gesundheitlichen Beeinträchtigungen wurden wir verschont. Kein Sturz, kein Verkehrsunfall. Außer Harmlosigkeiten wie Kopfweh oder Knieschmerzen oder Bauchweh. Das bringt uns zum Fazit: Der Körper schafft alles. Alles. Das Limit ist nur der Kopf, der nicht weiterfahren will und mit den Widrigkeiten nicht umgehen kann.

    10. Fahrradfahren ist sicher. Wir sind in Ländern fahrradgefahren, in denen Fahrradfahren im Straßenverkehr etwas außergewöhnliches ist. Bis auf ein paar Deppen sind der Großteil der Auto- und besonders die LKW-Fahrer, in unserer Anwesenheit ausgesprochen vorsichtig gefahren.

    11. Gut und gesund (und wer möchte, auch ungesund) Essen sind auf Fahrradreisen ohne Probleme möglich

    12. Wer Gewicht verlieren möchte und dabei viel essen will, sollte eine lange Radtour machen.

    13. Gut und gesund Schlafen im Zelt ist möglich, wenn viele externe Faktoren stimmen. Wir lernen noch immer dazu. Die Müdigkeit nach einem langen Tag auf dem Rad ist herrlich! Und guter Schlaf ist wichtig, um leistungsfähig zu sein. Schlechter Schlaf und Widrigkeiten am Morgen (aufdringliche Menschen, bellende Hunde, Regen etc) bereiten keinen guten Start in den Tag oder können sogar einen Tag verhageln.

    14. Qualitativ hochwertiges Equipment (bequeme Matten, warme Schlafsäcke) macht das Fahrradreisen angenehm.

    15. Wir brauchen wenig, um gut Fahrradreisen zu können. Wir sind reduziert losgefahren und könnten jetzt auch noch mal aussortieren.

    16. Die vielen, kleinen Abenteuer und Begegnungen jeden Tag machen die Reise sehr wertvoll. Wichtig ist, sich ab und an die Zeit für die Reflexion der Erlebnisse zu nehmen, ansonsten verschwimmt das Geschehene sehr schnell.

    17. Wir konnten sofort abschalten und mussten kaum an Arbeit denken. Erste Gedanken kamen vor ca. 2 Wochen auf.

    18. Wir freuen uns auch wieder auf Arbeit und Alltag und vor allem Kochen in einer aufrechten Position in unserer Küche.

    19. Eine grundlegende Planung ist gut und wichtig. Aber am Ende kommt alles anders - also weniger detailliert die Route planen. In der Türkei sind wir z.B. kaum einen km von unserer geplanten Route gefahren.
    Eher überlegen, was wollen wir sehen, dann 3-5 Tage im Voraus detailliert planen, weil dann Wetter klarer ist und auch die Straßenverhältnisse etc. vor Ort.

    20. Alles wird besser als gedacht! Wir haben uns manchmal viel zu viel Gedanken gemacht: Finden wir einen Zeltplatz? Wie kommen wir mit dem Verkehr zurecht? Finden wir Wasser, Essen etc. Am Ende wird alles gut!
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