Tag 96: Schwere Beine und Bären
September 7, 2024 in Turkey ⋅ ☀️ 11 °C
Heute gefahren: 100km
Bisher gefahren gesamt: 5.509km
Heute Höhenmeter im Anstieg: 1.221hm
Höhenmeter im Anstieg bisher: 54.989hm
Platte Reifen: 4
Pausentage gesamt: 23
Fahrtage gesamt: 73
Ich werde kurz vor 6:00 Uhr mit Kopfschmerzen wach. Aufgrund der Warnungen habe ich ohne Ohropax geschlafen und hatte daher keine gute Nacht. Tankstellen sind einfach laut. Am Morgen regnet es und es es ist kühl.
Aufgrund der vielen Kilometer am Vortag habe ich schwere Beine und komme nicht so richtig voran.
Wir fahren weiter Richtung Erzurum. Große Berge tauchen in der Ferne auf, Skigebiete werden auf den Abfahrtsschildern der Bundesstraße angezeigt.
Wir machen unsere Mittagspause in einer Lokantasi. Alles ist fair und fast alles ist lecker. Wir bestellen auf die Empfehlung eines anderen Gastes eine Suppe. Am Ende wurde uns eine Fleischsuppe mit Innerein hingestellt. Mhh nee danke.
Alles andere (Pide + Lahmacun) war unheimlich lecker. Zum Nachtisch gab es einen Baklava-Zuckerschock. Wir haben den Plan für die nächsten Tage durchgesprochen und entsprechend Essen eingekauft. Wir wollen das Pontische Gebirge durchqueren und dafür liegen viele Kilometer und noch mehr Höhenmeter vor uns. Infrastruktur gibt es nicht, das Wetter soll wechselhaft werden.
Der Plan gibt uns ein gutes Gefühl und wir freuen uns darauf, in drei Tagen in Rize am Schwarzen Meer in ein Hotel einzuchecken. Der Plan ist also: 200km und 3.000 Höhenmeter in 3 Tagen zu fahren, d.h. wir wollen zwei Mal in den Bergen übernachten.
Motiviert und gestärkt fahren wir weiter in Richtung Erzurum und biegen kurz vor Erzurum von der großen Bundesstraße auf die Bergstraße ab, die uns die nächsten Tage leiten soll.
Gegen Abend hin wird es wieder kälter und es beginnt auch zu regnen. In der Ferne ziehen Gewitter vorbei.
Es wird bald dunkel und wir suchen einen Platz zum Zelten. Eine Familie, die am Wegesrand Picknick macht empfiehlt uns einen Platz. Wir werden kurzerhand auf Tee und leckere, gefüllte Weinbergblätter eingeladen. Der Besitzer des Grundstücks kommt vorbei und erklärt, dass wir dort wo wir stehen wollen nicht stehen können. Hier gibt es Bären und Wildschweine. Eine Kuh wurde von einem Bären gerissen. Ich weiß nicht so Recht ob das stimmt, die Übersetzungen von Google sind haarsträubend. Der Mann (Marid) zeigt uns einen Platz auf einer anderen Wiese. Dort sagt er sei es sehr sicher. Mir ist der Unterschied zwischen den beiden Ackern unklar. Ich erhalte seine Handynummer und soll mich melden wenn was ist. Da es dunkel wird beeilen wir uns mit dem Aufbau. Neben dem Acker gibt es einen offenen Holzverschlag (siehe Video) in dem wir uns waschen und Abendessen. Die Familie schenkt uns noch Melone und die restlichen Weinblätter. Das Essen ist lecker. Es nieselt und es ist empfindsam kalt.
Was uns auffällt, Marid der Landwirt, wirkt glücklich und hat eine sehr positive Ausstrahlung. Etwas was uns bei den Menschen in ländlichen Regionen schon öfter aufgefallen ist.
Wir verstauen unsere gesamten Nahrungsmittel inkl. Zahnpasta in dem offenen Holzverschlag und wickeln alles in Teppiche ein. Wenn Bären in der Nacht auf Nahrungssuche sind dann bitte nicht an oder in unserem Zelt, sondern abseits.
Ich falle in einen unruhigen Schlaf und wache am nächsten Morgen mit einem dicken Hals auf. Nieselregen, kälte und schlechter Schlaf bekommen mir nicht.Read more













TravelerIch finde es bemerkenswert wie häufig hier Essen geschenkt bekommt, das ist wirklich sehr gastfreundlich!
Traveler
Und einen heimlichen Fan im Hintergrund 😉