• Tag 148: Nagasaki

    28 ottobre 2024, Giappone ⋅ ☁️ 23 °C

    Wir reisen nach Nagasaki. Dafür nehmen wir den weltberühmten Shinkansen. Wir steigen pünktlich in den Zug und fahren versehentlich 1 Stunde in die falsche Richtung. Wie uns das passieren konnte ist uns nach wie vor unklar. Wir kommen jedenfalls deutlich später in Nagasaki an - mit einer für die Deutsche Bahn normalen Verspätung.
    Die Fahrt und die Organisation ist beeindruckend. Es gibt nur eine Zugangskontrolle zum Shinkansen-Bereich aber keine Ticketkontrolle. Es kommt immer der richtige Zug, d.h. Verspätete Bereitstellung, umgekehrte Wagenreihung gibt es nicht. Verspätungen ebenso wenig. Sollte das Ein- und Aussteigen länger dauern, wird vom Zugführer während der Fahrt, die Geschwindigkeit so kalkuliert, dass man im nächsten Bahnhof wieder pünktlich ist.
    Das alles ist aber natürlich nur möglich durch getrennte Trassen. Kein Regional- oder Güterzug fährt auf der Shinkansen Trasse.

    Nagasaki erinnert an Bad Kissingen oder einen anderen deutschen Kurort der in den 80er seinen Höhepunkt hatte. Viele Neubauten mit Fassaden in beige/gelb. Da ich einen Schnupfen habe machen wir nicht mehr viel an dem Tag und gehen früh ins Hotel.

    Ich nehme ein heißes Bad in der Mini-Badewanne. Im Anschluss liegen wir in unserem Doppelbett. 1,20 Meter für zwei Personen sind hier Standard-Doppelbett-Größe.

    Am nächsten Tag werden wir die Gedenkstätte besuchen.
    Da Nagasaki außer der Gedenkstätte nicht viel hergibt, hier einige weitere unsortierte Alltagsbeobachtungen.

    Immer und überall schlafen Leute. Lt. unserem Reiseführer ist das gesellschaftlich anerkannt und lässt sich unter anderem auf die langen Arbeitstage zurückführen auch „Inemuri“ genannt wird. Schlafen überall ist erlaubt und sogar gesellschaftlich angesehen
    https://www.japanwelt.de/blog/inemuri-japanisch….

    Da ich oft mal das stille Örtchen aufsuche, gibt es hier exklusive Erkenntnisse meiner Beobachtungen: Es gibt weniger öffentliche Toiletten als in Südkorea. Diese sind bei weitem nicht so herrlich sauber. In den öffentlichen Herrentoiletten waschen sich 2 von 10 Männern die Hände. Es gibt jedoch auch nur in 1 von 10 öffentlichen Herrentoiletten eine Handwaschseife.

    Im öffentlichen Raum in Südkorea wie Japan, wird geschnieft und gehustet was das Zeug hält. Weder in die Armbeuge noch in ein Taschentuch und sobald hätte es das große Corona-Thema "Tröpfcheninfektion führt zu Ansteckung" nie gegeben. Ein Beispiel: Am U-Bahnhof in Busan steht eine Dame um die 50 im Kostüm und mit teuerer Handtasche vor uns am Gleis und wartet, so wie wir, auf die U-Bahn. Sie hält sich kurz ein Nasenloch zu und schneuzt einmal kräftig auf den Boden. Ein dicker Flaschen landet am Boden. Die Verwendung von Taschentüchern wird lt. Reiseführer gar nicht gerne gesehen. Lieber hochziehen oder einfach frei niesen statt dezent in ein Taschentuch zu schneuzen. Im Gegensatz dazu steht, dass sehr viele Menschen permanent eine Maske tragen.

    Ebenso gewöhnungsbedürftig: Beim Essen im Restaurant wird permanent geschlürft, gerülpst und geschnieft.

    Weniger eklige Beobachtungen: war in Südkorea noch der Americano das Kaffee-Getränk der Wahl, so wird in Japan gerne Filterkaffee oder auch Tee getrunken. Es gibt deutlich weniger Cafés als in Südkorea. Grundsätzlich isst und trinkt man auch nicht im Gehen oder im öffentlichen Raum. Wir sehen niemanden der das macht, außer wir selbst und andere Touristen.
    Dagegen ist snacken im Shinkansen absolut normal und gehört dazu. Hierfür gibt es ganze Boxen und jede Menge Fertiggerichte zum Mitnehmen.

    In den Cafés die es gibt, sitzen junge Leute (über Stunden) und lernen - geschuldet den engen Platzverhältnissen zu Hause. Für manch eine Filiale ein Minusgeschäft, da oftmals nur ein Getränk konsumiert wird. Es gibt Cafés. die zumindest das öffentliche Schlafen verbieten.

    Hunde werden in Japan eher in einem Wagen transportiert. In Südkorea werden die Tiere hauptsächlich getragen. Grund unklar.

    Und eine weiteres Phänomen - wie schon in Südkorea: im öffentlichen Raum gibt es keine Mülleimer. Es gibt viele Schilder die einen darauf hinweisen, seinen Müll mitzunehmen. Selbst an Hauptbahnhöfen in großen Städten gibt es nur wenige Möglichkeiten seinen Touristenmüll (Bananenschale oder Schokoladenriegelpapier etc.) wegzuwerfen. Warum?
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