• Tag 149: Atombombe

    29 ottobre 2024, Giappone ⋅ ☁️ 19 °C

    Wir besuchen die Gedenkstätte zum Atombomben-Abwurf in Nagasaki. Gegenstände und Zeitzeugenberichte legen dar, wie schrecklich der Angriff gewesen ist. Auch wird die dramatische Funktionsweise einer Atombombe erklärt. Da die japanische Regierung auch nach dem Bombenabwurf auf Hiroshima am 06.08.1945 nicht bedingungslos kapitulierte, entschied sich die US-Regierung für den Abwurf einer zweiten Bombe am 09.08.1945. Zunächst war die Hafenstadt Kokura als Einsatzort vorgesehen. Aufgrund der starken Bewölkung wurde das etwas mehr als 100 Kilometer entfernte Nagasaki angeflogen. In Nagasaki starben unmittelbar zwischen 60.000 und 80.000, bis heute ca. 200.000 Menschen.
    Grausam. Schrecklich. Unfassbar.

    Heutige Atombomben, so lernen wir, sind um ein Vielfaches stärker als die zwei in Hiroshima und Nagasaki eingesetzten Bomben. Und das Thema leider aktueller als je zuvor.

    Der Besuch in der Gedenkstätte verändert meinen Blick und meine Wahrnehmung auf das nach wie vor aktuelle Thema "Atombomben". Wenn heut' in den Nachrichten von Drohungen/Atombomben/autoritären Staaten gesprochen wird, sind die Auswirkungen für mich greifbarer und weit weniger abstrakt.

    Hier eine sehr gute Zusammenfassung der Bundeszentrale für politische Bildung, die erklärt wie der historische Vorlauf zum Atombomben-Angriff auf Nagasaki war:

    „Mit dem Deutschen Reich schloss Japan im November 1936 den "Antikominternpakt". Darin vereinbarten die beiden Staaten die Bekämpfung der "Kommunistischen Internationalen" (Komintern), weitere Staaten traten in den Folgejahren bei. Ende 1937 begann der Zweite Chinesisch-Japanische Krieg, in dessen Folge Japan große Gebiete in Ostchina besetzte. Dabei gingen die Soldaten oft mit brutaler Gewalt vor: Beim Massaker von Nanking, das am 13. Dezember 1937 begann, wurden unterschiedlichen Schätzungen zufolge zwischen 40.000 und 200.000 Zivilistinnen und Zivilisten ermordet. Japan beanspruchte die Vormachtstellung in Asien. In der "Großasiatischen Wohlstandszone" sollten die verbliebenen Kolonialmächte vertrieben und die Länder unter japanischer Führung gewaltsam vereint werden.

    Als Wendepunkt im japanischen Großmachtstreben gilt der Angriff auf den US-amerikanischen Flottenstützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii am 7. Dezember 1941, der dazu führte, dass die USA in den Zweiten Weltkrieg eintraten. In den folgenden Jahren wurde die japanische Einflusssphäre im Pazifik zurückgedrängt.

    Am 16. Juli 1945, während der Potsdamer Konferenz, schlossen die USA den Test der ersten Kernwaffenexplosion weltweit – der "Trinity"-Bombe – erfolgreich ab. Am 24. Juli befahl US-Präsident Harry S. Truman, die Atombombe über Japan einzusetzen, je nach Wetterlage über einer der Städte Hiroshima, Kokura, Niigata oder Nagasaki. Am gleichen Tag soll Truman auf der Potsdamer Konferenz den sowjetischen Führer Josef Stalin über die Existenz einer „neuen Waffe spezieller zerstörerischer Stärke“ informiert haben. Laut Berichten der sowjetischen Delegation wusste Stalin bereits von dem erfolgreichen Test einer amerikanischen Atombombe und befahl, die Entwicklung einer sowjetischen Atombombe zu intensivieren. Dieser Zeitpunkt gilt daher auch als Beginn des atomaren Rüstungswettlaufs.

    Die Stadt Hiroshima war das erste Angriffsziel der US-amerikanischen Streitkräfte. Aufgrund ihrer industriellen und militärischen Anlagen war die Stadt auch von strategischer Bedeutung. Die Bombe mit dem Codenamen "Little Boy" wurde am 6. August 1945 um 8:15 Uhr Ortszeit abgeworfen. In der Stadt mit damals schätzungsweise 300.000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden unterschiedlichen Angaben zufolge zwischen 90.000 und 120.000 Menschen sofort getötet oder erlagen in den folgenden Monaten ihren Verletzungen. Etwa 90 Prozent der Häuser wurden zerstört oder stark beschädigt. Am 15. August wandte sich der japanische Kaiser Hirohito in einer Radioansprache an die Öffentlichkeit und sagte, dass Japan nun "das Unvermeidbare erdulden" und den Kampf beenden müsse. Die bedingungslose Kapitulation wurde am 2. September an Bord des US-Schlachtschiffes Missouri unterzeichnet und gilt als Ende des Zweiten Weltkriegs.“
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