• Tag 5: von Wolkenstein nach Falcade

    June 22 in Italy ☁️ 26 °C

    Ciao!
    Das Hotel war toll, aber trotzdem habe ich schlecht geschlafen. Lag es am Cappuccino, am Wein oder am Grappa? Wahrscheinlich an allem ein bisschen.
    Aber dafür spüre ich meine Oberschenkel nicht mehr. Das ist gut, denn sie scheinen den Schock vom Großglockner verdaut zu haben.
    Und so war die heutige Etappe fast wieder normal. Nach einem super leckeren Frühstück - es gab sogar Weißwürste - wurde der heute Tag geplant. Wir entschieden uns für eine neue Variante der Tour. Aber zunächst ging es klassisch die Sellaronda weiter hoch zum Sellajoch. Nach rasender Abfahrt, mussten wir wieder Höhenmeter zum Pordojjoch machen. Dafür wurden wir mit einer wunderschönen Abfahrt nach Arabba belohnt. Die Dolomiten sind auch im Sommer schön. Obwohl Montag ist, waren unglaublich viele Radfahrer unterwegs, die meisten auf Rennrädern. Da zählen unsere Leistungen als E-Biker nicht.
    Nach einer längeren Pause ging es dann weg von der Sellaronda nach Süden. Es war eine extrem lange Abfahrt am Fuße der Marmolata entlang. Erstes Ziel war Alleghe. Das war nicht nur ein Etappenort des diesjährigen Giro, es war auch Schauplatz einer Tragödie vor ein paar hundert Jahren. Da gab es einen Erdrutsch, viele Tote und als Folge staute sich ein See auf, der das ganze Dorf verschlang. Heute sieht man davon nichts mehr, nur dem See schön im Tal gelegen.
    Von Alleghe ging es auf einem abenteuerlichen Radweg weiter nach Süden. Es wurde heiß. Dann bogen wir nach Westen ab, um Falcade, unseren heutigen Zielort zu erreichen. Auf einmal wimmelte is wieder von Rennradfahrern. Wir stellten fest, dass Falcade auch das Ziel des Transalp-Rennens ist. Zum Glück hatten wir noch Zimmer bekommen. Allerdings in einem bereits etwas abgewohnten älteren Hotel. Was für ein Abstieg zu gestern. Nach verräumen des Fahrrads, duschen und waschen des Trikots, ging es noch zur Erkundung des Ortes. Doch nicht viel geboten! Aber immerhin gab es eine Gelateria mit leckerem Eis. Genau richtig bei der Hitze. Die wird uns jetzt weiter begleiten, wenn wir nach Süden aus den Bergen fahren, fürchte ich.
    Falcade sieht aus wie ein Skiort, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat. Ich kann mir vorstellen, dass es nur noch wenig Schnee hier gibt.
    Im Hotel hatten wir für zehn Euro Halbpension dazu gebucht. Dafür gab es Salatbuffet, Pasta, Hähnchen und Dessert. Nicht nur das Hotel ist aus der Zeit gefallen, sondern auch die Preise. Das Essen war sogar gut. Das Ambiente und der Service weniger.
    Na ja, man kann nicht immer Glück haben. Mal sehen was morgen kommt. Auf jeden Fall weitere Pässe .
    Buonanotte
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