• Werner Aigner
  • Werner Aigner

Alpentour - Österreich, Dolomiten, Gardasee

Auch dieses Jahr geht es mit dem Rad nach Italien. Dieses Mal weiter östlich durch die schönen Dolomiten. Viele Höhenmeter sind geplant. Ich habe vor, wieder tägliche Reiseberichte zu schreiben. Read more
  • Trip start
    June 18, 2026

    Noch 3 Tage

    June 15 in Germany ☀️ 19 °C

    Der Countdown läuft! Am Donnerstag geht es los! Heute habe ich nochmal einen Funktionstest gemacht. Circa 40 km und 500 Höhenmeter. Das Rad ist bereit, aber ob man das von dem Fahrer auch sagen kann?
    Mein Tourpartner Bernd ist heute bereits gestartet. Er fährt mit dem Rad aus seiner zweiten Heimat in der Nähe von Zürich über das Montafon und Silvretta zu unserem Treffpunkt nach Kaprun. Er hat also bereits einen krassen Trainingsvorsprung, wenn unsere gemeinsame Tour am Donnerstag startet.
    Wenn Euch interessiert, wie es mir so ergeht und wohin wir fahren - der Titel der Reise gibt ja schon einen Hinweis - dann folgt mir einfach hier. Ich plane wieder tägliche Etappenberichte.
    Bis Donnerstag!
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  • Tag 1: nach Fusch an der Großglocknerstraße

    June 18 in Austria ☁️ 26 °C

    Servus!
    Der Start ist geglückt! Ich habe mein erstes Etappenziel erreicht und meinen Radpartner Bernd getroffen!
    Radtechnisch wird keine Etappe mehr so einfach sein. Die 14 km von Kaprun auf dem Radweg in schöner Landschaft waren flach und angenehm zu fahren. Trotzdem bin ich bei der Hitze ins Schwitzen gekommen.
    Eigentlich hatte ich gehofft, dass ich schon ein paar Höhenmeter erledigen kann vor dem harten Anstieg morgen, aber dem war nicht so. Dann also morgen die volle Härte. Uiuiui…
    Die Anfahrt mit dem Auto war dagegen unentspannt. Viel Verkehr, viele Baustellen, Sperrungen! Ich wäre viel lieber mit dem Rad von zuhause gestartet, aber das ging leider nicht. Echt nervig! Na ja, jetzt habe ich das Auto in Kaprun stehen gelassen. Vielen Dank an Christian, der mir einen Parkplatz vor seinen Appartements zur Verfügung gestellt hat.
    Landschaftlich ist es hier schon wunderbar, das wissen auch die vielen Radfahrer und Motorradfahrer, die hier sind. Mal sehen, wie es mit dem Verkehr morgen wird.
    Abends war ich mit Bernd noch Essen und er hat mir von seiner Anreise aus der Schweiz erzählt. Und wir haben uns die falsche Halbzeit im WM Spiel der Schweiz angesehen.
    Morgen geht’s für mich so richtig los. Wir wollen früh los wegen der Hitze und dem Verkehr. Ziel ist Lienz. Ich freu mich!
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  • Tag 2: von Fusch nach Lienz

    June 19 in Austria ☀️ 27 °C

    Hallo!
    Gestern war ja nur leichtes Einrollen. Heute stand schon eine knackige Etappe an. Im Nachhinein muss ich sagen „zu knackig“. Um es gleich vorweg zu sagen, wir sind am Ziel angekommen. Nur wie! Vollkommen erschöpft und ausgelaugt! Vor allem ich hatte zu kämpfen.
    Gestern hatten wir noch gescherzt und eine Unterkunft in Lienz am Schlossberg gebucht. Im Giro gibt es ja auch Bergankünfte bei Etappen. Was ich vergessen hatte, wir machen nicht den Giro und ich bin alles andere nur kein Giro-Fahrer.
    So sind wir heute zum Glück früh los. Die ersten Kilometer ging es noch sanft ansteigend in das Tal hinein. Doch die Berge türmten sich immer mächtiger vor uns auf. Und dann kam der Anstieg der Großglockner Hochalpenstraße. Wir starteten in einer Höhe von ungefähr 800m und der Pass ist über 2500m hoch. Am Anfang ging es noch ganz gut, aber mit der Zeit wurden die Beine immer schwerer. Die Sonne tat ihr übriges, obwohl es noch nicht so heiß war. Der Pass war voller Radfahrer, Motorradfahrer, Autofahrer! Wobei gefühlt die Hälfte der Autos Porsches waren, neue und alte, normale und besondere! Unglaublich, was da rumfährt. Je länger wir strampelten, desto mehr wünschte ich mir, ich wäre mit dem Auto unterwegs.
    Aber nein, ich muss in meinem Alter ja noch zeigen was ich leisten kann oder besser was ich nicht mehr leisten kann.
    Rückblickend war es ein Anflug von Wahnsinn, dass wir noch zwei bergige Abstecher machen wollten. Die mussten als erstes dran glauben! So schön kann es dort gar nicht sein, sagten wir uns und entschieden und für den kürzeren Weg. Nach einer langen Pause mit vielen isotonischen Getränken und einer langen tollen Abfahrt über Heiligenblut, dachte ich, dass es überstanden ist. Weit gefehlt! Kurz vor Lienz stellte sich der Iselsbergpass in den Weg, mit dem wir beide nicht gerechnet hatten. Und es zeigte sich, dass ich das Rad zwar bergab rollen lassen konnte, aber bergauf in die Pedale zu treten, quittierten meine Oberschenkel mit Krampfattacken. Den Motor voll zuzuschalten ging nicht, weil ich eh schon Angst hatte, dass der Akku nicht reicht. So musste ich leiden und der Schlussanstieg kommt ja auch noch.
    Mit den letzten 3% im Akku schaffe ich es dann doch noch zur Moosalm, auch weil uns ein Gewitter im Nacken saß.
    Fotos gibt’s davon keine, zu erschöpft war ich!
    90 km und 2600 Höhenmeter sind definitiv zu viel für mich.
    Jetzt liege ich nach einem leckeren Abendessen satt und mit leeren Beinen im Bett und überlege was das für die nächsten Etappen bedeutet.
    So schön es landschaftlich war, der Genuss kam ein bisschen zu kurz. Das müssen wir ändern. Ihr werdet es erfahren
    Ciao für heute! Morgen geht’s nach Südtirol.
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  • Tag 3: von Lienz nach Cortina d’Ampezzo

    June 20 in Italy ☁️ 25 °C

    Salve!
    Wir sind in Italien / Südtirol! Nach dem hatten Tag gestern und der Gewittervorhersage für den Nachmittag haben wir uns für die einfache Variante entschieden. Immer noch 85 km aber keine Pässe. Wir sind den Drauradweg nach Toblach gefahren und dann den Radweg München-Venedig auf der alten Bahntrasse nach Cortina.
    Keine starken Steigungen aber meistens leicht bergauf. Bahntrasse halt. Hab meine Oberschenkel noch deutlich gespürt. Um sie zu schonen, habe ich mehr zugeschaltet als normal. Aber bitte Bernd nichts verraten. 🤫
    Landschaftlich sehr schön, aber Massen von Radlern in Pulks. Es ist ja auch Samstag. Unseren ursprünglichen Plan, über den Misurinasee zu fahren und zur Auronzohütte (nachdem ich die toölen Fotos von Simon gesehen habe), haben wir aus Wetter- und Oberschenkelgründen schnell ad Acta gelegt.
    Irgendwann fanden wir uns mitten in einem Gravel-Bike Rennen wieder. Aber zum Glück konnten wir sie gut überholen. 😂
    Na ja, die Armen hatten ja keinen Motor. Was die wohl von uns gedacht haben?
    Zehn Sekunden nach unserer Ankunft im Hotel fing es an zu schütten. Aber das macht uns nichts mehr. Schnell geduscht und auf in die Stadt. Da sitze ich nun unter einem Schirm mit meinem ersten Aperol Spritz bei angenehmen Temperaturen und warte auf Bernd.
    Wir gehen in die Pizzeria und später noch ein Eis essen. War beides ok, aber ich habe schon besseres gehabt.
    Jetzt warte ich auf das Spiel der Deutschen. Hoffentlich lohnt sich das Aufbleiben.
    Bis morgen!
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  • Tag 4: von Cortina nach Wolkenstein

    June 21 in Italy ☁️ 22 °C

    Ciao!
    Wie können die Deutschen das Spiel erst so spät entscheiden! Da war ich schon im Land der Träume, weil die Sonne und die Anstrengung so müde machen. Also Herr Nagelsmann, das nächste Mal bitte in der ersten Halbzeit.
    Nach der guten Nachricht am
    Morgen und einem gutem Frühstück in dem etwas sehr angestaubten aber sympathischen Hotel Corona, sind wir gegen halb zehn aufgebrochen, weil wieder Gewitter vorhergesagt waren.
    Es war bewölkt und fast kühl am Vormittag, als wir zum Passo Falzarego aufgebrochen sind. Auf der Abfahrt nach La Villa habe ich dann sogar eine Weste gebraucht. Heute waren zweieinhalb Pässe angesagt. Ein halber Pass deshalb, weil es dazwischen zum Glück nicht runterging. Nach dem Falzarego und dem Valparola Pass, ging es von Corvara noch über das Grödner Joch nach Wolkenstein, unserem Zielort.
    Heute haben wir alles richtig gemacht, die Etappe nicht zu lange gewählt, Höhenmeter waren es trotzdem genug. Ich muss zugeben, Bernd ist etwas (viel) fitter als ich beim Radeln, dafür bin ich die treibende Kraft beim Einkehren.
    🍺🍺
    Schlauerweise haben wir ein Hotel weiter oben im Skigebiet gewählt und sind nicht ganz runter nach Wolkenstein. Dadurch sparen wir uns morgen gleich mal Höhenmeter.
    Unser Hotel wurde über den Winter renoviert und drinnen und draußen ist alles neu! Echt eine positive Überraschung.
    Bei der Ankunft stellten wir fest, dass es einen Nachmittagssnack gibt und um 19 Uhr gibt es Sonntags noch einen Aperitif. Mitnehmen was geht!
    Wir waren schon kurz nach 15 Uhr hier und ich habe die Zeit genutzt, mal alle Radklamotten gründlicher durchzuwaschen. Die Sonne bekommt heute Zeit alles zu trocknen.
    Der Aperitif war hervorragend, man konnte sogar nachschenken und was es zu essen dazu gab, war hervorragend. Vielleicht sollten wir hier eine Nacht dranhängen? Die Versuchung ist da.
    Jetzt noch einem Grappa von der Bar während ich das schreibe und dann ins Bett.
    Bis morgen! Wir haben allerdings noch nicht entschieden, wo es morgen hingeht. Mal sehen.
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  • Tag 5: von Wolkenstein nach Falcade

    June 22 in Italy ☁️ 26 °C

    Ciao!
    Das Hotel war toll, aber trotzdem habe ich schlecht geschlafen. Lag es am Cappuccino, am Wein oder am Grappa? Wahrscheinlich an allem ein bisschen.
    Aber dafür spüre ich meine Oberschenkel nicht mehr. Das ist gut, denn sie scheinen den Schock vom Großglockner verdaut zu haben.
    Und so war die heutige Etappe fast wieder normal. Nach einem super leckeren Frühstück - es gab sogar Weißwürste - wurde der heute Tag geplant. Wir entschieden uns für eine neue Variante der Tour. Aber zunächst ging es klassisch die Sellaronda weiter hoch zum Sellajoch. Nach rasender Abfahrt, mussten wir wieder Höhenmeter zum Pordojjoch machen. Dafür wurden wir mit einer wunderschönen Abfahrt nach Arabba belohnt. Die Dolomiten sind auch im Sommer schön. Obwohl Montag ist, waren unglaublich viele Radfahrer unterwegs, die meisten auf Rennrädern. Da zählen unsere Leistungen als E-Biker nicht.
    Nach einer längeren Pause ging es dann weg von der Sellaronda nach Süden. Es war eine extrem lange Abfahrt am Fuße der Marmolata entlang. Erstes Ziel war Alleghe. Das war nicht nur ein Etappenort des diesjährigen Giro, es war auch Schauplatz einer Tragödie vor ein paar hundert Jahren. Da gab es einen Erdrutsch, viele Tote und als Folge staute sich ein See auf, der das ganze Dorf verschlang. Heute sieht man davon nichts mehr, nur dem See schön im Tal gelegen.
    Von Alleghe ging es auf einem abenteuerlichen Radweg weiter nach Süden. Es wurde heiß. Dann bogen wir nach Westen ab, um Falcade, unseren heutigen Zielort zu erreichen. Auf einmal wimmelte is wieder von Rennradfahrern. Wir stellten fest, dass Falcade auch das Ziel des Transalp-Rennens ist. Zum Glück hatten wir noch Zimmer bekommen. Allerdings in einem bereits etwas abgewohnten älteren Hotel. Was für ein Abstieg zu gestern. Nach verräumen des Fahrrads, duschen und waschen des Trikots, ging es noch zur Erkundung des Ortes. Doch nicht viel geboten! Aber immerhin gab es eine Gelateria mit leckerem Eis. Genau richtig bei der Hitze. Die wird uns jetzt weiter begleiten, wenn wir nach Süden aus den Bergen fahren, fürchte ich.
    Falcade sieht aus wie ein Skiort, der seine besten Zeiten schon lange hinter sich hat. Ich kann mir vorstellen, dass es nur noch wenig Schnee hier gibt.
    Im Hotel hatten wir für zehn Euro Halbpension dazu gebucht. Dafür gab es Salatbuffet, Pasta, Hähnchen und Dessert. Nicht nur das Hotel ist aus der Zeit gefallen, sondern auch die Preise. Das Essen war sogar gut. Das Ambiente und der Service weniger.
    Na ja, man kann nicht immer Glück haben. Mal sehen was morgen kommt. Auf jeden Fall weitere Pässe .
    Buonanotte
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  • Tag 6: von Falcade nach Feltre

    June 23 in Italy ☁️ 32 °C

    Salve!
    Es fängt gerade an zu donnern und zu regnen. Aber das macht mir nichts! Ich sitze auf der Terrasse unserer Ferienwohnung in Feltre und genieße die Abkühlung äußerlich und innerlich mit einem kühlen Peroni.
    Bisher hatten wir immer Glück mit dem Wetter. Die Gewitter zogen um uns herum und manchmal erreichten uns ein paar Tropfen. Aber das richtige Gewitter kam immer erst nach unserer Ankunft am Zielort. Hoffentlich bleibt das so - klopf, klopf, klopf !
    Die Etappe heute war irgendwie lustig! Wir kamen uns vor, als ob wir bei dem Transalp-Rennen teilnehmen würden.
    Die Strecke war nämlich dieselbe, über den Passo Valles und den Passo Rolle nach San Martino di Castrozza. Am Anfang lagen wir noch an der Spitze, danach wurden wir durchgereicht. Überall Motorräder, Versorgungsfahrzeuge und Ambulanzen.
    Der Verkehr wurde zeitweilig für „uns“ gesperrt und wir konnten mit den Rennfahrern aber fast ohne Motorräder und Autos die Pässe hochradeln. Wir schafften es sogar durch die Zieldurchfahrt, ich will aber nicht daran denken, was sich die offiziellen Teilnehmer gedacht haben.
    San Martino war sehr schön und sehr lebendig, anders als Falcade. Wir beschlossen, eine Pause zu machen und eine Pinsa zu essen. Natürlich begleitet von einem Aperol Spritz.
    Im Gegensatz zu den Rennradlern, die schon Feierabend hatten, ging es für uns noch 50 km weiter nach Feltre. Aber das war mehr ein Rollen vom Passo Rolle als richtiges Radfahren.
    Die Landschaft war wieder super und wir fanden einen geilen Radweg mit Serpentinen, einer tollen Hängebrücke, weg von der Straße. Super! Weiter unten ging es dann dafür ein paar Mal auf die Straße mit Tunnels. Das war weniger angenehm.
    Als wir den Stadtrand von Feltre erreichten, erinnerte ich mich an dem Tipp von Richard und wir stoppten noch kurz an der Gelateria dalla Corte.
    Dann die letzten Meter zu unserem Appartement. Wir haben diesmal mangels Alternativen eine Ferienwohnung für nur eine Nacht gebucht, echt günstig mit zwei Schlafzimmern und zwei Bädern.
    Zum Schluss noch in eine Osteria zu Spaghetti con cozze e vongole.
    Als es wieder aufhörte zu regnen gingen wir nach Hause. In der Stadt selber war wirklich nicht viel los. Heute war es wieder eine längere Strecke, morgen sollte es entspannter sein. Aber ich fühle mich wieder normal und heute ging es den zweiten Teil der Strecke leicht bergab. Das war hilfreich.
    Ciao, bis morgen!
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  • Tag 7: von Feltre nach Bassano di Grappa

    June 24 in Italy ☀️ 33 °C

    Salve!
    Heute geht die erste Woche zu Ende. Mir kommt es vor als bin ich schon ewig unterwegs. So viele Eindrücke, so viel Anstrengung. Denn auch wenn ich den Motor zuschalten kann, ist es schon herausfordernd. Wie das manche nur in den Beinen haben, ist mir rätselhaft.
    Heute haben wir uns in Feltre Zeit gelassen. Erst lang geschlafen, dann in eine Bar zum Frühstücken, denn wir hatten dieses Mal ein Appartement mit Küche aber kein Frühstück eingekauft. Dann los mit dem Rad und den Duomo angeschaut. Wir habe ja eine Kurzetappe vor uns, dachten wir.
    So haben wir uns erst nach zehn Uhr auf dem Weg gemacht. Ziel war - manche haben es sicher schon erwartet - Bassano del Grappa. Aber natürlich nicht der kürzeste und schon gar nicht der flachste Weg, sondern über den berühmten Monte Grappa. Wenn ich schon so viel davon trinke sollte ich auch mal oben gewesen sein.
    Wir fanden einen wunderschönen Weg, geteert aber eigentlich nicht für Autos geeignet. Rein ging es in das Valle Serena. Schön sanft ansteigend und schattig. Aber dann änderte sich der Charakter grundlegend. Aus 2% Steigung wurden 22% und das nicht nur kurzzeitig, sondern über Kilometer. Es half nichts, ich musste zuschalten und sehen wie der Akku sich leerte. Dabei waren wir noch weit vom Monte Grappa entfernt.
    Landschaftlich wunderbar aber meine Sicht wurde durch den Schweiß getrübt.
    Doch irgendwann stießen wir dann auf die Hochstraße und von da an sollte es besser werden. Aber welche Überraschung! Genau dort hatten die netten Leute von der Transalp eine Verpflegungsstation für uns aufgebaut. Die meinen es gut mit uns! Wir durften uns mit Getränken stärken und übernahmen die Führung in dem Rennen 😉. Als wir dann weiterfuhren, wurden wir von vielen überholt. Aber es war super, an allen Kreuzungen standen Helfer die uns den Weg zeigten und die den Gegenverkehr anhielten. Was für ein Service!
    So fuhren wir in guter Gesellschaft hoch zum Monte Grappa. Bernd hatte noch Energie und erkundete die Umgebung, ich eilte in die Wirtschaft und bestellte etliche Getränke auf einmal. Erst nach der Stärkung war ich in der Lage die Anlage zu besichtigen. Schon Wahnsinn, was hier vor mehr als 100 Jahren passiert ist und welches Monument man auf den Berg gestellt hat.
    Unten konnte man die Ebene sehen, aber bis Venedig konnte man nicht sehen, dafür flimmerte die Hitze zu stark. Bisher hatten wir relativ angenehme Temperaturen in den Bergen, während es zuhause ja extrem heiß war. Aber jetzt geht es raus aus den Bergen und auf der rasenden Abfahrt, die unsere Bremsen extrem forderte, wurde es heißer und heißer. Zum Glück hatten wir nur noch wenige Kilometer bis zu unserer Unterkunft.
    Und die ist auch interessant. Es ist eine Besinnungs- und Begegnungsstätte direkt an der Brenta, ein paar hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Der Empfang war nett, die Zimmer sind einfach und sauber und erinnern mich an ein Kloster. Aber was für ein Gebäude und was für ein Park!
    Nach einem Bierchen zur Stärkung gingen wir die Brenta entlang in die Stadt, über die bekannte Ponte Vecchio oder auch Ponte degli Alpini genannt und direkt ins Grappa Museum von Poli. Leider erlaubt meine Gepäck keine größeren Einkäufe.
    Dann zu der Bar, die ich schon kannte. Dort kostet der Aperol Spritz immer noch 3,50!
    Dann ging es in die Trattoria Veneziana zu einem super Essen - für Insider - besser als beim da Umberto.
    Nach einem leckeren Eis aus einer der vielen Gelaterias ging es dann wieder ins Hotel.
    Dort sitze ich jetzt in der Bar und höre Live-Musik von jungen Bands. Mal sehen, wie lange das geht, mein Zimmer liegt genau im Schallkegel.
    Morgen gibt es eine einfache Etappe (hoffentlich täusche ich mich diesmal nicht).
    Buonanotte
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  • Tag 8: von Bassano del Grappa nach Posina

    June 25 in Italy ☁️ 27 °C

    Salve!
    Wir sind in Posina angekommen. Wenn ihr davon noch nie gehört habt, kein Wunder. Heute war ein Transfertag, der uns möglichst nahe an unsere morgige Spezialetappe bringen soll.
    Entsprechend wenig gibt es zu berichten. Es war richtig heiß heute, aber das spürt ihr ja gerade am eigenen Leib.
    Wir haben uns morgens Zeit gelassen, ausgeschlafen, gefrühstückt, nochmal geduscht, das Rad gepackt und sind erst nach zehn aus Bassano raus. Es ging nach Westen, zunächst auf einer belebten Straße, später dann auf einem Radweg daneben. Irgendwann suchten wir uns kleinere Straßen und fuhren durch die Ortschaften von denen speziell Marostica mit seiner Riesen-Burganlage und der Vorbereitung auf eine Konzertwoche herausstach. Weiter ging es flach aber jetzt teilweise auch über Feldwege nach Caltrano. Dort gab es eine positive Überraschung in Form eines Radweges auf einer alten Bahntrasse ins Astica-Tal hinein. Der oder die Astico ist ein kleiner Fluss mit vielen Gumpen, Stromschnellen, Felsen - sehr schön. Da aber ein Gewitter in der Nähe war, verkneiften (verkniffen?) wir uns ein Bad und biegen ab in Richtung unseres Etappenziels. Die letzten zehn Kilometer ging es in ein enges Tal hinein, bis wir beim letzten Ort, eben Posina ankamen. Die Albergo ist eine positive Überraschung. Nette Leute, leckeres Essen (Spezialität sind Gnocchi), schönes Zimmer (leider ohne Klima viel zu heiß).
    Ansonsten ist hier nicht viel geboten. Ich hoffe, die Deutschen bieten uns dafür im Fußball etwas!
    Warum sind wir hier? Weil es morgen eine schwere und lange Etappe geben wird, mit vielen Höhenmetern. Wir wollten so nahe wie möglich an den Anstieg ranfahren, damit wir das morgen früh noch bei erträglicheren Temperaturen bewältigen können.
    Alles weitere dann morgen. Ein Tipp ist in den Fotos versteckt.
    Ciao!
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  • Tag 9: von Posina nach Limone sul Garda

    June 26 in Italy ☀️ 31 °C

    Ciao!
    Heute war es wie erwartet sehr anstrengend. Wir sind 100 km gefahren und haben mehr als 2200
    Höhenmeter eingebaut. Unser Ziel war heute der Lago und wir hatten eine Unterkunft in Limone gebucht.
    Da mussten wir hin!
    Aber ich hatte mir auch noch zwei Höhepunkte für heute vorgenommen, die Strada degli Scarubbi, die auf den Monte Pasubio auf über 1900m führt und die Strada dei Eroi, die Heldenstraße wieder runter. Beides Schotterstraßen der extremen Art aus dem ersten Weltkrieg. Und wie es so ist, manche Helden fallen. Aber der Reihe nach. Um zur Strada degli Scarubbi zu gelangen mussten wir zuerst auf den Passo Xomo rauf, auch das schon nicht ohne. Dann ging es weiter hoch zur Strada dei 52 Gallerie (Straße der 52 Tunnel), die für Radfahrer verboten ist (auch schieben). Das wäre auch wirklich zu gefährlich. Schaut es euch auf YouTube mal an.
    Dort startete sie dann und es hing fast weitere zehn Kilometer nur bergauf bei losem Schotter. Wirklich nicht einfach zu fahren.
    Lange Zeit fühlten wir uns alleine, aber oben an der Hütte waren dann doch einige Radfahrer und Wanderer.
    Wir machten eine Pause und stärkten uns für die Abfahrt. Ich hab mal versucht, einen Eindruck zu geben, aber es ist schon nicht ohne zu filmen und einhändig zu bremsen und zu lenken, wenn es neben dir ohne Leitplanke mehrere hundert Meter runtergeht. Verzeiht also meine Wackler.
    Und dann passierte es, in einer Kurve fuhr ich in losen Schotter und das Vorderrad rutschte weg. Und ich fand mich auf dem
    Boden unter meinem Fahrrad wieder. Nicht viel passiert, dem Rad gar nichts und ich eine kleine Schürfwunde am linken Knie und am rechten kleinen Finger. Zum
    Glück war ich sehr vorsichtig und sehr langsam unterwegs. Schon hatte die Straße wieder einen Helden fallen gesehen.
    Zum Glück kamen wir dann bald wieder auf die Teerstraße nach Rovereto und wir konnten Kilometer machen, denn wir hatten streckenmäßig den größten Teil noch vor uns.
    Eigentlich sollte es fast immer bergab gehen nach Rovereto, aber es waren doch einige heftige Anstiege dabei. Gut, dass ich Akku gespart habe,denn ich brauche in Rovereto noch 20% wenn sicher nach Limone kommen will.
    Endlich kam Rovereto, runter an die Etsch, unter der Autobahn durch und rauf zum See. Wie viel Keaft man bei der Hitze entwickeln kann, wenn man den See fast schon spüren kann.
    In Nago wollte ich den neuen Radweg ausprobieren, er geht von dem großen Kreisverkehr weg. Echt ein super Radweg! Toller Blick auf Torbole! Doch anstatt uns dahin zu bringen macht er einen Schlenker nach Arco! So ein Unsinn! Nach Arco und wieder vor sind mindestens zehn Kilometer Umweg. Fluchend fuhren wir dann zurück nach Torbole. Dann nach Riva und weiter nach Limone, zum Schluss auf dem neuen Radweg, der über dem See hängt.
    Es war viel los, vor allem am Strand lag alles dicht an dicht. Warum das an Ostern ganz anders ist?
    Dieses Mal haben wir ein Appartement mit Schlafzimmer und Schlafcouch gebucht. Seeblick, zwei große Terrassen, modern, aber nur ein Bad, dafür mit Waschmaschine. Die ist auch schon gelaufen, meine Radklamotten sahen gar nicht gut aus nach dem Sturz.
    Jetzt waren wir noch in der Stadt am Hafen beim Essen. Zu mehr sind wir nicht mehr in der Lage, deshalb sage ich jetzt auch „Buonnanotte“!
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  • Tag 10: Ruhetag

    June 27 in Italy ☁️ 31 °C

    Ein entspanntes Hallo allerseits!
    Heute mal keine Strecke gemacht, nicht in die Pedale getreten, sondern ausgeschlafen, eingekauft, gefrühstückt, herumgelungert, gedöst, getrunken und trotzdem geschwitzt.
    Damit wäre auch schon fast alles gesagt. Wir waren faul bei der Hitze.
    Die Wohnung ist sehr schön, vielleicht etwas weit weg vom Strand, dafür aber mit hervorragender Infrastruktur. Die drei Gebäude vor uns sind ein Supermarkt, ein toller Gemüsehandel und eine tolle Pizzeria.
    Ich war heute drei Mal einkaufen und habe Getränke geholt. Was ich alles trinke! Aber es verdunstet sofort!
    Abends waren wir noch in Limone auf ein Eis. Mal sehen, ob wir uns morgen aufraffen können.
    Gute Nacht!
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  • Tag 11: Rundtour Strada della Forra

    June 28 in Italy ☁️ 31 °C

    Salve!
    Heute wieder auf‘s Rad! Ich wollte schon lange mal die Strada della Forra mit dem Rad fahren und habe die Gelegenheit genutzt, diese Straße Bernd zu zeigen. Sehr schön! Mit dem Auto bekommt man vieles nicht so mit.
    Und weil wir schon oben waren, sind wir zur Terrazza del brivido, der Angstterrasse gefahren, die weit über dem Abgrund höngt. Nach einem Espresso in der Bar ging es von Tremosine weiter nach Tignale zur Madonna di Montecastello, einem Kloster, das genial über dem Gardasee liegt. Dort habe ich mir in der Bar einen Aperol Spritz bestellt, damit ich mich auf die bevorstehende Abfahrt einstellen kann.
    Wir sind dann noch durch Oldesio durchgefahren, wo wir vor Jahren öfter in Urlaub waren, an der Pizzeria Apollo 11 vorbei. Dann ging es runter an den See in einer langen Abfahrt. Unten angekommen, haben wir die Uferstraße genommen, um nach Limone zurück zu fahren. Allerdings waren da einige sehr lange Tunnels, die und nicht besonders gefielen. Wir kamen auf die Idee die Strada della Forra nochmal hochzuradeln und dann von Tignale nach Limone abzufahren. Mit Motor ist das kein Problem und so haben wir noch einen sehr schönen Schlenker eingebaut.
    Wir waren relativ früh wieder zurück in der Wohnung und haben uns noch Penne alla Pomodoro gemacht, weil dafür alles vom Vermieter bereitgestellt worden war. Sehr lecker.
    Abends noch zum Essen (ein Reinfall würde ich sagen) und dann nach Hause.
    Morgen wird unser letzter Tag am See sein und wir wollen mit dem Schiff ans andere Ufer. Ich möchte Bernd noch ein paar Impressionen vom See vermitteln und vielleicht beim Umberto Mittagessen, aber ich vermute, er hat montags zu.
    Ciao!
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  • Tag 12: zum Punta Larici

    June 29 in Italy ⛅ 33 °C

    Planänderung!
    Eigentlich wollte ich Bernd die Ortschaften am anderen Ufer zeigen und am Hafen von Casteletto was trinken. Aber Bernd musste heute einen Arbeitstag einlegen und konnte nicht radeln.
    Dann kann ich ja was Neues erkunden. Erst dachte ich an den berühmten Tremalzo-Pass, aber das war dann doch zu viel für heute. Ich bin dann auf der Straße nach Riva del Garda gefahren. Dort wird an vielen Stellen der Radweg gebaut. Aber noch muss man durch die Tunnels bis auf den letzten, dort gibt es einen Luxusradweg mit eigenem Tunnel.
    Dann ging es auf die Ponalestraße. Die habe ich zwar Ostern schon mit Elke gemacht. Damals sind wir zum Ledrosee gefahren. Das ist auch sehr schön gewesen, aber diesmal bin ich bei den Serpentinen abgebogen in Richtung Pregasio. Ein wunderschöner Weg mit vielen Aussichten. Hinter Pregasio ging es dann in den Wald hinein und kilometerlang hoch. Ich war allein unterwegs und irgendwann fiel mir ein, dass es hier Bären geben könnte. Ich beobachte von nun an die Umgebung genauer. Auf einmal traf ich aber auf einige Radfahrer, alles sicher also!
    Nach langer Fahrt im Wald kam ich auf fast 900m Höhe raus auf eine Wiese mit wunderbarem Blick auf den See. Überall standen Räder abgestellt. Also stellte ich meines auch ab und machte mich auf den Wanderweg zum Punta Larici. Der Hammer! Du steigst da rauf und der ganze See liegt vor dir.
    So einen Blick hatte ich noch nie glaube ich.
    Ich habe ja normalerweise keine Höhenangst, aber auf dem Plateau wurde mir leicht schummrig. Ich habe mich nicht ganz an den Rand getraut. Wirklich ein super Platz.
    Ich habe dann überlegt, ob ich noch weiter rauf radeln sollte, aber besser konnte es einfach nicht werden (und dann war da noch der Gedanke an die Bären).
    Also runter nach Pregasina, vorsichtig bei dem Schotter. Jetzt kamen mir auch etliche Radfahrer und Wanderer entgegen.
    Dann Einkehr bei Radler und Bruschetta. Nach der Stärkung ging es runter nach Riva und zurück nach Limone.
    Der Ausflug war nicht so lang aber durchaus fordernd. Ausruhen in der Wohnung war angesagt.
    Jetzt habe ich mir ein Bierchen aufgemacht und warte mit Bernd auf das Deutschlandspiel.
    Morgen geht’s weg vom Gardasee. Wir haben eine lange Etappe geplant. Hoffentlich verschonen uns die Gewitter, die nachmittags immer aufziehen. Bisher hatten wir Glück.
    Ciao!
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  • Tag 13: von Limone nach Kaltern

    June 30 in Italy ☁️ 31 °C

    Servus!
    Die Rückfahrt hat begonnen! Ciao Lago, schön war’s wieder!
    Heute haben wir uns eine Streckenetappe vorgenommen. Mehr als 120 km nach Kaltern an der Weinstraße. Ich dachte, es sei eine Flachetappe, aber wir haben die Strecke über Arco und den Toblinosee nach Trento gewählt. Was mir nicht klar war, mit dem Auto gibt es da einen Tunnel, aber uns leitete Komoot und auch Google Maps über den Monte Bodone. Ich habe ein paarmal geflucht und hatte Bernd schon im Verdacht, dass er einen Pass eingebaut hat, ohne es mir zu sagen. Aber dem war nicht so. Mein Navi zeigte es leider genauso an und ich hatte mindestens die Hälfte selber Schuld daran.
    Aber irgendwann war es geschafft. Oben haben wir dann das Warnschild wegen der Bären gesehen. Wir waren zum Glück aber auf öffentlichen Straßen unterwegs.
    Ich war froh, keinen zu Gesicht bekommen zu haben, ich bin ja nicht auf Safari. In Serpentinen ging es dann runter nach Trento, wo wir dem Stadtzentrum einen Besuch abstatteten und eine verdiente Pause machen. Allerdings waren erst weniger als die Hälfte der Strecke geschafft. Von nun an ging es flach an der Etsch und der Brennerautobahn entlang in Richtung Bozen. Ihr kennt das Panorama ja von euren Fahrten.
    Es war ein gut ausgebauter Radweg und wir fuhren fast in Trance. Die letzten Kilometer bogen wir ab und fuhren am Kalterer See vorbei nach Kaltern an der Weinstraße. Eine wirklich schöne Landschaft und ein wunderschöner Ort. Ich wohne im Weißen Rössl, dem ältesten Gasthaus am Marktplatz. Sehr urig! Unglaubliche Gewölbe und alte Möbel, zum Glück nicht in den Zimmern. Das Abendessen war auch hervorragend. Es gab Zwiebelrostbraten statt Pasta oder Pizza.
    Jetzt sitze ich hier bei einem Viertel Weißburgunder aus der Gegend und genieße die Stimmung.
    Morgen geht’s nach Meran, ein Katzensprung, aber die Wettervorhersage ist erstmals nicht gut. Morgen ist der letzte Tag mit Bernd. Übermorgen werden wir in verschiedene Richtungen aufbrechen, er nach Westen in die Schweiz und ich nach Österreich zu meinem Auto. Das sind dann noch ein paar Etappen.
    Bis morgen!
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  • Tag 14: von Kaltern nach Meran

    July 1 in Italy 🌧 21 °C

    Hallo!
    Nach einer heißen Nacht unterm Dach und einem guten Frühstück, sind wir relativ gemütlich zu unserer letzten gemeinsamen Etappe aufgebrochen.
    Das Wetter war herrlich, die Etappe kurz und einfach, da es nur auf alten Bahnstrecken mit Tunnels und am Fluss entlang ging.
    Aber das war auch gut so. Denn ab Mittag war eine große Gewitterfront angesagt. Wir kamen noch trocken an, an der Villa Bavaria. Beim Verräumen des Rades hörten wir den ersten Donner und nach dem Einchecken fing es an zu regnen. Also leider keine Erholung am Pool, schade!
    Hier gab es in den letzten Tagen schon heftige Unwetter. Schloss Trauttmansdorf ist gesperrt, Hafling ist wegen eines Erdrutsches nicht zu erreichen. Was hatten wir bisher für Wetterglück auf der Reise.
    Das Hotel kannte ich von meiner ersten Radtour vor zwei Jahren. Es war das beste auf der Reise damals und ich wollte wieder her. Hat sich gelohnt.
    Bei nachlassendem Regen gingen wir noch durch die Stadt. Als wir mit dem Rad durchgefahren sind, war sie voller Menschen, jetzt war sie leer. Bis wir die Laubengasse erreichten. Mit ihren überdachten Fußgängerwegen kann man da super shoppen oder einen Espresso trinken ohne nass zu werden. Und ich dachte immer, diese Laubengänge dienen dazu, bei der Hitze Schatten zu spenden. Die Architekten (Bauingenieure?) hatten damals oft einfache, effiziente und superschöne Lösungen.
    Danach ging es ins Zimmer zum Ausruhen und anschließend zum Abendessen. Sehr lecker!
    Morgen nach dem Frühstück trennen sich unserer Wege. Schön war es, zu zweit zu fahren.
    Gute Nacht!
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  • Tag 15: Meran - Dorf Tirol - Schenna - Meran

    July 2 in Italy ☀️ 30 °C

    Servus!
    Die dritte Woche der Tour hat begonnen. Nach einem leckeren Frühstück haben Bernd und ich uns verabschiedet. Es waren tolle zwei Wochen. Er fährt über den Ofenpass in die Schweiz, während ich Richtung Österreich aufbrechen werde. Aber erst mal habe ich mich für einen Verlängerungstag in Meran entschieden. Ich möchte das Hotel genießen, Meran bei Sonne einen Besuch abstatten und natürlich eine Radtour einbauen.
    Jetzt ist es Abend und ich habe alles von meinem Plänen erledigt. Nach dem Frühstück ging es aufs Rad und erst mal nach Dorf Tirol und zum Schloss Tirol. Der erste Berg heute, aber eher ein Hügel. Dann ging es weiter das Passeiertal nach hinten. Echt schöner Radweg. Da dieser auch morgen auf dem Programm steht biege ich in die Berge ab. Mir war es gar nicht bewusst, dass es so hoch hinauf geht. Ein gutes Training für morgen. Nach einer kurzen Pause mit Radler bei wunderbarer Aussicht ging es hinab nach Schenna. Das wollte ich mir auch mal ansehen, weil ich viele kenne, die dort Urlaub machen. Schöner Ort und unglaublich viele Hotels.
    Um 15 Uhr war ich wieder am Hotel. Zeit den Pool auszunutzen und zu relaxen. Dann nach Meran. Erst den Tappeinerweg mit Aussicht und dann nochmal durchs Zentrum. Bei Sonne doch noch viel schöner.
    Jetzt habe ich das Abendessen im Hotel genossen und sitze in der Bar und sehe mir die Österreicher gegen Spanien an. Mal sehen, wie sie sich schlagen. Mit Sicherheit besser als die Deutschen.
    Morgen geht’s nach Sterzing über den Jaufenpass. Das geht nochmal auf über 2000m. Früh starten ist angesagt.
    Gute Nacht!
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  • Tag 16: von Meran nach Sterzing

    July 3 in Italy ⛅ 23 °C

    Servus!
    Heute stand nochmal eine sehr schwere Etappe an, nicht von der Länge her, aber von den Höhenmetern.
    Der Tag begann entspannt bei einem sehr guten Frühstück und ohne Zeitdruck. Die Wettervorhersage zeigte ein paar Schauer, die sich verziehen sollten.
    Um kurz nach zehn ging es dann los. Im Prinzip war die Etappe dreigeteilt. Die ersten 20 km nach St. Leonhard in Passeier waren ein toller Radweg ziemlich flach an der Passer entlang. Im Prinzip wie die Radwege bei uns nur mit anderem Panorama. Easy also, wenn ich nur nicht Akku sparen müsste für den Anstieg. Das hat meine Durchschnittsgeschwindigkeit reduziert. Denn die zweiten 20km ging es immer bergauf von ca 400m auf 2100m zum Jaufenpass. Das zog sich, aber schließlich war es geschafft. Ich denke, das ist schon der Trainingseffekt. Oben war es heute aber extrem windig und kalt - sicher weniger als 10 Grad.
    Deshalb nur kurzer Fotostopp und die dritten 20km Abfahrt nach Sterzing in Angriff genommen. Mit jeder Kurve, mit jeder Serpentine wurde es wieder wärmer. Gottseidank! Die letzten zwei Kilometer waren ein leichtes Hineinrollen nach Sterzing zum Hotel. Während die ersten 20 km weniger als 90 min gedauert haben, die zweiten zwanzig dann zweieinhalb Stunden, hat die Abfahrt nur etwa 30 min gedauert, ohne dass ich gerast wäre.
    Radfahrer habe ich übrigens mur wenige gesehen, der Pass war voll in der Hand der Motorradfahrer.
    In Sterzing eingecheckt und in die schöne kleine Stadt gelaufen. Dort war viel los. Ich hab trotzdem einen Platz in einer Bar gefunden und den obligatorischen Aperol Spritz bestellt. Zufälligerweise war das auf dem Hauptplatz. Da waren viele Fotografen unterwegs. Es war der erste Tag des World Bodypainting Festivals, was immer das „World“ auch bedeutet. Models wurden bemalt und präsentiert. Ob das extra für die vorwiegend männlichen Radtouristen gemacht wird? Ich habe keine männlichen Models gesehen. 😉
    Dann zurück zum Hotel zum Abendessen, denn es hatte ganz gute Bewertungen. Na ja!
    Morgen geht’s nach Österreich. Die Tour geht langsam zu Ende.
    Gute Nacht!
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  • Tag 17: von Sterzing nach Hall in Tirol

    July 4 in Austria ☀️ 27 °C

    Ciao Italia, hello Austria!
    Die Radtour ist auf der Zielgeraden. Ich bin in Österreich angekommen Gott sei Dank sind diese auch im 16.tel Finale ausgeschieden, sonst könnte ich mir als Piefke einiges anhören.
    Heute stand ich vor der Wahl. Ich konnte entweder über das Pfitscher Joch direkt in das Zillertal fahren oder ich fahr über den Brenner nach Innsbruck und weiter. Ich habe mich für Letzteres entschieden, obwohl die andere Tour schon verlockend gewesen wäre. Allerdings wäre das eine Hochgebirges-Tour gewesen und die wollte ich dann doch nicht alleine machen. Wer weiß, was da passieren kann. Also rauf zum Brenner; auf der italienischen Seite, ein wunderbarer Radweg auf einer alten Bahntrasse. Man merkte gar nicht, dass man einen Pass fährt. Zügig ging es nach oben am Brenner selber war Markt auf der italienischen Seite und viel los. Ich bin dann weiter an der Baustelle der Luegbrücke vorbei ins Wipptal. Leider waren die ersten 10 km bergab auf der Bundesstraße bei viel Verkehr. So kann ich den Radweg München-Venedig eigentlich nicht empfehlen. Danach ging es doch wieder auf kleinen Straßen und Radwegen durch schöne Landschaft. Die Autobahn sah man von weitem, aber sie störte gar nicht so sehr, wie ich mir gedacht hätte.
    So rollte ich recht entspannt nach Innsbruck hinunter und hinein. Ich wollte mir mal das Zentrum ansehen. Es ging auf Radwegen hinein und plötzlich war ich wieder mitten in einem Rennen. Alles abgesperrt wegen Stadtmarathon und alles voller Leute. Super, ich hatte keine Autos, musste aber das Rad durch die schönen Gassen schieben. Innsbruck gefiel mir echt gut. Viel los, viele Kneipen, schöne Gebäude, schöne Einkaufsstraße. Einen Besuch wert.
    Meine Etappe war aber noch nicht zu Ende. Es ging 10 km am Inn entlang weiter bis nach Hall in Tirol. Ein echtes Kleinod. Super Altstadt, nette Cafes und weniger Leute. Entspannter. Ich bin im Goldenen Engel untergekommen, dem historischen Gasthaus hier mit angegliedertem Augustiner Biergarten. Das Hotel ist super und die Zimmer haben sogar Klimaanlage. Gut, weil es schon wieder heiß geworden ist. Nach einem deftigen Schweinsbraten im Augustiner ging es noch eine abendliche Runde durch die Stadt.
    Morgen geht’s dann weiter ins Zillertal.
    Gute Nacht!
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  • Tag 18: von Hall nach Gerlos

    July 5 in Austria ☁️ 20 °C

    Servus!
    Vorletzte Etappe! Nach einem guten Frühstück in historischen Räumlichkeiten, ging es bereits kurz nach 9 Uhr los. Heute war es deutlich kühler und bewölkter als gestern und die Wolken sollten noch mehr werden. Ideales Radfahrwetter auch weil kein Wind war.
    Auf gut ausgebauten Radwegen ging es zunächst das Inntal entlang. Nach 20 Minuten beschloss ich einen kurzen Abstecher zu den Svarowski Kristallwelten in Wattens zu machen. Der Eingangsbereich ist sehr schön angelegt, reinzugehen war mir dann nicht so wichtig.
    Stattdessen wieder an den Inn und Kilometer fressen. Heute habe ich den Trainingseffekt gespürt glaube ich. Ich bin auf alle Fälle sehr flott unterwegs gewesen, ohne dass es nötig gewesen wäre.
    Bei Jenbach sah ich die Abzweigung zum Achensee. Ich könnte heute Abend auch am Tegernsee sitzen, wenn mein Auto nicht in Kaprun wäre.
    Kurz danach ging es in das Zillertal hinein. Das Radwegenetz hier ist super ausgebaut und beschildert.
    Es ging ganz flach weiter bis Zell am Ziller. Das könnte die früheste Etappenankunft werden und ich dachte darüber nach, diese zu verlängern. Leider konnte ich aber die Unterkunft nicht stornieren.
    Also den Berg rauf nach Gerlos! Langsam zwar, aber auch kein Problem. Es wurde kühler und ich brauchte die Weste. Ich kam ohne nass zu werden an. Das Zimmer war schon fertig, ich konnte gleich duschen und wie in einem Skigebiet üblich, gab es noch eine gute Jause am Nachmittag.
    Gerlos ist im Sommer ein Wander- und Radparadies. Man kann die Seilbahnen benutzen, zu den Hütten laufen oder im Ort in die Kneipen gehen. Bisher war ich nur im Winter hier. Sieht schon anders aus im Sommer. Aber wie im Winter haben hier die Bedienungen einen holländischen Akzent.
    Nach der Jause ging es aufs Zimmer (es tröpfelte leicht) und ich sah mir meine Kollegen auf der Tour de France an, wie sie durch Barcelona rasten. Der Unterschied zu mir ist trotz meines Trainings gewaltig. Das muss am Windschatten und den Versorgungsfahrzeugen liegen. Ich muss ja auf beides verzichten.
    Apropos Versorgung, heute habe ich Halbpension gebucht, weil es verhältnismäßig günstig war. Zumindest nach der Etappe stimmt das dann mit der Verpflegung.
    Mein Zimmer hier ist riesig mit großem Bad und Balkon, nicht schlecht. MeinRad steht im Skikeller, der auch im Sommer so riecht. Es hängen aber auch noch Skischuhe drin.
    Abends begann es zu schütten, ich hoffe, das ist bis morgen Vormittag durchgezogen.
    Morgen geht’s zum Auto und nach Hause. Es könnte eine erste Regenetappe werden und windig laut Wetterbericht. Bisher hatten wir super Glück mit dem Wetter. Sollte das jetzt vorbei sein? Mal sehen! Wenn es ganz schlimm kommt, verlängere ich eine Nacht und mache morgen Wellness.
    Gute Nacht!
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  • Tag 19: von Gerlos nach Kaprun

    July 6 in Austria ☁️ 22 °C

    Geschafft! Die Runde ist beendet, ich bin wieder am Ausgangspunkt in Kaprun angekommen. Hab mein Auto gefunden und konnte es auch aufsperren. Auf der Fahrt heute hatte ich des öfteren daran gedacht, was wäre, wenn der Schlüssel die Strapazen der fast drei Wochen nicht überstanden hätte. Umsonst Sorgen gemacht!
    Heute früh hatte es, wie erwartet, geschüttet. Habe schon mit einer weiteren Nacht in Gerlos spekuliert. Aber die Vorhersage zeigte Besserung ab Mittag. Also vielleicht doch später Aufbruch? Ich wollte eigentlich keinen Tag dranhängen.
    Genauso kam es. Der Regen hörte auf und gegen 11 fing die Straße an abzutrocknen und die Wolken waren nicht mehr ganz so dunkel.
    Also ausgecheckt, aufs Rad und los.
    Erst ging es noch weiter hoch auf die Gerlosplatte. Es war empfindlich kalt, aber ich wollte aus Prinzip nicht die warmen Sachen auspacken, die ich bisher noch nicht gebraucht hatte.
    Runter ging es auf einer wunderschönen Serpentinenstrecke nach Kimml zu den berühmten Wasserfällen. Sehr beeindruckend. Dort beginnt auch der Tauernradweg, den ich dann bis Kaprun fahren musste. Es wurde flach und im Tal auch ein bisschen wärmer. Es ging jetzt darum die Kilometer abzuspulen.
    Um 16 Uhr endlich tauchte Kaprun auf und ich kam am Auto an. Vor der Heimfahrt war noch eine letzte Einkehr angesagt. Ohne Alkohol, denn ich musste ja noch fahren.
    Das war es dann! Keine Fotos von einem verschwitzten alten Mann in blauem Trikot mehr! Übrigens habe ich das jeden Tag gewaschen, denn sonst hätte ich mich selber nicht mehr riechen können.
    Vielen Dank an alle, die meine Tour mitverfolgt haben. Es war schön euer Interesse zu sehen und Likes zu bekommen.
    Bis irgendwann mal wieder!
    Werner
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    Trip end
    July 6, 2026