• Tag 7: von Feltre nach Bassano di Grappa

    June 24 in Italy ☀️ 33 °C

    Salve!
    Heute geht die erste Woche zu Ende. Mir kommt es vor als bin ich schon ewig unterwegs. So viele Eindrücke, so viel Anstrengung. Denn auch wenn ich den Motor zuschalten kann, ist es schon herausfordernd. Wie das manche nur in den Beinen haben, ist mir rätselhaft.
    Heute haben wir uns in Feltre Zeit gelassen. Erst lang geschlafen, dann in eine Bar zum Frühstücken, denn wir hatten dieses Mal ein Appartement mit Küche aber kein Frühstück eingekauft. Dann los mit dem Rad und den Duomo angeschaut. Wir habe ja eine Kurzetappe vor uns, dachten wir.
    So haben wir uns erst nach zehn Uhr auf dem Weg gemacht. Ziel war - manche haben es sicher schon erwartet - Bassano del Grappa. Aber natürlich nicht der kürzeste und schon gar nicht der flachste Weg, sondern über den berühmten Monte Grappa. Wenn ich schon so viel davon trinke sollte ich auch mal oben gewesen sein.
    Wir fanden einen wunderschönen Weg, geteert aber eigentlich nicht für Autos geeignet. Rein ging es in das Valle Serena. Schön sanft ansteigend und schattig. Aber dann änderte sich der Charakter grundlegend. Aus 2% Steigung wurden 22% und das nicht nur kurzzeitig, sondern über Kilometer. Es half nichts, ich musste zuschalten und sehen wie der Akku sich leerte. Dabei waren wir noch weit vom Monte Grappa entfernt.
    Landschaftlich wunderbar aber meine Sicht wurde durch den Schweiß getrübt.
    Doch irgendwann stießen wir dann auf die Hochstraße und von da an sollte es besser werden. Aber welche Überraschung! Genau dort hatten die netten Leute von der Transalp eine Verpflegungsstation für uns aufgebaut. Die meinen es gut mit uns! Wir durften uns mit Getränken stärken und übernahmen die Führung in dem Rennen 😉. Als wir dann weiterfuhren, wurden wir von vielen überholt. Aber es war super, an allen Kreuzungen standen Helfer die uns den Weg zeigten und die den Gegenverkehr anhielten. Was für ein Service!
    So fuhren wir in guter Gesellschaft hoch zum Monte Grappa. Bernd hatte noch Energie und erkundete die Umgebung, ich eilte in die Wirtschaft und bestellte etliche Getränke auf einmal. Erst nach der Stärkung war ich in der Lage die Anlage zu besichtigen. Schon Wahnsinn, was hier vor mehr als 100 Jahren passiert ist und welches Monument man auf den Berg gestellt hat.
    Unten konnte man die Ebene sehen, aber bis Venedig konnte man nicht sehen, dafür flimmerte die Hitze zu stark. Bisher hatten wir relativ angenehme Temperaturen in den Bergen, während es zuhause ja extrem heiß war. Aber jetzt geht es raus aus den Bergen und auf der rasenden Abfahrt, die unsere Bremsen extrem forderte, wurde es heißer und heißer. Zum Glück hatten wir nur noch wenige Kilometer bis zu unserer Unterkunft.
    Und die ist auch interessant. Es ist eine Besinnungs- und Begegnungsstätte direkt an der Brenta, ein paar hundert Meter vom Stadtzentrum entfernt. Der Empfang war nett, die Zimmer sind einfach und sauber und erinnern mich an ein Kloster. Aber was für ein Gebäude und was für ein Park!
    Nach einem Bierchen zur Stärkung gingen wir die Brenta entlang in die Stadt, über die bekannte Ponte Vecchio oder auch Ponte degli Alpini genannt und direkt ins Grappa Museum von Poli. Leider erlaubt meine Gepäck keine größeren Einkäufe.
    Dann zu der Bar, die ich schon kannte. Dort kostet der Aperol Spritz immer noch 3,50!
    Dann ging es in die Trattoria Veneziana zu einem super Essen - für Insider - besser als beim da Umberto.
    Nach einem leckeren Eis aus einer der vielen Gelaterias ging es dann wieder ins Hotel.
    Dort sitze ich jetzt in der Bar und höre Live-Musik von jungen Bands. Mal sehen, wie lange das geht, mein Zimmer liegt genau im Schallkegel.
    Morgen gibt es eine einfache Etappe (hoffentlich täusche ich mich diesmal nicht).
    Buonanotte
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