Tag 10: Stone Town, Gewürze und Meer
August 28 in Tanzania
⛅ 28 °C
Jambo, jambo!
Zanzibar! Für viele ein Traumziel für Erholung am indischen Ozean, auch für uns. Aber auch ein Ort mit furchtbarer Geschichte. Zanzibar und speziell Stone Town war das Zentrum des Sklavenhandels im Osten Afrikas. Welch unvorstellbare Gräuel da noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts passiert sind, möchte ich mir gar nicht vorstellen.
Doch nach dem leckeren Luxus-Frühstück frühmorgens auf der Terrasse des Hotels mit Blick auf den Ozean tauchten wir ein in die Altstadt und ihre Geschichte. Stone Town heißt so, weil die Gebäude aus Stein bzw. Korallen gebaut worden sind. Obwohl die gesamte Altstadt Weltkulturerbe ist, sind viele Gebäude kaputt, wie uns Hassan erklärt. So zum Beispiel der Sultanspalast oder das Haus der Wunder, das so heißt, weil es noch vor 1900 elektrifiziert war und sogar einen Aufzug besaß. An dem wird immerhin gearbeitet. Vielleicht geschieht ja nochmal ein Wunder und es wird renoviert, meinte Hassan.
Einige wenige Gebäude, wie das alte englische Konsulat oder Hotels sind renoviert und zeigen ihre orientalische Schönheit. Dazwischen gibt es viele kleine Geschäfte und wir bummeln durch die Gassen. Hassan musste zusehen, wie jeder in der Gruppe in ein Geschäft verschwand und einkaufte. Ich glaube, er hat schon früh gemerkt, dass die geplanten Termine schwer einzuhalten sein werden.
Seine Führung war sehr gut! Er machte trotzdem nur wenig Druck. Eines der ersten Ziele war das Geburtshaus von Freddy Mercury, an dem eine Gedenktafel hängt und in dem sich ein kleines Museum über ihn befindet. Er lebte aber nur kurz auf Zanzibar.
Weiter ging es zum Sklavenmarkt, neben dem sich eine anglikanische Kirche befindet. Wir hören von Livingstone, der hier gelebt hat und Jahrzehnte gegen die Praxis der Sklaverei gekämpft hat. Dann geht’s zur Ausstellung im Sklavenmarkt und in die niedrigen Keller, in denen die Menschen zusammengepfercht wurden. Unvorstellbar! Wir waren danach alle erst mal ziemlich schweigsam. Das nächste Ziel war der Fischmarkt. Überall kleine und große Fische, Oktopusse, Krabben, Garnelen. Aber alles bei normalen Temperaturen, nirgends ist Eis oder Kühlung zu sehen. Es riecht sehr intensiv. Übrigens genauso daneben im Fleischmarkt. Als Deutscher sieht man da schon die Salmonellen krabbeln! Aber wahrscheinlich essen wir genau das bei unseren Mahlzeiten und wir hatten alle noch keine Probleme mit dem Magen. Im Gegenteil, es fühlt sich manchmal besser an, als zuhause.
Mit großer Verspätung beenden wir die Führung und gehen zum Bus, der schon am Rand der Altstadt auf uns warte. Hier ist volles Leben mit Mopeds, Bussen und Massen an Menschen. Wie man da irgendwie heil rauskommt ist mir unerklärlich. Aber Omar Sharif unser Busfahrer (er wurde uns wirklich so vorgestellt) meistert das super.
Es geht in ein Dorf zu einer Gewürzfarm. Nach einer knappen halben Stunde kommen wir dort an. Wir sehen tolle Bäume, viele Anpflanzungen, sehen wo Muskatnuss, Kardamom, Ingwer, Pfeffer, Zimt, Vanille und andere Gewürze herkommen und was von den Pflanzen alles verwertet wird. Wir können vom Baum probieren und lernen einiges. Natürlich kommt am Ende ein Verkaufsstand und wir erwerben einige Gewürze. Elke feilschte so ernsthaft, dass die anderen in der Gruppe staunten. Ich bin das ja gewohnt und warte wie immer, ob der Gegenüber ausrastet. Aber sie schafft es immer, im Guten mit dem Verkäufer auseinander zu gehen. „Win-win“ nennt man das, wobei der „win“ deutlich auf Elkes Seite hängt. Hier ging es „Zack-zack“ wie unser Führer meinte, schließlich war ja noch Zeit aufzuholen.
Nächster Stop war Mittagessen in einem Dorf. Von der Hauptstraße ging es mit dem Bus einen Feldweg entlang, der diesen Namen nicht verdiente. Links und rechts schleiften die Pflanzen, es rumpelte fürchterlich. Aber wir kamen an. Es gab zwei rechteckige Bereiche, eines als Küche, das andere als Esszimmer. Es waren fünf oder sechs Frauen da, die kochten und alles vorbereiteten. Wir mussten uns auf dem Boden setzen. Normalerweise isst man mit den Fingern, uns wurde aber Besteck zugestanden. Gott sei Dank!
Es gab Reis mit Fischcurry, Spinat, Bohnen, Pfannkuchen, Kochbananen mit Kokosmilch, gebratenen Fisch und als Nachtisch noch etwas Süßes mit viel Zucker und Kokos.
Es war typisch lokales Essen und ganz gut, aber nicht umwerfend.
Ich hatte es noch nicht erwähnt aber unser junges Paar, Karina und Luca machen hier ihre Hochzeitsreise. Sie bekamen Ehrenplätze und nach dem Essen bekamen alle Tücher und es wurde getanzt, wie auf einer afrikanischen Hochzeit.
Danach ging es zum eigentlichen Ziel des Tages, dem Aqua Beach Ressort an der Ostküste der Insel. Nach einer guten halben Stunde Fahrt quer durch die flache Insel kommen wir dort an. Die Zufahrt dorthin ist wieder abenteuerlich und verdreckt mit Plastik und anderem Müll. Aber hinter dem großen Eisentor öffnete sich eine andere Welt. Palmengärten durchzogen von saubersten Wegen aus feinstem weißen Sand, ein Empfangsbereich umgeben von Pools. Was für ein Gegensatz!
Wir wurden begrüßt und uns wurde die Anlage gezeigt, während die Koffer auf die Zimmer gebracht wurden. Ein Traum. In den nächsten Tagen werde ich noch mehr davon zeigen können. Es liegt direkt am weißen Sandstrand mit einer wunderschönen Architektur. Die Erholung kann beginnen. Noch vor dem Auspacken machte ich einen Strandspaziergang, während Elke im Pool ihre Runden zog.
Ein wunderschönes Zimmer mit einem tollen Bad wartete auf uns. Auspacken, duschen und danach ging es zum Aperitif mit der Gruppe und zum Abendessen mit vier Gängen. Wie immer sehr lecker! Wir ließen den Abend noch an der Bar ausklingen, was auch der Grund dafür ist, dass dieser Bericht wieder mit etwas Verspätung kommt. Ich habe einfach keine Zeit, den Verzug aufzuholen. Vielleicht morgen, denn dann steht unser erster „fauler“ Tag auf dem Programm.
Bis dann!
Hakuna Matata!Read more










































TravelerIch möchte noch erwähnen, dass Tansania hervorragende Weißweine zu bieten hat, alle aus Südafrika. Die durften wir in jeder Lodge und nun auch hier genießen! 🥰
TravelerDann ist ja echt alles perfekt 👌
TravelerGenießt das Aqua Beach! 😎
TravelerDanke dir! Das machen wir gerade! 🏝️