• Burg Spöttrup

    October 3, 2024 in Denmark ⋅ ☀️ 13 °C

    Heute steht nun endlich Dänemarks besterhaltene mittelalterliche Burg an. Angeblich auch einer der ältesten Herrensitze des Landes. Um 1500 wurden sie vom Bischof Viborgs gebaut und hatte bis dato natürlich viele Besitzer, die auch immer mal etwas verändert haben. Aber im Großen und Ganzen ist sie gut durch die Jahrhunderte gekommen. Erst im 19. Jahrhundert passierten gravierende Veränderungen, die aber in den 1930ern nach der Übernahme durch den Staat bei der Restaurierung zum Großteil wieder zurückgebaut wurden. So wurde z.B. auch der 1871 geschleift Teil des Walls wieder rekonstruiert.
    Es ist eine bemerkenswert kleine, nüchterne Burg mit wenigen, aber dafür sehr großen, hohen Räumen, eigentlich schon eher Sälen und einem durch die Wehrmauern gut angebundenen Torturm. Man kann im oberen Stockwerk komplett einmal im Kreis durch das Gemäuer laufen.
    Besonders bemerkenswert fand ich, dass diese Burg so viele Aborte hat. Innen konnte man 4 oder 5 Kämmerlein besichtigen. Außen kann man an allen drei Außenfassaden jeweils drei "Heimlichkeiten" (gemauerte Latrinenkanäle) erkennen. Im Torturm befand sich mindestens eine weitere, denn in dem Text in der Wachkammer wurde extra darauf hingewiesen, dass es hier einen Abort gab, damit die Wachleute nicht ihren Posten verlassen mussten.
    Der Bischof damals muss entweder sehr ängstlich gewesen sein oder sehr viele Feinde gehabt haben, denn diese kleine Wasserburg erscheint sehr, sehr robust wehrhaft.
    Ach ja, auch sehr spannend fand ich die Küche. Mit abartig großem bzw. hohem Kamin und einem Brunnen im Raum, sowie einem Spülstein, dem man wirklich glaubt, dass er dort seit über 500 Jahren verbaut ist.
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