7. Tag: Klausenburg nach Oradea
13.–14. sep. 2025, Rumænien ⋅ ☀️ 26 °C
Von Cluj-Napoca/Klausenburg nach Oradea/Großwardein weiter im Westen in Richtung ungarischer Grenze führt eine Bundesstraße. Nur 152 km weit und mit den üblichen Beschränkungen wie zahlreiche LKW, dauernde Ortsdurchfahrten und kaum Überholmöglichkeiten schien uns diese Strecke unattraktiv. Die Routenoption „kurvig“ änderte alles. Jetzt waren 220 km gefordert durch mäandernden Verlauf des Weges. Einige Kilometer hinter Klausenburg ging es nach links ab von der Haupstrecke. Anstieg, Kurven, Wald, Flußlauf und schließlich eine Staumauer und in Blickweite eine weitere. Die Elektroleitungen ließen keinen Zweifel: Stromerzeugung durch Wasserkraft. Dies wiederholte sich später noch mehrfach. Die Stauanlagen machten den Eindruck, dass sie nicht erst in den letzten Jahrzehnten entstanden sind. Offensichtlich gab es schon früh eine vorausschauende Energiepolitik in Rumänien.
Der Anstieg führte durch locker besiedelte Grünflächen zu einem Wegeknotenpunkt auf einer Lichtung, die durch Verkaufsbuden zum Anhalten einlud. Die Bilder zeigen, wie sich solche Ansammlungen von Verkaufsständen immer wieder präsentierten. Zufällig kam auch ein Pferdegespann vorbei. Dies war keine folkloristische Einlage, sondern eine Variante der Transportgefährte, der wir an allen möglichen Orten begegnet sind. Häufiger als Einspänner.
Nach dem Abstieg folgten breite Täler, deren angrenzende Hügel unbewaldet waren. Sie erinnerten mich an die erst kürzlich besuchte Savanne mit ihren weitläufigen Grünflächen, besprenkelt mit locker verteiltem Buschwerk. Aber dann kamen auch wieder bewaldete Flächen in den Blick. Schließlich endete die Idylle für ein paar Kilometer auf der möglichst gemiedenen Bundesstraße um eine Anhöhe, die offensichtlich nicht anders zu umfahren war, mit all den LKW und PKW zu überwinden, die es eiliger als wir hatten.
Die Erlösung vom dahin rauschenden Tross kam zum Glück bald und führte uns zwar durch unspektakuläre, aber doch ruhigere Gegenden. In einem Ort haben wir das System der Ableitung des Flächenwassers fotografiert. Wie auch bei uns vor Jahren üblich führt entlang der Straßen links und rechts ein Graben vorbei. Um den Zutritt zu den angrenzenden Häusern zu ermöglichen, führen kleine Übergänge zum Grundstück. In einigen Orten ist man jetzt dabei die Gräben durch ein Kanalrohr zu ersetzen, damit ein ebener Zugang vom Grundstück zur Straße auf der gesamten Länge ermöglicht wird.
Neben einem erneuerten Bahndamm fiel uns ein völlig verfallenes Gebäude auf, das wir exemplarisch für manches andere Objekt fotografisch festgehalten haben. Zugegeben sind solche Beispiele je nach Gegend mehr oder weniger häufig zu sehen. Da in unmittelbarer Nähe zu solchen Objekten auch Neubauten oder gepflegte Häuser stehen, verwundert ein solches Bild.
Schließlich blieb bei uns auch die Frage nach dem in Rumänien geltenden Baurecht. Wir hatten den Eindruck, dass man bauen kann, wo man will: an den entlegensten Flecken oder hoch auf dem Berg, gerade so wie es dem Bauherrn gefällt. So kamen uns manche Flächen geradezu zersiedelt vor.
Schließlich kamen wir an in Oradea oder wie eines unserer Navigationssysteme es nannte, in Großwardein. Eine Stadt mit etwa 183.000 Einwohnern und einem ansprechenden Stadtkern und neben den Sehenswürdigkeiten einer Straßenbahn. Im Hotel trafen wir auf zwei Guides des Tourenveranstalters „Edelweiß“. Sie sind mit 10 Tourenfahrern aus der Dominikanischen Republik unterwegs, die das Programm „Eastern Europe“ gebucht haben. Ausgangs- und Endpunkt ist Wien und dazwischen liegen alle Länder Osteuropas, die in ein 13-Tagesprogramm zu packen sind. In den nächsten Tagen ist jetzt Rumänien dran. Erfahrene Fahrer, die sich alle kennen, auf Leih-BMW, begleitet von einem Transporter für Gepäck und Sonstiges, was auch schon mal ein abgeworfenes Motorrad sein kann. Was sagte einer der Guides über die Gruppe: Testeron pur. Heute Abend gingen alle ins Hotelrestaurant. Spezialität: Steaks. Na dann viel Spaß.
Wir machen die weitere Planung morgen früh.Læs mere



















