395 km nach Nitra/Neutra
14.–15. sep. 2025, Slovakiet ⋅ 🌧 19 °C
Richtig gelesen: Wir sind in Nitra oder zu deutsch: Neutra. Wo das liegt? In der Slowakei. Wieso jetzt Slowakei? Weil es auf dem Weg liegt. Wohin? Nach Köln.
Auch wenn wir Rumänien von Deutschland aus in drei Tagen erreicht haben, wollen wir die Rückfahrt auf fünf Tage verteilen. Dann können wir kleinere Etappen von gut 300 km täglich über die Landstraße fahren. Immer vorausgesetzt, dass in dieser Entfernung ein attraktives Ziel mit Übernachtungsmöglichkeiten liegt.
Damit wir nicht immer die gleichen Gegenden bereisen, haben wir uns in Deutschland das Richtungsziel Dresden vorgegeben. Dadurch führt die Strecke über Ungarn, die Slowakei und Tschechien nach Deutschland. Das Tageskilometerziel wäre von Oradea aus kurz hinter der Grenze der Slowakei erreicht gewesen. Dort gab es aber keine für uns erkennbare Unterkunft. Diese war erst gut 80 km weiter nach 395 km in Nitra zu finden. So kam es zum Etappenziel Nitra mit knapp 400 km.
Eine Hypothek war allerdings der Wetterbericht: Es sollte regnen. Wieviel? Unklar.
Schon bei der Abfahrt tröpfelte es leicht. An der etwa 30 km entfernten rumänisch-ungarischen Grenze war es schon Regen, der die in jahrelanger Arbeit von LKW in den Asphalt eingearbeiteten Spurrinnen vollständig füllte. Das steigerte sich. Wir fuhren letztendlich im Testlabor für Regenbekleidung. Mein zweites Navigationssystem neben dem GARMIN, mit einem iPhone als Herzstück meldete Wasser in der Ladebuchse. Als dann auch noch der Ladestecker am Motorrad undefinierbare Zeichen von sich gab, sah ich Gefahr für meine komplette Stromversorgung und habe mich auf mein treues GARMIN beschränkt. Der Rest wanderte in das wasserdichte Topcase. Und auch die Kleidung tat, was sie sollte: Sie hielt dicht.
Auf den knappen vierhundert Kilometern gab uns der Regen immer wieder mal Verschnaufpausen. Sogar der Himmel wurde heller. Aber spätestens in diesem Moment steuerte die Streckenführung die nächste dunkle Wolke an, um zu testen, ob bei uns noch alles dicht war.
Die ungarische Landschaft kam bis in die Nähe der slowakischen Grenze wie die niederländische daher. Einfach nur flach. Außerdem müssen die napoleonischen Straßenplaner ihre Hände mit im Spiel gehabt haben: Die aus Frankreich bekannten kilometerlangen wie mit dem Lineal gezogenen geraden Straßen ließen bei diesen Wetterbedingungen unser Herz höher schlagen. So räumten wir Kilometer um Kilometer unter uns hinweg.
Als wir schließlich einmal kurz anhielten trauten wir unseren Augen nicht. Wir waren erst eine Stunde unterwegs und hatten schon 160 km weggepflügt? Die Ernüchterung kam beim zweiten Hinsehen - und kurzen Nachdenken. Wir waren wieder in der Mitteleuropäischen Zeitzone, so dass sich die Uhr gegenüber der rumänischen Zeit um eine Stunde zurückgestellt hatte, wir waren also schon zwei Stunden und nicht erst eine Stunde unterwegs.
Beim Durchfahren von Ortschaften in Ungarn haben wir uns gefragt, ob man an deren Erscheinungsbild erkennen könnte, dass wir Rumänien verlassen hatten. Ja natürlich an den Ortsnamen, bei denen es nur so von ü und ö wimmelt. Aber an der Bebauung nicht. Das gilt ähnlich auch für die Slowakei, mit der Einschränkung, dass manches einfach ärmlicher aussieht.
Bezüglich der Fotos von der Strecke muss ich wie Heidi Klum beim Germanys next top-model-Wettbewerb (GNTM) antworten: Leider habe ich heute kein Foto für Euch. Das Wetter ließ nicht mehr als Fahren zu.
Dann kam Nitra. Der Himmel hatte sich aufgeklart, der Ortskern war gefunden, die Bedeutung der Stadt bei Wikipedia wurde nachgelesen und booking. com zeigte uns den Weg zum zentralen Stadthotel. Ein paar Fotos vom Stadtbummel lassen Euch an unseren Eindrücken teilhaben. Macht Euch ein eigenes Bild.
Und wohin geht es morgen? Mal sehen, wie die Wettprognose Einfluss nimmt.Læs mere
























RejsendeAlso deine Motorradkleidung hat den Test wieder bestanden 👍
Rejsende
... was genau meint er nun? 😄