Dem blauen Himmel nachgereist
15.–16. sep. 2025, Østrig ⋅ ☀️ 24 °C
Nach dem gestrigen nassen Fahrtag war am heutigen Morgen die App mit dem Regenradar besonders gefragt. Schnell stellte sich heraus, dass unsere ursprüngliche Vorstellung Richtung Prag einen weiteren Regentag bescheren würde. Auch das weiter südlich gelegene Budweiser erfüllte unsere Wünsche nicht. Noch weiter südlich musste unsere Route verlaufen. Schließlich wurde Linz (an der Donau) der Zielort. Entfernung über Landstraßen circa 360 km. Aber das Wetter hielt sich an seine Prognose.
Zunächst ging es Richtung Bratislava, die Hauptstadt der Slowakei mit knapp 500.000 Einwohnern. Fast 100 km durch eine leicht modellierte Landschaft mit unterschiedlich genutzten landwirtschaftlichen Flächen und lang gezogenen Straßendörfern führten uns auf eine schon von weitem sichtbare modernen Anforderungen genügende Großstadt zu. Vereinzelte Hochhäuser betonten den Anspruch, den diese Stadt verkörperte: Eine europäische Großstadt zu sein. Eine breite Zufahrtstraße, die sich erst zum Stadtkern hin verjüngte und nicht durch Tempo 30 zur Kriechschnecke degradiert wurde, führte an einer gelungenen Mischung großartiger Altbauten und gelungenen architektonisch anspruchsvollen Neubauten vorbei. Und ehe wir uns versahen, führte uns eine Brücke über die breite Donau an einem Neubaugebiet vorbei in eine spärlicher bebaute Gegend und einen heftigen 2 km langen Stau: slowakisch- österreichische Grenze. Während wir an der Grenze keinen Slowaken sahen, hing aus einem blauen Baucontainer mit Fensteröffnung ein müder Arm eines österreichischen Grenzbeamten heraus, der durch eine leichte Winkbewegung bedeutete, man könne vorbeifahren.
Dann kam der Kulturschock. Straßen wie aus dem Paradies, Häuser, wie aus dem Katalog, Landschaftspflege erster Güte, Straußenwirtschaften. Wir waren im Burgenland. Erst hier wurde uns wieder deutlich, dass insbesondere auf dem Land unser Wohlstand ein ganz anderes Level erreicht hat, als in den erst in den letzten Jahrzehnten der EU beigetretenen Ländern. Dies, obwohl in diesen Ländern die EU-Förderung an allen Ecken plakatiert ist.
Die von uns gewählte Strecke führte uns in großem Bogen südlich an Wien vorbei, so dass wir zwar durch die größere Verkehrsdichte die nahe Hauptstadt verspürten, jedoch stets im ländlichen Bereich zügig voran kamen.
Und schließlich die Offenbarung: Über 60 km Donau-Uferstraße. Idyllisch gelegene Ortschaften und lang gezogene Straßenschleifen mit ständigem, unverstellten Blick auf die breit und langsam daherfließende Donau bei strahlendem Sonnenschein ließen die Kilometer nur so dahin purzeln. Dadurch, dass man das Fließen der Donau nicht wahrnimmt, scheint es so, als fahre man an einem unendlichen See vorbei.
Kurz vor Linz durchquert man ein gewaltiges Gelände industrieller Anlagen, die an Stahlproduktionsstandorte im Ruhrgebiet erinnern. Voest Alpine hat hier neben anderen ihren Sitz. Und dann sind wir da, am Hauptplatz, dem Zentrum von Linz, nach 360 km. Linz ist die drittgrößte Stadt Österreichs mit etwa 213.000 Einwohnern. Alles Weitere berichtet Wikipedia. Ein paar fotografische Eindrücke hinterlasse ich hier. Und die Frage: Warum sind die Straßenbahnwagen in Köln so riesig? Warum haben andere Städte - nicht nur Linz - offensichtlich keine Schwierigkeiten neue, moderne Straßenbahnzüge geliefert zu bekommen?
Mal sehen wo es morgen hingeht.Læs mere





















