• Tag 5 Estella - Sansol 29 km

    April 14, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 16 °C

    Aufstehen, alles zusammen packen. Wäsche von gestern noch von der Leine nehmen. Jetzt mache ich schon den dritten Tag in Folge das Backpack zur Wäscheleine den Tag über. Die letzten beiden Tage klappte das ganz gut. Noch Mal umdrehen, nichts vergessen? Na dann los, 7:10Uhr. Naja, nix stimmt nicht. Hab meine Wasserflaschen nicht aufgefüllt. Die nächste Tankstelle ist meine und ich hab wieder Wasser. Läden sind um diese Zeit noch zu. In Spanien geht es relaxter zu als in Deutschland. Vor 9:30 oder 10:00 dreht sich hier kein Rad was Ladenöffnung betrifft. Der Weg führt mich heute über Azqueta und Los Arcos nach Sansol. Bevor es aus Estella raus geht fange ich nochmal einen Blick auf eine große Bodega und Weinplantagen davor ein. Heute kommen mal am Anfang des Weges ein paar Highlights.
    Vor dieser Bodega kann man sich einen Stempel abholen und einem Schmied bei der Arbeit zusehen, der Schmuckstücke a la Camino schmiedet. Ich hol mir den Stempel und ein kleines Stück weiter ist der Eingang zu dieser Bodega. Es herrscht allgemeine Belustigung unter den Pilgern. Dann seh ich warum. Ein Brunnen mit zwei Hähnen. Aus einem kommt Trinkwasser, aus dem anderen Wein. Ich fülle mein Wasser nach und gehe. Eine Taiwanerin füllt sich doch tatsächlich in ihre Trinkflasche 500 ml Vino.
    In Villamayor de Monjadin gibt es eine Pilgerstatue auf einer Bank. Ein Spanier der grad aus der Tür kommt bietet mir spontan an, ein Photo von mir und dem Pilger zu machen. Dann geht es weiter. Vier Kilometer vor Los Arcos kommt zum ersten Mal der eigentlich ausgepackte und in der letzten Sekunde aus Angst wieder eingepackte Regenponcho zum Einsatz. Jetzt bin ich doch froh, die 700 gr extra mitgeschleppt zu haben.
    In Los Arcos hole ich mir in einem kleinen Laden etwas Wegzehrung: Einen Apfel, eine Banane und ein mit Schokoglasur überzogenes Schweineohr. Als ich aus dem Laden komme entdecke ich Sebastian unter einem großen Zelt einen Kaffee trinkend.
    Wir winken uns lachend zu und ich dreh mich um, beiße in den Apfel und starte die letzten sieben Kilometer für heute Richtung Sansol. Hier gibt es auch eine Farmacia, leider hat sie mir um zwanzig Minuten die Tür vor der Nase zugemacht. Dann geht es morgen bei mir relaxter in den Tag. Die Apotheke öffnet erst neun Uhr und nach 139 km hab ich die ersten Wunden zu lecken. Die Unterkunft ist wieder sehr schön und der Hospitalero passt auch.
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