Tag 11 Tardajos - Castrojeriz 29 km
April 20, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 14 °C
Unser Zimmer wurde gestern doch noch voll. Erst war ich nur zusammen mit einem jungen Paar aus den USA. Sechs Betten voll belegt. Das junge Paar räumt halb sieben seine Sachen auf den Flur um in Ruhe zu packen. Ich folge. Irgendjemand sägt noch Bäume um. Dann wollen wir ihn mal schnarchen, äh schlafen, lassen. Ich muss ohne Morgenkaffee gehen. Bei der Cafeteria sind die Jalousien runter. Ich habe noch eine Banane. Setze meinen Rucksack auf und viertel nach sieben steh ich auf der Straße. Auf dem Weg aus dem Ort fange ich noch ein schönes Wandbild ein. Hinter Burgos beginnt die Meseta, die spanische Hochebene. Sie liegt ca. 800 m über dem Meeresspiegel. Meseta heißt, nur endlose Weite und ich bekomme einen ersten Eindruck davon. Man kann in jede Richtung kilometerweit gucken. Und auch der Wind weht einem hier entsprechend um die Ohren. Gestartet bei vier Grad sind das gefühlte Null. Ich bereue es jetzt, meinen Regenponcho heute morgen noch halb nass eingepackt und nicht angezogen zu haben. Seit zwei Tagen habe ich ihn mehr als Schutz gegen den kalten Wind identifiziert, denn als Regenschutz. Die Meseta wird nur ab und zu von kleinen Talschneisen durchzogen. In einer solchen liegt Hornillos del Camino. Wirkt wie ein wunderschönes vergessenes Dorf, das wahrscheinlich der Camino und seine Pilgermassen am Leben erhält. Hier hat auch am Ostersonntag ein kleiner Laden für die Pilger geöffnet. Ich hole mir zwei Äpfel. Dann geht es wieder hoch und wieder die selbe endlose windige Weite. Ich komme zu einem Paar aus den USA, die Grad kurz Rast machen. Meine Chance, Regenponcho raus und ich lasse mir beim Überziehen helfen. Das Ding alleine über mich und das Backpack zu kriegen ist fast unmöglich. Ich fühle mich gleich einhundert Prozent wärmer. Die Ortschaft Hontanas liegt auch noch Mal etwas im Tal und dann sind es nur noch neun Kilometer bis zu meinem Ziel. In Castrojeriz nehme ich gleich die erste Herberge, die mir begegnet. Meine Herberge ist das Gebäude vor der Kirche auf dem Photo. Scheint ein kleiner Glücksgriff gewesen zu sein. Viele Deutsche hier. Mit einer Pilgerin aus Ahrensfelde bei Berlin hatte ich schon ein nettes Gespräch. Für zusammen sechzehn Euro gibt es hier Abendbrot und morgen Frühstück. Abendbrot ist neunzehn Uhr. Na dann..., bis später. Mir gegenüber sitzt Nikolai aus Dänemark. Na das war ein voller Teller, Hähnchenschenkel und Reis mit Oliven. Hab alles aufgegessen, damit es morgen nicht regnet. Nein, damit meine Hosen nicht mehr rutschen. Nachher komm ich noch als Streichholz nach Hause. Und ich hab heute Nacht tatsächlich das Glück, ein Vier-Bett-Zimmer für mich allein zu haben.Read more


















