Tag 21 La Faba - Triacastela 26 km
April 30, 2025 in Spain ⋅ ☁️ 18 °C
La Faba - O Cebreiro - Hospital da Condesa - Fonfria - Fillobal - Triacastela 26 km. Nach drei Wochen habe ich jetzt endlich schon Übung im Sachen zusammen packen morgens. Handy-Taschenlampe an alles in den Rucksack, nochmal unters Bett geleuchtet. Nix vergessen. Zehn vor sieben geht es los. Erst mal Kaffee und was zu essen, eine Bar im Ort bietet das ab sieben Uhr an. Ich glaube, Carl ist gestern in die Pampas gelaufen. Sein Problem, ich sehe ihn den ganzen Tag dann auch nicht mehr. Es geht erstmal hoch hinaus an diesem Tag und umso schöner sind die Blicke, die man über diese Berglandschaft hat. Für mich als Flachland-Tiroler ist das Ganze einfach umwerfend. Es geht hoch auf knapp 1300 Meter. Der Wind ist heute sowieso schon heftiger und erst recht hier oben. Mir frieren die Hände. Kurz bevor ich den Ort O Cebreiro erreiche sagt ein großer fetter Stein am Wegesrand, daß ich mich ab jetzt in der Region Galizien befinde. Ich hole mir einen Stempel in der Bar des Ortes und am Ortsausgang von O Cebreiro gibt es eine große Hinweistafel. Der nächste Ort ist Linares und es gibt zwei Wege dorthin. Der eine führt nocheinmal neunzig Meter höher auf und über den Berg, der andere etwas sanfter am Berghang entlang. Ich nehme selbstverständlich die Weichei-Variante. Und auch am Berghang nerven mich noch genug Auf's und Ab's. Diese sollen bis zum Ende heute auch tagfüllend sein. Als ich es nach zig Metern bergab auch genervt wieder nach oben geschafft habe, ein Radfahrer beharrt auf Rad und macht das in drei erschöpfenden Abschnitten, schieben würde wohl seine Radfahrerehre verletzen, bin ich in Hospital de Condesa. Hier gönne ich mir eine Pause. Es gibt ein großes fettes Stück Tortilla. Jetzt habe ich noch dreizehn Kilometer vor mir bis zum Tagesziel. Nach der Hälfte habe ich einen ersten Blick in's Tal und kann meinen Zielort ausfindig machen. Es sollen dann noch anderthalb Stunden bergab-gekraxel werden. Das Tagesende sagt 680 Meter über NN. Im Ort gehe ich an den ersten Herbergen vorbei. Es gibt acht für Pilger, also genug. Auf einem Schild lese ich "Refugio del Oribio", klingt gut, biege in die Seitenstraße ab, komme um die nächste Ecke und wer sitzt vor dieser Albuerge? Jean-Pierre, der Franzose aus Montpellier. Wir lachen, er sagt mir, daß noch genug Betten frei wären. Der Hospitalero kommt dann auch und nimmt meine Daten auf. Für heute hab ich genug. Die sechsundzwanzig Kilometer stecken mir heute in den Knochen wie sonst sechsunddreißig. Aber die Blicke über Berg und Tal waren den ganzen Tag über einfach umwerfend.Read more





















