• Tag 20 – Richtung Gros Morne und ein Geburtstag am

    August 20 in Canada ⋅ ☁️ 17 °C

    Heute hieß es um 7:30 Uhr aufstehen, die letzten Sachen packen und natürlich zum dritten Mal in Folge das leckere Frühstück im Hotel genießen. Danach wurde das Auto beladen, noch schnell bei der Post angehalten – einige Postkarten sind schon unterwegs, weitere kamen heute dazu – und natürlich musste Paul noch seinen Hoodie bekommen, den er gestern nicht mehr kaufen konnte.

    Jetzt aber los! Wobei … zuerst natürlich Tim Hortons. Schließlich brauchten wir unsere Lemonade with Strawberry Mojito und die Mädels ihren Eiskaffee. Dann lagen erst einmal rund 208 Kilometer auf dem Trans-Canada Highway 1 vor uns. Der Highway 1 ist die wichtigste Ost-West-Verbindung Neufundlands und führt auf rund 900 Kilometern von St. John’s bis zur Fähre in Port aux Basques. Über weite Strecken geht es durch fast unbewohnte Landschaft – Wald, Seen und jede Menge Natur. Mit gemütlichen 100 km/h lässt es sich hier inzwischen wunderbar entspannt fahren.

    Und natürlich hielten wir auch heute wieder fleißig Ausschau nach unserem inzwischen heiß ersehnten Elch. Kilometer um Kilometer Wald, Warnschilder vor Elchen – aber was sehen wir? Keinen einzigen Elch! Langsam fragen wir uns wirklich, ob die sich alle vor uns verstecken. 🫎

    Dafür gab es eine Begegnung mit der Tierwelt, auf die wir gerne verzichtet hätten. Während der Fahrt flog plötzlich ein Vogel vor unser Auto. Wir schauten uns noch an und sagten: „Ich glaube, der Vogel hat es nicht geschafft.“ Beim nächsten Halt dann die traurige Gewissheit: Er klebte tatsächlich vorne im Kühlergrill. Und nein – er machte natürlich keinen Mucks mehr. 😬

    Unser geplanter Zwischenstopp war Grand Falls-Windsor. Die Stadt liegt ziemlich zentral auf der Insel und ist stark durch den Exploits River geprägt. Besonders bekannt ist hier das Salmonid Interpretation Centre, an dem man Atlantische Lachse auf ihrer Wanderung flussaufwärts beobachten kann. Über eine Fischtreppe überwinden sie das Hindernis bei den Wasserfällen und setzen ihren Weg zu ihren Laichgebieten fort.

    Und genau das konnten wir beobachten. Es war beeindruckend, mit welcher Kraft die Lachse gegen die Strömung kämpften und die einzelnen Stufen überwanden. Danach gab es für uns zwar keinen Lachs, aber erst einmal ein Eis. 😁

    Weiter ging es Richtung Deer Lake. Bevor wir dort vom Highway abbogen, musste natürlich noch einmal Tim Hortons herhalten. Limonade und Eiskaffee waren schließlich längst leer. Vorräte aufgefüllt und weiter Richtung Norden.

    Nach etwa 50 Kilometern fuhren wir in den Gros-Morne-Nationalpark – und die Landschaft änderte sich schlagartig. Die Straße führt mitten durch den Nationalpark und schon die ersten Kilometer machten deutlich, warum Gros Morne zu den bekanntesten Landschaften Neufundlands gehört. Hohe Berge, riesige Waldflächen und eine unglaubliche Weite – ein gewaltiger Unterschied zum Süden der Insel.

    Natürlich hielten wir an mehreren Lookouts. Einfach aussteigen, schauen und versuchen, diese Dimensionen irgendwie auf Fotos festzuhalten.

    Schließlich erreichten wir den Sankt-Lorenz-Golf und folgten der Küste die letzten Kilometer bis Cow Head. Unsere Vorstellung von dieser Küste war vorher zwar etwas anders gewesen, beeindruckend war die Strecke trotzdem: auf der einen Seite das Meer, auf der anderen die hohen Berge von Gros Morne.

    In Cow Head angekommen, wartete dann eine richtig schöne Überraschung. Unsere beiden Zimmer lagen direkt am Meer. Tür auf – und ungefähr fünf Meter weiter begann schon der Strand. Besser geht es eigentlich kaum.

    Zum Abendessen blieben wir direkt im Hotelrestaurant. Auf den letzten rund 30 Kilometern hatten wir sowieso kein anderes Restaurant mehr gesehen – und die Entscheidung war goldrichtig. Das Essen war wieder einmal delicious.

    Und heute gab es schließlich noch etwas zu feiern: Wir hatten ein Geburtstagskind dabei! Ein kleiner Hinweis an die Bedienung genügte und plötzlich sang das gesamte Restaurant „Happy Birthday“. Damit hatte das Geburtstagskind wohl nicht gerechnet. 😁 Danke für diesen schönen Moment!

    Wenn das Meer schon direkt vor der Zimmertür liegt, muss man natürlich auch hinein. Also Badehose an und ab in den Sankt-Lorenz-Golf. Stefan und Paul trauten sich tatsächlich ins Wasser. Sooo kalt fühlte es sich zunächst gar nicht an – zumindest bis man wieder herauskam. Danach ging es ziemlich schnell unter die warme Dusche. Zum Glück waren es vom Strand bis ins Badezimmer nur wenige Meter.

    Den Geburtstag ließen wir anschließend noch gemütlich mit einem Iceberg Vodka und einem Iceberg Beer ausklingen – passender geht es in Neufundland wahrscheinlich kaum.

    Noch kurz den nächsten Tag geplant und gegen 22:30 Uhr war Schicht im Schacht.

    Gute Nacht aus Cow Head – direkt vom Meer. 🌊
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