Tag 21 – Endlich Elche! Oder doch nicht? 😁
August 21 in Canada ⋅ ☁️ 20 °C
Heute begann der Tag gegen 8 Uhr. Nach einem ausgiebigen Frühstück hieß es Koffer und Auto packen und dann ab auf den Highway. Rund 310 Kilometer Richtung Norden lagen vor uns – eigentlich sollte heute also nicht allzu viel passieren.
Auch das Wetter hatte endlich ein Einsehen mit uns. Die Sonne strahlte so kräftig, dass wir irgendwann sogar das Schiebedach abdunkelten. Heute also kein „Himmelblick“ während der Fahrt.
Unser erster Halt war der Arches Provincial Park. Direkt an der Küste hat das Meer hier über Jahrtausende mehrere große Bögen aus dem Kalkstein herausgearbeitet. Bei Ebbe kann man bis an die Felsformationen heranlaufen und teilweise direkt unter den gewaltigen Bögen stehen. Schon verrückt, was Wasser und Zeit aus einem Felsen machen können. Und als kleiner Fun Fact: Hier wurden heute sogar ein paar Frösche verteilt. 😁
Danach ging es weiter auf der Küstenstraße – mal durch ziemlich karge Landschaft, dann wieder durch dichte Waldabschnitte.
Unser nächster größerer Stopp war Point Riche Lighthouse bei Port au Choix. Der Leuchtturm steht auf einer weitgehend offenen Landzunge am Sankt-Lorenz-Golf und ist schon wegen seiner ungewöhnlichen achteckigen Form ein Hingucker. Die Gegend um Port au Choix ist außerdem archäologisch besonders bedeutend: Hier lebten über Tausende Jahre verschiedene indigene Kulturen, deren Spuren bis heute erhalten sind.
Und dann passierte es!
ELCHE! 🫎
Endlich! Da liefen tatsächlich mehrere Tiere ganz gemütlich in der Nähe des Leuchtturms herum. Kameras raus und natürlich jede Menge Fotos.
Nur… irgendwie sahen unsere Elche etwas anders aus.
Es waren Karibus. 😂 Karibus gehören zwar wie Elche zur Familie der Hirsche, sind aber deutlich kleiner und schlanker. Besonders ist, dass bei Karibus sowohl die Männchen als auch die Weibchen ein Geweih tragen können.
Und wir hatten richtig Glück: Die Tiere ließen sich überhaupt nicht von uns beeindrucken und liefen teilweise nur etwa drei Meter an uns vorbei. Ein fantastisches Erlebnis – auch wenn unsere Elch-Statistik damit weiterhin bei null bleibt.
Nach ungefähr einer halben Stunde ging es weiter Richtung Norden. Einen Stopp wollte ich unbedingt noch machen: St. Barbe, von wo die Fähre nach Labrador übersetzt. Die Überfahrt über die Strait of Belle Isle dauert ungefähr 1¾ Stunden – Labrador liegt also plötzlich erstaunlich nah.
Mein Vorschlag, morgen einfach mal rüberzufahren, wurde allerdings erstaunlich schnell abgelehnt. 😁
Wir hatten perfektes Timing, denn gerade als wir dort waren, kam die Fähre aus Labrador an. Natürlich mussten wir warten und fotografieren. Bevor sich vorne das große „Maul“ öffnete und sämtliche Autos herauskamen, machten wir uns lieber wieder auf den Weg. Wir wollten schließlich nicht hinter der kompletten Fährenladung herfahren.
Danach wurde es auf der Straße wieder richtig ruhig. Also starteten wir unsere inzwischen traditionelle Verkehrszählung:
15 Minuten: 19 Autos.
30 Minuten: 38 Autos.
45 Minuten: 67 Autos.
Dann mussten wir leider abbiegen. Wissenschaftliche Studie beendet. 😁
Nach einigen Baustellen und insgesamt rund 310 Kilometern erreichten wir gegen 16:30 Uhr unsere Unterkunft im Norden. Unsere Cabin hatte gleich drei Schlafzimmer – also erst einmal Zimmerverteilung.
Beim Einchecken folgte allerdings die schlechte Nachricht: Das Restaurant blieb wegen eines fehlenden Kochs geschlossen. Kein Abendessen – und morgen auch kein Frühstück.
Also Navi an.
Nächstes Restaurant: 25 Kilometer entfernt.
Perfekt. Wir waren heute schließlich noch nicht genug Auto gefahren. 😂 Also alles ausgeladen und wieder rein ins Auto Richtung St. Anthony. Dort entschieden wir uns für Pizza und anschließend ging es noch in den Supermarkt, damit wenigstens das Frühstück für morgen gesichert war.
Währenddessen durfte in unserer Cabin die Waschmaschine arbeiten. Vier Wochen Neufundland funktionieren schließlich doch nicht ganz ohne Waschtag.
Am Abend wurde mit den Kindern noch Skyjo gespielt, während draußen die GoPro den Sonnenuntergang aufnahm. Danach wurde sie gleich für den Sternenhimmel umgebaut. Mal schauen, was dabei herauskommt.
Gegen 22:45 Uhr war endlich auch der letzte Trockner fertig und wir konnten ins Bett.
Morgen wartet schließlich ein weiteres großes Highlight: Eine kleine, privat geführte Bootstour soll uns hoffentlich zu Walen bringen. 🐋
Von den Eisbergen haben wir uns inzwischen fast verabschiedet. Selbst über die offiziellen Seiten sind aktuell kaum brauchbare Sichtungen zu finden.
Aber wer weiß – Neufundland hat uns inzwischen oft genug überrascht.Read more






















