• Tag 26 – Abschied vom Gros-Morne-Nationalpark ⛰️

    August 26 in Canada ⋅ 🌧 21 °C

    Heute hieß es Abschied nehmen vom Gros-Morne-Nationalpark. Gegen 8 Uhr aufstehen, die letzten Sachen zusammenpacken, Auto beladen und dann erst einmal frühstücken.

    Wir entschieden uns für dasselbe Café wie vor zwei Tagen – und es war wieder verdammt lecker. Ein richtig guter Start in unseren letzten vollständigen Tag auf Neufundland.

    Einen Programmpunkt hatten wir uns aber noch aufgehoben, bevor es zu unserer letzten Unterkunft nach Deer Lake gehen sollte: die Tablelands.

    Die Tablelands gehören zu den außergewöhnlichsten Landschaften im Gros-Morne-Nationalpark. Das orange-braune Gestein stammt ursprünglich aus dem Erdmantel und wurde vor Hunderten Millionen Jahren durch die Bewegung der Erdplatten an die Oberfläche gedrückt. Wegen der besonderen Zusammensetzung des Gesteins können hier nur wenige Pflanzen wachsen – deshalb sieht die Landschaft plötzlich völlig anders aus als die grünen Wälder ringsherum.

    Bis dahin lagen allerdings erst einmal rund 80 Kilometer Autofahrt vor uns.

    Und unterwegs sorgte unsere Tankanzeige plötzlich für etwas Aufregung. Durch das ständige Bergauf und Bergab schwankte die Anzeige mächtig und irgendwann wurde uns doch etwas Angst und Bange, ob der Sprit tatsächlich noch bis Deer Lake reichen würde.

    Das Risiko wollten wir an unserem letzten Tag nun wirklich nicht mehr eingehen. Also noch einmal 20 Liter tanken – für 1,999 CAD pro Liter. Das sind grob 1,25 Euro pro Liter, je nach aktuellem Wechselkurs. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber dafür waren die Gemüter anschließend wieder deutlich entspannter. 😁

    Jetzt aber ab zu den Tablelands!

    Eigentlich sollte es nur eine kleine Wanderung von ungefähr vier Kilometern werden. Nach allem, was wir in den vergangenen Wochen gelaufen sind, schaffen wir das inzwischen locker.

    Und dann standen wir mitten in dieser Landschaft.

    Wahnsinn.

    Gerade eben fährt man noch durch dichten grünen Wald und plötzlich steht man vor einer fast vollständig kahlen, orange-braunen Berglandschaft. Kaum Bäume, wenig Vegetation und überall dieses ungewöhnliche Gestein. Wieder einmal waren wir fasziniert davon, wie unterschiedlich Neufundland innerhalb weniger Kilometer aussehen kann.

    Nach unserer rund vier Kilometer langen Wanderung war es dann aber wirklich so weit:

    Abschied vom Gros-Morne-Nationalpark.

    Ein Ort, der uns mit seinen Bergen, Küsten, Wanderwegen und natürlich Western Brook Pond definitiv in Erinnerung bleiben wird.

    Auf dem Rückweg ging es wieder über den Highway 430. Und dort wartete noch eine kleine Überraschung. Als wir am 20. August hier entlanggefahren waren, bestand ein ungefähr zehn Kilometer langer Abschnitt noch aus einer Baustelle ohne richtige Asphaltdecke.

    Sechs Tage später?

    Gefühlt 9,5 Kilometer davon fertig asphaltiert!

    Da mussten wir schon etwas schmunzeln. Das Tempo würden wir gerne einmal bei einer deutschen Straßenbaustelle sehen. 😁 Auch die Verkehrsregelung ist hier herrlich unkompliziert: Statt einer großen Ampelanlage stehen einfach Menschen an der Baustelle und drehen ihre Schilder zwischen STOP und SLOW um.

    Und natürlich lief während der Fahrt unsere letzte große Tierbeobachtung weiter.

    Elche: wieder null. 🫎

    Langsam müssen wir uns wohl damit abfinden. Die Chancen, zwischen Deer Lake und unserem Rückflug doch noch einen zu sehen, werden jetzt ziemlich überschaubar. Aber vielleicht ist es auch besser so – wenigstens blieb unser Mietwagen heil.

    In Deer Lake angekommen, ging es zunächst ins Hotel. Schnell noch die Sitzplätze für unseren Rückflug geändert und anschließend ein letzter Abstecher in den Supermarkt. Schließlich brauchten wir noch ein bisschen Tünnef für zu Hause. Irgendwo im Gepäck wird schon noch Platz sein.

    Dann wartete unser letztes Supper auf Neufundland auf uns. Das Restaurant war wieder einmal eine Empfehlung von ChatGPT – und damit war auch für unser letztes Abendessen gesorgt.

    Zurück im Hotel begann langsam der unangenehme Teil: Koffer sortieren, umschichten und möglichst so packen, dass morgen früh nicht mehr viel gemacht werden muss. Dabei merkt man erst einmal, was sich in fast vier Wochen alles angesammelt hat.

    Anschließend spielten wir noch ein paar Runden Karten im Frühstücksraum. Eine richtige Lobby gab es in unserem Hotel leider nicht – und damit auch kein Abschiedsbier. Eigentlich schade, denn nach dieser Reise hätte Neufundland definitiv noch eines verdient gehabt.

    Gegen 22:30 Uhr hieß es schließlich Nachtruhe.

    Und dieses Mal gingen die Lichter mit einem etwas anderen Gefühl aus.

    Morgen fliegen wir nach Hause.

    Nach all den Kilometern, Küsten, Bergen, Wanderungen, Puffins, Karibus, Bootstouren, unzähligen Tim-Hortons-Stopps und leider null Elchen ist heute tatsächlich unsere letzte Nacht auf Neufundland.

    Und ganz ehrlich:

    Ein bisschen sehr traurig sind wir schon. ❤️🇨🇦
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