Bogota
Nov 5–8, 2025 in Colombia ⋅ ⛅ 9 °C
Wir sitzen in einem abgedunkelten Raum im Botero-Museum. Ich kannte Botero vorher nicht so richtig, seine Bilder sind aber wirklich witzig, ich bin Fan. Im Botero-Museum (übrigens kostenlos) gibt es auch noch einiges von Monet und Dali. Und einen weiteren Bereich, in dem auch der abgedunkelte Raum liegt. Größtenteils versteh ich nicht, worums da ging, es sind viele Bilder von Ruinen, Kanalisation und so Sachen ausgestellt. Im dunklen Raum läuft eine Dokumentation zur Gangkriminalität in Kolumbien. Es werden waschechte Killer interviewt, entweder mit Kapuze von hinten oder weichgezeichnet. Die Gangs rekrutieren so wie Fußballclubs, ihr Talentpool beweist sich auf der Straße. Es sind intensive Einblicke in diese Welt. Krass, wie weit man mit ein bisschen Testosteron und Motorrädern kommen kann. Und welche Zerstörungskraft das für ein Land hat.
Abends sitzen wir im Viertel "Zona Rosa" und essen Burger. Das Viertel ist eines der sichersten in Bogota, die Polizei passt hier rund um die Uhr auf. Die Optik erinnert mitunter an die Kölner oder Mannheimer Innenstadt. Weite, graue Flächen, namenlose Restaurants und Blindenleitsysteme (ganz so schlimm ist es nicht, zwei Straßen weiter sind wieder die gewohnten, mit Müll gefüllten Löcher im Bürgersteig).
Ich mache mir viele Gedanken zu den Gegensätzen auf den Straßen hier. Unsere Uber-Fahrt vom Flughafen in die Stadt hat 6$ gekostet, eine 3/4 Stunde waren wir unterwegs. Wie soll das bitte funktionieren? Auf der Straße sind wahnsinnig viele Leute mit Müllsäcken über der Schulter unterwegs. Tausende Handyhüllen-Stände. Auf einem Grünstreifen hat sich gestern einer eine Crack-Pfeife angezündet. Ich hätte da auch keinen Bock drauf. Ich würde hier auch Touristen abziehen.
An unserem zweiten Tag schauen wir uns Bogota von oben an. Der Cerro de Monserrate thront über der Stadt, direkt neben dem Viertel La Candelaria (Machtzentrum Kolumbiens, Botero Museum, Street Art, schöne Cafes). Wir fahren mit der Bergbahn hoch und gehen den "Weg des Kreuzes" entlang. Aus den Lautsprechern am Wegesrand dröhnt eine Gottesdienstaufzeichnung. Bestünden die Steine dort aus Pappmaschee, erstaunt wäre ich nicht. Der Blick über Bogota aber ist atemberaubend. Wenn man sich durch einen Souvenirmarkt und eine Fressmeile schlägt, landet man im touristisch nicht ganz so erschlossenen Teil des Gipfels. Die Fressmeile wird scheinbar mithilfe von Eseln beliefert. In unseren Zeiten ein trostvoller Gedanke, dass die Esel trotz Bergbahn noch immer das Mittel der Wahl sind. Mehrere Karravanen ziehen an uns vorbei, während wir den Blick über die benachbarten Berge schweifen lassen.
Ich spüre den Jetlag und die stattliche Höhe von 2600 Metern, wir wachen jeden Morgen um 6 Uhr auf und die Tage sind anstrengend. Die Blicke auf die umliegenden Berge, die schönen Cafes, interessanten Museen, vielfältigen Formen und Straßenzüge, die Speise der Stadt - eine Suppe - Ajiaco und viele kleine Details entschädigen aber dafür. Unsere nächste Station ist Cartagena, eine der schönsten Hafenstädte der Welt. Es ist durchgängig Gewitter angesagt.Read more

















TravelerSo spannend. 🥰 Gute Weiterreise! Und trinkt in Cartagena eine feine Limonada de Coco für uns mit. Okay und probiert die Ceviche auch für uns mit... Hab grad sehr doll Fernweh!
TravelerWie schon die letzten Male reise ich mit.
TravelerAllerdings dieses Mal noch in Danas Rucksack😄