Braunschweig
Jan 15–17 in Germany ⋅ ☁️ 7 °C
(English Version Below)
Jeden Mittag, wenn wir meinen Sohn zur Arbeit gebracht hat, schläft der Enkelzwerg ein, kaum dass wir weiterfahren. Meist ist er noch im Reich der Träume, wenn wir später seine Mutter nach der Schicht abholen.
Also die ganz andere Art der Enkelbespassung. Statt Bauklötze oder Autos spielen, sitzen wir auf einem Autobahnrastplatz und lassen die Zeit verstreichen. Hilde und Enkel schlafen, ich schaue den Raben und der Sonne bei ihrem Wind- und Schattenspiel zu.
Wir sind also wieder in Braunschweig. Nach der Übernachtung in Hammelburg sind wir in einem regennassen Tag nach Norden gefahren. Unterbrechung zum Wäsche waschen am Lohfeldener Rüssel bei Kassel hinter der Shell Tankstelle. Das sollte man sich merken, dass die Revolution Laundry hier gut funktioniert, denn das ist bei den Geräten in Deutschland gar nicht immer so der Fall.
Erledigung des üblichen bürokratischen Unsinns, wenn wir wieder unseren Briefkasten erreichen. Ich warte auf den Tag, an dem kein Brief mehr ankommt. Lecker Frühstück zur Begrüßung, kleine, gut gewürzte Hackfleischbällchen hat mein Sohn mir versprochen gehabt, ein Festessen heiß aus der Pfanne. Das ist was ganz Besonderes für mich.
Die Straßen sind noch voll mit gefrorenen Schneebergen, die sich in den kalten Nächten unter null Grad immer neue Energie holen, sodass das Gehen auf den Feldwegen mühsam bleibt. Hilde schliddert beim Laufen weg, liebt es aber auch, sich im Schnee zu wälzen.
Die Sonne hat uns wieder gefunden, und plötzlich wacht der Enkel auf. Schläfrig schaut er ihrem Strahlen zu, das die Flügel der Windräder teilen, während sie Schatten schlagen. Leichter Wind in den kahlen Bäumen und Sträuchern, leise Geräusche der nahen Autobahn.
Morgens und nachmittags gibt es einen Spaziergang auf den Feldwegen, die immer noch Eis und Schnee tragen. Und abends stehen wir auf dem Rewe-Parkplatz im halben Nachtschatten der Laternen, bis wir meinen Sohn wieder von der Arbeit abholen.
Einfach ein paar Tage wie eine Art Urlaub vom Reisen, vom Schauen, vom Unterwegssein. Trotzdem versuche ich mit dem Schreiben einen Schnitt zu setzen, mich neu oder anders zu öffnen. Die Sonne geht unter, wir schauen übers Feld, Hilde rennt los, voller Freude. Ich schaue ihr zu.
Plötzlich eine Bewegung im Unterholz, Hilde startet hinterher, ich rufe voll Panik, weil dahinter die Autobahn ist, die Leine verschwindet im Gras, kurz bevor ich ankomme. Ein Tritt auf dem nassen Schnee, mein Schuh rutscht weg, ich versuche seitwärts zu fallen, der Aufprall ist weich.
Ich liege dort, rufe, lausche. Plötzlich steht sie hinter mir, lächelt mich an, alles gut Papa. Ich brauche sie, um mich am Halsband festzuhalten, während ich mich mühsam mit dem Stock aufrichte.
Das linke Knie habe ich leicht verdreht, die Sonne geht hinter den Wolken unter, wir kommen zum Bus. Alles ist gut.
---
Every lunchtime, after we've dropped my son off at work, my little grandson falls asleep almost as soon as we drive off again. He's usually still fast asleep when we pick up his mother later after her shift.
So, a completely different kind of grandchild entertainment. Instead of playing with building blocks or cars, we're sitting at a motorway service station, letting time slip by. Hilde and my grandchild are asleep, and I'm watching the ravens and the sun play with the wind and shadows.
So, we're back in Braunschweig. After spending the night in Hammelburg, we drove north on a rainy day. We stopped to do laundry at the Lohfeldener Rüssel near Kassel, behind the Shell petrol station. It's worth noting that the Revolution Laundry machine works well here, because that's not always the case with machines in Germany.
We dealt with the usual bureaucratic nonsense once we reached our mailbox again. I'm waiting for the day when no more mail arrives. A delicious breakfast awaited us: my son had promised me small, well-seasoned meatballs, a feast piping hot from the pan. That's something really special for me.
The roads are still littered with frozen snowdrifts, which recharge during the sub-zero nights, making walking on the country lanes arduous. Hilde slips and slides when she tries to walk, but she also loves rolling around in the snow.
The sun has found us again, and suddenly my grandson wakes up. Sleepily, he watches its rays, which are divided by the wind turbine blades as they cast shadows. A light breeze rustles through the bare trees and bushes, and there's a faint sound from the nearby highway.
We take walks on the country lanes, still covered in ice and snow, in the mornings and afternoons. And in the evenings, we stand in the Rewe parking lot, half-shadowed by the streetlights, until we pick up my son from work.
Just a few days, like a kind of vacation from traveling, from sightseeing, from being on the go. Even so, I'm trying to use this writing to create a break, to open myself up in a new or different way. The sun sets, we look out over the field, and Hilde takes off running, full of joy. I watch her.
Suddenly, a movement in the undergrowth. Hilde takes off after her. I shout in panic because the highway is just beyond. The leash disappears into the grass just before I reach her. A step on the wet snow, my shoe slips, I try to fall sideways, the impact is soft.
I lie there, calling out, listening. Suddenly she's behind me, smiling. "It's okay, Dad." I need her to hold onto my collar while I struggle to my feet with my walking stick.
My left knee is slightly twisted. The sun is setting behind the clouds. We reach the bus. Everything is alright.Read more

















Traveler
Schön! 🥰