Harcourt
March 14 in France ⋅ ☁️ 2 °C
(English Version Below)
Eigentlich wollen wir auf dem Stellplatz nur mal für einen Spaziergang anhalten, denn es ist erst halb vier. Aber dann treffen wir auf ein Ehepaar, das neben ihrem umgebauten Lastwagen steht. Sie sind seit fünf Jahren unterwegs, leben von geführten "Lightoffroadtouren" in Afrika und im Balkan.
Tut steht auf ihrem Kennzeichen, also machen sie was aus ihrem Leben, das ihnen gefällt. Vom Platz führt ein Feldweg vielleicht fünfhundert Meter zwischen einem Acker und einem Sportfeld zu einer Landstraße. Das ist eine gute Möglichkeit für uns, also entschließe ich mich, einfach hier zu bleiben, anstatt noch eine Stunde ins Ungewisse zu fahren.
Waren wir gestern auf der Höhe von Caen, sind wir nach diesem ziemlich verregneten Tag zwischen Le Havre und Rouen positioniert. Hier hat es weitgehend aufgehört mit dem Regen, aber mir fällt auf, dass der bodenständige Blütenstand im Verhältnis zur Bretagne noch ziemlich zurückgeblieben ist.
Aber trotzdem sind die gelben Sträucher herrlich anzusehen, während die Magnolien in ihren verschiedenen Farben schon angefangen haben, ihre Blütenblätter wegzuwerfen. Die Orte wirken still und farblos, um die Häuser herum ist es sauber, aber wenig schmuckvoll.
Wir queren das Departement des Calvados, passieren Erinnerungen an die Spuren der Widerstandskämpfer, und begegnen öffentlichen Einrichtungen von Post und Telegraphie, die längst zu normalen Wohnhäusern geworden sind.
In Clézy, wo wir hingefahren sind, um spazieren zu gehen und zu frühstücken, ist die Tour de France irgendwann mal an der Kirche vorbei gefahren. Dagegen hängt die Sonne über den hohen Bäumen, die den Stellplatz in Harcourt begrenzen, wie ein Mond in den Wolken.
Hier haben die alten Häuser braune Streifen und erinnern mich an eine Vorstufe von Fachwerk. Die Dächer sind weit runter gezogen, das gelbe Licht der Laterne hinter den Mülltonnen vom Stellplatz tauchen sie in eine bestimmte Wärme, bei der ich oft an Lilli Marleen denken muss.
Stattdessen lese ich weiter in der Biographie über Cohen's Leben, dessen Geschichten mir so manche Erinnerung an meine Zeit in Köln in den Anfängen der Siebziger Jahre aufwecken. Damals habe ich viele Gedichte geschrieben, von denen einige in einer kleinen Sammlung mit dem Titel "Sehnsüchtig" von mir verschenkt wurden.
Auf unserem YouTube Kanal habe ich sie in irgendeiner Adventszeit (2020) mal in einigen Folgen (12) veröffentlicht, von denen ich den Link zur ersten Folge beifüge.
Vielleicht bekommst du Lust, mehr davon zu hören.
https://youtu.be/d-etq0gI5eE?is=2pTNMgt_4tLc6FfN
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We only intended to stop at the campsite for a short walk, as it was only 3:30 pm. But then we met a couple standing next to their converted truck. They had been traveling for five years, making a living from guided "light off-road tours" in Africa and the Balkans.
Tut is written on their license plate, so they're making something of their lives that they enjoy. From the square, a dirt track leads, perhaps 500 meters between a field and a sports field, to a main road. This is a good option for us, so I decide to just stay here instead of driving another hour into the unknown.
Yesterday we were near Caen, and after this rather rainy day, we're positioned between Le Havre and Rouen. The rain has largely stopped here, but I notice that the ground cover is still quite late in bloom compared to Brittany.
Nevertheless, the yellow bushes are a beautiful sight, while the magnolias in their various colors have already begun to shed their petals. The towns seem quiet and colorless; the areas around the houses are clean, but not very decorative.
We cross the Calvados department, pass reminders of the resistance fighters, and encounter former post and telegraph offices that have long since been converted into ordinary homes.
In Clézy, where we went for a walk and breakfast, the Tour de France once passed by the church. In contrast, the sun hangs over the tall trees bordering the parking area in Harcourt like a moon in the clouds.
Here, the old houses have brown streaks and remind me of an early form of half-timbered construction. The roofs slope steeply downwards, and the yellow light from the streetlamp behind the garbage cans in the parking lot bathes them in a certain warmth that often makes me think of Lili Marleen.
Instead, I continue reading the biography about Cohen's life, whose stories awaken many memories of my time in Cologne in the early seventies. Back then, I wrote many poems, some of which I gave away in a small collection titled "Longing."
I published them on our YouTube channel sometime during Advent (2020) in several episodes (12), and I've included the link to the first episode.
Perhaps you'll be interested in hearing more.
https://youtu.be/d-etq0gI5eE?is=2pTNMgt_4tLc6FfNRead more










TravelerDie Magnolien sind glaub ich Kamelien… ich tu mich aber auch schwer, den Namen zu behalten. Und schön blühen Beide
TravelerBild 1 sind Karmelien, ich meinte aber Magnolien