Gütersloh
March 18 in Germany ⋅ ☀️ 11 °C
(English Version Below)
Zum Frühstück besuchen wir Mona Lisa. Nein, eigentlich stehen wir in gebührendem Abstand zu ihr, auf einem Parkplatz auf der anderen Straßenseite, leicht verschleiert durch die kleinen, grünen Blättchen, die die Sträucher im Straßengraben schon bewachsen.
"Unser Bestreben ist es, durch modische Kompetenz verbunden mit perfekter Passform und dem Einsatz hochwertiger Stoffe, unsere Position auf dem europäischen Markt weiter auszubauen. MONA LISA by interchic ist ein zukunftsorientiertes Unternehmen mit stetig wachsenden Umsatzzahlen und dem nötigen Weitblick, den Dingen Ihren gesunden Lauf zu lassen. Mona Lisa - Kombimode von Gr.40 bis Gr.60 - in entsprechenden Farbthemen klar gegliedert und untereinander ideal kombinierfähig." So steht es auf der Homepage des Unternehmens.
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Schon gestern haben wir auf dem Parkplatz von LR gestanden, weil wir dort schön entspannt spazieren gehen konnten, nachdem das Rebhuhn uns endlich Platz gemacht hat. Es war gerade Feierabend, und ich wollte doch mal wissen, wo man arbeitet, wenn man so gelassen nach Hause fahren kann.
"LR Health & Beauty Systems GmbH ist ein deutsches Netzwerk-Marketing-Unternehmen im Bereich Gesundheits- und Schönheitsprodukte." Sagt Wikipedia.
Gestartet sind wir in Limoni-Fontaine. Vor zwei Tagen. An einem Friedhof. Ein sehr schöner, sehr stiller Ort in Frankreich. Weit weg von der Eile und Unruhe, die mich dann befallen hat.
Wir sind am Abend in Rekem verabredet, durch meine morgendliche Irrfahrt zwischen Carrefour und Friedhof bin ich weit weg von der Route, die mir jetzt 222km präsentiert. Einmal quer durch Belgien, denn die Grenze ist nicht weit entfernt.
Ein unbedeutender Moment, ein Schild am Straßenrand. Vom französischen Teil des Landes nach Flandern. Auch hier gibt es nochmals die üblichen Hinweise auf Geschwindigkeit, als wären wir tatsächlich über eine Landesgrenze gefahren, und nicht eine innerhalb von Belgien.
In Rekem am Maaskanal wartet Silvia aus Aachen, mit der wir uns hier schon mal verabredet haben. Ein gutes Wiedersehen, ein ruhiger Abend. Morgens noch ein Spaziergang mit Hilde, dann muss sie auch wieder losfahren.
Und ich mache den Fehler, ebenfalls aufzubrechen, um dann einfach nicht mehr anhalten zu können. Lauter "Wenn und Aber" erobern sich den Raum in mir. Die Gründe sind irrational, aber ich kann mich nicht dagegen durchsetzen. Ich könnte auch direkt nach Braunschweig fahren, obwohl das keinen Sinn macht, weil ich dort nicht erwartet bin. Also nicht vorzeitig.
Es ist so, als wäre der mich durchs Leben leitende Faden gerissen. Irgendwann wird es dunkel, ich bin müde, wir halten in Rheda - Wiedenbrück, auf einem Parkplatz in der Stadt, wo auch andere Camper stehen.
Ich baue den Bus um, füttere Hilde, wir gehen schlafen. Ein bisschen wie verstecken fühlt sich das an, die Welt ausblenden wollen. Als könne ich so meine innere Ordnung wieder herstellen.
Leider reicht das nicht aus, es muss noch etwas Gravierendes passieren, bis ich aufwache, und mir klar ist, wie dünn der seidene Faden ist, an den oft alles hängt. Details sind nur für mich wichtig.
Wir fahren langsam aus der Stadt heraus, finden den schönen Platz bei Mona Lisa. Ich frühstücke und schreibe, schaue in den blauen Himmel, während Hilde mich hin und wieder prüfend anblickt. Es ist ein Anfang, nicht das Ende, auch wenn mir klar wird, wie nah das manchmal zusammen liegt.
Ohne Gott, denke ich oft, wäre ich vielleicht schon längst falsch abgebogen, zu weit übers Ziel hinaus gefahren, gar nicht erst dort angekommen, wo es uns gut geht. An vielen Ortsenden steht, 'komm gut nach Hause', und ich denke jedesmal, was wir für ein Glück haben, immer Zuhause zu sein.
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For breakfast we visit the Mona Lisa. No, actually we stand at a respectful distance from her, in a parking lot on the other side of the street, slightly veiled by the small, green leaves that have already grown on the bushes in the roadside ditch.
"Our aim is to further expand our position in the European market through fashion expertise combined with a perfect fit and the use of high-quality fabrics. MONA LISA by interchic is a forward-looking company with steadily growing sales figures and the necessary vision to let things take their natural course. Mona Lisa – coordinating fashion from size 40 to 60 – clearly organized in corresponding color themes and ideally combinable with one another." That's what it says on the company's website.
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Yesterday, we parked in the LR parking lot because we could take a nice, relaxing walk there after the partridge finally made way for us. It was just after closing time, and I wanted to know where people work if they can drive home so calmly.
"LR Health & Beauty Systems GmbH is a German network marketing company in the health and beauty products sector," says Wikipedia.
We started in Limoni-Fontaine. Two days ago. At a cemetery. A very beautiful, very quiet place in France. Far removed from the rush and restlessness that subsequently gripped me.
We're meeting in Rekem this evening, but my morning's detour between Carrefour and the cemetery has taken me far from the route, which now presents me with 222 km. A journey right across Belgium, as the border isn't far away.
An insignificant moment, a sign by the roadside. From the French part of the country to Flanders. Here, too, there are the usual speed limit signs, as if we were actually crossing a national border, and not one within Belgium.
In Rekem, on the Maas Canal, Silvia from Aachen is waiting for me; we'd already arranged to meet her here. A good reunion, a peaceful evening. In the morning, a walk with Hilde, then she has to set off again.
And I make the mistake of setting off as well, only to find myself unable to stop. A plethora of "ifs" and "buts" take over my mind. The reasons are irrational, but I can't overcome them. I could drive straight to Braunschweig, even though that makes no sense, since I'm not expected there. So, not early.
It's as if the thread guiding me through life has snapped. Eventually, it gets dark, I'm tired, and we stop in Rheda-Wiedenbrück, in a parking lot in town where other campers are also parked.
I rearrange the camper van, feed Hilde, and we go to sleep. It feels a bit like hiding, like trying to shut out the world. As if I could restore my inner order that way.
Unfortunately, that's not enough; something more serious has to happen before I wake up and realize how thin the silken thread is on which everything often hangs. Details are only important to me.
We drive slowly out of the city and find the lovely spot by the Mona Lisa. I have breakfast and write, gazing up at the blue sky, while Hilde glances at me every now and then, looking at me appraisingly. It's a beginning, not the end, even though I realize how close the two sometimes are.
Without God, I often think, I might have taken a wrong turn long ago, driven too far over my destination, or never even arrived where we feel good. At the edges of many towns, there are signs saying "Have a safe trip home," and every time I think how lucky we are to always be home.Read more















TravelerGute, sichere, behütete Weiterfahrt, wohin auch immer! 🙏
TravelerVielen lieben Dank. Rein theoretisch könnten wir morgen die B1 nach Braunschweig nehmen