• Steinbek

    March 27 in Germany ⋅ ⛅ 8 °C

    (English Version Below)

    Jemand schreibt mir zurück, dass es ihr meistens gut geht. Da schau ich so an mir runter, und merke, dass ich grade keine Schmerzen habe, obwohl ich noch früh am Morgen gedacht habe, heute nehme ich mal wieder eine Ibu.

    Das ist schon merkwürdig, wie der Körper so mit dem Menschen spielt. Das mag sich medizinisch ja mit irgendwelchen Ausschüttungen erklären lassen, denen ich vielleicht grade einen entsprechenden Raum in meinem Leben gegeben habe.

    Aber rein rational kommt schnell der Gedanke auf, abwarten, falsche Bewegung, und schon ist der Traum Vergangenheit. Wir stehen auf einem Autobahnparkplatz bei Bad Segeberg, ein ruhiger Ort mit einem leichten Backgroundgeräusch, ein bisschen Wiese, Sträucher und viel Himmel.

    Wenn ich mich verstecken will, sind solche Plätze besonders geeignet. Es ist kalt geworden, das macht besondere Himmelsbilder möglich, wenn das Blau weit entfernt sich mit dem Wolkenweiß und den noch kahlen, hohen Bäumen paart.

    Kraniche fliegen auf, die Wacholderheide sieht auch im Endwinter spannend aus, in einem Garten wächst ein einsamer Krokus zwischen Kieselsteinen. Wir sind am Ende einer schmalen Straße eingeladen bei einem netten Menschen, den wir zuletzt in Scharbeutz vor einem Jahr getroffen haben.

    Es gibt Tee und Gespräche, eine Nacht unterm kalten Sternenhimmel neben einem stillen Wald, gutes Verstehen und herzliches Lachen. Und am Morgen ernste Gedanken, ein herzlicher Abschied mit dem Augenzwinkern eines Wiedersehens. Eines Tages. Irgendwo.

    Nachmittags treffen wir Emmi wieder, eine der wenigen Hündinnen, mit denen sich Hilde versteht. Wir versuchen, uns regelmäßig zu begegnen, was in einem Jahresrhythmus möglich ist, und mir immer wieder aufzeigt, wie die Zeit vergeht. Die Menschen von Emmi sind verschnupft, aber das kleine Mädchen gibt Hilde die mitgebrachten Leckerlis mit großer Entspannung. Happs macht Hilde große Schnauze, aber sie zuckt nicht einmal vor Schreck.

    Eigentlich wollten wir uns am Meer treffen, aber der kalte Wind demotiviert mich. So spazieren wir einen stillen Weg, nehmen Abschied, und hoffen auf warmen Sonnenschein im nächsten Jahr.

    Die Übernachtungspreise in Schleswig-Holstein sind rapide gestiegen, manchmal um 25 bis 30 Prozent. Ich lese Berichte, dass die Polizei die Parkplätze kontrolliert, und die Schlafenden weckt mit der Wahl eine Strafe von 125 Euro zu bezahlen und umgehend den Platz zu verlassen.

    Der nächste kostenlose Stellplatz ist in Reinfeld, die Stunde fahren wir zurück, haben eine ruhige Nacht, einen schönen Spaziergang bei einem Windrad, eine gemütliche Fahrt im Sonnenschein zum Frühstücksplatz.

    Hilde schläft auf dem Fahrersitz, ich strecke mich hin und wieder nach hinten aus, während die Fenster beschlagen, und der Morgen seinen Lauf nimmt.
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    Someone writes back to me saying that she's usually doing well. Then I look down at myself and realize that I'm not in any pain right now, even though I thought earlier this morning that I'd take an ibuprofen again today.

    It's strange how the body plays tricks on us. Medically, it might be explained by certain chemical releases, which I may have recently given ample opportunity to release in my life.

    But purely rationally, the thought quickly arises: wait, one wrong move, and the dream is gone. We're standing in a motorway rest area near Bad Segeberg, a quiet place with a soft background noise, a bit of grass, some bushes, and a lot of sky.

    When I want to hide, places like this are perfect. It's gotten cold, which makes for some special skies, where the distant blue blends with the white of the clouds and the still-bare, tall trees.

    Cranes take flight, the juniper heath looks fascinating even in late winter, and a lone crocus grows among the pebbles in a garden. We've been invited to the home of a nice person at the end of a narrow road, someone we last met in Scharbeutz a year ago.

    There's tea and conversation, a night under the cold starry sky beside a silent forest, deep understanding and heartfelt laughter. And in the morning, serious thoughts, a warm farewell with a hint of a reunion. Someday. Somewhere.

    In the afternoon, we meet Emmi again, one of the few female dogs Hilde gets along with. We try to meet regularly, which is possible on an annual basis, and it always reminds me how time flies. Emmi's owners have a cold, but the little girl calmly gives Hilde the treats they've brought. Hilde makes a big face when she eats them, but she doesn't even flinch.

    We had actually planned to meet by the sea, but the cold wind is discouraging. So we walk along a quiet path, say goodbye, and hope for warm sunshine next year.

    Overnight accommodation prices in Schleswig-Holstein have risen rapidly, sometimes by 25 to 30 percent. I've read reports that the police are checking parking lots and waking up campers with the option of paying a €125 fine and leaving immediately.

    The next free parking spot is in Reinfeld. We drive back for an hour, have a quiet night, a lovely walk by a wind turbine, and a leisurely drive in the sunshine to our breakfast spot.

    Hilde sleeps in the driver's seat, and I stretch out in the back every now and then as the windows fog up and morning unfolds.
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