• Oppenau

    April 19 in Germany ⋅ 🌧 12 °C

    (English Version Below)

    Tag 3.582
    19/04/2026
    Wohnmobilstellplatz Oppenau

    Nachdem ich gestern mental zusammen gebrochen bin, konnte ich auch am dritten Tag hintereinander abends nicht einschlafen. Bis weit nach Mitternacht bin ich immer wieder aufgestanden, die Gedanken gehen im Kreis, aber der blaue Bus kann ja nicht wirklich weg von diesem Ort.

    Morgens um sechs Uhr bin ich wach, schaue aus dem Fenster, die Luft ist unbeweglich, die Bäume stehen still. Es hat nicht geregnet, das Wetter ist einfach an uns vorbei gezogen, aber wir sind geblieben.

    Seit letztem Winter habe ich versucht, ans Meer zu kommen, weil es Hilde am Strand gut geht, sie frei laufen kann. Das hat nur bedingt geklappt, trotzdem war mein Planen weiterhin so ausgerichtet.

    Doch in meine Gedanken ist immer wieder eine andere Sicht des Lebens und Reisens hinein getreten. Es ist eine Frage der Zeit, die uns Beiden bleibt, und auch wenn ich wünsche, sie würde für immer da sein, weiß ich doch, sie ist begrenzt.

    Auf eine Art sind wir miteinander alt geworden, so wie unsere Reise fortgeschritten ist. Der blaue Bus ist ebenfalls in die Jahre gekommen, und wir Drei haben unsere Krankheiten mitgenommen in dieses Jahr, das wohl einen Wendepunkt darstellt.

    Zehn Jahre ist eine lange Zeit, ich weiß noch nicht, wohin sie uns führt, aber es wird schwer werden, das glaube ich zu spüren. Und ich denke, dass ich mich darauf vorbereiten muss.

    Vor einiger Zeit hat ein lieber Mensch mir erzählt, dass er in diesem Jahr eine Radreise plant, in die er einen Pilgerweg integrieren will. Darüber denke ich viel nach, weil ich glaube, dass eine innere Pilgerreise auch unser Weg sein kann.

    Es geht nicht mehr um Entfernungen, es geht um Zeit miteinander zu verbringen. Hilde liebt es draußen zu sein, Leckerlis zu genießen, mit ihrem Papa zu leben. Ich spüre, dass unsere Erkrankungen progressiv sind. Oder anders gesagt, dass das Alter in uns fortschreitet. Und dabei rede ich immer von uns Dreien, den blauen Bus eingeschlossen.

    Wir werden also unsere Pilgerreise heute beginnen. Es wird ein Weg der kleinen Schritte sein. Im Inneren und im Äußeren. Und natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass wir ans Meer, an Strände kommen, und auf diese Art unsere Küstentour fortsetzen können.

    Parallel werde ich das Neue Testament lesen, um auch dem Denken, Orientierung bieten zu können.

    Unser Ziel ist das Leben.
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    Day 3,582
    April 19, 2026
    Oppenau Motorhome Site

    After my mental breakdown yesterday, I couldn't fall asleep for the third night in a row. I kept getting up until well after midnight, my thoughts going in circles, but the blue bus can't really leave this place.

    I wake up at six in the morning, look out the window, the air is still, the trees stand motionless. It hasn't rained; the weather has simply passed us by, but we've stayed.

    Since last winter, I've been trying to get to the sea because Hilde thrives on the beach, where she can run freely. It only partially worked out, but my plans remained focused on that.

    Yet, a different perspective on life and travel has repeatedly crept into my thoughts. It's a question of the time we both have left, and even though I wish it would last forever, I know it's limited.

    In a way, we've grown old together, just as our journey has progressed. The blue bus has also aged, and the three of us have brought our illnesses with us into this year, which will likely mark a turning point.

    Ten years is a long time, I don't yet know where it will lead us, but I can sense it will be difficult. And I think I need to prepare for that.

    A while ago, a dear friend told me he's planning a cycling trip this year, which he intends to incorporate into a pilgrimage. I've been thinking about this a lot because I believe that an inner pilgrimage can also be our path.

    It's no longer about distances; it's about spending time together. Hilde loves being outdoors, enjoying treats, and living with her dad. I sense that our illnesses are progressing. Or, to put it another way, that age is advancing within us. And I'm always talking about the three of us, including the blue bus.

    So, we will begin our pilgrimage today. It will be a journey of small steps, both inwardly and outwardly. And of course, it's not out of the question that we'll reach the sea, the beaches, and continue our coastal tour in this way.

    At the same time, I will read the New Testament to provide guidance for our thoughts as well.

    Our destination is life.
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