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  • Spaziergänge mit Hilde

Eine Pilgerreise ins Leben

Es wird ein Weg der kleinen Schritte sein. Im Inneren und im Äußeren. Læs mere
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    🇩🇪 Dülmen, Deutschland

    Tag Einundfünfzig

    4 timer siden, Tyskland ⋅ ☁️ 21 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.632
    08/06/2026
    Dülmen

    Mittlerweile ist fünfzehn Uhr schon durch. Wir stehen im Ort Klein - Reken an einer grünen Wand mit Vogelgesang. Der Ventilator läuft, die Seitentür ist offen, der Bus wieder weitgehend umgebaut.

    Hilde ruht auf dem Fahrersitz und ich hinter ihr auf dem Bettkasten. Ich habe den Spendenaufruf rausgeschickt, der mir wie immer schwer gefallen ist. Natürlich gibt es eine Gegenleistung in Form meiner Geschichten und Bilder, und der Bereitschaft, dich in unser Leben, in unsere Reisen, in die Tiefen und Höhen unserer Abenteuer mitzunehmen.

    Aber mir wäre es lieber, wenn ich genügend Geld zurücklegen könnte, um gar nicht erst fragen zu müssen, sondern vielleicht mehr auf spontane Unterstützung zu hoffen.

    Für Hilde war der Tag schon sehr aufregend. Beim TÜV ist sie im Bus sitzen geblieben und hat erschreckt auf alle Geräusche gelauscht, mit denen der Prüfer die Tauglichkeit des Busses untersucht hat.

    Kein Rost, kein gravierender Schaden am Motor und Getriebe. Aber irgendwo tropft Öl vom Motor, aber da meint der Schrauber, könne es sich nur um die Reste vom undichten Lenkgetriebe handeln, weil ich auch keinerlei Ölverlust habe.

    In Marl kann ich alle Ersatzteile bestellen, die in den nächsten Tagen geliefert werden. Auch so ein Überraschungsei, warte also aufs Klingeln des Telefons, dann muss ich losfahren.

    Zum Mitfiebern, wir sind zwischen Dülmen (Nacht), Haltern (Alex), Dorsten (Wasser und Einkauf), Erkenschwick (TÜV) und Marl (Autoteile) die nächsten Tage unterwegs. Und vielleicht in Reken zum Entspannen und bei Lette zum Spaziergang.

    Aber noch ein kleines Schmankerl hat mir der Prüfer zum Abschied mitgegeben, als er meinte, dass wir die "Eine - Million - Kilometer" noch schaffen werden. Er muss das ja wissen!!!

    Zum Glück ist es wieder bewölkt und dadurch sind die Temperaturen angenehm. Aber wir sind beide sehr müde. Wir sitzen hier schon über zwei Stunden und fühlen uns wie nach einem Marathonlauf.

    Hilde fällt immer wieder in einen tiefen Schlaf und will am liebsten im Bus sein, auch wenn es draußen luftiger ist. Und ich bin einfach groggy.

    Grade eben überlegt. Hilde wird ja demnächst elf Jahre alt. Und wir drei sind tatsächlich dann 108 Jahre alt!

    Gegenüber der Taverne, die an der vielbefahrenen Landstraße zwischen Lette und Dülmen liegt, gibt es eine kleine Straße in den Wald hinein. Hier machen wir unseren Abendspaziergang.

    Heute habe ich nicht einmal den Rollator hervorgeholt, entweder war ich alleine ohne Stock oder mit Hilde und Stock unterwegs. Nach hundert Meter hopst ein Hase elegant über die Brombeeren, bevor Hilde ihn sehen kann

    Aber entdeckt hat sie ihn trotzdem und ist heftigst beschäftigt, seiner Spur solange zu folgen, wie ich das zulasse. Dann hat sie fertig.

    Abendruhe im Bus, wir haben schon einige Zusagen der Unterstützung bekommen, und ich bin sehr dankbar darüber.
    Hilde hat ihren Teller leer gemacht, das geht super fix. Der Ventilator ist mein großes Glück, und wenn ich aus dem Fenster schaue, dann weht der Wind in der Hecke.

    Mit Einbruch der Dunkelheit fallen große Tropfen aus den dunklen Wolken auf den Bus. Hilde schaut erschreckt auf, beruhigt sich aber schnell wieder. Wäre vielleicht Zeit für eine leuchtende Kerze, aber ich glaube, der Schlaf kommt schnell, wenn ich jetzt den Text veröffentlicht habe.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,632
    June 8, 2026
    Dülmen

    It is already past three in the afternoon. We are parked in the village of Klein-Reken, right next to a wall of greenery filled with birdsong. The fan is running, the side door is open, and the bus has largely been converted back to living mode.

    Hilde is resting in the driver’s seat, and I am sitting behind her on the bed frame. I’ve just sent out the appeal for donations—something I always find difficult to do. Of course, there is something in return: my stories and photos, and the willingness to bring you along into our lives, our travels, and the highs and lows of our adventures.

    But I would prefer to be able to set aside enough money so that I wouldn't have to ask at all, and could instead simply hope for spontaneous support.

    It has already been a very exciting day for Hilde. During the vehicle inspection, she stayed inside the bus, listening anxiously to all the noises the inspector made while testing the vehicle's roadworthiness.

    No rust, and no serious damage to the engine or transmission. There is an oil drip coming from the engine somewhere, but the mechanic thinks it’s likely just residue from the leaky steering gear—especially since I haven't actually lost any oil level.

    I can order all the spare parts in Marl, and they’ll be delivered in the next few days. It’s a bit of a "surprise package" situation—I’m waiting for the phone to ring so I can head over there.

    We’ll be on the move over the next few days, hitting up Dülmen (for the night), Haltern (to see Alex), Dorsten (water and shopping), Erkenschwick (vehicle inspection), and Marl (auto parts). We might also stop in Reken to relax and take a walk near Lette.

    The inspector left me with a nice little treat as we parted ways, though: he said we’d definitely make it to the "one-million-kilometer" mark. He ought to know, after all!

    Luckily, it’s cloudy again, so the temperatures are pleasant. But we’re both exhausted. We’ve been sitting here for over two hours and feel like we’ve just run a marathon.

    Hilde keeps drifting into a deep sleep; she’d much rather be inside the van, even though it’s airier outside. As for me, I’m just completely wiped out.

    I was just thinking about it. Hilde is turning eleven soon. And the three of us will actually have a combined age of 108!

    Opposite the tavern—located on the busy country road between Lette and Dülmen—there is a small road leading into the woods. This is where we take our evening walk.

    Today, I didn't even get out my walker; I was out either alone without a cane or with Hilde and my cane. After a hundred meters, a hare hops elegantly over the blackberry bushes before Hilde can spot it.

    But she detects it anyway and is intensely busy following its scent for as long as I allow it. Then, she’s done.

    Evening quiet in the bus; we’ve already received several offers of support, and I am very grateful for that.
    Hilde has finished her meal—she eats incredibly fast. The fan is a godsend, and when I look out the window, I see the wind blowing through the hedge.

    As darkness falls, large raindrops from the dark clouds begin to patter against the bus. Hilde looks up, startled, but quickly calms down again. It might be time to light a candle, but I think sleep will come quickly once I’ve published this post.
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  • Und mal so zwischdrin

    4 timer siden, Tyskland ⋅ ☁️ 20 °C

    Einen schönen guten Tag wünsche ich Dir.

    Du hast ja mitbekommen, dass wir wochenlang mit einem defekten Lenkgetriebe bei meiner Tochter gestanden haben, und auf der Suche nach einer kostengünstigen Lösung letztendlich von unserem lieben Schrauber sozusagen gerettet wurden.

    Die Reparatur mit Transport vom Bus und unseren Fahrtkosten nach Haltern am See hat ca. 1.500 Euro gekostet, das ist deutlich weniger als in einer Werkstatt, aber ist trotzdem nur unwesentlich geringer als mein monatliches Renteneinkommen.

    Unglücklicherweise folgt nun auch noch der fällige TÜV. Im ersten Prüftermin wurden u.a. folgende Schäden bemängelt:

    Handbremse
    Radbremse
    Stabilisatoren
    Koppelstangen
    Achsvermessung

    Wir rechnen jetzt für die Reparatur plus Ersatzteile und TÜV mit Kosten in Höhe von maximal 1000 Euro.

    Allerdings meinte der Prüfer zum Abschied, wir würden die 160.000 km zur Million mit Sicherheit schaffen!

    Du hast in den letzten Jahren schon immer mit dazu beigetragen, dass wir überhaupt in der Lage waren, so schöne Reisen zu machen, sodass es mir nicht leicht fällt, nochmal um eine kleine Unterstützung zu bitten.

    Doch ohne Deine Hilfe sieht die Situation sehr mau aus. Also, falls Du noch ein paar Groschen für uns übrig hast, wir wären Dir sehr dankbar, wenn Du sie uns schenken würdest.

    Die Überweisung mit den entsprechenden Kontaktdaten auf mein Konto bei der

    Nord LB Braunschweig

    IBAN: DE72 2505 0000 0201 4093 07

    BIC: NOLADE2HXXX

    Kontoinhaber: Peter Kopfermann

    Zahlungen per PayPal sind unter der E-mail Adresse möglich - bitte unter "Freunde" überweisen -
    spaziergaenge.mithilde@gmx.de

    Wir bedanken uns schon mal im Voraus für Deine großzügige Bereitschaft, unsere Reisen weiter zu begleiten.

    Peter und Hilde
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  • Tag Fünfzig

    7.–8. jun., Tyskland ⋅ ☁️ 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.631
    07/06/2026
    Dülmen

    Die Nummer mit dem Tanken passiert mir heute morgen gleich mehrfach. Ich vergesse, früh beim ersten Aufwachen um fünf Uhr, die Stützstrümpfe anzuziehen. Und plötzlich weiß ich nicht mehr, wie ich den Rollator richtig vor Hilde's Sitz einbauen muss.

    Vorsichtshalber lege ich eine Banane raus, damit ich mir später ein Getränk machen kann, denn wenn ich die Tür nicht mehr öffnen werde, kommt sie mir auch nicht in den Sinn.

    Ich habe viel zu lange geschlafen, aber weil ich gestern Abend so elende Schmerzen hatte, dass ich nicht einschlafen konnte, war die Möglichkeit, ein Ibu zu nehmen, eine gute Option.

    Überhaupt sind die Nächte eine große Herausforderung, genauso wie die RLS. Spätestens ab Mittag suche ich die Umgebung ab nach machbaren Wegen. Und die Schlafplätze brauchen jetzt noch die zusätzliche Komponente eines möglichen Spaziergangs am Morgen.

    Wir sind an den beiden schönen Kirchen von Weseke und Ramsbach, wo es wohl gestern ein Fest auf dem Kirchplatz gab, zum Freibad außerhalb vom Ort gefahren. Dort frühstücke ich und höre einen interessanten Ostergottesdienst aus meiner Heimatgemeinde.

    https://www.youtube.com/live/PUAt2JKKvU4?is=ad-…

    Vom Wetter her könnte Anfang April sein, aber ohne die ganze Osterleierei kann ich mich viel besser auf die Botschaft konzentrieren.

    Leider können wir hier nicht spazieren gehen und fahren deshalb zum Parkplatz am Sportplatz in Gescher. Von hier geht ein anfangs asphaltierter Weg in die Feldmark, den wir leider nicht lange alleine haben. Trotzdem gibt es für Hilde genügend Möglichkeiten, rechts und links zu schnüffeln, und sich zu erleichtern.

    Ich fühle mich auch erleichtert, als wir wieder am Bus sind, und einen guten Spaziergang geschafft haben. Zweimal sechshundert Meter ist nicht viel, aber unter den Umständen bin ich erstmal zufrieden.

    Die Freilichtbühne von Coesfeld existiert schon seit 1951, feiert dieses Jahr ihr 75. Jubiläum mit der Kriminalstory "Reeperwahn". In dieser Woche ist spielfrei, so können wir ungestört ein bisschen auf dem Gelände spazieren gehen.

    Die Sonne ist schon seit einer Stunde vor die Wolken gerückt und präsentiert uns einen blauen Himmel zum Abend hin. Wir sind noch unterwegs, auch auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht, der nicht so weit vom Tüv entfernt ist.

    Letztendlich sind wir in Dülmen, der Stadt der Wildpferde, die nach Merfeld raus leben. Mit meinem pferdebegeisterten Kindern bin ich dort vor etwa dreißig Jahren gewesen.

    Und wir sind beide ziemlich müde.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,631
    June 7, 2026
    Dülmen

    That business of "refueling"—getting the energy I need—is proving to be a recurring struggle for me this morning. I forget to put on my compression stockings when I first wake up at five o'clock. And suddenly, I can't figure out the right way to position the walker in front of Hilde's seat.

    As a precaution, I set out a banana so I can make myself a drink later; if I reach the point where I can no longer open the door, the thought of getting one won't even cross my mind.

    I slept far too long, but since I was in such wretched pain last night that I couldn't fall asleep, taking an ibuprofen was a good option.

    Nights are a major challenge in general, just like the RLS. From midday onwards, I scan the area for feasible routes. And now, the choice of where to sleep has to factor in the additional possibility of a morning walk.

    We drove past the two lovely churches in Weseke and Ramsbach—where there must have been a festival in the church square yesterday—to the outdoor pool just outside the village. There, I’m having breakfast and listening to an interesting Easter service from my home congregation.

    https://www.youtube.com/live/PUAt2JKKvU4?is=ad-…

    Weather-wise, it could be early April, but without all the usual Easter fuss, I find it much easier to focus on the message.

    Unfortunately, we can’t go for a walk here, so we drive to the parking lot by the sports field in Gescher. From there, a path—paved at the start—leads out into the open fields, though we don’t have it to ourselves for long. Even so, there are plenty of opportunities for Hilde to sniff around on both sides and relieve herself.

    I feel relieved too once we’re back at the bus, having managed a good walk. Two stretches of six hundred meters isn’t much, but under the circumstances, I’m satisfied for now.

    The Coesfeld open-air theater has been around since 1951 and is celebrating its 75th anniversary this year with the crime story "Reeperwahn." There are no performances this week, so we can stroll around the grounds undisturbed.

    The sun emerged from behind the clouds an hour ago, treating us to a blue sky as evening approaches. We are still on the road, looking for a place to park for the night that isn't too far from the TÜV inspection center.

    We end up in Dülmen—the town of the wild horses that roam the area out near Merfeld. I visited there with my horse-loving children about thirty years ago.

    And we are both quite tired.
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  • Tag Neunundvierzig

    6.–7. jun., Tyskland ⋅ ☁️ 20 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.630
    06/06/2026
    Borken

    Wir haben ganz gut geschlafen in Weseke, es gibt den ersten Morgenspaziergang mit Rollator und Leine an einer Wiese entlang, was überraschend gut geklappt hat, auch weil Gott dafür gesorgt hat, dass keine anderen Hunde da waren.

    Unterbodenwäsche in Oeding für den blauen Bus. Bei dem Schaden am Lenkgetriebe ist viel Öl ausgelaufen. Alex hat viel davon gereinigt, bevor er den Umbau machen konnte. Aber jetzt ist der Bodenschutz noch entfernt und ich habe heute die entsprechende Wäsche machen lassen.

    Montag vor der Tüv - Vorführung wird die zweite Wäsche gemacht. Dann dürfte alles sauber sein. Auf dem Weg nach Burlo koche ich Wasser für mein Frühstück. Neben einem grünen Gesträuch parken wir zwischen einem Camper aus den Niederlanden, der wohl genächtigt hat, und einem abgestellten Lastwagen.

    Ich bin noch unruhig. Die Umstellung von der Warteposition ins Jetzt fällt mir schwer. Ich muss unbedingt einkaufen, bevor es zu heiß wird, und die Wäsche waschen, es ist schon ziemlich schmutzig im Bus.

    Wer im Netto die Regale einräumt, braucht ebenso einen Lageplan wie die hilflosen Käufer. So ein Chaos. Trotzdem habe ich alles gefunden, was wir die nächsten Tage brauchen.

    Winterswijk liegt nicht fern der Grenze in den Niederlanden und hat eine gut funktionierende Wasserette für Bekleidung und Handtücher, die ich allerdings noch ein bisschen nachtrocknen muss.

    Mittagspause auf dem Parkplatz hinterm Schloß Diepenbrock bei Barlo. Wir sind wieder in Deutschland und es regnet. Trotzdem habe ich die Tür geöffnet, weil es warm im Bus ist. Auf dem Parkplatz vom Fußballplatz sind wir vorher spazieren gegangen. Da schien die Sonne und ich habe den Stock genommen.

    Eine lustige Situation ist beim Tanken entstanden, weil ich nicht mehr weiß, wo ich denn den Einfüllstutzen reinstecken soll. Plötzlich war die Idee wieder da!

    Komplett durchnässt komme ich vor dem Regen zum Bus zurück. RL (Rollator-Leine) zum zweiten Mal am heutigen Tag, und dieses Mal war es schwer. Hilde will ständig ziehen, der Weg ist leider steiniger, als ich es gedacht haben. Und dann kommen noch die Horden Radfahrer, die den Anspruch haben, dass ihnen die Wege gehören.

    Für sich selber haben sie die Vorstellung, dass Autofahrer auf sie Rücksicht nehmen müssen. Aber andersherum verlieren sie schnell die Umsicht und dann auch die Rücksicht. Ich weiß, da gibt es Unterschiede wie überall, wo sich Menschen begegnen.

    Aber so geballt, muss ich mich erst einmal entspannen. Hilde hat das toll gemacht, denn auch für sie sind unsere Wege Neuland. Aber wir schaffen das schon.

    Derselbe Platz wie gestern hinterm Lastwagen und vor dem Niederländer. Weiter hinten sind noch zwei weitere Camper. Hilde wirkt verunsichert, vielleicht ist die Veränderung einfach zu krass für sie.

    Auch ich muss mich umstellen, der Rollator macht Probleme, um ihn einzuklappen muss ich ihn jeweils fest auf die Erde hauen. Vielleicht hat Alex da am Montag eine Idee. Mir fehlen so ein paar Sachen, die wir bei meiner Tochter zwischengelagert haben, insbesondere die Holzpalette, die mein Tisch ist.

    Hilde hat sich auf den Fahrersitz eingerollt, ich bau das Bett und werde bald mich hinlegen. Hier regnet es nicht mehr, aber es gibt viele Geräusche von Motoren. Samstag Abend auf dem Land.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,630
    June 6, 2026
    Borken

    We slept quite well in Weseke; we took our first morning walk along a meadow—me with my walker and the dog on a leash. It went surprisingly well, partly because God ensured there were no other dogs around.

    An underbody wash for the blue bus in Oeding. A lot of oil had leaked out due to the damage to the steering gear. Alex cleaned up much of it before he could carry out the repair work, but the underbody protection had been removed, so I had the necessary wash done today.

    A second wash is scheduled for Monday, just before the vehicle inspection. Everything should be clean by then. On the way to Burlo, I boil water for my breakfast. We park next to some green shrubbery, sandwiched between a camper van from the Netherlands—which looks like it spent the night there—and a parked truck.

    I still feel restless. It is hard for me to shift from a state of waiting to living in the moment. I really need to go grocery shopping before it gets too hot, and I need to do the laundry; the bus is getting quite dirty inside.

    Anyone stocking shelves at Netto needs a floor plan just as much as the helpless shoppers do. It’s such a chaotic mess. Still, I managed to find everything we need for the next few days.

    Winterswijk is located just across the border in the Netherlands and has a well-functioning laundromat for clothes and towels—though I do have to dry them a bit more myself afterward.

    Lunch break in the parking lot behind Diepenbrock Castle near Barlo. We’re back in Germany now, and it’s raining. Even so, I’ve left the door open because it’s warm inside the van. Earlier, we went for a walk in the parking lot by the soccer field; the sun was shining then, and I used my walking stick.

    A funny situation arose while refueling because I couldn't remember where to insert the nozzle. Then, suddenly, it came back to me!

    I make it back to the van just before the rain really sets in, completely soaked. It’s time for the "rollator leash" walk—the second one today—and this time it was a struggle. Hilde keeps wanting to pull, and the path turned out to be rockier than I’d expected. On top of that, there are hordes of cyclists who act as if they own the paths.

    They expect drivers to be considerate of them, yet they quickly lose sight of their surroundings—and any sense of consideration—when the roles are reversed. I know there are exceptions, of course, just as there are wherever people interact.

    But with everything happening all at once, I need a moment to unwind. Hilde did a great job—this is all new territory for her, too. But we’ll manage.

    We’re in the same spot as yesterday: behind the truck and in front of the Dutch camper. There are two other campers further back. Hilde seems unsettled; perhaps the change is just too drastic for her.

    I’m having to adjust, too; the walker is giving me trouble—I have to slam it hard against the ground to fold it up. Maybe Alex will have an idea on Monday. I’m missing a few things we left in storage at my daughter’s place—especially the wooden pallet I use as a table.

    Hilde has curled up in the driver’s seat; I’m setting up the bed and will lie down soon. It’s stopped raining here, but there’s a lot of engine noise. A Saturday evening in the countryside.
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  • Tag Achtundvierzig

    5.–6. jun., Tyskland ⋅ 🌧 18 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.629
    05/06/2026
    Borken

    Nur einmal nachts aufzuwachen, deutet durchaus auf einen guten Schlaf hin. Aber die Knie haben nicht richtig ausgeschlafen und brauchen heute morgen richtig lang mit dem neuen Tag.

    Bei meiner Tochter bin ich einfach aus dem Bus auf den Rollator gefallen, während Hilde sofort loslaufen konnte. Hier muss sie warten, bis ich langsam in den Tag reinkomme, um dann an der Leine einen Weg mit mir zu machen.

    Tendenziell werde ich vermutlich den Stock nehmen, weil ich Rollator und Leine erst üben muss. Alles nicht so einfach. Dummerweise ist mir noch der Knopf an der kurzen Hose abgerissen, sodass der Schalgürtel sie auch nicht vernünftig hält, was den Spaziergang erschwert.

    Wenn alles so sehr sich verkompliziert neige ich auch mal zu einer kleinen "Jammerdepression" und bin froh, dass uns niemand draußen begegnet.

    Hilde merkt durchaus den Unterschied, aber ich verspreche ihr, dass morgen alles besser wird, wenn wir wieder im Bus sind. Wie sehr ich mich danach sehne, auch wenn ich so dankbar bin für alle Unterstützung und Hilfe.

    Eigentlich wollte ich heute morgen meine Steuererklärung machen. Aber nachdem ich alle Papiere sortiert habe, stelle ich fest, dass mir die Antragsformulare fehlen. Jetzt muss ich erst eine Gelegenheit finden, die Unterlagen auszudrucken, dann ausfüllen und alles beim Finanzamt einwerfen, da ich erst im September von der nächsten Reise zurückkehren möchte.

    Als Dominice von der Arbeit kommt, laden wir unsere Sachen in ihr Fahrzeug, weil sie so lieb ist, uns nach Haltern zu bringen. Da steht unser blauer Bus brav in der Ecke und wartet. Alex begrüßt uns, Hilde schnüffelt sich zurecht, Dominice fährt nach Hause. Ich bin unendlich dankbar.

    Was würden wir machen, ohne all die lieben Menschen um uns herum, die unser Leben so qualitativ wertvoll machen. In jeder Hinsicht.

    Alex ist sehr zufrieden, dass wir glücklich sind, in unserem Bus wieder reisen zu können, wobei das Wochenende jetzt erstmal dazu dient, alles sauber zu machen.

    Für die Übernachtung fahren wir nach Borken, wo wir mit vier anderen Campern an einer schönen Wiese kostenlos übernachten. Vorher gab es bei einem Windrad eine kleine Rollatorrunde für Hilde. Ich bin allerdings weit entfernt von den Strecken, die ich bei meiner Tochter gelaufen bin.

    Wir sitzen an der offenen Tür, atmen die frische Luft ein. Vielfaches Vogelgezwitscher, ein Wolkenbett am Himmel, leichter Wind. Muss noch einiges umbauen für die Nacht, dann darf der gute Schlaf gerne kommen.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,629
    June 5, 2026
    Borken

    Waking up only once during the night is certainly a sign of good sleep. However, my knees didn't get enough rest and are taking a long time to get going this morning.

    When staying with my daughter, I simply step out of the bus and onto my walker, whereas Hilde is ready to head out immediately. Here, she has to wait for me to slowly ease into the day before we can go for a walk together—with her on the leash.

    I’ll likely opt for my walking stick, as I still need to practice managing both the walker and the leash at the same time. It’s all a bit complicated. To make matters worse, the button on my shorts popped off, so the sash belt isn't holding them up properly either—which makes the walk even more of a struggle.

    When things get this complicated, I’m prone to a bout of "whiny blues," and I’m glad we don’t run into anyone while we’re out.

    Hilde certainly notices the difference, but I promise her that everything will be better tomorrow when we’re back in the bus. How I long for that, even though I am so grateful for all the support and help.

    I had actually intended to do my tax return this morning. But after sorting through all the paperwork, I realize I’m missing the application forms. Now I have to find a way to print the documents, fill them out, and drop everything off at the tax office, since I don’t plan to return from my next trip until September.

    When Dominice gets home from work, we load our things into her car, as she’s kind enough to drive us to Haltern. There sits our blue bus, waiting patiently in the corner. Alex greets us, Hilde sniffs around to get her bearings, and Dominice heads home. I am incredibly grateful.

    What would we do without all the lovely people around us who enrich our lives so much? In every respect.

    Alex is very pleased that we’re happy to be able to travel in our bus again, though the weekend will be spent getting everything cleaned up first.

    We drive to Borken for the night, where we camp for free alongside four other camper vans next to a lovely meadow. Before that, Hilde went for a short walk with her rollator near a wind turbine—though the distance was nothing compared to the walks I took while visiting my daughter.

    We sit by the open door, breathing in the fresh air. There is a chorus of birdsong, a bed of clouds in the sky, and a gentle breeze. I still need to rearrange a few things for the night, and then I’ll be ready for a good sleep.
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  • Tag Siebenundvierzig

    4.–5. jun., Tyskland ⋅ 🌧 20 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.628
    04/06/2026
    Hagenburg

    Noch ziemlich benommen sitze ich an einem schönen Holztisch im Haus der Freunde, die schon unterwegs sind. Arbeit, Schule, der übliche Frohsinn.

    Sebastian war schon mit Hilde draußen, ich fühle mich tatsächlich außerstande, heute mehr als das Notwendige zu leisten.

    Über Stunden war mir noch schlecht von der Fahrt. Durch die Anstrengung ist mein Herz in Unruhe gekommen. Immer wieder bin ich aufgestanden, während Hilde schon tief und fest geschlafen hat.

    Erst in den Morgenstunden des neuen Tages konnte ich einschlafen, nachdem die Nachrichten fast zeitgleich einpurzelten, dass der Bus und die Kinder gut angekommen sind.

    Der Vormittag verläuft in Stille. Meist liegen wir im Bett, Hilde schläft immer gleich ein, während ich versuche, wenigstens zu entspannen. Das Haus ist am späten Vormittag leer, ich geh mich waschen, um später noch ein zweites Porridge zu essen.

    Das Gehen im Erdgeschoss ohne Stock ist anstrengend für die Knie, will ich runter zur Toilette, muss ich vier Stufen rückwärts gehen, mich gleichzeitig am Türrahmen festhalten. Dabei kann ich natürlich nichts tragen. Zurück geht's den gleichen Weg.

    Körperwäsche im Bus ist wirklich einfach, sowie die meisten anderen Sachen auch, weil ich es vom Sitzen aus erledigen kann. Hier muss ich mich für fast alles durch die Wohnung bewegen. Aber es geht und es macht zufrieden.

    Wir sprechen von einem - vielleicht geringen - Maß an Selbstständigkeit, das es gilt, sich zu erhalten. Aber auch das gehört zu einer Pilgerreise, Grenzen auszutesten und Grenzen zu akzeptieren.

    Als Dominice mit ihrem Sohn von der Arbeit kommt, stellt sie ein Tablett mit leckerem Erdbeer- und Apfelkuchen auf den Tisch.

    Draußen geht die Welt unter, ein Gewitterschlag, und dann prasselt der Hagel gegen die Fensterscheibe.

    Wieder Sonne und sie ist wirklich warm. Dominice nimmt Hilde an die Leine, der Sohn läuft voraus, um zu gucken, ob andere Hunde um die Kurve kommen. Der Weg ist lehmig und nass, aber mit dem Rollator geht es überraschend gut. Allerdings stockt der Matsch in den Halterungen der Reifen, sodass ich ihn immer wieder ausklopfen muss.

    Gleiche Entfernung auf der Straße wirkt deutlich einfacher. Aber es ist möglich, hier zu gehen, und tatsächlich kommen wir vor dem nächsten Gewittersturm ins Haus.

    Hier ist jetzt Schularbeitenzeit. Hilde schläft unterm Tisch, meine Füße sind müde.

    "Kiste ist fertig. - Kannst Du abholen!" Das ist die beste Nachricht des heutigen Tages.

    Heute gibt es Serrano - Eisbein, ein liebes Geschenk für Hilde, das wir irgendwann mal unterwegs von einem lieben Menschen geschenkt bekommen haben.

    Abendessen zum Sattwerden, die Familie geht früh schlafen, ich leiste der Spülmaschine noch ein wenig Gesellschaft, während die Sonne hinter dem Nachbarhaus übers Steinhuder Meer wandert.

    Das Bild ist von meinem Schwiegersohn, der gestern noch am Wasser gewesen ist.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,628
    04/06/2026
    Hagenburg

    Still feeling quite groggy, I sit at a beautiful wooden table in the home of our friends—who are already out and about. Work, school: the usual cheerful bustle.

    Sebastian has already taken Hilde out; I, however, feel truly incapable of doing anything more than the bare minimum today.

    For hours, I continued to feel nauseous from the journey. The physical exertion had left my heart racing and unsettled. Time and again, I got up and paced about while Hilde slept soundly.

    It was not until the early hours of the new day that I was finally able to fall asleep—shortly after the news came trickling in, almost simultaneously, that the bus and the children had arrived safely.

    The morning unfolds in silence. We spend most of the time lying in bed; Hilde falls asleep instantly, while I simply try to at least relax. By late morning, the house is empty; I go to wash up, planning to have a second bowl of porridge a little later.

    Walking on the ground floor without a cane is strenuous on my knees; if I want to go down to the toilet, I have to descend four steps backward while simultaneously holding onto the doorframe. Naturally, this means I cannot carry anything. The return journey follows the exact same path.

    Washing up in the bus is actually quite simple—as are most other things—because I can do it while seated. Here, however, I have to move about the apartment for almost everything. Yet it works, and it brings a sense of satisfaction.

    We are speaking of a—perhaps modest—degree of independence that must be preserved. But this, too, is part of a pilgrimage: testing one’s limits and accepting them.

    When Dominice arrives home from work with her son, she places a tray laden with delicious strawberry and apple cake on the table.

    Outside, the world seems to be coming to an end: a clap of thunder, followed by hail pelting against the windowpanes.

    The sun is out again—and it’s truly warm. Dominice puts Hilde on her leash, while our son runs ahead to check if any other dogs are coming around the bend. The path is muddy and wet, but navigating it with the walker goes surprisingly well. However, the mud keeps clogging the wheel mounts, so I have to keep knocking it out.

    Covering the same distance on the road feels significantly easier. But walking here is doable, and sure enough, we make it back inside just before the next thunderstorm hits.

    It’s homework time now. Hilde is asleep under the table, and my feet are tired.

    "The crate is ready—you can come pick it up!" That is the best news of the day.

    Tonight, we’re having Serrano ham hock—a lovely treat for Hilde that a kind soul gave us while we were on the road some time ago.

    A hearty, filling dinner; the family heads to bed early, while I keep the dishwasher company for a little while longer as the sun dips behind the neighbor’s house and drifts across the Steinhuder Meer.

    The picture is from my son-in-law, who was down by the water just yesterday.
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  • Tag Sechsundvierzig

    3.–4. jun., Tyskland ⋅ ☁️ 20 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.627
    03/06/2026
    Hagenburg

    Die ausgiebige Behandlung meiner Füße und Knie hat sich gelohnt. Als wir am letzten Baum ankommen, merke ich, wie leichtfüßig der alte Mann unterwegs sein kann. Ich habe kaum noch Rückenschmerzen, seitdem ich so aufrecht gehen.

    Erst später fällt mir ein, dass ich in der Nacht eine halbe Ibu genommen habe, weil ich wegen der Knieschmerzen nicht einschlafen konnte. Hahaha. Aber man muss auch das Positive in der Entwicklung sehen.

    Mein Schwiegersohn freut sich für mich. Doch wir beide wissen auch, dass die richtigen Herausforderungen noch vor mir liegen, wenn wir jetzt wieder unterwegs sein können.

    Kühlschrank ausräumen, hier und da mein Zeug zusammensuchen und für die Reise packen. Ohne eine detaillierte, sich ständig verändernde Liste der notwendigen Tätigkeiten geht gar nichts.

    Und ich bin leicht unruhig. Habe weitestgehend schon alles vorbereitet, obwohl nicht mal Mittag ist, und sich der Trailerfahrer noch nicht gemeldet hat, dass er losgefahren ist, denn er braucht wohl einige Stunden bis zu uns.

    Auf dem zweiten Spaziergang heute geht es mir immer noch gut, auch wenn das Medikament seine Wirkung verloren hat. Das stimmt mich ganz froh, brauche aber drei kurze Pausen.

    Die Liste ist schon kleiner, ich mache vielleicht mal ein Schläfchen. Warten fällt mir nicht leicht. Der Fahrer meldet sich für etwa 18 Uhr an, hoffe mal, dass die Autobahnen frei sind.

    Konnte nicht schlafen, aber wir sind noch ein letztes Mal den Weg zusammen spaziert. Cronos spürt den Abschied und kommt immer wieder in meine Nähe, um sich streicheln zu lassen.

    Ich habe einen Knochen für ihn, den er erstmal liegen lässt, aber als ich das Tor schließe, legt er sich davor und jault leise mir nach.

    Wir fahren den Bus auf den Asphalt, Hilde denkt, es geht wieder los, und sofort ist sie in ihren Gefühlen verwirrt. Mir geht's allerdings um den Schatten, und dass der Fahrer den Bus einfacher aufladen kann.

    Auch in mir ist eine merkwürdige Stimmung, etwas von Abschied nehmen gepaart mit Unruhe und ein bisschen Vorfreude. Dann geht alles ganz schnell, der Bus wird aufgeladen.

    Wir steigen beim Schwiegersohn wohlgemut in seinen flachgelegten, weißen, sportlichen Pkw, bei dem meine Augenhöhe auf die Bremslichter vor uns starren.

    In Hagenburg ziehen mich die Kinder beidhändig auf den Bürgersteig. Spätestens seit Hannover ist mir schlecht, aber ich bin dankbar, dass wir den ersten Teil des Weges geschafft haben.

    Sehr lieb begrüßt von Dominice und ihrem Sohn, der lange aufbleiben durfte, gehen wir ins Haus, wo wir jetzt zwei Tage bleiben können. Ein kurzer Schwatz zur Begrüßung, dann ist Zeit, schlafen zu gehen.

    Den Bus haben wir unterwegs überholt, er ist auf einem guten Weg nach Haltern, um morgen Abend vom Schrauber behandelt zu werden.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,627
    03/06/2026
    Hagenburg

    The extensive treatment of my feet and knees has paid off. As we reach the last tree, I notice just how light-footed the old man can be on his travels. I have hardly any back pain left, now that I am walking so upright.

    It only occurs to me later that I had taken half an ibuprofen during the night because the knee pain was keeping me from falling asleep. Hahaha. But one has to look at the positive side of this development, too.

    My son-in-law is happy for me. Yet we both know, too, that the real challenges still lie ahead—now that we are able to hit the road again.

    Clearing out the fridge, gathering my things here and there, and packing for the journey. Nothing gets done without a detailed, constantly evolving checklist of necessary tasks.

    And I feel a little restless. I’ve already prepared just about everything—even though it’s not even noon yet, and the trailer driver hasn’t yet let me know that he’s set off, as it will likely take him several hours to reach us.

    During our second walk today, I’m still feeling good, even though the medication has worn off. That makes me feel quite happy, though I do need to take three short breaks.

    The to-do list has already dwindled; perhaps I’ll take a little nap. Waiting does not come easily to me. The driver expects to arrive around 6 p.m.—I’m just hoping the highways are clear.

    I couldn’t sleep, but we walked our usual path together one last time. Cronos senses the impending farewell; he keeps coming close to me, seeking to be petted.

    I have a bone for him, which he initially leaves lying there; but as I close the gate, he lies down right in front of it and lets out a soft, mournful whine as I walk away.

    We drive the bus onto the asphalt—Hilde thinks, "Here we go again," and immediately her emotions are in a whirl. For my part, however, I am focused on the shade, and on making it easier for the driver to load the bus.

    A strange mood settles over me as well—a sense of parting ways, coupled with restlessness and a touch of anticipation. Then everything happens very quickly; the bus is loaded up.

    At our son-in-law’s place, we cheerfully climb into his lowered, sporty white car—a vehicle where my eye level is such that I find myself staring directly at the brake lights of the cars ahead.

    In Hagenburg, the children take me by both hands and pull me up onto the sidewalk. I’ve been feeling nauseous ever since Hannover—if not earlier—but I am grateful that we have successfully completed the first leg of our journey.

    Warmly welcomed by Dominice and her son—who was allowed to stay up late—we head inside the house, where we will be staying for the next two days. A brief chat by way of greeting, and then it is time to go to bed.

    We overtook the bus on the road; it is now well on its way to Haltern, where it is scheduled to be worked on by the mechanic tomorrow evening.
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  • Tag Fünfundvierzig

    2.–3. jun., Tyskland ⋅ ☁️ 24 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.626
    02/06/2026
    Calvörde

    Zum zweiten Mal fliegt mir eine Hummel in den blauen Bus. Diese kann ich mit dem Handy hinaus begleiten. Trotzdem denke ich darüber nach, was das bedeuten könnte. Wir hatten zwar schon Wespen und Bienen, aber Hummeln sind neu für uns.

    Durch das ganze ungesunde Essen zwischen Joghurt und Wurst, Süßigkeiten und Säften habe ich richtig dolle zugenommen. Das muss auf Reisen wieder anders werden, wenn mein Zugang deutlich eingeschränkter ist.

    Für eins der Reiseländer habe ich letztes Jahr Geldscheine geschenkt bekommen und hoffe auf Bauernhöfe mit "meckernden" Tieren, um deren Milch, Käse und Joghurt kaufen zu können. Die Schenker werden jetzt wissen, wohin die Reise gehen soll.

    Alle anderen müssen sich gedulden, aber wenn alles gut geht, könnten wir uns Mitte Juni auf den Weg machen.

    Gestern habe ich ausprobiert, wie ich mit Hilde an der Leine gehen kann. Wird auf jeden Fall anstrengend für uns beide, aber ist machbar. Den Rollator haben wir im Bus verstaut, sodass ich ihn einfach rausnehmen kann, und er uns nicht im Wege ist.

    Mittag. Es ist sehr schwül. Hilde liegt schon seit Stunden im Bus in ihrem Viereck. Immer wieder lasse ich die Seitentür offen, und manchmal ernte ich ein wenig Wind.

    Spaziergang zur Bank an der Weide, wohin der Wind grade sehr angenehm weht. Plötzlich steigt das Weihenmännchen aus der Wiese, keine fünfzig Meter von uns entfernt, langsam auf, als wolle auch er sich von uns verabschieden. Er fliegt über die Wiese und kreist just über uns langsam hoch zur Sonne, wo er sich aus meinen Augen fliegt.

    Die Enkelin kommt, um den Bus zu entkernen. Wie müssen ihn so leicht wie möglich machen, damit das Gewicht nicht mit dem Trailer die erlaubte Zuglast überlastet. Gleichzeitig muss ich aber planen, dass alle wichtigen Sachen an Bord bleiben, denn wir können das Untergestellte erst am 13. Juni wieder an der Damm-Mühle abholen.

    Zusätzlich brauche ich noch für den Zwischenaufenthalt am Steinhuder Meer das Notwendige. Alles nicht so einfach. Am Ende hat die Enkeltochter hat den Bus noch gründlich ausgesaugt.

    Die Pferde vor uns auf der Weide, über ihnen der rüttelnde Falke. Hilde schläft im Bus, ich bin schweissnass.

    Seit gestern kann ich anfangen, Pläne zu machen und Verabredungen zu vereinbaren. Noch gibt es natürlich Unwägbarkeiten. Aber ohne Hoffnung keine Zielsetzung.

    Letzter Spaziergang heute mit der Familie. Danach endlich ein Fußbad. Ist wie am See. Füße im Wasser und nackte Haut im Wind. Nur auf die nasse, rauhe Zunge von Hilde könnte ich grade verzichten.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,626
    02/06/2026
    Calvörde

    For the second time, a bumblebee has flown into my blue bus. This time, I am able to guide it back outside using my mobile phone. Nevertheless, I find myself wondering what this might signify. We have certainly had wasps and bees visit us before, but bumblebees are a new phenomenon for us.

    Due to all the unhealthy food I’ve been consuming—a mix of yogurt and sausage, sweets and juices—I have gained a significant amount of weight. This will have to change once we are back on the road, when my access to such items will be far more limited.

    Last year, I received some banknotes as a gift specifically for one of our upcoming travel destinations; I am now hoping to find farms—ideally ones with "bleating" animals—so that I can use the money to purchase their milk, cheese, and yogurt. The people who gave me the gift will now know where our journey is headed.

    Everyone else will have to be patient, but if all goes well, we could be setting off by mid-June.

    Yesterday, I tried out what it would be like to walk Hilde on a leash. It’s definitely going to be strenuous for both of us, but it’s doable. We stowed the rollator inside the bus so that I can easily take it out, ensuring it doesn't get in our way.

    It’s midday. The air is very muggy. Hilde has been lying in her designated corner inside the bus for hours now. Every so often, I leave the side door open, and sometimes I catch a gentle breeze.

    We take a stroll over to the bench by the pasture, where the wind is currently blowing quite pleasantly. Suddenly, a male harrier rises slowly from the meadow—no more than fifty meters away from us—as if he, too, wanted to bid us farewell. He glides across the meadow, then circles slowly upward, directly above us, toward the sun, until he flies right out of my sight.

    In addition, I still need to gather the essentials for our stopover at Steinhuder Meer. None of it is particularly simple. In the end, my granddaughter gave the van a thorough vacuuming.

    The horses are grazing in the pasture before us; above them, a falcon hovers in the air. Hilde is asleep inside the van, while I am drenched in sweat.

    As of yesterday, I can finally start making plans and scheduling appointments. Of course, there are still uncertainties. But without hope, there can be no goals.

    Our final walk with the family takes place today. Afterward—at long last—a footbath. It feels just like being at the lake: feet in the water, bare skin exposed to the breeze. The only thing I could really do without right now is Hilde’s wet, rough tongue.
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  • Tag Vierundvierzig

    1.–2. jun., Tyskland ⋅ ⛅ 22 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.625
    01/06/2026
    Calvörde

    Montag morgen im blauen Bus. Fünf Monate alt ist das Jahr schon und wie man so sagt, sei der Wonnemonat schon vergangen. Wir haben letzte Tage und neue Pläne. Es wird spannend und herausfordernd, da bin ich mir sicher.

    Bisher habe ich viel von meinen Schmerzen gesprochen. Das mag neu sein und auch nicht angenehm, weil die Berührung immer auch eigene Erfahrungen betrifft.

    Dein Leid wird zu meinem, weil ich deinen Schmerz spüre, der doch eigentlich auch meine eigene Verletzung ist. Und desto tiefer ich selbst betroffen bin, desto näher kommt mir die Traurigkeit des anderen.

    Ein No-Go, wenn du mit Menschen arbeitest, gerade dann ist es wichtig, die eigene Betroffenheit so zu kanalisieren, dass sie sich von den eigenen Erfahrungen löst. Das ist professionell, was wir Menschen gerade dann nicht umsetzen können, wenn uns das eigene Leid umhüllt.

    Meine schmerzenden Knie stehen in keinem Verhältnis mit dem Verlust eines Freundes oder der Verletzung der Seele durch traumatische Erfahrungen. Trotzdem verursacht unsere Empathie eine Gleichschaltung.

    Das habe ich so nicht bedacht und deswegen versuche ich, mich im Juni anders zu fokussieren. Es ist ein Monat des Aufbruchs, natürlich auch des Abschieds, wobei ich denke, dass meine Tochter' Familie sich darüber auch freuen wird, weil sie mir Gutes tun konnten.

    Und ich habe ihre Freundlichkeit, ihre Liebe genießen können. Genauso wie ihr Mutmachen, ihre Unterstützung. Es sind gute vier Wochen gewesen. Wir hatten angenehme Besuche und herrliche Tage auf dem Hof.

    Das bleibt.

    Heute Mittag sind wir alleine im Blumenmeer um die Pferdeplätze herum. Rechts gackern die Hühner, unterm Dach wird geschnäbelt, Bienen und Wespen sind unterwegs.

    Obwohl es viele Wolken gibt, gleitet die Sonne immer wieder ins Blaue, um mit ihrer Kraft uns zu beeindrucken. Den Turmfalken werde ich vermissen, wie er sich immer wieder in meinem Blick wiegt, unermüdlich rüttelt und jagt.

    Morgens der Wiedehopf im grünen Laub der Straßenbäume mit seinem bekannten Ruf. Das weißgefiederte Weihenmännchen lässt uns ebenfalls nicht in seine Nähe kommen, aber oft genug in den Lüften verfolgen.

    Und natürlich die zutrauliche Bachstelze. Ein Schmetterling landet vor der Seitentür im Schatten, gar nicht weit von Hilde's Schnauze entfernt.

    Nochmal einkaufen, mit allen Beteiligten die Termine absprechen und erleben, dass sich jeder soviel Mühe gibt, die Dinge gelingen zu lassen. Ich bin sehr dankbar.

    Müde auf dem Abendspaziergang kämpfen die kleine Maus und ich mit der Straße, dem Asphalt und den knapp zwei Kilometern Fußweg.

    Ein bisschen Wind in der Bustür, die Pferde vor uns auf der Weide, die Sonne ist hinterm Haus hervor gekommen und steuert auf den Strommast zu. Und wieder sagt der Falke gute Nacht. Direkt über uns rüttelt er vor dem blauen Himmel.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,625
    01/06/2026
    Calvörde

    Monday morning on the blue bus. The year is already five months old, and—as the saying goes—the "month of bliss" has already passed. We are facing our final days here, along with new plans. It is going to be exciting and challenging; of that, I am certain.

    Up until now, I have spoken a great deal about my pain. This may seem new—and perhaps even uncomfortable—because touching upon such matters inevitably touches upon one’s own experiences as well.

    Your suffering becomes mine, for I feel your pain—which, in truth, is also a reflection of my own wounds. And the more deeply I am personally affected, the closer the sorrow of another person feels to me.

    This is a definite "no-go" when working with people; precisely in such situations, it is crucial to channel one’s own emotional resonance in a way that detaches it from one’s own personal history. That is the mark of professionalism—something we humans often find ourselves unable to achieve precisely when our own suffering envelops us.

    My aching knees bear no comparison to the loss of a friend or the wounding of the soul through traumatic experiences. And yet, our capacity for empathy creates a resonance that aligns them all.

    I hadn't quite anticipated it in this way, and so I am trying to shift my focus for the month of June. It is a month of new beginnings—and, naturally, of farewells as well—though I believe my daughter’s family will also find joy in this, knowing that they were able to do something good for me.

    And I have been able to savor their kindness and their love—just as I have their encouragement and their support. It has been a good four weeks. We enjoyed pleasant visits and spent glorious days out on the farm.

    That is what remains.

    This afternoon, we are alone amidst the sea of flowers surrounding the horses' paddocks. To the right, the hens are clucking; beneath the eaves, birds are billing and cooing; and bees and wasps are busily on the wing.

    Although the sky is heavy with clouds, the sun repeatedly slips into patches of blue to dazzle us with its power. I will miss the kestrel—the way it would constantly sway into my line of sight, hovering and hunting tirelessly.

    In the mornings, there was the hoopoe amidst the green foliage of the roadside trees, calling out with its familiar cry. The white-plumaged male harrier, too, would never let us get close—though often enough, we were able to follow his flight across the skies.

    And, of course, the trusting white wagtail. A butterfly lands in the shade right outside the side door—not far at all from Hilde’s snout.

    One last trip to the shops, coordinating schedules with everyone involved, and witnessing how much effort everyone puts in to ensure things go smoothly. I am deeply grateful.

    Weary during our evening stroll, the little mouse and I struggle against the road, the asphalt, and the nearly two kilometers of walking ahead of us.

    A gentle breeze drifts through the bus door; the horses graze in the pasture before us; the sun has emerged from behind the house and is now making its way toward the power pylon. And once again, the falcon bids us goodnight. Hovering directly above us, it hangs motionless against the blue sky.
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  • Tag Dreiundvierzig

    31. maj–1. jun., Tyskland ⋅ ☁️ 21 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.624
    31/05/2026
    Calvörde

    Heute sind die Beine schwer. Mit sehr viel Mühe kann ich die Stützstrümpfe anziehen, weil die Waden sich zu warm anfühlen, vielleicht auch ein wenig geschwollen sind. Folge des vielen Gehens? Um sieben Uhr treffen wir uns zum Spaziergang.

    Die Sonne scheint, aber weil es windstill ist, ist es früh schon ziemlich heiß. Ich quäle mich, während die Hunde sich in den Gerüchen vergnügen. Im ersten kühlen Schatten brauche ich eine Pause und könnte hier den Vormittag sitzen bleiben. Die Hunde ruhen im Gras, nur der Schwiegersohn steht in seiner geliebten Sonne.

    Im Laufe des Vormittags zieht der Himmel zu. Kurz vor elf Uhr frühstücke ich, während sich Hilde hinter ihrem Sitz versteckt. Ihr ist der laute Rasenmäher ungeheuerlich, so wie sie auch Laubbläser erschrecken. Überhaupt Lärm ist ihr zuwider, außer wenn ich mal laut Musik anmache.

    Eigentlich habe ich vormittags nur gelegen, weil meine Beine müde sind. Dann kommt die Familie und Hilde stellt sich vor den Bus und treibt mich an, während ich mich anziehe.

    Bin durch Finnian auf eine verrückte Challenge gestoßen, der ich jetzt folge. Ich verlinke das mal.

    https://youtube.com/@huntyourlimit?si=Khmy9hKhJ…

    Tatsächlich ist es gut zu gehen, weil die Beine sich paradoxerweise entspannen. Leider haue ich mir wiederholt die kleinen Zehen an den Reifen an, wenn ich in irgendeiner Weise abgelenkt bin.

    Der kurze Schmerz. Und jedesmal denke ich an den Witz über eine etwas andere Schöpfungsgeschichte. Ob Gott jetzt darüber lacht, vielleicht schmunzelt er ein bisschen.

    Am Nachmittag kommt Regen, die ersten Tropfen bewegt der leichte Wind durch die offene Tür auf nackte Haut wie kleine Nadelstiche. Die Bachstelze kommt mittlerweile bis auf fünfzig Zentimeter an den Bus heran. Das geht heute auch dadurch, dass Hilde nicht draußen liegt.

    Da meine Aussicht ein bisschen langweilig ist, gehen wir Blumen gucken, und meine Tochter lädt mich noch zu einem Stück Kuchen ein. Wir besprechen die letzten Erledigungen, die hier noch nötig sind für uns.

    Für den Rollator benötige ich eine andere Leinenform für Hilde, damit sie neben mir hergehen kann. Aber heute reicht die Schleppleine, als wir den Beiden folgen, die schon vorgegangen sind. Und vielleicht finden wir auch später schöne Feldwege für uns beide.

    Ich bin schon ganz gespannt auf diese Zeit.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,624
    May 31, 2026
    Calvörde

    Today, my legs feel heavy. It takes a great deal of effort to pull on my compression stockings, as my calves feel too warm—perhaps even a little swollen. Is this the result of all the walking? We meet up at seven o'clock for our morning stroll.

    The sun is shining, but because there is no breeze, it feels quite hot even at this early hour. I struggle along, while the dogs revel in the scents around them. Upon reaching the first patch of cool shade, I need to take a break; I could easily sit right here for the rest of the morning. The dogs rest in the grass, while my son-in-law stands alone, basking in his beloved sunshine.

    As the morning progresses, the sky begins to cloud over. Shortly before eleven o'clock, I have breakfast while Hilde hides behind her seat. She finds the loud lawnmower utterly terrifying—much in the same way that leaf blowers startle her. In general, she detests loud noises—except, of course, when I happen to turn up the music.

    I actually spent most of the morning just lying down, as my legs were feeling so tired. Then the family arrived; Hilde positioned herself right in front of the bus and began nudging me to get moving while I was getting dressed.

    Thanks to Finnian, I stumbled upon a crazy challenge that I’ve now decided to take on. I’ll include a link to it here.

    https://youtube.com/@huntyourlimit?si=Khmy9hKhJ…

    In fact, it feels good to walk, because—paradoxically—my legs actually relax. Unfortunately, I repeatedly stub my little toes against the tires whenever I get even slightly distracted.

    That brief, sharp pain. And every time it happens, I’m reminded of that joke about a slightly different version of the Creation story. I wonder if God is laughing about it right now—or perhaps just chuckling a little.

    Rain arrives in the afternoon; the light breeze carries the first drops through the open door onto my bare skin like tiny pinpricks. By now, the wagtail is venturing within fifty centimeters of the van. This is possible today partly because Hilde isn't lying outside.

    Since my view has become a bit boring, we go out to look at the flowers, and my daughter treats me to a slice of cake. We go over the last few errands we still need to run here.

    For use with my walker, I’ll need a different type of leash for Hilde so she can walk right alongside me. But today, the long training lead suffices as we follow the other two, who have already headed on ahead. And perhaps, later on, we’ll find some lovely country paths just for the two of us.

    I’m already looking forward to that time with great anticipation.
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  • Tag Zweiundvierzig

    30. maj, Tyskland ⋅ ☁️ 18 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.622
    30/05/2026
    Calvörde

    Ich glaube, ich muss ein Missverständnis aufheben. Mein Gesundheitszustand hat sich in den letzten vier Wochen nicht verschlechtert. Der Rollator ist eine Alternative zum Stock, durch den ich leichter, weiter und schmerzfreier laufen kann.

    Heute morgen weht ein kühles Lüftchen. Das angekündigte Gewitter ist ausgeblieben, es hat nur mäßig geregnet. Wir gehen mit dem Schwiegersohn spazieren, die Sonne ist angenehm warm, aber die Wolken verschieben die Temperatur.

    Fast zwei Kilometer später sitzen wir beim Frühstück im Bus.

    Nach und nach zieht der Himmel sich mit dickeren Wolken zu. Die Tür vom Bus ist weit offen, die Bachstelzen, die in der Nähe nesten, kommen uns immer näher, als wären wir ähnlich dem Holzzaun ein Teil der Szenerie.

    Auf der Weide vor uns die Pferde im hohen Gras. Hilde liegt am Rand des Busses und schläft. Ich fühle mich leer, lustlos, reduziert im Denken. So zwischen den Stühlen meines Lebens. Mit der Anspannung, ob alles nächste Woche klappt, und gleichzeitig dem Ende des Aufenthalts bei meiner Tochter entgegen zu sehen.

    Im Zuge dieses Aufenthaltes hier habe ich nicht nur die Schränke ausgemistet, sondern bin auch dabei, meine Vorräte zu verbrauchen.

    Mein Essverhalten stellt sich nochmal um, schon seit langem habe ich keinen Appetit mehr auf Zwieback und werde die restlichen Packungen notgedrungen als Kekse unterwegs essen.
    Marmelade und Apfelmus bekommen mir nicht mehr, ich vertrage die Süße nicht gut.

    Überhaupt denke ich darüber nach, mir nur für bestimmte Sachen Vorräte anzulegen, wie zum Beispiel Porridge,
    Hundefutter, Fitline, Feuchttücher, Medikamente. Und alles andere sukzessive vor Ort zu kaufen.

    Die Familie ist im Kino. Nachmittags gehen wir gerne zur Bank hinten bei den Wiesen, weil ich diese Ruhe dort sehr mag. Während ich vom Handy hochschaue, ist Hilde weg. Spurlos verschwunden. Rufen zwecklos, suchen auch.

    Plötzlich kommt sie um die Ecke. Fröhlich grinsend, außer Atem. Ich gönne ihr das natürlich, aber erstmal bin ich sehr froh, dass sie wieder da ist.

    Abends gehen wir nochmal mit der Familie spazieren. Es ist schon wieder kühl geworden und die ersten Mücken begleiten uns. Ein Hase quert unvorsichtig die Straße und muss dann Speed auf die Pfoten geben, um dem großen Hund zu entkommen. Der kehrt zurück und hat Hilde's Grinsen vom Nachmittag im Gesicht.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,622
    May 30, 2026
    Calvörde

    I believe I need to clear up a misunderstanding. My health has not deteriorated over the past four weeks. The rollator is simply an alternative to my cane—one that allows me to walk more easily, cover greater distances, and do so without pain.

    A cool breeze is blowing this morning. The thunderstorm that was forecast never materialized; instead, we had only moderate rain. We go for a walk with our son-in-law; the sun feels pleasantly warm, though the clouds are keeping the temperature in check.

    Almost two kilometers later, we are sitting in the bus, having breakfast.

    Gradually, the sky begins to cloud over with thicker, heavier clouds. The bus door stands wide open, and the wagtails nesting nearby draw ever closer to us—as if, much like the wooden fence, we were simply another part of the scenery.

    Out in the pasture before us, horses graze amidst the tall grass. Hilde is lying by the edge of the bus, fast asleep. I feel hollow, listless—my mind feels dulled. I feel as though I am caught between two worlds in my life: grappling with the anxiety of whether everything will fall into place next week, while simultaneously facing the imminent end of our stay with my daughter.

    During my stay here, I haven't just decluttered the cupboards; I’m also in the process of using up my food reserves.

    My eating habits are shifting once again; for quite some time now, I haven't had any appetite for zwieback, so—out of necessity—I’ll be eating the remaining packs like cookies while I’m out and about.

    Jam and applesauce no longer agree with me; I don't tolerate the sweetness very well.

    In fact, I’m thinking about stocking up only on specific items—such as porridge, dog food, FitLine supplements, wet wipes, and medications—and buying everything else gradually as I need it, right here locally.

    The family is at the cinema. In the afternoons, we like to head over to the bench situated back by the meadows, as I really enjoy the tranquility there. While I look up from my phone, Hilde vanishes. Gone without a trace. Calling out is useless; searching is, too.

    Suddenly, she comes bounding around the corner—grinning cheerfully and out of breath. Naturally, I’m happy for her, but my immediate reaction is simply immense relief that she’s back.

    In the evening, we go for another walk with the family. It has turned cool again, and the first mosquitoes are keeping us company. A hare carelessly darts across the road and has to put the pedal to the metal to escape the big dog. The dog returns, wearing the very same grin on his face that Hilde had earlier that afternoon.
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  • Tag Einundvierzig

    29.–30. maj, Tyskland ⋅ ☁️ 26 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.622
    29/05/2026
    Calvörde

    In der Nacht fällt die Temperatur auf fünf Grad, doch um sieben Uhr hat die Sonne schon ziemlich viel Kraft. Nach dem Spaziergang ziehen wir uns in den kühlen Bus zurück, wo es sich mit Ventilator und leicht geöffneter Tür gut aushalten lässt.

    Von der Bank hinten an den Weiden sehe ich dem Weihenpaar zu, wie es miteinander turtelt und dann in den blauen Himmel aufsteigt, um über den Wiesen zu kreisen. Wunderschöne Tiere, die mit einer Leichtigkeit in den hohen Lüften unterwegs sind.

    Noch nicht Mittag und schon sehr heiß, wenig Wind, wenig frische Luft, ziemlich drückend. Reichlich verschwitzt zwischen den beiden Quellen von Wind hocke ich im Eingang vom blauen Bus, während Hilde in seinem Schatten liegt.

    Spaziergang mit Schwiegersohn und Cronos, Schmerzen im Oberkörper zwingen mich wiederholt, anzuhalten und mich zu lockern. Fühlt sich im Oberarm wie Muskelkater an.

    Mohn und Kornblumen, rot und blau ist im Kommen, die gelbe Phase im Grün ist verblasst.

    Zwei Stunden Schlaf im Haus in der größten Hitze, dann ein Spaziergang zum Abend, und noch ein bisschen bei den Pferden sitzen, die jetzt schon in die Boxen gehen. Agneta wird noch ausgeritten.

    Eine große Gewitterfront ist für die beginnende Nacht angesagt, zum Glück sind wir dann im Haus. Vielleicht gibt es auch Regen, das würde den Staub auf den Wegen ein bisschen binden.

    Heute Abend sind wir mit dem Schwiegersohn die ganze Straße runter gelaufen. Das was ein Ziel unseres Aufenthaltes hier, wobei ich mir sicher bin, das ich das mit dem Stock nur unter großen Problemen geschafft hätte.

    Also durchaus Grund genug, mich jetzt wohl zu fühlen, und dankbar zu sein, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin. Es gibt noch ein Photo vom Weg, und wenn wir dann schlafen gehen, werden 5,5 km auf dem Schrittzähler stehen.

    "Sich selbst annehmen - ein Weg zur Freiheit und zu neuem Leben."
    (Anselm Grün)
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,622
    May 29, 2026
    Calvörde

    During the night, the temperature drops to five degrees, yet by seven o'clock, the sun already packs quite a punch. After our walk, we retreat into the cool bus, where—with the fan running and the door left slightly ajar—it is quite comfortable.

    From the bench at the back, near the pastures, I watch a pair of harriers as they bill and coo together, then ascend into the blue sky to circle above the meadows. Magnificent creatures, moving through the high heavens with such effortless grace.

    It is not yet noon, yet already very hot—little wind, little fresh air; the atmosphere feels quite stifling. Thoroughly sweaty, perched between the two sources of airflow, I sit in the doorway of the blue bus while Hilde lies in its shade.

    A walk with my son-in-law and Cronos; pain in my upper body repeatedly forces me to stop and stretch out. It feels just like muscle soreness in my upper arm.

    Poppies and cornflowers—red and blue—are coming into their own; the yellow phase amidst the greenery has faded.

    Two hours of sleep indoors during the hottest part of the day, followed by an evening stroll, and then a little time spent sitting with the horses, who are already heading into their stalls. Agneta is still out for a ride.

    A major thunderstorm front is forecast for the coming night; fortunately, we will be safely indoors by then. Perhaps it will bring some rain, which would help settle the dust on the paths a little.

    This evening, we walked the entire length of the road together with our son-in-law. That had been one of the goals of our stay here—though I am certain I would have struggled greatly to manage it had I still been relying on my walking stick.

    So, there is certainly ample reason to feel content right now, and to be grateful that I managed to step out of my comfort zone. There is a photo of the path to share, and by the time we head to bed, the pedometer will show a total of 5.5 kilometers.

    "Accepting oneself—a path to freedom and a new life."
    (Anselm Grün)
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  • Tag Vierzig

    28.–29. maj, Tyskland ⋅ ☀️ 21 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.621
    28/05/2026
    Calvörde

    What a night. Eine knappe halbe Stunde nach der ersten Rollatour beginnt mein Körper an allen möglichen Stellen zu schmerzen, insbesondere an den Extremitäten.

    Ich weiß nicht, wie ich liegen soll und kann lange nicht einschlafen. Gedankenströme ungesunder Einflüsse durchqueren meinen Kopf solange, bis ich irgendwann in eine tiefe Schlafphase falle.

    Mitten in der Nacht werde ich wach und brauche einige Zeit Licht, bis eine weitere Phase der Müdigkeit mich überfällt.

    Stützstrümpfe anzuziehen ist der erste morgendliche Erfolg, dem Erschöpfung folgt und noch eine Runde Bett, bis ich die Stimme meiner Tochter höre.

    Der Rollator steht am Tor, ich bin sicher, dass ich heute morgen mit dem Stock nicht weit gekommen wäre. So gehen wir zusammen spazieren, was durchaus nach anfänglichen Problemen "fast leichtfüßig" genannt werden könnte.

    Wenn ich unterwegs sitze, bleibt Hilde nah bei mir. Überhaupt hat ihre Fürsorge seit gestern Abend zugenommen, als würde sie spüren, dass ich mehr Schutz brauche.

    Gestern habe ich zwei Tüten voll mit Sachen aus dem Bus geräumt, die ich Jahre nicht mehr gebraucht habe. Darunter eine Regenjacke, ein Schal, zwei paar Handschuhe, drei aufgetragene T-Shirts und mein Lieblingshemd aus sesshaften Zeiten, das ich schon ewig nicht mehr schließen konnte.

    Eigentlich wollte ich die Wärmflasche entsorgen, aber die Tierärztin hat gemeint, dass Hilde vielleicht mal ein bisschen Wärme für den Körper brauchen könnte.

    Natürlich sieht man nichts von der Aufräumaktion, weil die ja sozusagen in "versteckten Schränken" stattgefunden hat. Aber ich weiß es.

    Wieder ein schläfriger Vormittag, beim Mittagsspaziergang bin ich deutlich leichter unterwegs, auch wenn ich anschließend wieder eine Ruhephase benötige, der sich Hilde anschließt.

    Gut Sonne wie jeden Tag. Lecker essen, Abendspaziergang, sitze an der offenen Tür vom Bus, während Hilde draußen chillt. Wolkenschlieren im leichten Abendwind, die üblichen Geräusche von Zwitschern und Zirpen. Spatzen auf dem Weg, Autofahrer auf dem Heimweg. Schwalben im Tiefflug.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,621
    May 28, 2026
    Calvörde

    What a night. Barely half an hour after my first walk with the rollator, my body begins to ache in every conceivable place—particularly in my extremities.

    I don't know how to position myself, and for a long time, I am unable to fall asleep. Streams of thoughts—tinged with unhealthy influences—course through my mind until, eventually, I drift into a phase of deep sleep.

    I wake up in the middle of the night and need the light on for quite some time before another wave of fatigue washes over me.

    Putting on my compression stockings is my first triumph of the morning—a success soon followed by exhaustion and a return to bed for another round of rest, until I hear the sound of my daughter's voice.

    The rollator stands waiting by the gate; I am certain that, this morning, I wouldn't have made it very far using only my cane. So, we go for a walk together—a stroll that, despite some initial difficulties, could quite aptly be described as "almost light-footed."

    Whenever I sit down along the way, Hilde stays close by my side. Indeed, her attentiveness has noticeably increased since last evening—almost as if she senses that I am in need of extra protection.

    Yesterday, I cleared two bags full of things out of the bus—items I hadn't used in years. Among them were a rain jacket, a scarf, two pairs of gloves, three well-worn T-shirts, and my favorite shirt from my sedentary days—one I haven't been able to button up for ages.

    I had actually intended to get rid of the hot water bottle, but the vet suggested that Hilde might, at some point, need a little extra warmth for her body.

    Of course, there is no visible sign of this cleanup operation, since it took place—so to speak—within the "hidden cupboards." But *I* know it happened.

    Another sleepy morning; during our midday walk, I feel noticeably lighter on my feet—even if I do need a rest period afterward, which Hilde joins me for.

    Plenty of sunshine, just like every day. Delicious food, an evening stroll; now I’m sitting by the open door of the bus while Hilde chills out outside. Wisps of cloud drift in the gentle evening breeze, accompanied by the usual sounds of chirping and buzzing. Sparrows on the path, drivers heading home. Swallows swooping low.
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  • Tag Neununddreißig

    27.–28. maj, Tyskland ⋅ ☀️ 22 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.620
    27/05/2026
    Calvörde

    Als wir das Haus verlassen, fegt ein kühler Wind mir übers T-Shirt, die Temperatur ist in den frühen Morgenstunden um einige Grad gefallen.

    Der Wecker reißt mich aus einem tiefen Schlaf, die neuen Stützstrümpfe fühlen sich künstlich an. Sie lassen sich schwer anziehen, und ich bin froh, als sie endlich perfekt sitzen.

    Als ich in den Flur komme, denke ich, dass die Familie schon weg ist, das laute Gebell von Cronos verorte ich schlaftrunken außerhalb des Gebäudes. Das Tor ist geschlossen, die Familie ist noch im Haus, erwartet Handwerker, also gehen wir alleine.

    Im Gegensatz zu meinen schmerzenden Knien, wenn ich aufwache, ist das Gehen immer sehr angenehm. Bis zu einem gewissen Punkt, wo die Schmerzen im Rücken einsetzen. Heute gehen wir noch einen Baum weiter, und erst auf dem Rückweg, beginnt das Gehen schwerfälliger zu werden.

    Meine Enkelin klopft an der Tür und fragt, ob ich ihr Geld leihen könnte für ein lebendes Huhn. Vorne am Haus parken schon zwei Fahrzeuge, denn alle zwei Wochen kommt der Hühnerverkäufer vorbei.

    Es sieht süß aus, ist ein Italiener, das schon ein Ei gelegt hat, und ich darf ihr den Namen geben. Und so verewige ich meinen alten Freund Blacky in einem jungen Huhn. Was für eine Reinkarnation. Hilde mag es auch gleich leiden, sie hätte es liebend gerne zum Fressen, muss sich aber erstmal mit einem Fernkuss begnügen.

    Heute bin ich müde und quäle mich bis zum Mittag mit dem Versuch einzuschlafen. Dann gehen wir mit den Hunden spazieren. Dabei macht mir meine Tochter einen Vorschlag. Sie habe einen Rollator besorgt und möchte, dass ich ihn ausprobiere, solange ich noch da bin.

    Hui, das ist ein Brett. Fast so dick wie das E-Bike, das mir Gäste meiner Rentenparty vor zehn Jahren geschenkt haben.

    Jetzt also der Rollator mit Bedenkzeit. Sitzen geht schon mal und Fahren findet im Kopf statt. Während alle mir freundlich zunicken, bin ich innerlich erstarrt. Aber ich werde es versuchen.

    Wir begegnen der männlichen Weihe auf sehr kurze Entfernung, sodass wir den schönen Vogel in Ruhe betrachten können, während er langsam wegfliegt.

    Hilde sitzt lange im kleinen Schatten vom blauen Bus. Sie liebt es, alles beobachten zu können. Mit der verknoteten Leine bin ich sicher, dass sie bei einem Radfahrer - Blitzstart nicht in Gefahr kommt.

    Ich überlege, wie das in Zukunft unser Reisen beeinflussen wird.

    Heute miste ich nochmals den Bus aus. In den letzten drei Wochen hatte ich so keine Lust dazu, aber jetzt bis zur Abholung macht das Sinn zu gucken, was wir nicht mehr brauchen.

    Die erste Rollatortour. Die gleiche Entfernung wie am Morgen. Weniger Rückenschmerzen, dafür drückt es aber im rechten Oberarm und ich merke am Ende meine Knie. Natürlich sieht das lustig aus, aber auch ohne das Teil ist mein Gehen skurril.

    Mal gucken, wie es mir nach der Nacht so geht. Im Moment bin ich aber durchaus mit mir zufrieden.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,620
    May 27, 2026
    Calvörde

    As we leave the house, a cool wind sweeps across my T-shirt; the temperature has dropped by several degrees in the early morning hours.

    The alarm clock jolts me from a deep sleep; the new compression stockings feel artificial. They are difficult to pull on, and I am relieved when they finally fit perfectly.

    As I step into the hallway, I assume the family has already left; in my sleep-addled state, I place Cronos’s loud barking somewhere outside the building. The gate is closed, however—the family is still inside, awaiting some tradespeople—so we set out alone.

    In contrast to the aching in my knees when I first wake up, walking is always very pleasant—up to a certain point, that is, when the back pain sets in. Today, we walk one tree further than usual, and it is only on the return journey that my walking begins to feel more labored.

    My granddaughter knocks at the door and asks if I could lend her some money for a live chicken. Two vehicles are already parked out front, as the chicken seller comes by every two weeks.

    It looks sweet—it’s an Italian breed that has already laid an egg—and I get to name it. And so, I immortalize my old friend Blacky in a young chicken. What a reincarnation! Hilde takes an immediate liking to it, too; she would absolutely love to eat it, but for now, she has to settle for blowing it a kiss from a distance.

    Today I feel tired, and I struggle until noon, trying in vain to fall asleep. Then we go for a walk with the dogs. During the walk, my daughter makes a suggestion. She tells me she has acquired a walker and would like me to try it out while I’m still here.

    Whoa—that’s a tough pill to swallow. Almost as hard to accept as the e-bike that guests at my retirement party gave me ten years ago.

    So now, the walker—with a trial period attached. Sitting on it works just fine, but the real struggle—the "walking" part—is taking place entirely in my head. While everyone around me nods kindly, I feel completely frozen inside. But I will give it a try.

    We encounter a male harrier at very close range, allowing us to observe the beautiful bird at our leisure as it slowly flies away.

    Hilde sits for a long time in the small patch of shade cast by the blue bus. She loves being able to watch everything going on around her. With the leash knotted short, I can rest assured that she won't be in any danger should she suddenly bolt after a passing cyclist.

    I find myself wondering how this will impact our travels in the future.

    Today, I’m giving the bus another thorough clear-out. For the past three weeks, I simply couldn't muster the inclination to do it; however, now—with the vehicle’s scheduled pickup fast approaching—it makes perfect sense to go through everything and see what we no longer need.

    My first outing with the rollator. The distance covered is the same as it was this morning. My back hurts less, though now I have a nagging ache in my right upper arm, and by the end of the walk, I can really feel it in my knees. Of course, it looks a bit comical—but then again, even without the device, my gait is rather peculiar.

    We’ll see how I feel after a night’s rest. For the moment, however, I am quite pleased with myself.
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  • Tag Achtunddreißig

    26.–27. maj, Tyskland ⋅ ☀️ 29 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.619
    26/05/2026
    Calvörde

    Wir schlafen nach zwei Wochen im Bus aufgrund der Hitze wieder mal im Haus. Es geht deutlich besser, auch wenn ich anfangs mit dem richtigen Liegen und Einschlafen zu kämpfen habe.

    Hilde bellt, als der Schwiegersohn frühmorgens zur Arbeit fährt, und später um sieben Uhr, als sie Cronos hört. Sie sind noch nicht weit gekommen, als wir am Bus sind, und warten auf uns.

    Ein friedlicher Spaziergang, die Hunde respektieren sich. Jeder macht Seins und ich unterhalte mich mit meiner Tochter. Dann sind wir am Bus, folgen dem normalen Verlauf eines jeden Morgen.

    Dienstag ist Einkaufstag und Abschluss einer weiteren Woche an der Damm-Mühle. Die letzten acht Tage liegen vor uns. Es gibt fast nur Kühles, die Schränke müssen geleert werden, denn der Bus steht dann eine halbe Woche bei Alex für die Reparatur.

    Heute Nacht ist mein Rucksack endgültig zerrissen, doch zum Glück können wir im Ort günstig einen neuen kaufen. Er muss ja nicht viel tragen, höchstens die wichtigen Papiere und Medikamente.

    Gegen 13 Uhr ist es mit 27°C im Bus schon sehr heiß. Hilde hat sich in den Schatten gelegt, ein gelber Schmetterling fliegt vorbei. Ich bin ziemlich müde, muss ständig gähnen, werden uns später auf ein Nickerchen ins Haus zurück ziehen.

    Drei Stunden später bin ich auch noch lecker gesättigt, weil meine Tochter mir einen Teller Spinat & Co zubereitet hat.

    Wir gehen raus zum Bus, die Pferde begrüßen uns, während wir im einzigen Schatten hinter der Heckklappe sitzen, wo ein sanftes Lüftchen uns beäugt. Ein weißer Schmetterling fliegt zu den weißen Margariten in der grünen Wiese, die auch hochgewachsene Gänseblümchen sein könnten.

    Schwalben im Tiefflug, bin immer froh, wenn sie kurz vor mir abbiegen. Schnauben der Pferde. Das übliche Zirpen, ab und an der Motor eines vorbeifahrenden Autos, ständiges Vogelgezwitscher.

    Wir sitzen lange bei den Pferden, zwischen all den bunten Blumen im Halbschatten. Drei junge Frauen, die mit den Tieren beschäftigt sind, mal ein kleiner Plausch mit dem Mann und dem Hund. Eine Maus lebt hinten in einer Pferdebox, sie hat ein Loch in der Wand, durch das sie verschwinden kann. Nebenan die Hühner.

    Später sitzen wir am Bus. Hilde angeleint wegen der Neigung, Radfahren nachzulaufen. Die Sonne im Strommast, ein leichter Wind, der sanft und kühl ist. Oft schaue ich einfach nur raus. Auf die Wiese, zu den Pferden, der Sonne, Hilde. Zu ihr ganz oft. Es geht uns gut. Überraschend. Gut.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,619
    May 26, 2026
    Calvörde

    After two weeks in the bus, we are sleeping inside the house once again—this time due to the heat. It is going much better, even though I struggled a bit at first to get comfortable and fall asleep.

    Hilde barks when my son-in-law leaves for work early in the morning, and again later, at seven o'clock, when she hears Cronos. They haven't gone far by the time we reach the bus, and they are waiting for us.

    It is a peaceful walk; the dogs respect one another. Each goes about their own business while I chat with my daughter. Then we arrive at the bus and follow our usual morning routine.

    Tuesday is grocery day—and marks the conclusion of another week at Damm-Mühle. The final eight days here lie ahead of us. We are eating almost exclusively cold meals now; the cupboards must be emptied, as the bus will be parked at Alex's place for half a week for repairs.

    Tonight, my backpack finally gave out completely; fortunately, however, we can buy a new one cheaply in town. It doesn't need to carry much—at most, just our important documents and medications.

    By around 1:00 PM, it is already getting quite hot inside the bus, with the temperature hitting 27°C. Hilde has settled down in the shade, and a yellow butterfly flits past. I am feeling rather tired—constantly yawning—so we plan to retreat back inside the house later on to take a nap.

    Three hours later, I am also pleasantly full, as my daughter has prepared me a plate of spinach and other goodies.

    We head out to the bus, where the horses greet us as we sit in the only patch of shade—behind the tailgate—where a gentle breeze keeps us company. A white butterfly flits toward the white ox-eye daisies in the green meadow—flowers that could just as easily be overgrown common daisies.

    Swallows swooping low—I’m always relieved when they veer away just before reaching me. The snorting of horses. The usual chirping, the occasional engine of a passing car, the constant birdsong.

    We sit for a long time among the horses, amidst all the colorful flowers in the dappled shade. Three young women are busy tending to the animals; now and then, there is a bit of small talk with the man and the dog. A mouse lives in one of the stalls at the back; it has a hole in the wall through which it can vanish. Next door are the chickens.

    Later, we sit by the camper van. Hilde is on her leash, owing to her tendency to chase after passing cyclists. The sun rests against a power pylon; a gentle, cool breeze is blowing. Often, I simply gaze out—at the meadow, at the horses, at the sun, at Hilde. At her, most often of all. We are doing well. Surprisingly so. Well.
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  • Tag Siebenunddreißig

    25.–26. maj, Tyskland ⋅ ☀️ 26 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.618
    25/05/2026
    Calvörde

    Es würde dich langweilen, wenn ich dir wieder erzähle, wie mein Morgen verlaufen ist, oder die letzte Nacht. Meine Tochter meint beim Spaziergang, dass es jetzt nicht mehr viel länger als eine Woche ist, bis wir abreisen.

    Ich glaube, sie sind ganz froh, wenn wir wieder unterwegs sind. Hilde reagiert Cronos gegenüber nicht mehr so gereizt, solange er nicht dem Bus zu nahe kommt. Das ist schön. Und auch ich genieße die Tage hier im Rahmen meiner Möglichkeiten.

    Es gibt Vorteile und Nachteile. So ist das immer, wenn sich das normale, das gewohnte Leben verändert. Selbst in der Eigenbestimmung ist das so. Und natürlich auch von außen betrachtet gäbe es immer einen Anlass zur Kritik, Vorschläge für Verbesserungen, gut gemeinte Ratschläge.

    Aus meiner beruflichen Tätigkeit heraus habe ich mir angewöhnt, lediglich vorsichtige Hinweise zu geben, um meinem Gegenüber die Entscheidung selber zu überlassen.

    Wenn du mich um Rat fragst, dann kann ich mir überlegen, wie weit ich mich einlassen möchte. Meist unterhalten wir uns einfach, und am liebsten erfreue ich mich an der Situation, die ich vorfinde. Auch wenn man das ein oder andere besser, anders machen könnte.

    Aber letztendlich ist jeder seines Glückes Schmied. Und oft genug kann man froh sein, wenn die eigenen Umstände es ermöglichen, mit dem Geschenk des Lebens zufrieden zu sein.

    Es ist eine Freude, dass wir hier leben können, und ich die Familie mal länger erleben kann. Aber genauso schön wird es sein, wenn jeder wieder seines Weges geht, und wir uns aus der Ferne zuschauen.

    Die Pferde stehen wieder vor uns auf der Weide im hohen Gras. Der Wind ist noch da, aber er bewegt die Gräser heute vorsichtiger. Doch sein sanftes Wehen ist noch kühlend, wenn es die nackte Haut berührt.

    Mein Frühstück findet erst Mittags statt, und passend dazu bekomme ich noch ein leckeres Stück von der Philadelphiatorte, die meine Tochter vorbereitet hat.

    Der letzte Markknochen kommt für Hilde grade richtig nach dem Spaziergang. Sie liegt in dem kleinen Schatten vom Bus und arbeitet voller Energie, während ich in der Seitentür sitze, bis mir der Hintern weh tut, und ich auf das Polster vom Bett wechsele.

    Die Sonne zieht mir sämtliche Energie raus. Ich bin nicht in der Lage, irgendwas zu tun, außer hin und wieder eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken, mal aufs Handy zu gucken, ein kurzes Schläfchen zu machen.

    Wir hängen komplett durch. Liegen hier und da rum, machen das gleiche mit Sitzen. Einer im Bus, der andere in dem kleinen Schatten, den er wirft. Oder unterm Bodenblech im kühlen Lehm. Selbst die Vögel haben keinen Bock zu fliegen. Außer den Schwalben, die können nicht ruhig sitzen.

    Den Nachmittag sitzen wir im Halbschatten und schauen der Familie zu, die an den Boxen bauen. So gibt es hin und wieder einen kleinen Schwatz, und ich bewundere die Beiden über ihre Energie an so einem heißen Tag.

    Meine Tochter schlägt mir vor, bei der Hitze wieder im Haus zu schlafen, was wir dankbar annehmen. Die liebe Enkelin bringt unsere Sachen rüber, und dann ist der blaue Bus alleine.

    Du magst mich für skurril erklären, aber ich habe ein Gefühl für ihn, wenn er ohne uns einschlafen muss. Später steht er noch eine halbe Woche ohne uns bei Alex, es wird eine große Freude sein, wenn wir uns wiedersehen.

    Als ich endlich meine Füße bade, kommt auch Hilde im Haus an. Sie rollt sich ein. Meine Beine zucken vor Erschöpfung, denn die letzten drei Nächte habe ich sehr wenig und sehr schlecht geschlafen. Mal sehen, dass ich hier langsam runterfahren kann.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,618
    May 25, 2026
    Calvörde

    It would bore you if I were to tell you again how my morning went—or last night, for that matter. During our walk, my daughter remarked that it is now no longer much more than a week until we set off again.

    I think they are quite glad that we will soon be back on the road. Hilde is no longer reacting so irritably toward Cronos—at least as long as he doesn't get too close to the bus. That is nice. And I, too, am enjoying my days here, to the best of my ability.

    There are pros and cons. That is always the case when one’s normal, accustomed life undergoes a change. This holds true even when one is living life on one’s own terms. And, of course, when viewed from the outside, there would always be grounds for criticism, suggestions for improvement, or well-intentioned advice.

    Drawing upon my professional background, I have made it a habit to offer only gentle pointers, thereby leaving the final decision to the other person.

    If you ask me for advice, I can then consider to what extent I wish to get involved. Usually, we simply chat, and what I enjoy most is simply appreciating the situation as I find it—even if one thing or another could perhaps be done better or differently.

    But ultimately, everyone is the architect of their own fortune. And often enough, one can simply be grateful when one’s own circumstances allow for finding contentment in the gift of life.

    It is a joy that we are able to be here, and that I can spend an extended period of time with the family. Yet it will be just as lovely when everyone goes their separate ways again, and we watch over one another from a distance.

    The horses are once again standing before us in the pasture, amidst the tall grass. The wind is still present, though today it stirs the grasses more gently. Yet its soft breeze remains cooling as it touches the bare skin.

    My breakfast doesn't take place until noon—and, fittingly enough, I am treated to a delicious slice of the Philadelphia cheesecake my daughter prepared.

    The last marrow bone comes at just the right moment for Hilde after our walk. She lies in the small patch of shade cast by the bus, working away at it with boundless energy, while I sit in the side doorway—until my backside starts to ache, at which point I move to the bed cushions.

    The sun drains every last ounce of energy from me. I am incapable of doing anything at all, save for grabbing a bite to eat or a sip to drink every now and then, glancing at my phone, or taking a short nap.

    We are completely lethargic. We lie around here and there—and do much the same when sitting. One of us is inside the bus, the other in the small patch of shade it casts. Or else we’re down by the metal floor plate, in the cool clay soil. Even the birds can’t be bothered to fly—except for the swallows; they simply can’t sit still.

    We spend the afternoon sitting in the dappled shade, watching the family as they work on building their stalls. This leads to a brief chat every now and then, and I find myself admiring the pair for the sheer energy they manage to muster on such a scorching day.

    My daughter suggests that, given the heat, we sleep inside the house again—an offer we gratefully accept. My sweet granddaughter carries our things over, and then the blue bus is left all alone.

    You might think me eccentric, but I feel a real sense of empathy for him when he has to settle down for the night without us. Later on, he will spend another half-week parked at Alex’s place without us; it will be a true joy when we are reunited.

    Just as I finally get to soak my feet, Hilde arrives inside the house as well. She curls herself up. My legs twitch with exhaustion, for I have slept very little—and very poorly—over the last three nights. Let’s see if I can finally start to wind down here.
    Læs mere

  • Tag Sechsunddreißig

    24.–25. maj, Tyskland ⋅ 🌙 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.617
    24/05/2026
    Calvörde

    Es ist schon Mitternacht, als ich schlafen gehe. Hilde hechelt so laut, dass es mein Schlafapnoegerät übertönt. Mach ich den Ventilator aus, wird die Luft im Bus unerträglich. Ich liege wach, Ventilator an, T-Shirt auch, unter der Decke ist es heiß.

    Hilde liegt an den Pedalen, auf dem Sitz, neben der Bank. Jeder Wechsel ist mit Unruhe verbunden. Vielleicht bin ich grade einen Moment eingeschlafen.

    Irgendwann um zwei Uhr muss Hilde raus, die Leine bewegt sich hierhin, dahin, wird plötzlich straff. Es dauert, bis sie endlich wieder einsteigt. Licht kann ich wegen den Mücken nicht anmachen. Sie hechelt, legt sich aber schlafen.

    Halb vier schaue ich auf die Uhr und stell den Wecker aus. Dann schlafe ich bis halb sieben, schreibe der Tochter, sie mögen klopfen und Hilde mitnehmen, ich habe Krämpfe im linken Bein, kann nicht aufstehen.

    Während Hilde unterwegs ist, ziehe ich meine Stützstrümpfe an, bereits ihr Frühstück vor, trinke mein Fitline mit den Medikamenten. Blutverdünner, Blutdrucksenker, Stabilisator gegen Vorhofflimmern, Schilddrüse.

    Wir legen uns wieder schlafen und werden zwei Stunden später wach. Wind durch die geöffnete Seitentür einerseits, Ventilator andererseits, eine Reiterin kommt vorbei. Die anderen Pferde in der Koppel hinter uns wiehern ihr nach. Ich denke an Frühstück, muss mich aber erstmal waschen.

    Der Himmel ist blau mit Schlieren. Vogelgesang und Zirpengeräusch. Ich muss Husten. Hin und wieder ein Auto im schnellen Verkehr. Frohe Pfingsten. Mein Besuch hat ihre Tür geöffnet, mehr kann ich nicht durch die runtergerutschte Verdunklung an der Windschutzscheibe sehen.

    Eine Autotür klappt zu, Hilde setzt sich hin, lauscht auf mögliche Schritte. Mein Sohn schickt eine Nachricht, das Handy klingelt.

    Unser Besuch steht im luftigen Kleid im Frühsommerwind, beschenkt uns reich, und ist abreisebereit. Wir haben schöne Tage zusammen gehabt, verabreden uns locker für Ende September im Norden von Berlin an irgendeinem schönen See im Neuruppiner Land vielleicht.

    Dann startet der Motor, sie verlässt die Damm-Mühle, biegt auf die Landstraße ein. Wir sind alleine im Wind.

    Am Mittag kommt der Schwiegersohn mit Cronos, ich habe gerade zu Ende gefrühstückt. Auf gar keinen Fall, hörst du jetzt hier auf zu gehen, sagt er, als ich erschöpft mich nach vorne beuge. Ich laufe hier extra wegen dir.

    Ich schaffe den nächsten Baum, tausendvierhundert Meter, als wir am Bus zurück sind. Hilde wirft sich in die Ecke und schläft. Der Nachmittag plätschert vorbei, ich fühle mich außerstande zu lesen, aber auch zu schlafen, obwohl das bestimmt traumhaft wäre. Aber wenn ich die Tür schließe, verschwindet die Luft um Bus.

    Hilde hat drei Stunden platt in der Ecke gelegen und fiept um halb fünf ein zwei Mal. Schiebe ihr ein Leckerli ins Maul.

    Auf dem Hof ist reger Reitbetrieb, wir spazieren zur Bank, die für Hilde einen Schatten wirft. Hier sind wir mehr oder weniger die ganze Zeit. Zwischendrin nette Gespräche mit jungen Menschen, ich bewundere ihre Lebensfreude, ihre liebevolle Art mit Hilde umzugehen.

    Immer mal ein Schwätzchen mit meiner Tochter oder dem Schwiegersohn. Jeder genießt den Tag in seiner Weise. Den ganzen Tag haben wir Wind, das ist schön. Jetzt sitzen wir im Bus, Hilde hat Hunger, die Sonne steht auch um acht Uhr noch recht hoch, der Turmfalke rüttelt in ihrem Licht.

    Kurz darauf taucht das Weihenpaar auf, und kreist vielleicht um das Gelege des Falken, denn dieser sorgt vehement dafür, dass die großen Vögel den Bereich verlassen. Für mich die Gelegenheit, noch ein bisschen zu filmen.

    Hilde fiept und will raus, legt sich vor die geöffnete Bustür. Die muss nicht mal, will einfach nicht im Bus sein. Keine Ahnung, was da in ihr vorgeht. Aber weil sie Radfahrern nachläuft, muss ich sie festfinden, damit ich mich um den Abendrhythmus kümmern kann.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,617
    May 24, 2026
    Calvörde

    It is already midnight when I go to bed. Hilde is panting so loudly that she drowns out the sound of my sleep apnea machine. If I turn off the fan, the air inside the bus becomes unbearable. I lie awake—fan on, T-shirt on—while it feels stiflingly hot beneath the blanket.

    Hilde lies by the pedals, on the seat, beside the bench. Every time she moves, it brings a sense of restlessness. Perhaps I drifted off for just a moment.

    Sometime around two o'clock, Hilde needs to go out; her leash shifts this way and that, then suddenly goes taut. It takes a while before she finally climbs back inside. I can't turn on the light because of the mosquitoes. She continues to pant, but settles down to sleep.

    At half past three, I check the time and turn off my alarm. Then I sleep until half past six, at which point I text my daughter, asking her to knock and take Hilde out, as I am suffering from cramps in my left leg and cannot get up.

    While Hilde is out, I put on my compression stockings, prepare her breakfast in advance, and drink my FitLine along with my medications—blood thinners, blood pressure reducers, a stabilizer for atrial fibrillation, and thyroid medication.

    We lie back down to sleep and wake up two hours later. There is a breeze blowing in through the open side door on one side, and a fan running on the other; a horsewoman rides past. The other horses in the paddock behind us whinny after her. I start thinking about breakfast, but first, I need to wash up.

    The sky is blue with wispy streaks of cloud. I hear birdsong and the chirping of insects. I have a coughing fit. Every now and then, a car rushes past in the traffic. Happy Pentecost. My visitor has opened her door; that is all I can see past the blackout shade that has slipped down over the windshield.

    A car door slams shut; Hilde sits up, listening for the sound of footsteps. My son sends a message; my mobile phone rings.

    Our visitor stands there in the early-summer breeze, wearing a light, airy dress; she has showered us with gifts and is now ready to depart. We have spent some lovely days together and make tentative plans to meet again at the end of September—perhaps somewhere north of Berlin, by a beautiful lake in the Neuruppin region.

    Then the engine starts; she leaves the Damm-Mühle and turns onto the country road. We are alone in the wind.

    At noon, my son-in-law arrives with Cronos; I have just finished breakfast. "Absolutely not—you are not stopping your walking here," he says as I lean forward in exhaustion. "I came all the way out here specifically for you."

    I make it to the next tree—fourteen hundred meters—by the time we get back to the bus. Hilde collapses into the corner and falls asleep. The afternoon drifts by; I feel unable to read, yet also unable to sleep—though that would surely be blissful. But if I close the door, the air inside the bus seems to vanish.

    Hilde has been lying flat out in the corner for three hours; around four-thirty, she lets out a little whimper once or twice. I slip a treat into her mouth.

    There is a lively bustle of riding activity on the yard; we stroll over to the bench, which casts a patch of shade for Hilde. We spend more or less our entire time right here. In between, we have pleasant conversations with young people; I admire their zest for life and the affectionate way they interact with Hilde.

    Every now and then, a brief chat with my daughter or my son-in-law. Everyone is enjoying the day in their own way. We have wind all day long, which is lovely. Now we are sitting inside the bus; Hilde is hungry, and even at eight o'clock, the sun is still riding quite high—a kestrel hovers in its light.

    Shortly thereafter, the pair of harriers appears, perhaps circling the falcon's clutch—for the falcon vehemently ensures that the large birds leave the area. This gives me the opportunity to film a little longer.

    Hilde whines, wanting to get out; she lies down right in front of the open bus door. She doesn't actually *need* to go—she simply doesn't want to be inside the bus. I have no idea what is going through her mind. But since she tends to chase after cyclists, I have to keep her tethered so that I can attend to our evening routine.
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  • Tag Fünfunddreißig

    23.–24. maj, Tyskland ⋅ 🌙 18 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.616
    23/05/2026
    Calvörde

    In der Nacht habe ich so starke Schmerzen in den Knien und im Rücken, dass ich weder liegen noch einschlafen kann. Also Zeit für eine halbe Ibu. Mit dem Nachteil, dass ich morgens erst spät aufstehen mag, und mich recht dröselig fühle beim Fertigmachen.

    Der Schwiegersohn steht schon vor dem Bus, um uns beim Morgenspaziergang zu begleiten. Es ist um halb acht schon ziemlich warm, aber durch die Medikamente kann ich fast leichtfüßig laufen, während Hilde schon wieder einer frischen Hasenspur folgt.

    Am Ende sind es 1,3 km, so weit bin ich länger nicht mehr in einem Stück gegangen. Sitze dann mit unserem Besuch vor dem Bus. Hilde bekommt Futter und Medizin draußen, sie trinkt Kaffee, und ich warte einfach, bis wir später in den Bus gehen, wo ich mir das Frühstück zubereiten kann.

    In der Mittagssonne sitzen Hilde und ich auf der Bank an den Wiesen. Das heißt natürlich, dass Hilde im Schatten unter der Bank liegt, während ich glücklich über die Windböen mich freue, hier draußen zu sein.

    Wir hören Musik von den Byrds, diese leicht verlorenen Texte und Melodien aus einer vergangenen Epoche meines Lebens, an die ich gerne zurückdenken mag.

    In einer Weise bin ich immer noch verwoben mit den Gedanken und Ideen aus einer mutigen Zeit voller Hoffnung und Aufbruch. Die alte uns hemmende und lähmende Vergangenheit hinter uns lassen, und einer erwachenden Zukunft zuzustreben, ist immer noch lebenswert.

    Halbe Straße mit der Familie. Die Hunde bleiben in jedem Schattenbaum stehen, bis wir aufgeholt haben. Und als Hilde sich entscheidet, zum Bus zu gehen, akzeptiert sie auch kein Sit mehr. Auch wir schleppen uns die letzten hundert Meter in der Sonne zurück.

    Die Temperatur steht mittlerweile auf 28°C im Schatten, Hilde untergräbt den blauen Bus, um sich auf der Erde zu kühlen. Sie kämpft mit den Resten ihres Markknochen, während ich was Eßbares im Kühlschrank suche.

    Der Tag schleppt sich dahin. Mittlerweile wirft der blaue Bus keinen Schatten mehr und die Hitze laugt uns aus. Hilde mag auch nicht mehr mit Cronos an die Straße gehen, aber mit uns nochmals hinten zur Bank, wo wir uns wieder mal mit unserem Besuch unterhalten.

    Ein leichter Wind, die Sonne verabschiedet sich für heute, und die erste Mücke sticht mich schmerzhaft durch den Stützstrumpf ins Fußgelenk, das angeschwollen ist.

    Schnell rein in den Bus, in dem der Ventilator tapfer mit der Luft kämpft, um uns ein bisschen Kühlung zu verschaffen. Ich habe ein schönes Gespräch mit einer jungen Frau, die hier ihr altes Pferd besucht.

    Später bekomme ich den Anruf eines lieben Ehepaars, das unsere Reisen schon seit acht Jahren begleitet. Ist schon ein bisschen her, dass wir uns zuletzt begegnet sind, aber eigentlich haben wir uns nicht arg verändert. Lediglich das Alter hinterlässt seine Spuren.

    Hilde ist abends immer unruhig. Vermutlich ist sie so erschöpft, weil sie auch immer dabei sein will, obwohl der Körper ihr manches Mal rät, doch kürzer zu treten. Tatsächlich ist es einfach zu heiß, und sie kann nicht aus ihrem Fell raus, während ich meine nackte Haut zu Markte trage, während ich abends im Bus sitze.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,616
    May 23, 2026
    Calvörde

    During the night, I suffer such severe pain in my knees and back that I can neither lie still nor fall asleep. So, it is time for half an ibuprofen. The downside is that, come morning, I don't feel like getting up until quite late, and I feel rather groggy while getting ready.

    My son-in-law is already standing outside the bus, waiting to join us for our morning walk. It is already quite warm by seven-thirty, but thanks to the medication, I am able to walk almost light-footed—while Hilde is already off following a fresh rabbit trail.

    In the end, we cover 1.3 kilometers—it has been a long time since I walked that far in a single stretch. Afterward, I sit outside the bus with our visitor. Hilde gets her food and medicine out there; my companion drinks her coffee; and I simply wait until we head inside the bus a bit later, where I can prepare my breakfast.

    In the midday sun, Hilde and I sit on the bench beside the meadows. This means, of course, that Hilde is lying in the shade beneath the bench, while I happily revel in the gusts of wind and the joy of simply being out here.

    We listen to music by The Byrds—those slightly wistful lyrics and melodies from a bygone era of my life, one I look back on with fondness.

    In a way, I remain intertwined with the thoughts and ideas of that spirited time—a time filled with hope and a sense of new beginnings. Leaving behind the old past that once hindered and paralyzed us, and striving instead toward an awakening future—that is still a pursuit worth living for.

    Halfway down the street with the family. The dogs stop beneath every shady tree until we catch up. And when Hilde decides it’s time to head for the bus, she refuses to even sit anymore. We, too, drag ourselves back the final hundred meters under the blazing sun.

    The temperature has now climbed to 28°C in the shade; Hilde burrows beneath the blue bus to cool herself against the earth. She wrestles with the remnants of her marrow bone while I search the fridge for something to eat.

    The day drags on. By now, the blue bus casts no shadow, and the heat is utterly draining us. Hilde has lost the desire to walk down to the street with Cronos, though she is willing to join us once more out back on the bench—where, yet again, we fall into conversation with our visitors.

    The sun bids us farewell for the day, and the first mosquito delivers a painful sting right through my compression stocking into my ankle—which is already swollen.

    I quickly hop onto the bus, where the fan valiantly battles the air in an effort to provide us with a little relief. I have a lovely conversation with a young woman who is here visiting her elderly horse.

    Later, I receive a call from a dear couple who have been joining us on our trips for eight years now. It has been quite some time since we last crossed paths, but truth be told, neither of us has changed all that much—save for the fact that age is beginning to leave its mark.

    Hilde is always restless in the evenings. She is likely so exhausted because she insists on being involved in everything—even though her body often tells her it might be wiser to slow down. In truth, it is simply too hot; she cannot shed her fur coat, whereas I—sitting here on the bus in the evening—can bare my skin to the breeze.
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  • Tag Vierunddreißig

    22.–23. maj, Tyskland ⋅ 🌙 17 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.615
    22/05/2026
    Calvörde

    4.43 Uhr. Es ist schon hell, unter den Bäumen und auf den Wiesen liegt Nebel. Ich versuche nochmal zu schlafen.

    Eine Dreiviertelstunde später ist die Sonne gerade dabei, an den Bäumen hochzuklettern. Ich höre eine Predigt aus meiner Heimatgemeinde aus dem Monat März, bin gerne ein bisschen hinten dran, und erlebe indirekt nochmal eine andere Zeit im Jahr.

    Damals gab es einen Visionssonntag, und das Thema "Auf dem Weg zu Dir" berührt meine Lebenssituation so sehr, dass ich die Predigt mit einem Begleittext an einige Menschen versende.

    Würde ich einen wissenschaftlichen Text verschicken oder meinen eigenen abendlichen Beitrag, dann hat das eine Normalität, der sich viele stellen können.

    Eine Predigt bekommt schnell ein "schlechtes Geschmäckle", weil sie tiefere Schichten in unserem Leben berührt. Da sind wir oft nicht mehr 'wertfrei'.

    Aber auch das ist spannend, wenn ich bereit bin, mich trotzdem zu stellen. Es ist schon früh am Morgen ziemlich warm. Hilde hat gleich eine Spur und verausgabt sich auf dem Zickzackweg des Hasen, der wohl über einen großen Radius die Felder und Wiesen durchstreift hat.

    Wir kommen beide erschöpft am blauen Bus an und brauchen Zeit zur Erholung. Unser Besuch ist aufgewacht, wir setzen das intensive Gespräch von gestern Abend fort.

    Frühstück und ein kurzes Schläfchen, weil dann meine Tochter schon wieder mit dem Hund kommt. Die Sonne ist ziemlich heiß, aber ein Wind treibt weiße Wolken vor sich her. Vogelflug unterm Himmel, hoch und virtuos mit Schwüngen und herrlichen Gleitphasen.

    Unser Besuch hat sich einen Krimi aus dem Umland geschnappt und genießt unterm Sonnenhut diesen herrlichen Tag. Hin und wieder verfallen wir in Gespräche, und erfreuen uns an den positiven Ereignisse. Hilde schläft.

    Dreimal sind wir heute die Straße runter gegangen mit der Familie. Nicht mehr soweit, wie am Morgen, aber doch drei Kilometer insgesamt. Am Abend im Schweiße meines Angesichts, denn die Sonne hat jetzt pur an Power zugelegt.

    Auch Hilde ist total fertig. Die Bachstelze läuft vor uns auf und ab, sie brütet keine fünfzig Meter entfernt und kommt uns heute sehr nahe. Auch der Turmfalke rüttelt ganz in unserer Nähe, sodass wir ihn bewundern können.

    Zum Abend habe ich eine andere CD aufgelegt. Daniel Lanois erinnert mich an schöne Touren durch Norwegen, wo die Musik Hintergrund zu so manchen Roadmovies geworden ist.

    Wenn ich manchmal ein bisschen meine Gedanken los lasse, dann reisen sie in den Norden. Ich hätte da eine sehr interessante Tour im Blick, wenn unsere Reise wieder von Rädern getragen wird.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,615
    May 22, 2026
    Calvörde

    4:43 a.m. It is already light out; mist lies beneath the trees and across the meadows. I try to go back to sleep.

    Three-quarters of an hour later, the sun is just beginning to climb up through the trees. I am listening to a sermon from my home congregation dating back to March—I enjoy being a little behind schedule—and, in doing so, I am indirectly reliving a different time of year.

    Back then, there was a "Vision Sunday," and the theme—"On the Way to You"—resonated so deeply with my own life situation that I decided to send the sermon, accompanied by a personal note, to a number of people.

    Were I to send out an academic paper, or perhaps one of my own evening reflections, that would carry a certain air of normality—something that many people could readily relate to.

    A sermon can quickly leave a "bad taste in the mouth," because it touches upon deeper layers of our lives. In such moments, we are often no longer able to remain "value-neutral."

    Yet this, too, is fascinating—provided I am willing to face it nonetheless. It is already quite warm, despite the early hour. Hilde immediately picks up a scent and expends all her energy following the zigzagging trail of a hare that had evidently roamed across a wide radius of fields and meadows.

    We both arrive back at the blue bus, exhausted, and take some time to recover. Our guest has woken up, and we resume the intense conversation we began last night.

    Breakfast is followed by a short nap, as my daughter will soon be arriving with the dog again. The sun is quite hot, but a breeze is driving white clouds across the sky. Birds soar overhead—high up and performing virtuoso aerial displays, full of sweeping turns and magnificent gliding phases.

    Our guest has grabbed a crime novel set in the local area and is enjoying this glorious day from beneath the shade of a sun hat. Every now and then, we fall into conversation, delighting in the positive events of the day. Hilde is asleep.

    We walked down the road three times today with the family. Not quite as far as we did this morning, but still three kilometers in total. The evening walk left me dripping with sweat, for the sun has really ramped up its intensity now.

    Hilde, too, is completely worn out. A white wagtail runs back and forth ahead of us; it is nesting less than fifty meters away and has come remarkably close to us today. A kestrel, too, hovers right nearby, allowing us to admire it.

    This evening, I put on a different CD. Daniel Lanois reminds me of wonderful trips through Norway—journeys where his music became the soundtrack to many a road movie.

    Sometimes, when I let my thoughts wander a little, they travel north. I have a very interesting tour in mind for when our journey is once again carried by wheels.
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  • Tag Dreiunddreißig

    21.–22. maj, Tyskland ⋅ 🌙 14 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.614
    21/05/2026
    Calvörde

    Die Luft ist wärmer geworden. Beim Morgenspaziergang mit der Familie trage ich die Jacke überm T-Shirt gleich offen.

    Wenn ich morgens aufwache, kann ich es mir überhaupt nicht vorstellen, gleich einen Spaziergang zu machen. Die Beine schmerzen über die Knie bis zu den Füßen, als habe ich gar nicht geschlafen. Und die ersten Schritte sind unbeholfen, als müssten sich die Füße den Boden ertasten.

    Zurück habe ich nur wenig Rückenschmerzen, lediglich das linke Knie fühlt sich manches Mal wie ein Fremdkörper an. Seitdem wir wieder in den Bus gezogen sind, habe ich den CD Player rausgestellt, aber gestern das erste Mal benutzt. Oben lag Pulse von Pink Floyd drin, das ich jetzt bestimmt zum fünften Mal anhöre, obwohl ich noch knapp dreihundert andere CDs habe.

    Weil ich am Tag vor der Abreise des Busses ihn weitgehend leer räumen muss, bin ich natürlich jetzt daran interessiert, die Lebensmittel aufzuessen, damit ich nicht soviel wegschleppen
    muss.

    Der Bus muss so leicht wie möglich sein. Das ist die eine Challenge. Die andere ist, dass ich nichts vergessen darf, denn wir sind ja vierzehn Tage ohne die hier gelagerten Sachen unterwegs.

    Also beispielsweise kann das Bettzeug im Bus bleiben, weil es leicht ist. Die Kisten aus dem Schrank kommen bei meiner Tochter in die Lagerhalle, aber ich muss die Medikamente für uns mitnehmen und die Haferflocken fürs Frühstück.

    Unser Besuch mit den beiden Hunden ist nach einem letzten Waldspaziergang gefahren. Sie habe 81 Vogelarten zumindest hören können, sie auch größtenteils gesehen, und ist völlig aus dem Häuschen ob dieser Möglichkeiten.

    Dass der Drömling mal Zonenrandgebiet war und vermutlich größtenteils über Jahrzehnte gesperrt war, mag einer Gründe für die Vielzahl der Vögel sein. Im Herbst dürfte das noch interessanter sein, weil viele Zugvögel durchreisen.

    Wir sitzen lange auf der Bank an der Weide. Es ist ziemlich warm, und der Wind spielt nur eine größere Rolle, wenn die Regenwolken aufziehen. Hilde haart wenig, seit wir hier sind. Trotzdem ist der Bus immer schmutzig. Also ist heute Reinigungstag, bevor der nächste Besuch kommt.

    Dieses Mal ohne Hund, aber aus Berlin. Und wieder freue ich mich sehr. Die Enkelin hat das Abendessen für uns zubereitet. Wir sitzen vor dem Bus und erzählen. Ist ne Weile her, dass wir uns gesehen haben. Und ja, es passiert im Leben immer viel. Nicht nur bei uns. Das miteinander teilen zu dürfen, ist ein besonderes Geschenk.

    Ich bin sehr dankbar für jeden Menschen in meinem Leben. Und Manche kommen mir einfach sehr nahe. Wieder ein besonders schöner Sonnenuntergang, das weiche Licht verbindet unsere Busse.

    "Ein Herz für sich selber haben und sein Herz für andere öffnen - wenn die Balance zwischen Beidem glückt, kann das Leben gelingen." (Anselm Grün)
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,614
    May 21, 2026
    Calvörde

    The air has grown warmer. On my morning walk with the family, I wear my jacket unzipped right over my T-shirt.

    When I wake up in the morning, I find it utterly impossible to imagine going for a walk right away. My legs ache—from above the knees all the way down to my feet—as if I hadn't slept at all. And those first few steps are clumsy, as if my feet have to grope their way across the ground.

    On the way back, I have very little back pain; only my left knee sometimes feels like a foreign object. Since we moved back into the bus, I’ve had the CD player out, but I only used it for the first time yesterday. Pink Floyd’s *Pulse* happened to be sitting in the tray, and I’m now listening to it for what must be the fifth time—even though I still have nearly three hundred other CDs.

    Since I have to clear out most of the bus the day before we depart, I am naturally keen right now on eating up all our groceries so that I don't have to haul so much stuff away.

    The bus needs to be as light as possible. That is one challenge. The other is that I mustn't forget anything, since we will be on the road for fourteen days without the items currently stored here.

    So, for instance, the bedding can stay in the bus because it is light. The boxes from the cupboard are going into storage at my daughter's place, but I have to take our medications with me—as well as the oatmeal for breakfast.

    Our visitor, along with her two dogs, has departed following one last walk in the woods. She managed to hear at least 81 different bird species—and actually spotted most of them, too—and is absolutely thrilled by the opportunities this area offers.

    The fact that the Drömling was once a border zone—and likely remained largely off-limits for decades—may well be one of the reasons for the abundance of birdlife here. It will likely be even more fascinating in the autumn, when many migratory birds pass through.

    We sit for a long time on the bench by the meadow. It is quite warm, and the wind only really makes itself felt when the rain clouds gather. Hilde hasn't been shedding much since we arrived here. Even so, the bus is always dirty. So, today is cleaning day—before our next visitors arrive.

    This time, they are without a dog, but they are coming from Berlin. And once again, I am absolutely delighted. Our granddaughter has prepared dinner for us. We sit outside the bus and chat. It’s been a while since we last saw one another. And yes—there is always so much happening in life. Not just for us. To be able to share it all together is a special gift.

    I am deeply grateful for every person in my life. And some simply feel very close to my heart. Yet another particularly beautiful sunset; the soft light seems to bridge the space between our buses.

    "To have a heart for oneself, and to open one's heart to others—if one succeeds in finding the balance between the two, life can truly flourish." (Anselm Grün)
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  • Tag Zweiunddreißig

    20.–21. maj, Tyskland ⋅ ⛅ 14 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.613
    20/05/2026
    Calvörde

    Morgenspaziergang hinter der Meute her, bis mir Hilde die lange Straße entgegenläuft. Frühstück mit Bananennektar fürs Herz, Porridge für den Bauch, und Joghurt zum Abrunden.

    Danach bin ich müde und schlafe eine Stunde. Zwischendrin bewundere ich den Turmfalken, wie er direkt vor uns rüttelt.
    Mal dunkle Wolken, mal herrlichen Sonnenschein, die Fliegen im Bus kümmert es nicht.

    Finnian läuft durchs sonnige Norwegen, Dirk reist im sonnigen Baltikum, der oder die sind hier und da unterwegs. Eine Familie startet heute in ihr Spanienabenteuer, und jede Nacht lese ich von Südamerika.

    Ich schaue aus dem Fenster, es hat angefangen zu regnen. Wollte immer mit den Vögeln reisen können, statt dessen warte ich jeden Tag. Und beschränke meine Bewegung auf den Weg um den blauen Bus herum.

    Und manchmal träume ich. Doch gerade als wir rausgehen wollen, öffnet der Himmel seine Schleusen, und bewirft uns so heftig, dass selbst die regenresistente Vierbeinerin quasi das Handtuch wirft, und beleidigt auf dem Fahrersitz Platz nimmt.

    So war das nicht geplant. Im Bus ist es bei geschlossenen Türen sehr warm. Unser Besuch war heute zu einem Spaziergang an der Ohre, die Calvörde durchquert, während der Mittellandkanal außen entlang führt.

    Der Spazierweg in die Felder hinein ist schön, zumal es da noch trocken war. Im NP, das ist ein Edeka-Ableger im Norden Deutschlands, in dem ich oft günstig und gut einkaufen, gibt es einen Metzger, von dem die Hunde immer die Markknochen bekommen. Und einen guten Bäcker, dessen Preise durchaus noch Vorcorona-Charakter haben.

    Da war die Biologin heute auch und hat was Leckeres mitgebracht. Während sie sich erneut auf die Suche seltener Vögel macht, gehen Hilde und ich zwischen den Regenschauern spazieren.

    Ich nutze die Gelegenheit, um Photos zu machen, kleine Regentropfenbotschaften in bunt und schön. Vielleicht gefallen sie dir. Bisschen Pferd und Hund ist auch dabei.

    Abends treffe ich mich nochmal mit meiner Tochter auf der hinteren Weide, wo die Hunde sich im hohen Gras gut zu beschäftigen wissen. Von Nordwesten nähern sich dunkle Wolken, die schwer über der Mühle hängen.

    Später startet ein weißes Wolkenufo aus der Mitte des dunklen Abendfensters. Nur um vor der Nacht nochmals die Sonne mit allen Sinnen spielen zu lassen.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,613
    May 20, 2026
    Calvörde

    A morning stroll, following behind the pack, until Hilde comes walking down the long road to meet me. Breakfast consists of banana nectar for the heart, porridge for the belly, and yogurt to round it off.

    Afterward, I feel tired and sleep for an hour. In the meantime, I admire a kestrel hovering right in front of us.
    One moment dark clouds, the next glorious sunshine—the flies inside the bus couldn't care less.

    Finnian is walking through sunny Norway; Dirk is traveling through the sunny Baltics; others are out and about here and there. A family sets off today on their Spanish adventure, and every night I read tales from South America.

    I look out the window; it has started to rain. I always wished I could travel alongside the birds; instead, I spend every day waiting. And I limit my movement to the path circling around the blue bus.

    And sometimes, I dream. But just as we are about to head out, the heavens open up and pelt us so fiercely that even my rain-resistant four-legged companion practically throws in the towel, taking her seat on the driver's seat in a huff.

    That wasn't how we planned it. With the doors closed, it gets quite warm inside the bus. Our visitor had planned to go for a walk today along the Ohre—a river that flows right through Calvörde—while the Mittelland Canal runs along the town's outskirts.

    The walking path leading out into the fields is lovely—especially since it was still dry back then. At NP—a subsidiary of the Edeka supermarket chain found in northern Germany, where I often find great deals on quality groceries—there is a butcher who always gives the dogs marrow bones. There is also an excellent baker whose prices still feel delightfully "pre-COVID."

    The biologist stopped by there today as well and brought back a tasty treat. Now, while she sets off once again in search of rare birds, Hilde and I are taking a walk between the rain showers.

    I take the opportunity to snap some photos—little messages in raindrops, colorful and beautiful. Perhaps you’ll like them. There’s a bit of horse and dog in there, too.

    In the evening, I meet up with my daughter again in the back pasture, where the dogs know just how to keep themselves busy in the tall grass. From the northwest, dark clouds approach, hanging heavy over the mill.

    Later, a white cloud-UFO launches from the center of the dark evening sky—just to let the sun play with all the senses once more before night falls.
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  • Tag Einunddreißig

    19.–20. maj, Tyskland ⋅ ☁️ 14 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.612
    19/05/2026
    Calvörde

    In dieser Nacht habe ich unruhig geschlafen, weil meine Knie gar nicht wussten, wohin sie sich legen konnten, ohne zu schmerzen. Am Morgen bin ich mit einem blauen Augenlid aufgewacht, weiß aber nicht, wie das entstanden ist.

    Gestern Abend verschiedene Telefonate und Nachrichten, heute morgen ging es gleich weiter. Thema blauer Bus und die Zusammenführung verschiedener Aufgabenbereiche.

    Hilde merkt gleich, wenn der normale Ablauf unseres Lebens unterbrochen ist, und sei es auch nur in Planung und Absprachen. Dann muss sie genau aufpassen, also am besten auf meinen Füßen liegen.

    Heute sind wir zwei Wochen bei meiner Tochter, und werden noch weitere zwei Wochen bleiben. Dann soll der Bus abgeholt werden, und von seinem Lieblingsschrauber repariert werden.

    Hilde und ich brauchen Mitfahrgelegenheiten. Erst nach Hagenburg und einige Tage später nach Haltern. Nach der ersten Reparatur erfolgt die Tüv - Vorführung, danach der zweite Teil der Reparaturen, und die Nachprüfung. Und zwischendrin frage ich dann auch gerne mal an, wer uns finanziell ein bisschen zur Seite stehen kann.

    Spaziergang am Morgen, ich schiebe meine "Messlatte" ein Stück weiter nach vorne, komme mit weniger Schmerzen zurück. In der Nacht hat es viel und lange geregnet, aber pünktlich zum Ausgehen ist die Luft schon ziemlich angewärmt, sonnig und blau.

    Die Biologin will heute in den Drömling fahren, ein nahes, sehr schönes Naturschutzgebiet, besonders für Vögel, ihr favorite theme. Sie ist voller Vorfreude, hat sie doch heute morgen beim Spaziergang im Wald einen Pirol gehört.

    Ich mach stattdessen ein Schläfchen, was mir vielleicht ganz gut tun wird. Als ich um zwölf Uhr aufwache, sind die Knie eingeschlafen. Wir gehen raus, und während ich zum letzten Mal auf dem niedrigen Stuhl Platz nehme, aus dem ich nur mit Mühe aufstehen kann, kommt ein Fahrzeug den Feldweg entlang gefahren.

    Keine angemessene Geschwindigkeit, einfach mal Staub aufwirbeln und vorne wieder raus auf die Straße. Dumm. Aber schlimm, dass Hilde startet und kötermäßig neben dem Fahrzeug her rennt, meinen Puls auf einhundertachtzig schleudert.

    Nichts passiert, sie läuft zum Glück nicht auf die Landstraße und beeilt sich auch nicht mit dem Rückweg. Klassisches Beispiel von Ungehorsam, also muss sie ihre Leine den Tag über tragen, weil ich zu dem anderen Stress keine Energie mehr habe auf das freie Leben.

    Das alte Thema Freiheit bekommt aktuell die klare Zurechtweisung in die bedingten Schranken. Zwei Wochen waren schon lang, vier Wochen sind eine kleine Ewigkeit. Ich versuche, nicht drüber nachzudenken, aber ich weiß, dass sich bestimmte Umstände meines Lebens in unangenehmer Weise wiederholen.

    Ich sitze auf der Bank an der Weide, Hilde liegt im Gras. Der Wind ist zu dünn für ein T-Shirt, meine nackten Arme frieren. Der Himmel bewölkt sich dunkel, am Zaun der riesigen Anlage zur Erzeugung von Sonnenstrom spazieren Menschen entlang. Ein gelber Lastwagen transportiert Bier in Kästen.

    Die Pferde schauen zu uns herüber. Gerade als wir zum Bus kommen, beginnt es leicht und nur kurze Zeit zu regnen. Unser Besuch kommt vom Unesco Biosphärenreservat Drömling zurück, und hat ganz viele verschiedene Vögel gesehen.

    https://share.google/TDheqNEgVz659eNqE

    Einkauf mit der Familie, der einzige Ausflug weg vom Stellplatz. Mal abgesehen von den täglichen Spaziergängen. Kaufe heute ein bisschen Frustfraß, denn nachdem ich alles geregelt habe für die Aktion in zwei Wochen, falle ich ein Stück in den Keller der Gefühle.

    Abendspaziergang mit der Tochter, die beiden Hunde mitnimmt, sodass Hilde zu einem langen Run zurück zu mir kommt, und später am Bus ziemlich platt ist. Auch ich erhole mich langsam, während der Himmel voller Wolken sich bedeckt, und wir noch ein kleinen Schwatz mit unserer Nachbarin haben, die spät mit ihren Hunden noch einen Spaziergang macht.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,612
    May 19, 2026
    Calvörde

    I slept restlessly last night because my knees simply didn't know how to position themselves without causing pain. This morning, I woke up with a bruised eyelid—though I have no idea how it happened.

    Yesterday evening brought various phone calls and messages, and things picked right up again this morning. The main topic: the "Blue Bus" and the coordination of various tasks and responsibilities.

    Hilde senses immediately whenever the normal rhythm of our lives is disrupted—even if it’s only in the planning and arrangements stages. When that happens, she feels the need to keep a close watch—which, in her view, is best accomplished by lying right on top of my feet.

    As of today, we have been staying with my daughter for two weeks, and we plan to remain for another two weeks. After that, the bus is scheduled to be picked up and repaired by its favorite mechanic.

    Hilde and I are in need of rides. First to Hagenburg, and a few days later to Haltern. After the initial repairs, the vehicle inspection will take place, followed by the second phase of repairs and the re-inspection. And in the interim, I’ll also be reaching out to see if anyone is able to lend us a little financial support.

    During my morning walk, I push my "personal benchmark" a little further forward—and return with less pain. It rained heavily and for a long time during the night, but just in time for us to head out, the air has already warmed up considerably; it is sunny and the sky is blue.

    The biologist plans to drive to the Drömling today—a nearby, beautiful nature reserve, particularly renowned for its birds, which happen to be her favorite subject. She is brimming with anticipation, having heard a golden oriole during her walk in the woods this very morning.

    I, on the other hand, decide to take a nap—something that will likely do me a world of good. When I wake up at noon, my knees have gone completely numb. We head outside, and just as I settle into that low chair—the kind I struggle to rise from—a vehicle comes driving down the dirt track.

    No sensible pace—just kicking up dust, only to pop right back out onto the road up ahead. Stupid. But what’s truly alarming is that Hilde took off—scampering alongside the vehicle like some stray mutt—sending my heart rate skyrocketing to one-eighty.

    Fortunately, nothing happened; she didn’t run out onto the main road, though she certainly didn’t rush back to me, either. A classic case of disobedience—which means she has to wear her leash for the rest of the day, as I simply don’t have the energy to deal with the stress of letting her run free on top of everything else.

    That old theme of "freedom" is currently receiving a sharp rebuke, being firmly confined within its conditional boundaries. Two weeks felt long enough; four weeks feels like a small eternity. I try not to dwell on it, but I know that certain circumstances in my life are repeating themselves in a most unpleasant way.

    I am sitting on the bench by the willow tree; Hilde is lying in the grass. The wind is too biting for a T-shirt, and my bare arms are cold. The sky is darkening with clouds, and people are strolling along the fence of the massive solar power facility. A yellow truck is transporting crates of beer.

    The horses look over at us. Just as we reach the bus, it begins to rain—lightly, and only for a brief moment. Our visitor returns from the UNESCO Drömling Biosphere Reserve, having spotted a great many different birds.

    https://share.google/TDheqNEgVz659eNqE

    A shopping trip with the family—our only excursion away from the campsite. That is, aside from our daily walks. Today I’m buying a bit of comfort food, for now that I’ve got everything sorted out for the event taking place in two weeks, I’ve hit a bit of an emotional low.

    An evening stroll with my daughter—who took the two dogs along—meant that Hilde came running all the way back to me, and by the time we reached the bus stop later on, she was pretty worn out. I, too, am slowly recovering, while the sky fills with clouds overhead, and we share a brief chat with our neighbor, who is out for a late walk with her dogs.
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  • Tag Dreißig

    18.–19. maj, Tyskland ⋅ 🌧 12 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.611
    18/05/2026
    Calvörde

    Als ich um viertel nach fünf aufwache, kommt die Sonne gerade zwischen den Bäumen hervor. Wahnsinn. Allerdings auch die Uhrzeit. Ich glaube, wenn wir fahren könnten, wäre ich tatsächlich so früh aufgestanden. Aber mit dem Wissen, eines weiteren Tages im Paradies gönne ich mir noch ein Stündchen Schlaf.

    Danach ist der Himmel immer noch schön, aber erstmal ein wenig verhangen, was den Spaziergang erleichtert. Die Familie geht heute in den Wald, was besonders Hilde sehr komisch findet. Sie wartet die ganze Zeit drauf, dass Cronos endlich kommt.

    Ein Baum weiter, sie seien stolz auf mich, schreibt der Schwiegersohn, aber sie hören mich nicht auf dem Rückweg jaulen. Erholung geht meist schnell. Hilde tobt heute weniger wütend mit Vasco, der die Freiheit hier sehr liebt und sich kaum einfangen lässt.

    Die Biologin erklärt mir, dass die seltene Ammer nicht Gold, sondern Grau ist, was aber wohl kein anderer Leser gemerkt hat. Der NABU schreibt, "Die Grauammer wird bei uns leider immer seltener. Intensive Landwirtschaft und der Rückgang ihres Lebensraumes verdrängen sie immer mehr. Die Grauammer sieht eher unauffällig aus, ihren Gesang lässt sie dafür umso lauter aus exponierter Lage ertönen. Der graubraune Vogel treibt sich heimlich herum, über Brut- und Zugverhalten weiß man nach wie vor nicht allzu viel."

    Hier ist auf jeden Fall eine ziemlich aktiv, auch ein Wiedehopf soll in den Astlöchern der Bäume leben.

    In der Mittagszeit spazieren wir durch den Hof raus auf die Weide. Über uns kreist ein Turmfalke und rüttelt suchend überm Grün. Hilde hat ne Suhle gefunden und wälzt sich vergnügt. Zum Glück stinkt es nicht, und ich kann sie am Bus mit Wasser reinigen.

    Am Morgen habe ich Kontakt mit einer Werkstatt im Umkreis aufgenommen, die mir jemand empfohlen hat, und warte jetzt auf ihren Kostenvorschlag. Diese Woche werde ich eine Entscheidung treffen müssen, welche Variante am Besten ist, natürlich unter der Vorraussetzung, wann die Arbeiten überhaupt möglich sind.

    Mit Hilde sitze ich im Eingang vom blauen Bus und wir mümmeln an Gebäckstangen von Bravo, die gewisslich nicht auf die Hitliste kämen. Zirpen und Zwitschern, Sonne und Blau, Wind und Wolken. Ich habe Reise - Sehn - Sucht.

    Während ich einfach registriere, dass da ne Weihe kreist, ist die Biologin fast aus dem Häuschen, weil sie erkennt, dass ein Paar jagt. Der Turmfalke rüttelt, ein Rotmilan fliegt unter den Wolken. In den Lüften attackiert ein Habicht die Weihe, die daraufhin ihren Kurs ändert. Dann ist der Himmel plötzlich ganz leer.

    Als ich später nochmal hinten an der Weide sitze, werden die Pferde aus der Koppel auf die Wiese gelassen und toben dort fröhlich herum. Mein Schwiegersohn setzt sich zu mir, während Hilde über den Hof stromert.

    Der KVA der Werkstatt liegt ebenfalls über zweitausend Euro, aber plötzlich kommt ein kleines Lichtlein über den Horizont geflackert, mit dem ich überhaupt nicht gerechnet habe. Da hat sich ein lieber Mensch liebe Gedanken gemacht, und uns eine Tür geöffnet, über die ich jetzt noch nichts erzählen möchte.

    Zur Verwirklichung benötige ich verschiedene Hilfen, aber wenn ich frage, höre ich sofort ein Ja und ein Gerne, was mich zutiefst berührt.

    Wenn ich eins gelernt habe auf dieser Lebensreise - und ich habe ganz viel gelernt - dann leben wir in einer Welt voller herzensguter Menschen, ohne die mein Dasein sehr einsam wäre. Wir brauchen einander, und das merkt man natürlich viel deutlicher, wenn man auf so einem Außenposten lebt, in vielfältiger Weise verletzbar ist.

    Und damit möchte ich jedem gerne Mut machen, sich zu öffnen und Vertrauen zu leben und zu erleben. Wir brauchen den anderen Menschen, und wir benötigen eine positive Einstellung zum Leben, den was zieht den anderen mehr an als Offenheit und Ehrlichkeit.

    Am Abend regnet es. Die Tropfen laufen am Fenster runter, der Himmel ist eingegraut, ich liebe es, wenn die Tropfen aufs Dach fallen. Hilde schläft auf dem Fahrersitz, wer weiß, wovon sie träumt, vielleicht ist auch sie schon wieder auf Reisen.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,611
    May 18, 2026
    Calvörde

    When I wake up at a quarter past five, the sun is just peeking out from between the trees. Incredible. The time is pretty crazy, too. I think if we were able to drive today, I actually would have gotten up this early. But knowing that I have another day in paradise ahead of me, I treat myself to another hour of sleep.

    After that, the sky is still beautiful, though initially a bit overcast—which makes the walk more pleasant. Today, the family heads into the woods—something Hilde, in particular, finds very odd. She spends the entire time waiting for Cronos to finally show up.

    A tree or so later, my son-in-law writes that they are proud of me—though they don't hear me howling on the way back. Recovery usually happens fast. Today, Hilde romps around with Vasco with a little less fury; he absolutely loves the freedom here and is nearly impossible to catch.

    The biologist explains to me that the rare bunting in question is not golden, but gray—a detail, however, that presumably no other reader noticed. The NABU writes: "Unfortunately, the Corn Bunting is becoming increasingly rare in our region. Intensive agriculture and the shrinking of its habitat are displacing it more and more. The Corn Bunting has a rather inconspicuous appearance; to compensate, however, it belts out its song all the more loudly from an exposed perch. This gray-brown bird keeps to itself and moves about furtively; surprisingly little is still known about its breeding and migratory behaviors."

    In any case, there is certainly a very active one right here; apparently, a Hoopoe is also said to make its home in the hollows of the trees.

    At lunchtime, we stroll through the courtyard and out onto the pasture. Above us, a Kestrel circles, hovering searchingly over the greenery below. Hilde has found a mud wallow and is rolling around in it with delight. Fortunately, it doesn't smell bad, and I am able to wash her off with water back at the bus.

    Earlier this morning, I got in touch with a local repair shop—one that had been recommended to me—and I am now waiting for their cost estimate. Sometime this week, I will have to make a decision regarding which option is best—contingent, of course, upon when the work can actually be carried out.

    I am sitting with Hilde in the doorway of the blue bus, nibbling on breadsticks from Bravo—snacks that certainly wouldn't make anyone's "Top Ten" list. The air is filled with chirping and twittering; there is sun and blue sky, wind and clouds. I am seized by a deep wanderlust.

    While I merely register that a harrier is circling overhead, the biologist beside me is practically beside herself with excitement, having recognized that a pair is hunting together. A kestrel hovers in place, while a red kite soars beneath the clouds. High in the skies, a goshawk attacks the harrier, forcing it to change course. Then, suddenly, the sky is completely empty.

    Later, sitting once again by the pasture fence, I watch as the horses are released from their paddock into the meadow, where they frolic about joyfully. My son-in-law joins me, while Hilde wanders off to explore the farmyard.

    The repair estimate from the workshop also comes in at over two thousand euros; yet suddenly, a small glimmer of hope flickers over the horizon—something I hadn't anticipated in the slightest. A kind soul has given the matter some thoughtful consideration and opened a door for us—one about which I’d prefer not to say anything more just yet.

    To bring this to fruition, I require various forms of assistance; yet whenever I ask, I am immediately met with a "yes" and a "my pleasure"—responses that touch me deeply.

    If there is one thing I have learned on this journey through life—and I have learned a great deal—it is that we live in a world filled with people of true goodness, without whom my existence would be a very lonely one. We need one another—a truth that, naturally, becomes far more apparent when one lives in such an outpost, vulnerable in so many different ways.

    And so, I would like to encourage everyone to open themselves up—to practice trust and to experience it firsthand. We need other people, and we need to cultivate a positive outlook on life; for what draws others in more effectively than openness and honesty?

    In the evening, it rains. The drops run down the windowpane, the sky has turned a uniform gray, and I love the sound of the drops falling on the roof. Hilde is asleep in the driver's seat; who knows what she is dreaming of—perhaps she, too, is already off on her travels once again.
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  • Tag Neunundzwanzig

    17.–18. maj, Tyskland ⋅ ☁️ 11 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.610
    17/05/2026
    Calvörde

    Wenn man in den Morgenstunden sein eigenes unglücklich verlaufendes Liebesleben der falschen Entscheidungen und der verpassten Situationen durchträumt, und dann im Aufwachen Wish you were Here hören möchte, aber das kostenlose Spotify mir Summertime mit Janis Joplin, Pale blue Eyes von Velvet Underground und Time of the Seasons vor dem traurigen Liebeslied der Stones, Wild Horses, vorspielt, dann kann man durchaus glauben, dass da einer mit Absicht in meinem Leben herumrührt.

    Als ich dann im Traum mit meiner Liebe zu meinem Camper gehen will, um in den Sonnenaufgang zu fahren, hat mir jemand einen Streich gespielt und ihn entwendet. Für eine kurze Zeit zwar, aber auch für die Länge eines Herzschlags, aus dem ich aufwache.

    Hilde ist ebenfalls wach, sitzt an der Tür und wartet auf mich. Cronos kommt vorbei, Dire Straits singen Down to the Waterline, und die Wolken schieben sich über die Sonne, einen Schwanz an Blau hinter sich her ziehend, während Shine on you crazy Diamond von Pink Floyd läuft, ich in der Bustür sitze und auf meine Tochter warte, die erst die Pferde auf die Koppel lassen muss.

    Heute sieht es so aus, als fliegt der Storch gegen die Hauswand, kann aber grade noch ausweichen. Dieses Mal holen wir meine Tochter bei den Pferden ab und spazieren die kleine Straße in Richtung des nächsten Dorfes hinunter.

    Kein Auto, die Hunde sind sich und den Gerüchen in den Wiesen überlassen und schnüffeln sich wild durchs Gras. Den ersten dicken Baum schaffe ich mit Mühe, und während meine Tochter noch ein Stück weiter geht, drehen wir um, nur um fast gleichzeitig zurück zukommen.

    Hilde verfrachte ich mit einem Leckerli im Bus, denn schon steht Cronos wedelnd hinter mir, weil er weiß, in Opa's blauem Bus wartet auch was Leckeres auf ihn. Er bringt es meiner Tochter und legt es auf den Boden, um die Gelegenheit nochmals zu nutzen, mit dem Opa zu knuddeln.

    Hilde ist nicht so glücklich, aber der Keks hat es heute in sich, sowas Köstliches. Dann gehen die Beiden, und sie hat mich wieder für sich.

    Bleibe gerne noch ein bisschen im Eingang sitzen, die Luft ist windstill, die Schmerzen lassen nach, das Chaos im blauen Bus wartet aufs Aufräumen.

    Am Himmel ein Herz von Blau in Weiß. Vogelflug, gelbe Blumen im Grünen. Und jetzt kommt endlich das schöne Wish You Were Here.

    Hilde und ich gucken grade raus, als die Sonne total schön um die Ecke kommt. Später, ne Weile nach dem Frühstück, fühle ich mich in der Sonne müde, und wir ziehen uns zu einem Schläfchen in den Bus zurück.

    Nachmittags spazieren wir über den Hof und hinten raus zur Weide runter. Neben uns in der Gründüngung verschwindet Hilde mittlerweile fast gänzlich, lediglich der Kopf schaut ab und zu drüber und guckt, wo ich denn bin.

    Als wir zurückkommen, ruft meine Tochter, dass sie nochmals eine Straße mit uns entlang gehen will. Just in dieser Zeit kommt unser Besuch aus Norddeutschland angefahren. Zwei Hunde, eine Frau, für die vierbeinige Hofsituation eine Herausforderung, denn die Rüden dürften miteinander ebenso Schwierigkeiten haben, wie die beiden Hündinnen.

    Und mittlerweile kann Hilde rund um ihren blauen Bus herum auch nicht mehr mit den Rüden, was Cronos sehr galant wegsteckt. Mit Vasco konnte sie im letzten November ganz gut, aber heute Abend ist sie nur griffig.

    Ein kleines giftiges Biest, was sich noch mehr aufregt, wenn die großen Jungs mit weiten Sprüngen hin und her hopsen. Also müssen wir sie auseinander halten, was für alle entspannter sein dürfte.

    Hilde hat halt ein sehr territoriales Verhalten, besonders wenn sie länger an einem Ort ist, dass ich letztens schon zur Familie gesagt habe, ich kauf euch das Stück Land ab und mach n Zaun um den Bus.

    Scherz. Wir bleiben natürlich nur zu Besuch, wenngleich dieses Mal ein bisschen länger. Aber dann fahren wir auch mal wieder, wenn der Bus repariert ist.

    Aber schön ist es. Mit unserem Besuch schwatzen wir ein Weilchen, sie ist Biologin und begeistert über die verschiedenen Vogelarten, die hier rufen. Irgendeine Lerche hat sie rausgehört und die seltene Goldammer, die tieffliegenden Schwalben bekommen nun den Rauch in ihrem Namen dazu.

    Aber weil es schon auf acht Uhr zugeht, ziehen wir uns jetzt zurück zum Abendessen, und später auch zur Nacht, denn unser Tag beginnt früh am Morgen.
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,610
    May 17, 2026
    Calvörde

    When, in the early morning hours, you drift through a dreamscape of your own ill-fated love life—a saga of wrong choices and missed opportunities—and then, upon waking, find yourself wanting to listen to "Wish You Were Here," only to have the free version of Spotify play "Summertime" by Janis Joplin, "Pale Blue Eyes" by the Velvet Underground, and "Time of the Seasons" *before* finally getting to that sorrowful Stones love song, "Wild Horses"... well, at that moment, you could certainly be forgiven for believing that someone is deliberately messing with your life.

    Then, in the dream itself—just as I was about to head to my camper with my beloved, intending to drive off into the sunrise—someone played a prank on me and stole it. Only for a brief moment, mind you—but a moment lasting precisely the length of a single heartbeat, the very beat that jolts me awake.

    Hilde is awake, too; she sits by the door, waiting for me. Cronos stops by; Dire Straits sing "Down to the Waterline"; and the clouds drift across the sun, dragging a tail of blue in their wake—all while Pink Floyd’s "Shine On You Crazy Diamond" plays in the background, and I sit in the doorway of the bus, waiting for my daughter, who first has to let the horses out into the pasture.

    Today, it looks as though the stork is flying straight toward the house wall—only to swerve out of the way at the very last second. This time, we pick up my daughter from the stables and stroll down the little road toward the next village.

    There isn't a single car in sight; the dogs are left to their own devices—and to the scents drifting from the meadows—snuffling wildly through the grass. I manage to make it past the first large tree with some effort; while my daughter continues a little further ahead, we turn back—only to arrive back at our starting point almost simultaneously.

    I coax Hilde into the van with a treat, for Cronos is already standing right behind me, tail wagging, knowing that something tasty awaits him in Grandpa’s blue van, too. He carries the treat over to my daughter and places it on the ground, seizing the opportunity to get in a few more cuddles with Grandpa.

    Hilde isn't exactly thrilled about this, but that biscuit really packs a punch today—it is simply delicious. Then the two of them head off, and she has me all to herself once again.

    I’m happy to sit in the doorway for a little while longer; the air is still, the pain is subsiding, and the chaos inside the blue bus is waiting to be tidied up.

    In the sky, a heart of blue against white. Birds in flight, yellow flowers amidst the greenery. And now, finally, the beautiful "Wish You Were Here" comes on.

    Hilde and I are gazing out just as the sun rounds the corner in all its splendor. Later—a while after breakfast—I begin to feel drowsy in the sunshine, so we retreat into the bus for a nap.

    In the afternoon, we stroll across the yard and out the back, down toward the pasture. Walking beside me through the cover crops, Hilde soon disappears almost entirely from view; only her head pops up every now and then to check where I am.

    When we return, my daughter calls out that she wants to walk down the road with us one more time. At that very moment, our visitors from Northern Germany pull into the driveway. Two dogs and a woman—a challenging situation for the four-legged residents of the farm, as the male dogs are likely to have just as much trouble getting along with each other as the two females are.

    By now, Hilde can no longer get along with the male dogs in the area surrounding her blue bus—something Cronos handles with great grace. She got along quite well with Vasco last November, but this evening she is nothing but snappish.

    She is a feisty little beast who gets even more agitated when the big boys bound back and forth with long, leaping strides. So we have to keep them separated—a solution that should prove more relaxing for everyone involved.

    Hilde simply exhibits very territorial behavior—especially when she has been in one place for an extended period—to the point where I recently joked to the family: "I’ll just buy this patch of land from you and put a fence around the bus!"

    Just kidding, of course. We are merely visiting—albeit for a slightly longer stay this time around. But once the bus is repaired, we’ll be back on the road again.

    Still, it is lovely here. We chat for a while with our visitor—a biologist who is absolutely delighted by the various bird species calling out all around us. She managed to identify a lark of some kind, as well as the rare yellowhammer; and as for the low-flying swallows, they have now officially earned the "barn" in their name.

    But since it is already approaching eight o'clock, we are going to retire now for dinner—and later, for the night—as our day begins bright and early in the morning.
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  • Tag Achtundzwanzig

    16.–17. maj, Tyskland ⋅ ☀️ 10 °C

    (English Version Below)

    PILGERREISE INS LEBEN
    Tag 3.609
    16/05/2026
    Calvörde

    Als meine Tochter früh am Morgen klopft, bin ich noch nicht fertig. Aber Hilde springt unter der Bettdecke hervor und gleich raus ins Grüne. Sie braucht kein Halsband, lacht meine Tochter, die kommt doch eh gleich zurück.

    Denkste. Heute morgen läuft sie ohne Probleme mit, und dann warten alle Drei bei den kleinen Bäumen auf mich. Auf den letzten hundert Metern lässt meine Tochter sie laufen, was sie in großer Freude macht, mit offen grinsender Schnauze, na bist du endlich aufgestanden.

    Wir gehen zusammen zurück, und auch wenn es irgendwann anfängt zu zwicken, morgens bin ich eigentlich gut drauf.
    Hilde läuft zum Bus vor, als dummerweise grade vorne an der Straße ein Radfahrer vorbeikommt. Das ist ausgesprochen blöd, weil die Landstraße gut befahren ist, wir aber nichts anderes ausrichten können, als sie rufen.

    Der Radfahrer bleibt stehen, gerade als Hilde rechts in die Weide abbiegt und zu uns rüber läuft. Alles gut gegangen!

    Ein Wetter wie im April, dazu ohne Sonne auch gleich unangenehm kalt. Gegen Mittag machen wir unseren Spaziergang über den Hof. Die Luft ist voll mit Fluggeräuschen und wiederholt queren tiefliegende Militärhubschrauber den Himmel, verschwinden hinterm Wald.

    Der Storch war heute morgen auch unterwegs. Er hat sich wohl mit den Luftschichten vertan, denn es reicht nicht, um über die Baumwipfel zu kommen. Angesichts der bellenden Hunde muss er Gas geben, um Land zu gewinnen.

    Immer noch ist der Wind kühl, auch wenn die Sonne in geschützten Ecken durchaus warme Elemente hat. Zwischendurch fegen dunkle Wolken heran, und bringen zumindest bis mittags Regenschauer mit.

    Wir spazieren über den Hof, wo die Enkeltochter die Pferdeboxen säubert, während die Tiere jetzt noch auf der Koppel sind. Allerdings sehe ich sie später auf der Weide, als wir die Straße runtergehen, um dem Schwiegersohn mit Hund Cronos zu begegnen.

    Zurück am Bus lausche ich mit Spannung, wie RW Essen in den letzten Minuten den Relegationsplatz in der dritten Liga schafft, während MSV Duisburg mit leeren Händen dasteht.

    Man sieht also, dass ich auch dem Fußball nicht so fern stehe, allerdings nur so ein bisschen peripher und am liebsten, wenn es am Ende spannend wird. Und da folgt ja noch was in der Bundesliga, wobei ich als Dortmund Fan durchaus zufrieden sein kann.

    Nebenbei knuddeln wir heute ganz lustig im Bus. Irgendwie ist die kleine Maus auf Krawall gebürstet, was uns großen Spaß macht.

    Ein letzter Spaziergang mit der Familie am Abend, ich beiße mich durch und schaffe fast drei Kilometer den Tag über. Während Hilde noch rumstrolcht, setze ich mich noch einen Moment in die kühler werdende Luft.

    Zum Abend hin die obligatorische Sonne, während Hilde sich schon satt und zufrieden in der Reisetasche einrollt.

    Vogelgezwitscher und Schafmilchjoghurt, von denen die Familie heute ein halbes Dutzend gekauft hat. Die Pferde sind heute lange draußen, gerade sehe ich, wie die Familie sie abholt und in die Boxen bringt.

    Alles nur Kleinigkeiten. Ich könnte von den verschiedenen Vögeln erzählen, die auf der Mauer landen. Auch wenn ich nur von den wenigsten ihren biologischen Namen kenne, sind sie alle Geschöpfe Gottes, genauso wie wir.

    Anselm Grün hat einmal gesagt, "wir können spüren, dass das, was in der Natur geschieht, auch unsere Seele berührt".
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    PILGRIMAGE INTO LIFE
    Day 3,609
    May 16, 2026
    Calvörde

    When my daughter knocks early in the morning, I’m not quite ready yet. But Hilde springs out from under the covers and heads straight out into the greenery. She doesn’t need a collar, my daughter laughs; she’ll be right back anyway.

    Yeah, right. This morning, she trots along without any issues, and then all three of them wait for me by the small trees. For the last hundred meters, my daughter lets her run free—something she does with great joy, her muzzle grinning wide open, as if to say: "Well, did you finally get out of bed?"

    We walk back together, and even though things eventually start to ache a bit, I’m actually in good spirits this morning.
    Hilde runs ahead toward the bus—just as, unfortunately, a cyclist happens to be passing right there on the road. This is extremely bad luck, as the country road sees a fair amount of traffic, yet there is nothing we can do but call out to her.

    The cyclist comes to a halt just as Hilde turns right into the pasture and walks over toward us. Everything went smoothly!

    The weather feels just like April—changeable, and without the sun, it turns uncomfortably cold in an instant. Around noon, we take our stroll across the farmyard. The air is filled with the sounds of aircraft, and low-flying military helicopters repeatedly cross the sky, vanishing behind the woods.

    The stork was out and about this morning, too. He must have misjudged the air currents, for he couldn't gain enough altitude to clear the treetops. Faced with the barking dogs, he has to really put on the gas to make headway.

    The wind remains cool, even though—in sheltered spots—the sunlight holds a distinct warmth. Every now and then, dark clouds sweep in, bringing rain showers that persist at least until midday.

    We stroll across the yard, where the granddaughter is cleaning out the horse stalls while the animals are still out in the paddock. However, I do spot them later in the pasture as we walk down the road to meet my son-in-law and his dog, Cronos.

    Back at the bus, I listen intently as RW Essen secures a relegation playoff spot in the Third League in the final minutes of the match, leaving MSV Duisburg empty-handed.

    So, as you can see, I’m not entirely detached from the world of football—though my interest is somewhat peripheral, and I enjoy it most when things get exciting right at the very end. And there’s still more excitement to come in the Bundesliga—something I, as a Dortmund fan, can certainly be pleased about.

    Meanwhile, we’re having a rather amusing cuddle session inside the bus today. Somehow, the little "mouse" is in a delightfully feisty mood—which is providing us with plenty of entertainment.

    A final evening stroll with the family; I grit my teeth and manage to cover nearly three kilometers over the course of the day. While Hilde is still roaming about, I sit for a moment in the cooling air.

    As evening falls, the obligatory sunshine appears—while Hilde, already full and content, curls up inside her travel bag.

    The sound of birdsong, and sheep’s milk yogurt—of which the family bought half a dozen today. The horses have been out for a long time today; right now, I watch as the family goes to fetch them and lead them into their stalls.

    All just little things. I could tell you about the various birds that land on the wall. Even if I know the biological names of only a very few of them, they are all God’s creatures—just as we are.

    Anselm Grün once said: "We can sense that what happens in nature touches our own souls as well."
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