Tag Einundzwanzig
May 9–10 in Germany ⋅ ⛅ 11 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
TAG 3.602
09/05/2026
Calvörde
Heute bekomme ich eine Nachricht, ob ich schon mal darüber nachgedacht habe, mein Leben dahingehend zu verändern, dass ich vielleicht in ein 'Betreutes Wohnen' einziehen könnte, weil man den Eindruck habe, dass mich das Leben alleine im blauen Bus überfordert.
Wie viele ältere Menschen reagiere ich auf so einen Vorschlag ablehnend, weil ich glaube, noch eigenständig genug zu sein, um meinen Weg so weiter zu gehen. Tatsächlich habe ich mich in schwierigen Situationen schon mal gefragt, was ich mir selbst vorstellen könnte.
Bei all diesen Überlegungen gibt es einen Knackpunkt, der in meiner Geschichte zu finden ist. Der Wunsch nach Selbstbestimmung und die Möglichkeit, mich aus eigenen Kräften bewegen zu können, hat einen so hohen Stellenwert in meinem Leben, dass es darüber zur Zeit keine Alternative gibt.
Nach außen hin betrachtet, mag unser Leben armselig sein, aber ich liebe es. Wir werden heute Nacht auch wieder im Bus schlafen. Trotz des Komfort eines breiten Bettes ist die Qualität unseres Lebens im Bus eindeutig besser.
Alleine schon das morgendliche Aufwachen, der Blick ins Rund, Hilde's Möglichkeit, kurz mal raus zu gucken, ob noch alle Grashalme da sind, mich vor dem Anziehen zu waschen (und nicht wie jetzt hinterher). Kurz gesagt, mein eigener Lebensrhythmus im Bus ist mir viel lieber als ein Bett im Haus.
Aber ich musste es mal ausprobieren. Und ich hatte ja auch meine Gründe. Gestern Abend habe ich meine Haare gewaschen, mich rasiert und die Vorzüge eines kleinen Bades genutzt. Das steht mir ja nach wie vor jederzeit frei, solange wir hier wohnen.
Denn natürlich bin ich dankbar, dass wir hier auf dem Grundstück stehen können, wo der Bus eben nicht fahrbereit ist. Allerdings durchzuckt es mich regelrecht, als ich heute den Motor starte, um den Bus richtig grade zu stellen.
Auch Hilde guckt sofort, ob es wieder los geht, denn egal wie schön es an einem Ort ist, unterwegs ist viel besser. Ich habe die Fenster vorne verdunkelt und den Bus gereinigt. Für Hilde habe ich noch einen Markknochen, auf den sie sich heißhungrig stürzt, nur um danach ein Schläfchen zu machen.
Der Tag ist bewölkt, im Bus läuft der Ventilator, und ich überlege, ob ich es Hilde gleich tue. Nach ner Weile kuschelt sich der Hund zu mir, was immer ganz süß ist. Dann klopft es am Bus, Hilde will der erste sein, latscht über meinen Arm, und schwupps, habe ich wieder eine blutende Wunde, dann ein weißes Pflaster. War gerade richtig gesund gewesen. Das ist jetzt vorbei.
Nachmittags machen wir einen Gang über den Hof, und hinten raus, an den Pferden vorbei zu einer Weide. Da wachsen schöne Blumen an der Koppel, Hilde stromert durch die Boxen der Pferde, wo sie gerne mal jeden Mist findet, den sie nicht mehr hergibt.
Die Schwalben fliegen tief, es soll Anfang der Woche einen Wetterumschwung geben, heute haben sie schon mal einen reich gedeckten Tisch.
Um halb sieben gibt es für Hilde Abendessen und für mich ein Fitlinegetränk mit den Tabletten. Ein bisschen Blau ist rausgekommen und erhellt auf seine Art die abendlichen Stunden.
Als die Familie einen Abendspaziergang macht, schließen wir uns an bzw ich spaziere hinterher, bis sie mir entgegen kommen. Hilde will eilig zurück zum Bus und wartet dort ganz ungeduldig auf mich. Sie ist eindeutig müde.
Für einen Moment schiebt sich die Sonne dramatisch durch die Wolken und sagt uns gute Nacht. Das wird die Erste auf der neuen Matratze, da bin ich schon ganz gespannt.
---
PILGRIMAGE INTO LIFE
DAY 3,602
09/05/2026
Calvörde
Today I received a message asking whether I had ever considered changing my life—perhaps by moving into an assisted living facility—as the sender felt that living alone in the blue bus was becoming too overwhelming for me.
Like many older people, I react to such a suggestion with resistance, for I believe I am still independent enough to continue on my path just as I am. In truth, however—particularly during difficult moments—I have indeed asked myself what alternatives I might be able to envision for myself.
Amidst all these considerations, there is one crucial point rooted in my personal history: the desire for self-determination, and the ability to move about under my own power, hold such paramount importance in my life that—at this moment in time—there simply is no alternative.
Viewed from the outside, our life may appear meager; yet I love it. Tonight, once again, we will be sleeping in the bus. For despite the comfort of a wide bed, the quality of our life in the bus is unequivocally superior.
Just the simple act of waking up in the morning, taking in the view all around; the chance for Hilde to pop her head out for a moment to check if all the blades of grass are still there; the ability to wash up before getting dressed (rather than afterwards, as is currently the case)—in short, I much prefer my own personal rhythm of life in the bus to sleeping in a bed inside a house.
But I had to give it a try at least once. And, after all, I did have my reasons. Last night, I washed my hair, shaved, and took full advantage of the amenities of a small bathroom. That option, of course, remains open to me at any time, for as long as we are staying here.
For naturally, I am grateful that we are allowed to park here on this property—especially since the bus isn't currently roadworthy. Nevertheless, a genuine thrill runs through me today as I start the engine to straighten up the bus properly.
Hilde, too, immediately looks up to see if we’re setting off again—for no matter how lovely a particular spot might be, being on the road is always far better. I’ve put up the blackout screens on the front windows and cleaned out the bus. I also gave Hilde a marrow bone, which she pounced on ravenously—only to settle down for a nap immediately afterward.
The day is overcast, the fan is humming inside the bus, and I’m contemplating following Hilde’s lead. After a while, the dog snuggles up close to me—something that is always quite sweet. Then comes a knock on the bus door; Hilde wants to be the first one there, tramples right over my arm, and—*whoosh*—just like that, I’m sporting another bleeding wound, soon to be covered by a white bandage. I had just managed to get myself fully healed, too. Well, so much for that.
In the afternoon, we take a stroll across the courtyard and out the back—past the horses—to a pasture. Beautiful flowers are blooming along the paddock fence, while Hilde roams through the horse stalls, where she invariably unearths some piece of junk that she then refuses to give up.
The swallows are flying low; a change in the weather is forecast for the beginning of the week, but today, at least, they have a veritable feast laid out before them.
At half past six, Hilde gets her dinner, and I have a FitLine drink along with my supplements. A patch of blue sky has broken through, brightening the evening hours in its own subtle way.
When the family sets out for an evening walk, we join them—or rather, I trail along behind until they turn around to meet me. Hilde is in a hurry to get back to the bus and waits there for me quite impatiently. She is clearly tired.
For a brief moment, the sun dramatically pushes its way through the clouds to bid us goodnight. This will be my first night on the new mattress—I’m really looking forward to it.Read more
Tag Zwanzig
May 8–9 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
Tag 3.601
08/05.2026
Calvörde
So ein gespaltetes Leben ist schwierig, aber nicht unmöglich. Es tut uns gut, im Haus zu schlafen, und von dort aus morgens mit der Familie spazieren zu gehen.
Obwohl ich ausgeruht bin, schafft mein Körper mit Mühe siebenhundert Meter. Auf der Hälfte beginnen die Schmerzen, und der Rückweg ist mühsam. Das Photo ist entstanden, kurz nachdem ich zurück gekommen bin.
Im Bus koche ich Wasser, dann ziehe ich mich wieder aus, wasche meinen Körper, zieh mich wieder an. Der Schwiegersohn bringt mir die frische Wäsche, ich muss mich um viel weniger kümmern. Das birgt Gefahren. Aber es ist natürlich auch ein angenehmes Entgegenkommen.
Heute ist die Sonne wieder da. Als ich nachts aus dem Fenster schaue, weht mir eine kalte Nachtluft entgegen, die Sterne leuchten am schwarzen Himmel. Das sieht sehr schön aus. Am Horizont ein roter Streifen, vielleicht ein Widerschein der Lichter von Wolfsburg und seiner Industrie.
Der volle Kühlschrank hat mich gestern verführt, heute kann ich ihm vielleicht besser widerstehen. Alleine mein dicker Bauch ist schon Schreckgespenst genug. Mässige dich, Peter. Die schlanken Bilder, die ich auf Facebook entdeckt habe, sind keine zehn Jahre her.
Disziplin bekommt gerade dort einen besonderen Stellenwert, wo man darum kämpfen muss. Wenn dir alles leicht zufällt, ist die Herausforderung viel geringer. Erst wenn die Umstände sich verschlechtern, dann musst du bereit sein, dich für dich selber einzusetzen.
Das fällt mir nicht leicht. Wenn du eine Sache vergisst, dann überholt es dich spätestens am übernächsten Tag. Deshalb muss ich konsequent bleiben, auch wenn es mir schwer fällt, und so einer Art von Freiheitsgedanken vollkommen widerspricht.
Um Freunde von Facebook zu entfernen, bedarf es einen Klick. Aber Follower kleben regelrecht an dir. Du musst sie blockieren, um sie loszuwerden. Nach einigen Stunden muss ich die Blockierung wieder aufheben, damit sie auch mit mir kommunizieren können, denn eigentlich möchte ich ja, dass sie unsere Reise auch weiterhin begleiten können.
Gerade kommt ein lieber Mensch vorbei. Sie hat gestern eine gut erhaltene Matratze geschenkt bekommen, die sie für uns zurecht geschnitten und mit einer Hülle umnäht hat. Die schenkt sie mir jetzt einfach so, ich bin sehr berührt. Ich liege wunderbar darauf und freue mich, endlich wieder im Bus gut schlafen zu können.
Seit Jahren führe ich eine kleine Kiste mit Erinnerungen mit mir. Hauptsächlich Bilder aus verschiedenen Epochen meines Lebens. Heute habe ich sie alle nochmals gesichtet, und all das rausgenommen, was diejenigen nicht mehr betrifft, die die Kiste eines Tages an sich nehmen.
Für all die schönen Frauen in meinem Leben, die es länger als einen Tag mit mir ausgehalten haben, braucht es keine Bilder, sie sind in meiner Erinnerung verankert.
Wir machen kleine Spaziergänge um den Hof herum, spielen mit ihrem Ball, und ich fotografiere sie. Cronos kommt vom Spaziergang zurück. Er macht extra einen großen Bogen um den blauen Bus herum, weil Hilde klare territoriale Ansprüche stellt, und entsprechend gespannt ist.
Das ist leider so ihr Wesen, dass ihr sofort alles an dem Ort gehört, wo wir stehen. Sofern sie die Gelegenheit dazu hat. Und hier ist das so. Ihr Geruchssinn hat nachgelassen, ebenso die Orientierung. Wenn der Ball an ihr vorbei springt, verliert sie ihn aus dem Blick, und es dauert, bis sie ihn mit meiner Unterstützung wiederfindet. Das kann allerdings auch an der nachlassenden Sehkraft liegen.
Es emotional schwer für mich, das auszuhalten, und gleichzeitig nicht wegfahren zu können. Sie wirkt den ganzen Tag müde, nimmt sich immer wieder Pausen, in denen sie sofort einschläft.
Und gleichzeitig ist sie sehr schmusig und anhänglich. Die Sonne ist ein paar Mal zu Besuch, ansonsten haben wir viele Wolken, die aber nicht nach Niederschlag aussehen. Vielleicht ein Stimmungsbild von uns.
---
PILGRIMAGE INTO LIFE
Day 3,601
May 8, 2026
Calvörde
Living such a divided life is difficult, but not impossible. It does us good to sleep in the house and to go for a walk with the family from there in the morning.
Although I am well-rested, my body struggles to manage seven hundred meters. The pain sets in halfway through, and the return journey is arduous. The photo was taken shortly after I got back.
Inside the bus, I boil some water; then I undress again, wash my body, and get dressed once more. My son-in-law brings me fresh laundry; I have far fewer things to worry about. This carries its own risks. But, of course, it is also a welcome kindness.
Today, the sun has returned. When I look out the window at night, a cold night breeze blows against me, and the stars shine in the black sky. It looks very beautiful. On the horizon, there is a red streak—perhaps a reflection of the lights from Wolfsburg and its industries.
The full fridge tempted me yesterday; perhaps today I will be better able to resist it. My bulging belly alone is a frightening enough specter. Exercise moderation, Peter. Those photos of my slimmer self that I came across on Facebook were taken less than ten years ago.
Discipline takes on a special significance precisely in those situations where one has to fight for it. When everything comes easily to you, the challenge is far less intense. It is only when circumstances take a turn for the worse that you must be ready to stand up for yourself.
This does not come easily to me. If you let one thing slide, it will inevitably catch up with you—usually by the very next day. That is why I must remain consistent, even when I find it difficult—and even when it completely contradicts a certain sense of freedom I hold dear.
Removing friends on Facebook takes just a single click. But followers practically cling to you. You have to block them to get rid of them. After a few hours, however, I have to unblock them so that they can communicate with me again—for, deep down, I actually want them to continue following along on our journey.
Just now, a dear friend stopped by. Yesterday, she was gifted a well-preserved mattress, which she then cut to size and fitted with a custom-sewn cover just for us. She is simply giving it to me now, just like that; I am deeply touched. It feels wonderful to lie on, and I am delighted to finally be able to get a good night's sleep in the bus again.
For years, I have carried a small box of memories with me—mostly photographs from various chapters of my life. Today, I went through them all once more, removing anything that no longer concerns the people who will one day inherit this box.
For all the beautiful women in my life who have put up with me for longer than a day—no pictures are needed; they are anchored in my memory.
We take short walks around the yard, play with her ball, and I take photos of her. Cronos returns from his walk. He makes a point of giving the blue bus a wide berth, as Hilde has staked clear territorial claims and is accordingly on high alert.
Unfortunately, that is simply her nature: she immediately claims ownership of everything in the spot where we happen to be standing—provided, of course, that she has the opportunity to do so. And here, that is exactly the case. Her sense of smell has faded, as has her sense of orientation. If the ball bounces past her, she loses sight of it, and it takes some time—with my assistance—for her to find it again. Though, that could also be due to her failing eyesight.
It is emotionally difficult for me to bear witness to this, while simultaneously being unable to simply drive away. She seems tired all day long, taking frequent breaks during which she falls asleep instantly.
And yet, at the same time, she is incredibly cuddly and affectionate. The sun makes a brief appearance a few times; otherwise, we have plenty of clouds—though they don't look like they're going to bring any rain. Perhaps this captures the mood of the moment for us.Read more
Tag Neunzehn
May 7–8 in Germany ⋅ ☁️ 9 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
Tag 3.600
07/05/2026
Calvörde
Die erste Nacht im Haus ist überraschend angenehm. Hilde kuschelt wie ein Baby, aber ich habe Platz genug, mich zu drehen, und meine schmerzenden Knie zu entspannen.
Morgens ist noch schwierig. Obwohl ich ein Bad habe, unterlasse ich die Körperwäsche bzw verschiebe sie auf den Bus. Das ist auch schlau, denn nach dem Spaziergang bin ich verschwitzt.
Wir kommen zu früh aus dem Zimmer und die Hunde treffen aufeinander. Das habe ich immer befürchtet, aber im Gegensatz zu draußen, respektiert Hilde, das Cronos hier das Sagen hat.
Meine Tochter nimmt sie mit zum Spaziergang, sie dreht sich dauernd nach mir um. Ich gehe hinterher, in meiner Geschwindigkeit, und irgendwann kommt sie im Eiltempo zurück gelaufen. So glücklich.
Am Bus bin ich durch. Neunhundert Meter waren zuviel, aber ich bin zufrieden. In der Zwischenzeit haben sich liebe Menschen gemeldet, die für die erste Reparatur Möglichkeiten eruieren.
Das wäre natürlich eine Erleichterung, wenn der Bus früher fahrbereit ist. Ich würde trotzdem hier bleiben, wäre aber unabhängiger. Und es haben sich Besucher angekündigt. Denn wenn man mal weiß, wo wir sind, kann man auch besser planen.
Frühstück im blauen Bus. Mit Strom haben wir eine Standheizung, denn noch ist es kalt und regnerisch. Nebenan die Pferde, die ab und an gucken, ob wir noch da sind. Die Fußgelenke tun weh, wenn Hilde so nett ist, darf ich mich nachher mal hinlegen.
Heute beende ich die Aktion mit den Beiträgen von Facebook. Die ersten beiden Bilder vom Anfang im September 2012 füge ich bei. Der Hund ist Blacky, der kurz vorher mit 12 Jahren in meinen Armen gestorben ist. Das andere Bild bin ich, bevor die Haare anfingen zu wachsen.
Meine Tochter bringt mir leckeres Essen, die Familie unterstützt mich vielfältig, denn außerhalb vom Bus im kleinen Zimmer ist manches durchaus schwieriger. Das Wasser fürs Fußbad bekomme ich nicht die Treppen alleine runter. Also zumindest müsste ich es hinter mir her ziehen, weil Tragen keine Option ist.
Hilde findet das mit dem Zimmer gut, auch wenn sie vielleicht lieber im Bus wäre. Und ja, ist schon komisch, wenn er da draußen alleine stehen bleibt, er wirkt so verloren. Und ich glaube, er freut sich, wenn wir morgens um die Ecke kommen.
---
PILGRIMAGE INTO LIFE
Day 3,600
07/05/2026
Calvörde
The first night in the house is surprisingly pleasant. Hilde cuddles up like a baby, but I have enough room to turn over and give my aching knees a rest.
Mornings are still a struggle. Although I have a bathroom at my disposal, I forgo washing up—or rather, I put it off until we get to the bus. That turns out to be a smart move, as I’m all sweaty after our walk.
We leave the room a bit too early, and the dogs run into each other. That’s something I’ve always dreaded, but unlike when we’re outdoors, Hilde respects the fact that Cronos calls the shots here.
My daughter takes her along for the walk, and Hilde keeps turning around to look back at me. I follow behind at my own pace, and eventually, she comes running back toward me at full speed—so happy.
By the time I reach the bus, I’m completely spent. Nine hundred meters was a bit too much, but I feel satisfied. In the meantime, some kind-hearted people have reached out to explore options for getting the first round of repairs done.
It would certainly be a relief if the bus were roadworthy sooner. I would still stay here regardless, but I would be more independent. Plus, we have visitors coming over—after all, once people know where we are, it makes planning a lot easier.
Breakfast in the blue bus. Since we have access to electricity, we’re running the auxiliary heater—it’s still cold and rainy out. Right next door are the horses, who occasionally pop their heads over to check if we’re still around. My ankles are aching; if Hilde is feeling kind, she might let me lie down for a bit later on.
Today, I’m wrapping up my series of posts featuring content from Facebook. I’ve attached the first two photos from the very beginning, back in September 2012. The dog is Blacky, who passed away in my arms shortly before that—he was twelve years old. The other picture is of me, taken before my hair started growing back in.
My daughter brings me delicious meals, and my family supports me in countless ways; living outside the bus—in that little room—makes certain things considerably more difficult. For instance, I can’t manage to carry the water for my foot bath down the stairs all by myself. At the very least, I’d have to drag it behind me, since actually carrying it isn’t an option.
Hilde is quite happy with the room arrangement, even if she might secretly prefer to be inside the bus. And yes, it does feel a bit strange leaving it standing out there all alone; it looks so forlorn. I honestly think it gets excited when we come around the corner in the morning.Read more
Tag Achtzehn
May 6–7 in Germany ⋅ ☁️ 11 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
Tag 3.599
06/05/2026
Oebisfelde -
Calvörde -
Damm-Mühle
Es regnet die ganze Nacht. Morgens um sieben Uhr geht Thomas netterweise kurz mit Hilde raus, weil er in seiner Regenbekleidung schon vorher mit seinem Hund draußen war.
Bevor ich mich überhaupt anziehen kann, sind die Fahrzeuge neben mir weg, die ganze Familie ist auf dem Weg zur Arbeit. Wir warten im blauen Bus.
Um kurz vor elf Uhr wird der Bus aufgeladen. Im Regen, während ein lieber Mensch kommt, um Hilde und mich abzuholen. Meine Hündin ist verwirrt und ungläubig. Was passiert nun schon wieder mit ihrem Zuhause.
Total ängstlich steigt sie zu mir ins andere Auto ein, dass uns zu meiner Tochter fährt, wo wir direkt hinterm Abschleppdienst ankommen.
Sonst ist sie immer ganz fröhlich, wenn wir hier sind. Aber heute überwiegt deutlich ihre Panik. Also schnell in den blauen Bus hinein.
Mich fragt öfter mal jemand, warum ich mir diesen ganzen Stress mit dem unsicheren Fahrzeug antue. Hilde ist die Antwort. Der blaue Bus ist ihr Zuhause, außer mir der andere sichere Fixpunkt in ihrem Leben.
Ohne mich und den blauen Bus wäre sie nur noch ein Häufchen Elend.
Jetzt bleiben wir etwa fünf Wochen bei meiner Tochter, wohnen nachts in einem kleinen Zimmer im Haus, und sind tagsüber im blauen Bus, und draußen zwischen Sonnenaufgang und ihrem abendlichen Untergang. Oder wie heute, im Regen.
Würde der Bus letztendlich gar nicht mehr fahren, wäre er aber unser Zuhause, solange wie Hilde lebt. Dann gäbe es vielleicht einen kleinen Pkw für Tagesreisen. Aber da sind wir noch weit entfernt. Hoffe ich zumindest.
Selbst meine Tochter wird nicht überschwenglich begrüßt, schnell ist Hilde wieder im Bus verschwunden.
Sie fährt mit uns einkaufen, wir holen die Enkelin von der Schule ab, weil sie dann bei Hilde im Auto bleibt. Erstmal die Schränke vollmachen, die Vorräte auffüllen für die nächsten Wochen.
Ich hatte Medikamente bestellt für ein halbes Jahr. Wegen der geplanten Verteuerung, der nächsten Reise im Sommer. Denn im Juni wird nochmal Tüv sein, das letzte Mal in seinem blauen Leben.
Der Einkauf ist im Bus, die Hilde auch. Heute finden keine großen Spaziergänge statt, aber vorhin ist sie mit dem großen Hund vom Hof um die Wette gerannt. Der würde auch noch gerne mehr mit ihr zusammen sein, aber das mag sie nicht leiden.
Gestern fiel mir der Begriff Lockdown ein. Das hatte die Ursache, dass ich grade die Beiträge auf Facebook löschen und dort diesem Begriff im Jahr 2020 begegnet bin.
Dieser Moment, in dem von einem Augenblick an, kein Reisen mehr möglich war. Ganz liebe Freunde hatten uns ein Appartement angeboten, und die Teilnahme an den Mahlzeiten im Altersheim nebenan. Also an der Küche mein Essen abholen zu dürfen, welches besondere Entgegenkommen das war, habe ich nie ganz in Worte fassen können. Aber es hat tiefe Spuren in meinem Herzen hinterlassen.
Damals begann der Frühling und ich hatte mir vorgenommen, an jedem Tag eine neue Blüte zu posten.
Seinen Facebook Account aufzuräumen würde ich jedem empfehlen. Was sich da ein Mist angesammelt hat, das glaubt man gar nicht. Und ja, man hat das alles gepostet, in vollem Bewusstsein, dass es jemand lesen würde, ja vielleicht sogar liken könnte.
Definitiv eine interessante Erfahrung. Für die letzten sieben Jahre waren es knapp 4.500 Beiträge. Für die ersten sieben Jahre sind es immer noch über 2.300 weitere Einträge.
Sehr langatmig der Job, aber gut. Gerade mit Hilde draußen gewesen, und endlich hat sie Lust, Ball zu spielen und Späßchen mit mir zu machen. Da geht mein Herz auf.
---
PILGRIMAGE INTO LIFE
Day 3,599
06/05/2026
Oebisfelde -
Calvörde -
Damm-Mühle
It rained all night. At seven in the morning, Thomas kindly took Hilde out for a quick walk, having already been out earlier with his dog in his rain gear.
Before I could even get dressed, the vehicles next to me were gone; the whole family was on their way to work. We waited in the blue bus.
Shortly before eleven, the bus was loaded up. In the rain, while a kind person came to pick up Hilde and me. My dog was confused and incredulous. What was happening to her home again?
Completely terrified, she climbed into the other car with me, which took us to my daughter's house, where we arrived right behind the tow truck.
She's usually so cheerful when we're here. But today, her panic clearly overpowered her. So, we quickly got into the blue bus.
People often ask me why I put myself through all this stress with the unreliable vehicle. Hilde is the answer. The blue bus is her home, the only other stable anchor in her life besides me.
Without me and the blue bus, she'd be a miserable wreck.
We're staying with my daughter for about five weeks now, sleeping in a small room in the house at night, and spending our days in the blue bus, or outside between sunrise and sunset. Or, like today, in the rain.
If the bus were to eventually stop running altogether, it would be our home as long as Hilde lives. Then maybe we'd get a small car for day trips. But we're still a long way from that. At least, I hope so.
Even my daughter doesn't get a effusive welcome; Hilde quickly disappears back into the bus.
She comes shopping with us, and we pick up our granddaughter from school because she stays with Hilde in the car. First things first: stocking up on supplies for the next few weeks.
I ordered enough medication for six months because of the planned price increase and our next trip in the summer. The car's inspection (TÜV) is due in June, the last one in its lifetime.
The groceries are in the van, and so is Hilde. We're not going for long walks today, but earlier she raced the big dog from the yard. He'd love to spend more time with her, but she doesn't like it.
Yesterday, the word "lockdown" came to mind. This was because I was deleting posts on Facebook and came across the term in 2020.
That moment when, suddenly, travel was no longer possible. Very dear friends had offered us an apartment and the opportunity to join them for meals at the retirement home next door. Being able to pick up my food from the kitchen—I've never been able to fully put into words what a special gesture that was. But it left a deep mark on my heart.
Back then, spring was beginning, and I had resolved to post a new flower every day.
I would recommend cleaning up your Facebook account to everyone. You wouldn't believe the amount of junk that accumulates there. And yes, you posted all of it, fully aware that someone would read it, maybe even like it.
Definitely an interesting experience. For the last seven years, there were almost 4,500 posts. For the first seven years, there are still over 2,300 more.
It's a very tedious job, but good. I was just outside with Hilde, and she finally wants to play ball and joke around with me. That warms my heart.Read more
Tag Siebzehn
May 5–6 in Germany ⋅ ☁️ 12 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
TAG 3.598
05/05/2026
Schwülper -
Braunschweig -
Wolfsburg
Eine gute Nacht, wünscht mir ein lieber Mensch, in der Hoffnung, dass ich überhaupt schlafen kann.
Eigentlich bin ich davon ausgegangen, denn die Gespräche mit Claus waren gut, und Hilde hat sich in seinem Garten hervorragend ausgetobt.
Es regnet, und ich liebe das Geräusch, wenn wir im Dunkeln im Bus liegen, während die Tropfen mich in die Nacht wiegen.
Um ein Uhr morgens nehme ich eine halbe Ibu, weil ich Rückenschmerzen habe, die mit den Gedanken Ping-Pong spielen, sodass ich bald nicht mehr weiß, was schlimmer ist.
Natürlich rede ich mir gut zu, dass auch alles harmloser sein kann. Aber nachts, ohne Schlaf, da kommen die Gespenster und fressen deine Gedanken auf.
Um zwei Uhr falle ich in einen tiefen Schlaf, wache pünktlich kurz vor sechs Uhr auf. Es regnet schon wieder, wir fahren zu einem schönen Platz, gehen spazieren. Ich bin unendlich müde in den Kniegelenken. Hilde ist guter Laune.
Frühstück bei Claus, den wir haben ausschlafen lassen. Hilde macht den Garten unsicher, schaut mal in der Küche vorbei, wo wir ausgiebig frühstücken, ist aber viel zu beschäftigt, um sich länger auszuruhen.
Das tut sie später im Bus, als wir losfahren, und in Wolfsburg auf den Thomas warten, der das Seitenfenster reparieren will. Aber der Bus macht mir noch ganz andere Sorgen, die Servolenkung geht ganz schwer, wir scheinen ernsthafte Probleme mit dem Verlust der entsprechenden Flüssigkeit zu haben.
So langsam geht mir die Luft aus. Erstmal esse ich ne Dose Königsberger Klöpse. Kalt geht auch, wenn man Hunger hat. Thomas repariert das Seitenfenster. Das ist die gute Nachricht.
Dann kommt der Schock.
Lenkradgetriebe und Servopumpe sind total kaputt, der blaue Bus ist nicht mehr fahrbereit. Der Adac bringt ihn morgen zu meiner Tochter, dort können wir in ihm wohnen, Geld sparen, und ich kann mich um meine Erkrankung kümmern.
Im Juni besteht die Möglichkeit, dass er repariert werden kann und durch den Tüv gebracht wird. Es ist insbesondere Hilde's Zuhause und so soll es dann auch bleiben.
Heute Nacht stehen wir vor dem Haus in Wolfsburg. Es ist still in der Straße. Habe Hilde erst spät gefüttert, sie konnte nochmal im Garten der lieben Menschen ihren Hobbys nachgehen, und ist jetzt ziemlich erledigt.
Auch ich wurde gut versorgt, muss jetzt erstmal sehen, wie ich in der Situation zurecht komme. Auf eine Art bin ich ganz leer, wäre gerne in der Lage, mich die Tage davon zu machen. Jetzt muss ich die Situation aushalten, und das Beste daraus machen.
Ist ein bisschen wie ein Lockdown, mit all den Ungewissheiten. Aber natürlich hat auch so eine Zeit eine Chance verdient, das Lebenswerte im Dasein zu genießen.
---
PILGRIMAGE INTO LIFE
DAY 3,598
May 5, 2026
Schwülper -
Braunschweig -
Wolfsburg
"Good night," a dear friend wishes me, hoping I'll actually be able to sleep.
I had assumed I would, since the conversations with Claus were good, and Hilde had a wonderful time playing in his garden.
It's raining, and I love the sound of it when we're lying in the dark in the bus, the drops lulling me into the night.
At one in the morning, I take half an ibuprofen because I have back pain that's playing ping-pong with my thoughts, so soon I don't know which is worse.
Of course, I try to reassure myself that it could all be something less serious. But at night, without sleep, the ghosts come and devour your thoughts.
At two o'clock, I fall into a deep sleep and wake up promptly just before six. It's raining again, so we're driving to a beautiful spot for a walk. My knees are incredibly tired. Hilde is in a good mood.
Breakfast at Claus's, whom we let sleep in. Hilde is romping around the garden, popping into the kitchen where we're having a leisurely breakfast, but she's far too busy to rest for long.
She does rest later in the bus, when we set off and wait in Wolfsburg for Thomas, who's going to fix the side window. But the bus is causing me other worries entirely; the power steering is incredibly stiff, and we seem to be having serious problems with a fluid leak.
I'm starting to feel a bit sluggish. First, I'll eat a can of Königsberger Klopse (meatballs). Cold is fine when you're hungry. Thomas fixes the side window. That's the good news.
Then comes the shock.
The steering gear and power steering pump are completely broken; the blue bus is no longer roadworthy. The ADAC (German Automobile Club) is towing it to my daughter's tomorrow, where we can live in it, save money, and I can focus on my illness.
In June, there's a chance it can be repaired and passed its roadworthiness test. It's Hilde's home, and that's how it should stay.
Tonight we're parked in front of the house in Wolfsburg. The street is quiet. I fed Hilde late; she was able to enjoy her hobbies in the garden of these lovely people one last time, and now she's quite exhausted.
I've also been well taken care of, but now I have to figure out how to cope with the situation. In a way, I feel completely drained; I wish I could just take off for the next few days. Now I have to endure the situation and make the best of it.
It's a bit like a lockdown, with all the uncertainties. But of course, even a time like this deserves a chance to enjoy the good things in life.Read more

SchönwetterwandererSchon wieder eine Panne, das tut uns leid. Andererseits, vielleicht tut euch ein bisschen Ruhe auch gut. Wir drücken fest die Daumen, das sich alles gut auflöst. 🙋🏻♂️🙋🏻♀️🐶

TravelerIch glaube jetzt ist es an der Zeit, dass ich als stille Mitleserin eurer Reisen auch einmal ein paar Worte schreibe: ich wünsche euch sehr, dass sich alles zum Besseren wendet und ihr beide euer Unterwegssein fortsetzen könnt. Alles, alles Gute!

TravelerJa vielen Dank, Alex, die Zeichen stehen gut. Und mit jeder solcher Erfahrung nehmen wir ja ein bisschen mehr mit, wie unsicher das Leben zwar sein kann, aber wie positiv sich die Dinge auch entwickeln können.

TravelerWie schön, dass es sich entwickelt. Ich kann das zurzeit ganz besonders gut nachvollziehen. Es war auch geplant, länger unterwegs zu sein, aber manchmal kommen die Dinge eben anders...
Tag Sechzehn
May 4–5 in Germany ⋅ 🌧 16 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
Tag 3.597
Salzgitter -
Wolfenbüttel -
Braunschweig
Hilde spürt die Unruhe des Vormittags. Erst fahren wir zum Rastplatz in Salzgitter, damit sie spazieren gehen kann, ihre Medizin bekommt.
Doch anstatt dort zu bleiben, geht's weiter nach Braunschweig, wo ich frühstücke und bei meinem Sohn Sachen abhole, die die Post in der Zwischenzeit geliefert hat.
Gerade als sie es sich beim nächsten Parkplatz bequem gemacht hat, kommt die Nachricht, dass unsere Hundesitterin jetzt Zeit hat.
Hilde ist begeistert und geht fröhlich mit. Ich fahre zu meinem Arzttermin. Urologe ist unsicherer geworden, nachdem der PSA Wert von Mal zu Mal sich erhöht hat, ohne dass der Arzt einen Handlungsbedarf sieht.
Man muss Vertrauen können, aber er kennt mich lange genug, denn ich habe schon seit vielen Jahren eine Verhärtung der Prostata.Ein Zufallsfund nach Fahrradunfall mit Lenkstangenberührung.
Wie das Leben so spielt. Und so kennen wir uns jetzt schon seit über zwanzig Jahren, der Doktor und ich. Er wandert gerne, läuft alleine durch die Berge. Keine Menschen zu treffen, sei für ihn das Schönste, nur die Natur um sich.
Die Sonne scheint. Mir gegenüber sitzt eine ungeduldige Patientin, schräg von uns blättert ein Herr durch den Stern, schaut auf seine Uhr. Auch er wartet. Vermutlich sind beide vor mir dran, man kann nichts ändern. Kommt ein Notfall rein, dauert es eben noch länger.
Dieses Mal gehe ich nicht so entspannt aus der Praxis, ich möge nicht so weit weg fahren, es gäbe noch die Notwendigkeit für weitere Untersuchungen.
Erst Hilde, dann der Bus, jetzt ich. Für alles gibt es kausale Zusammenhänge. Ich versuche, nicht weiter zu denken, und doch muss ich vielleicht irgendwann einiges organisieren. Das wird nicht einfach.
Gottvertrauen bekommt da einen ganz anderen Stellenwert. Wo ich doch immer gerne alles selber in der Hand habe.
Ich hole Hilde ab, sie freut sich sehr und räumt erstmal im Bus auf. Dann ein Leckerli, und zuletzt ein Schläfchen. Wir fahren auf einen kleinen Parkplatz unter einen Baum, der genügend Schatten uns gibt.
Es ist schon nachmittags um vier und ich habe den ganzen Tag nichts gegessen. Während der Mahlzeit lösche ich Beiträge bei Facebook. Ich bin im Sommer 2020, kurz nach dem letzten Lockdown.
Es ist ein merkwürdiges Unterfangen, mich im Rückwärtsgang aus dem Netz zu nehmen. Auf eine Art die Reise nochmal stichpunktartig wahrnehmen. Im Überflug sozusagen.
Wir besuchen einen lieben Menschen, den wir fast ein Jahr nicht gesehen haben. Hilde erkennt den Ort sofort, erobert den Garten in Windeseile. Freut sich riesig, hier zu sein.
Sitzen bis zu den ersten Regentropfen draußen, bisschen französisches Abendessen mit deutscher Schafsmilch. Vor dem Haus baue ich den Bus um, lasse die Vogelstimmen durch die leicht geöffnete Tür hinein kommen. Hilde fährt langsam runter, ich gähne mich ein, muss den Tag sacken lassen, um schlafen zu können, mich aus den Gedanken zu befreien.
Regentropfen auf den nackten Oberschenkel, es hat gut getan, zusammen zu reden, auch mein lieber Reisedoktor hatte sich gleich gemeldet, um die Sorgen aufzufangen.
Noch ist ja nichts passiert.
---
PILGRIMAGE INTO LIFE
Day 3,597
Salzgitter -
Wolfenbüttel -
Braunschweig
Hilde senses the restlessness of the morning. First, we drive to the rest stop in Salzgitter so she can go for a walk and get her medication.
But instead of staying there, we continue on to Braunschweig, where I have breakfast and pick up some things from my son that the mail has delivered in the meantime.
Just as she's settled down comfortably at the next parking lot, I get a message that our dog sitter is now available.
Hilde is thrilled and happily goes along. I drive to my doctor's appointment. The urologist has become more uncertain after my PSA level has increased each time, without the doctor seeing any need for action.
You have to be able to trust him, but he's known me long enough, as I've had an enlarged prostate for many years. It was discovered by chance after a bicycle accident where I touched the handlebars.
That's life. And so, the doctor and I have known each other for over twenty years now. He enjoys hiking, walking alone through the mountains. For him, the best thing is not to encounter anyone, just nature all around.
The sun is shining. An impatient patient sits across from me, and a man at an angle flips through a magazine, checking his watch. He's waiting too. They're probably both ahead of me; there's nothing I can do about it. If an emergency comes in, it just takes even longer.
This time, I don't leave the doctor's office feeling so relaxed. I'd rather not drive so far; there's still a need for further examinations.
First Hilde, then the bus, now me. There are cause and effect for everything. I try not to think about it too much, but I might have to organize some things at some point. That won't be easy.
Faith in God takes on a whole new meaning here. Especially since I always like to be in control of everything myself.
I pick up Hilde; she's very happy and immediately starts tidying up the bus. Then a treat, and finally a nap. We drive to a small parking lot under a tree that provides us with enough shade.
It's already four in the afternoon and I haven't eaten all day. During my meal, I delete posts on Facebook. It's summer 2020, shortly after the last lockdown.
It's a strange undertaking, taking myself offline in reverse. A kind of snapshot of the trip. A kind of flyover, so to speak.
We're visiting a dear friend we haven't seen for almost a year. Hilde recognizes the place immediately and conquers the garden in no time. She's overjoyed to be here.
We sit outside until the first raindrops fall, enjoying a bit of French supper with German sheep's milk. In front of the house, I rearrange the campervan, letting the birdsong drift in through the slightly open door. Hilde slowly winds down, I yawn, needing to let the day sink in before I can sleep, before I can clear my mind.
Raindrops on my bare thigh; it felt good to talk together. My dear travel doctor also contacted me right away to address my concerns.
Nothing has happened yet.Read more
Tag Fünfzehn
May 3–4 in Germany ⋅ ☁️ 18 °C
(English Version Below)
PILGERREISE INS LEBEN
Tag 3.596
03/05/2026
Wichtringhausen -
Sehnde -
Söhlde
Morgenspaziergang auf unserem bekannten Weg außerhalb von Hagenburg. Gerade plane ich, Hilde einfach loszulassen, da hoppeln die ersten Hasen so unbekümmert übers Feld, als seien sie alleine auf der Welt.
Hilde hat sie nicht gesehen, aber ihre Nase verrät ihr alles. Die fünfzehn Meter der Leine wird bis zum Ende ausgenutzt, ich halte mit dem Stock mein Gleichgewicht und lasse sie hin und her rennen. Wenn sie durch ein Gebüsch mit Gräsern läuft, staubt es gewaltig um sie herum, und ein Geruch von Rauch und Schwefel steigt mir in die Nase.
Zurück zum Bus läuft sie leichten Fußes mit so einem gewaltigen Grinsen im Gesicht, dass ich spüre, wie glücklich sie ist.
Auf dem Parkplatz gegenüber sitzen wir zu meinem Frühstück im Schatten der hohen Bäume. Der Ventilator läuft, Porridge und Tee. Heute morgen habe ich mit einem lieben Menschen halbstündige Sprachnachrichten ausgetauscht, während ich mich angezogen habe.
Erstmal ist die Reinigung des Bus angesagt. Hilde hatte wieder gehaart und in einigen Tagen ist es in dem kleinen Quadrat schnell voller Schmutz, den ich zumindest ausklopfen und wegkehren kann.
Ein Gartenbesuch steht an, zu Gebäck und Tee mit einem netten Gespräch unterm Sonnenschirm. Hilde darf buddeln und ist völlig erschöpft. Wir sitzen im Schatten und meiden die Sonne.
Aber trotzdem sind wir beide so müde, dass wir auf dem nächsten Parkplatz ein Schläfchen machen. Bei Wichtringhausen machen wir einen Spaziergang. Als ich aus dem Bus schaue, sehe ich die Erinnerung an einen Toten. Für immer Dein und Wir vermissen Dich. Die Schrift verblasst, das Leben geht weiter. Und das ist auch gut so. Man darf nicht stehen bleiben, der Mensch ist für die Bewegung gemacht. Und wenn jemand diese für sich stoppt, dann dürfen wir anhalten und trauern, aber nicht dem Leben versagen.
Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, dann wäre es wunderbar, wenn die Menschen in bunter Bekleidung zu meiner Beerdigung kommen, und am Grab fröhlich darüber tanzen, dass wir uns im Leben begegnet sind. Und eigentlich würde ich gerne mitfeiern.
Der Himmel ist leicht bewölkt, die Luft voll mit so einem Fliegzeug, das träge im Wind hängt. Hilde liegt auf meinem Bauch und schaut aus dem Fenster, den Kopf auf der Tür. Ein Lieblingsplatz, so wie die Oma am Küchenfenster zur Straße hinaus schaut.
Abends auf dem Schafhof in Söhlde. Hier sind wir immer willkommen. Die nächsten Tage gibt es frische Milch, und unser Joghurtbestand ist aufgestockt.
Ein fremdes Huhn strolcht über den Hof und weckt den Jagdinstinkt einer der Katzen, die sich aber auch nicht sicher ist, wie gefährlich der Zweibeiner sein könnte.
Auf der Weide sind heute Schafe, das liebe ich ja. Und Hilde respektiert ihre Anwesenheit auch durchaus. Aber als ich die Tür öffne, bewegen sie sich ein bisschen. Und jetzt sieht das ganz anders aus. Sie bellt, die Schafe rennen weg, kommen dann aber wieder zurück.
Hilde ist müde heute, aber sie möchte nach der Ankunft mit mir knuddeln. Nicht mehr so wild, wie vor einigen Wochen, eher eben sehr erschöpft, aber dennoch glücklich, dass wir in unserem blauen Bus Zuhause sind.
Der Himmel ist bewölkt und die Temperatur sinkt in angenehme Grade. Ich habe eine Allergieattacke, die Augen brennen und tränen, als würde ich über jemanden weinen. Wer weiß das schon, was morgen ist.
---
PILGRIMAGE INTO LIFE
Day 3,596
03/05/2026
Wichtringhausen -
Sehnde -
Söhlde
Morning walk on our familiar path outside of Hagenburg. I was just about to let Hilde go when the first hares hopped across the field, so carefree, as if they were the only ones in the world.
Hilde didn't see them, but her nose tells her everything. She uses the full fifteen meters of the leash, keeping her balance with the stick as she runs back and forth. When she runs through a thicket of grasses, a huge cloud of dust swirls around her, and a smell of smoke and sulfur fills my nostrils.
She trots back to the bus with such a light step and such a huge grin on her face that I can feel how happy she is.
In the parking lot across the street, we sit in the shade of the tall trees for my breakfast. The fan is running, and I have porridge and tea. This morning, I exchanged half-hour voice messages with a dear friend while I got dressed.
First things first: cleaning the bus. Hilde has been shedding again, and in a few days, the small square will quickly be full of dirt that I can at least shake out and sweep away.
A visit to a garden is on the agenda, with pastries and tea and a pleasant chat under the parasol. Hilde gets to dig and is completely exhausted. We sit in the shade and avoid the sun.
But we're both so tired that we take a nap in the next parking lot. We go for a walk near Wichtringhausen. When I look out of the bus, I see the memorial for someone who has died. Forever Yours and We Miss You. The writing fades, life goes on. And that's a good thing. We mustn't stand still; humans are made for movement. And if someone stops moving, then we may pause and grieve, but not turn our backs on life.
If I could have one wish, it would be wonderful if people came to my funeral in colorful clothes and danced joyfully at the grave, celebrating the fact that we had met in life. And actually, I'd like to join in the celebration.
The sky is lightly clouded, the air filled with the scent of an airplane, hanging lazily in the breeze. Hilde lies on my stomach, looking out the window, her head resting on the door. A favorite spot, just like Grandma used to look out the street from the kitchen window.
Evening at the sheep farm in Söhlde. We're always welcome here. Fresh milk will be available in the next few days, and our yogurt supply has been replenished.
A strange chicken wanders across the yard, triggering the hunting instinct of one of the cats, who isn't quite sure how dangerous the two-legged creature might be.
There are sheep in the pasture today, which I love. And Hilde certainly respects their presence. But when I open the door, they stir a little. And now it's a completely different story. She barks, the sheep run away, but then come back.
Hilde is tired today, but she wants to cuddle with me after we arrive. Not as wild as she was a few weeks ago, just very exhausted, but still happy that we're home in our blue camper van.
The sky is overcast and the temperature is dropping to a pleasant level. I'm having an allergy attack; my eyes are burning and watering as if I'm crying over someone. Who knows what tomorrow will bring?Read more
Tag Vierzehn
May 2–3 in Germany ⋅ ☁️ 17 °C
(English Version Below)
Tag 3.595
02/05/2026
Rechtern -
Meerbach -
Hagenburg
Beim Löschen der Beiträge auf Facebook bin ich gerade auf einen Post gestoßen, an dem wir Mitte November 2021 den Reisekilometer 222.222 erreicht hatten. Das ist sehr lustig, weil wir vor wenigen Tagen 444.444 km auf unserer Lebensreise mit dem blauen Bus unterwegs sind.
Fünfeinhalb Jahre für die erste Hälfte, viereinhalb für den zweiten Teil. Man sieht also, dass wir deutlich längere Strecken fahren bzw viel weniger längere Aufenthalte einlegen.
Heute morgen sind wir auf der Suche nach einem Frühstücksplatz am Kirchplatz von Drebber gewesen, der mir aber zu offen war. Fünfzehn Kilometer weiter stehen wir an einer Kanueinsatzstelle der Hunte in Rentern, wo ein Camper aus Bremen übernachtet hat.
Selbst um zehn Uhr sind die Vorhänge zu, während die Sonne ziemlich heftig uns in ihrem Blick hat. Eine Wespe hat ein ähnliches Ansinnen und möchte gerne in den Bus rein, der ihr so im Wege steht.
Ihre Bewegungen sind heftig und schnell, ihr Schatten geistert durch den Innenraum. Auf der anderen Seite der Straße geht ein Weg in den Wald, der komplett im Schatten liegt. Dorthin verändern wir jetzt mal unseren Standort.
Irgendwann kamen die Angler, und wir sind zu einem anderen Weg im Halbschatten gefahren, zwischen einem leichten Wald und den bewegten Halmen eines grünen Getreidefeldes. Hier sind wir ungestört, können einen schönen Spaziergang machen, bevor wir weiterfahren.
Ich lösche Facebook - Beiträge und denke mir öfter mal, was ich da für einen Mist gepostet habe. Jetzt habe ich die Quittung und muss das alles einzeln löschen, um den Account für mich privat zu nutzen, so wie er früher mal gedacht war.
Bisschen Familie und die Menschen im Ausland, die man so trifft, die nur über Facebook verfügen. Also tatsächlich eine Art Freundeskreis im ursprünglichen Sinn.
Kontakte hat der Mensch heute viele, aber wie nah sind sie sich denn eigentlich. Das ist mir heute aufgefallen. Und dass ich von vielen gar nichts weiß, so wie sie von mir persönlich, selbst wenn sie meine Geschichten lesen.
Über 'Broadcast' bei WhatsApp schicke ich einen kleinen Text an etwa 70 Kontakte und bin überrascht über die vielen, oft sehr ausführlichen Antworten, die ich bekommen habe. Da ist soviel passiert, dabei wissen wir gar nichts voneinander.
Dabei taucht die Frage auf, was der Reisetitel auf Findpenguins bedeutet, den ich jetzt auch über den Text setze. Bisher war es so, dass wenn einer von uns geht, die Spaziergänge mit Hilde zuende sind, es also auch keine weiteren Beiträge gibt.
Vor vierzehn Tagen ging es Hilde abends nicht gut, und obwohl ich mit der Situation lebe, war ich den Tränen nahe. Würde sie gehen, wäre das auch ein kleiner Tod in mir.
Aber ich will nicht so denken, ich lebe in dem Bewusstsein, dass in jedem dunklen Tunnel am Ende Licht ist. Daran habe ich mein Leben lang geglaubt, auch in den Zeiten, in denen um mich herum nur Nacht war.
Mein Leben ist ein Pilgern. Innen und außen bin ich auf einem langsamen Weg, dessen Ziel das Leben ist. Egal was kommt. Natürlich ist es der Weg eines Christen, ins ewige Leben zu gehen, aber das habe ich nicht gemeint, es ist sozusagen ein Nebeneffekt.
Es ist mir klar geworden, dass ich solange schreiben werde, bis ich den Stift aus der Hand legen kann. Und dass ich damit die Erinnerung wach halte an uns Drei.
Ich fahre immer zwischendurch ein Stück. Jetzt stehen wir an einem Rapsfeld bei Meerbach. Leichter Wind, Wolken die am Himmel hochziehen, hin und wieder Autoverkehr. Gleich ist Abendessenzeit, den süßlichen Geruch des Raps in der Nase, den der Wind durch die Seitentür hineinweht.
Der letzte Spaziergang ist an einem Feld, wo es nach Mäusen riecht. Zwei Buddelaktionen führen zu einer dreckigen Zunge, dreckigen Pfoten, einem staubigen Fell, denn natürlich eignet sich so ein Lehmweg hervorragend zum Wälzen.
Und ganz nebenbei ist sie völlig erschöpft, sozusagen on top auf die Hitze, denn nachdem wir um zehn Uhr 26°C hatten, ist es am Abend auch nicht bedeutend kühler.
Auf dem ziemlich vollen, aber kostenlosen Stellplatz in Hagenburg sitze ich deshalb leicht bekleidet mit halb offener Tür bei einem leichten Lüftchen im Wind und höre Musik von Gram Parsons, der schon immer mein Lebensgefühl gut getroffen hat, auch wenn ich weiß, wohin ich geh.
https://youtu.be/98Ow_Jav_eo?is=1ru_U3Ki7LMgmfxB
---
Day 3,595
02/05/2026
Rechtern -
Meerbach -
Hagenburg
While deleting posts on Facebook, I just came across one where we reached 222,222 kilometers in mid-November 2021. That's funny because just a few days ago we traveled 444,444 km on our journey through life in the blue bus.
Five and a half years for the first half, four and a half for the second. So you can see that we're driving significantly longer distances and making far fewer extended stops.
This morning we were looking for a place to have breakfast at the church square in Drebber, but it seemed too exposed. Fifteen kilometers further on, we're parked at a canoe launch on the Hunte River in Rentern, where a camper from Bremen spent the night.
Even at ten o'clock, the curtains are drawn, while the sun beats down on us quite intensely. A wasp has a similar ambition and wants to get into the bus, which is in its way.
Its movements are rapid and intense, its shadow flickering through the interior. On the other side of the road, a path leads into the woods, completely in shadow. We'll move our camper there for a bit.
Eventually, the anglers arrived, and we drove to another path in the dappled shade, between a light forest and the swaying stalks of a green grain field. Here we are undisturbed and can take a nice walk before we continue our journey.
I delete Facebook posts and often think to myself what kind of rubbish I've posted. Now I'm paying the price and have to delete everything individually to use the account privately, as it was originally intended.
A bit of family and the people abroad you meet who only have Facebook. So, actually a kind of circle of friends in the original sense.
People have many contacts these days, but how close are they really? That struck me today. And that I know absolutely nothing about many of them, just as they know nothing about me personally, even if they read my stories.
Using 'Broadcast' on WhatsApp, I send a short text to about 70 contacts and am surprised by the many, often very detailed, replies I receive. So much has happened, yet we know nothing about each other.
This leads to the question of what the travel title on Findpenguins means, which I'm now also placing above the text. Until now, if one of us passes away, the walks with Hilde end, and there are no further posts.
Two weeks ago, Hilde wasn't feeling well in the evening, and although I'm used to the situation, I was close to tears. If she were to pass away, it would be a small death inside me, too.
But I don't want to think that way; I live with the awareness that there is light at the end of every dark tunnel. I've believed that all my life, even in times when all around me was night.
My life is a pilgrimage. Inwardly and outwardly, I'm on a slow path whose destination is life itself. No matter what comes. Of course, the path of a Christian leads to eternal life, but that's not what I meant; it's a kind of side effect.
It's become clear to me that I will write until I can put down the pen. And that in doing so, I keep the memory of the three of us alive.
I always drive a bit in between. Right now, we're standing by a rapeseed field near Meerbach. A light breeze, clouds drifting across the sky, the occasional car passing by. It's almost dinnertime, the sweet scent of rapeseed in my nostrils, carried in by the wind through the side door.
The last walk is by a field that smells of mice. Two digging sessions result in a dirty tongue, dirty paws, and dusty fur, because, of course, a muddy path like this is perfect for rolling around in.
And on top of that, she's completely exhausted, which is just another side effect of the heat, because after having 26°C at 10 a.m., it's not significantly cooler in the evening.
So, sitting in the rather crowded but free parking area in Hagenburg, I'm lightly dressed with the door ajar, enjoying a gentle breeze and listening to music by Gram Parsons, who has always perfectly captured my outlook on life, even though I know where I'm headed.
https://youtu.be/98Ow_Jav_eo?is=1ru_U3Ki7LMgmfxBRead more
Tag Dreizehn
May 1–2 in Germany ⋅ 🌙 16 °C
(English Version Below)
Tag 3.594
01/05/2026
Füchtenfeld -
Twist -
Lohne
Heute vor zehn Jahren war die Party zuende. Fast hundert geladene Gäste, mit denen ich mehr oder weniger die letzten dreißig Jahre in Braunschweig bekannt war, haben mit mir das Ende meines Berufslebens und den Beginn einer grandiosen Zeit als Rentner gefeiert.
Morgens um drei Uhr, nach einer tollen Nacht mit einer Band, zwei Flaschen Sekt von Freixenet, einem mitternächtlichen Wodka mit meinem Sohn, war die kleine Hilde schon längst schlafen gegangen, als ich um die Feuerschale herum mit lauter jungen Menschen noch einmal so ausgiebig dem Joint zugeneigt war, dass ich eine Stunde später nicht mehr aufstehen konnte, um meinen Sohn zu verabschieden, der den ersten Bus nachhause genommen hat.
Mit fünfundzwanzig habe ich aufgehört zu kiffen, aber passend mit 105 würde ich mir noch einen leckeren Joint gönnen. Von den damaligen Gästen gibt es vielleicht noch ein Dutzend, die auch nach zehn Jahren noch unsere Reise begleiten.
Wir fahren früh von Stellplatz weg, weil da zu viele Hunde unterwegs sind, und finden nach knapp vier Kilometern einen Feldweg, der in eine Wiese übergeht, und neben einem braunen Feld die Kinderstube des Waldes einlädt, in den Winkeln und Verstecken in Sicherheit aufzuwachsen.
Hilde frühstückt kurz und bündig, möchte dann kopfgestreichelt werden, und ihren Nachtisch aus der Leckerlikiste bekommen. Dann ist sie zufrieden. Ich fülle Wasser in den Kocher, das auf den nächsten Kilometern heiß werden wird, und mir das Frühstück beschert.
Die Sonne scheint.
"Am südwestlichen Rand des Dalum-Wietmarscher Moores, im Ortsteil Füchtenfeld, befindet sich ein Vogelbeobachtungsturm sowie eine interaktive Moorkarte zu den Themen „Natura 2000" und „Moore für den Klimaschutz". Darüber hinaus wurde ein Geocache eingerichtet, dessen „Versteck" über eine intensive Auseinandersetzung mit den Informationen der Station ermittelt werden können."
https://share.google/Gebk59af2z92S2D0D
Vorne steht ein Lastwagencamper, der von einem kleinen Terrier bewacht wird, der draußen in der Sonne chillt, während seine Familie schläft.
Bei uns schläft Hilde, während ich frühstücke, bei offener Tür mit Sonne und den verschiedenen Vogelstimmen, dem blauen Wasser hinter der grünen Wiese.
In Twist finden wir den nächsten Schattenplatz unter einem Baum am Wohnmobilstellplatz, der am See liegt. Ich schaue mir die Kirche des Nazoräners von außen an, am Eingang ist eine Baustelle.
Wir nehmen eine möglichst grade Strecke mit Richtung Lohne. Viele Menschenansammlungen ziehen ihrer Wege, mit Bollerwagen oder Fahrrad, zu Fuß oder mit den Auto. Nur auf der Strecke von Osterbrock nach Klosterholte ist fast niemand unterwegs. Die Straße ist etliche Male geflickt, total uneben und kaum befahrbar. Soviel zum Thema Stückwerk.
Die Beiträge auf Instagram habe ich fast alle gelöscht. Das Bild vom 11.11.2017, das ich als erstes gepostet habe, füge ich dem Beitrag bei. Es ist einfach so süß!
Obwohl ich nur 21 Beiträge sehen kann, zeigt mir Instagram an, dass ich noch 142 Beiträge hätte. Sehr merkwürdig. Und es gibt auch einen Repost, den ich nicht löschen kann. Traue nie dem Internet. Auch einer der Gründe, warum ich so viel wie möglich von mir wieder löschen will.
Im Schatten eines Combi - Supermarktes relaxen wir die Stunde übers Abendessen hinaus, und beobachten heimkehrende, bollerwagenschiebende junge Menschen, die ziemlich erschöpft wirken.
Der kostenlose Stellplatz liegt auf einer völlig zerfahrenen Wiese, was aber ein dutzend Camper nicht davon abhält, mit wackelnden Fahrzeugen zu einem Platz zu eiern. Hinter dem Bus eine hohe Hecke, neben uns in der Ecke steht ein Pkw aus Braunschweig.
Ich habe ein Glas Apfelmus zur Nacht, Hilde ist mehr oder weniger über einem Leckerli eingeschlafen. Höre Musik von Züri West und wünsche dir einen schönen Heimweg.
https://youtu.be/oFs3tvgYU1w?is=a2tA2iIKxt_1kYgV
---
Day 3,594
May 1, 2026
Füchtenfeld -
Twist -
Lohne
Ten years ago today, the party ended. Almost one hundred invited guests, with whom I had known each other more or less for the past thirty years in Braunschweig, celebrated with me the end of my professional life and the beginning of a wonderful retirement.
At three in the morning, after a fantastic night with a band, two bottles of Freixenet sparkling wine, and a midnight vodka with my son, little Hilde had long since gone to sleep when I was gathered around the fire pit with a bunch of young people, indulging in a joint so thoroughly that an hour later I couldn't get up to say goodbye to my son, who had taken the first bus home.
I stopped smoking weed at twenty-five, but fittingly, at 105, I'd still treat myself to a delicious joint. Of the guests from back then, maybe a dozen are still with us, even after ten years.
We leave the campsite early because there are too many dogs around, and after almost four kilometers, we find a dirt track that turns into a meadow. Next to a brown field, the forest's nursery invites youngsters to grow up safely in its nooks and crannies.
Hilde has a quick and easy breakfast, then wants a head pat and her dessert from the treat box. Then she's happy. I fill the stove with water, which will get hot over the next few kilometers and provide me with breakfast.
The sun is shining.
"On the southwestern edge of the Dalum-Wietmarscher Moor, in the Füchtenfeld district, there is a birdwatching tower and an interactive map of the moor on the topics of 'Natura 2000' and 'Moors for Climate Protection'." Furthermore, a geocache has been set up, the "hiding place" of which can be determined by carefully studying the information provided at the station.
https://share.google/Gebk59af2z92S2D0D
Ahead, a camper van is parked, guarded by a small terrier who chills outside in the sun while its family sleeps.
Hilde is sleeping with us while I have breakfast, with the door open, enjoying the sunshine, the sounds of various birds, and the blue water beyond the green meadow.
In Twist, we find the next shady spot under a tree at the camper van site by the lake. I take a look at the Church of the Nazarene from the outside; there's construction work going on at the entrance.
We take the straightest route possible towards Lohne. Many groups of people are making their way around, with handcarts or bicycles, on foot, or by car. Only on the stretch from Osterbrock to Klosterholte is there almost no one around. The road has been patched several times, is completely uneven, and barely passable. So much for that. Piecemeal.
I've deleted almost all my Instagram posts. I'm attaching the first picture I posted, from November 11, 2017. It's just so cute!
Even though I can only see 21 posts, Instagram tells me I still have 142. Very strange. And there's also a repost I can't delete. Never trust the internet. That's one of the reasons why I want to delete as much of my own stuff as possible.
We relax for an hour after dinner in the shade of a Combi supermarket, watching young people pushing handcarts back home, looking quite exhausted.
The free parking area is on a completely rutted field, but that doesn't stop a dozen campers from wobbling their vehicles to get a spot. There's a tall hedge behind the bus, and a car from Braunschweig is parked in the corner next to us.
I have a jar of applesauce for dinner; Hilde more or less fell asleep over a treat. Listen to music by Züri West and have a safe journey home.
https://youtu.be/oFs3tvgYU1w?is=a2tA2iIKxt_1kYgVRead more
Tag Zwölf
Apr 30–May 1 in Germany ⋅ 🌙 13 °C
(English Version Below)
Tag 3.593
30/04/2026
Höpingen -
Lingen/Ems -
Wietmarschen
Wir sitzen wieder unterm Windrad. Der erste Spaziergang mit Hilde ist auf dem Stellplatz nach einer guten und ruhigen Nacht. Dann baue ich den Bus um und Hilde bekommt Frühstück plus ihre lebenswichtige Medizin.
Unterm Windrad frühstücke ich, der Schatten der Flügel fährt regelmäßig über uns hinweg. Hilde schläft, ich denke über meine Facebookaktion nach. Ich habe dort 427 Follower, mein Text wurde 578 mal angeklickt, es gab dreißig Likes und acht Kommentare. Ungefähr zwei dutzend Leser haben eine Entscheidung für WhatsApp oder FindPenguins getroffen.
Und Facebook bietet mir an, meinen Account zu monetarisieren, also finanziellen Gewinn zu machen. Das habe ich noch nie getan. Wenn ich um Spenden bitte, um die Tierarztrechnungen von Hilde zu bezahlen, oder teuere Reparaturen am blauen Bus, dann denke ich, dass es eine legitime Bitte ist, vielleicht als Dankeschön zu den vielen Bildern und kleinen Geschichten aus unserem Leben.
Aber zurück zur Aktion. Von vierhundert Followern gab es keine Reaktion. Und das verstehe ich nicht. Haben 93% der Leser kein Interesse mehr an unseren Geschichten. Warum sind sie uns denn überhaupt dort gefolgt.
Spannend. Und leider wird diese Frage vermutlich am Ende auch nicht beantwortet werden. Die Sonne scheint, Wind, blauer Himmel und grüne Getreidehalme. Ein beruhigender Ausblick.
Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass ich auch die Beiträge bei Facebook löschen kann, was mir ja ein wichtiges Anliegen ist, damit nicht so ein Datenmüll von uns im Netz verbleibt.
Ausmisten und aufräumen, das sind im Moment so die Gedanken, die sich in mir tummeln. Was man ein Jahr nicht benutzt hat, braucht man auch nicht. Davon gibt es nur wenige Ausnahmen wie Medikamente, Werkzeug, besondere Erinnerungen.
Und dazu gehören halt nicht die Geschichten und Bilder, sofern sie sich auf sozialen Netzwerken befinden. Von Bexten, das einen interessanten, kostenlosen Stellplatz hat, nach Listrup führt die Straße durch einen hohen Wald, in dem wir anhalten und spazieren gehen.
Die Wiesen sind voller Gerüche, aber keines ist so intensiv, dass sich ausgiebiges Buddeln lohnt. Wir haben einen Platz im Schatten an einer Seitenstraße gefunden. Während ich so vor mich hin schaue, fällt mir das heutige Datum ein.
Vor zehn Jahren, just zum Tag der Arbeit, bin ich in Rente gegangen, und habe es nicht einen Tag bereut!!!!!
Als wir bei Martina um die Ecke fahren, sehe ich sie schon, die 'Tanz in den Mai' Party vorne an der Straße, keine zehn Meter von unserem Parkplatz entfernt, auf dem wir üblicherweise nächtigen, wenn wir zu Besuch sind.
Das wird ganz bestimmt nichts mit unserem Schlaf hier, ich mag mir gar nicht ausmalen, wer hier nachts trunkenen Schrittes um die Ecke kommt, um sich zu erleichtern.
Zum Glück gibt es nicht weit entfernt einen kostenlosen Stellplatz, den wir dann ansteuern werden. Aber erstmal warten wir auf unsere Gastgeberin. Die hatte einen vollen Tag.
Morgens die Handwerker, dann ne alte Freundin, die sie lange nicht gesehen hat, aber auf unseren Besuch hat sie sich sehr gefreut, wollte ihn auf gar keinen Fall absagen.
Und so geben wir uns ein gutes Miteinander im Gespräch, wie jedes Mal, wenn wir uns begegnen. Während wir dann zum Stellplatz fahren, geht sie noch "in den Mai tanzen", also zumindest zum Nachbarschaftstreff mir Musik und Schwatz.
Der Stellplatz ist schön gelegen. Ein halbes dutzend kleiner Camper, in fast jedem ein Hund. Meiner hat sich gleich hinten ausgestreckt, und schläft tief und fest.
---
Day 3,593
April 30, 2026
Höpingen -
Lingen/Ems -
Wietmarschen
We're sitting under the wind turbine again. The first walk with Hilde is at the campsite after a good and quiet night. Then I rearrange the campervan and Hilde gets breakfast plus her vital medication.
I'm having breakfast under the wind turbine, the shadow of its blades regularly passing overhead. Hilde is asleep, and I'm thinking about my Facebook campaign. I have 427 followers there, my post has been clicked 578 times, received 30 likes, and eight comments. Around two dozen readers have made a choice between WhatsApp and FindPenguins.
And Facebook is offering me the option to monetize my account, meaning to make a profit. I've never done that before. When I ask for donations to pay Hilde's vet bills or for expensive repairs to our blue camper van, I think it's a legitimate request, perhaps as a thank you for the many pictures and little stories from our lives.
But back to the campaign. There was no reaction from my four hundred followers. And I don't understand it. Have 93% of my readers lost interest in our stories? Why did they follow us there in the first place?
Intriguing. And unfortunately, this question will probably remain unanswered in the end. The sun is shining, there's a breeze, a blue sky, and green stalks of grain. A calming view.
I've since discovered that I can also delete posts on Facebook, which is important to me so that we don't leave so much digital clutter on the internet.
Decluttering and tidying up – those are the thoughts swirling around in my head right now. If you haven't used something for a year, you don't need it. There are only a few exceptions, like medications, tools, and special mementos.
And that doesn't include stories and pictures, especially if they're on social media. From Bexten, which has an interesting, free parking area, the road to Listrup leads through a tall forest where we stop for a walk.
The meadows are full of scents, but none are so strong that extensive digging is worthwhile. We found a shady spot on a side road. As I gaze into the distance, today's date comes to mind.
Ten years ago, on Labor Day, I retired, and I haven't regretted it for a single day!
...``] As we drive around the corner from Martina's place, I can already see it: the "Dance into May" party out on the street, less than ten meters from our parking spot where we usually stay overnight when we visit.
There's definitely no way we'll be getting any sleep here. I don't even want to imagine who might come stumbling around the corner in the middle of the night, drunk, to relieve themselves.
Luckily, there's a free parking area not far away, which we'll head to. But first, we're waiting for our hostess. She's had a busy day.
In the morning, the workmen came by, then an old friend she hadn't seen in ages, but she was really looking forward to our visit and absolutely didn't want to cancel.
So we have a nice chat, as always when we meet. While we drive to the parking area, she goes to celebrate May Day, or at least to the neighborhood get-together with music and conversation.
The parking area is in a lovely spot. Half a dozen small campers, almost all with a dog. Mine immediately stretched out in the back and is fast asleep.Read more
Tag Elf
Apr 29–30 in Germany ⋅ 🌙 12 °C
(English Version Below)
Tag 3.592
29/04/2026
Oer-Erckenschwick -
Schonebeck -
Darfeld
Wache um kurz nach fünf Uhr morgens auf. Schnell anziehen und hinters Steuer setzen. Der Motor muss wieder abgekühlt sein, wenn der Schrauber früh den Keilriemenspanner wechseln will.
Wir fahren zum Treffpunkt und ich lege mich nochmals schlafen. Hilde ist süß, kommt kuscheln, Kopf auf Kopf. So früh durch die Städte zu fahren ist schon irre. Wie viele Menschen, grade junge Leute, auf dem Weg zur Arbeit sind.
Sie wirken einsam in den Straßen, in denen der Morgen erwacht. Warten an Bushaltestellen, Kapuze über, Hände tief in den Taschen. Die ersten Radfahrer sind warm eingepackt, es ist durchaus kühl draußen.
Um viertel nach sieben kommt der Schrauber mal eben vor seiner Arbeit vorbei, wechselt das Teil, wir sprechen die ungefähre Zeit für den TÜV ab, der diesen Sommer dran ist. So kann ich jetzt besser die nächsten Monate planen.
Heute ist die Sonne wieder heftig am Werk und dazu sorgt der Wind für reichlich Bewegung in den Bäumen. Diese Kombination ist schlecht, weil Schattenplätze in der Regel erhobene Gebilde benötigen.
Auf dem Land gibt es keine hohen Häuser, und die in Frage kämen, gehören Privatleuten auf ihrem Eigentum. Also Bäume und die sind gerade so aktiv in Bewegung, dass Hilde sich erschreckt.
Nach einer kleinen Pause mit abgesägten Baumstämmen, nehmen wir Platz unterhalb eines Windrades. Und - trotz der lauten Geräusche, ist dieser Ort für Hilde perfekt. Umgeben von den grünen Getreidehalmen, die wie die Wellen eines Meeres sich rhythmisch im Wind bewegen, nehmen wir die gut befahrene Landstraße kaum wahr.
Radfahrer und Wohnmobile, Hilde's Schnauze liegt auf meinen Zehen, sie ist eingeschlafen. Ein französischer Ziegenfrischkäse zum Mittagessen kurz vor drei Uhr am Nachmittag.
Felder um ein Windrad herum sind voller Gerüche. Hilde ist begeistert. Aber noch viel mehr, als ich die Heckklappe ansteuere. Sie weiß sofort, dass dort kleine, getrocknete Bällchen sind, von denen ich eine Handvoll in die Umgebung verstreue, damit sie sie suchen kann.
Gefunden. Wir haben für morgen Abend einen Besuch ausgemacht, auf den nicht nur wir uns freuen. Der gibt uns auch einen Schlafplatz und ein interessantes Gespräch.
Als wir heute losgefahren sind, wusste ich nicht, wohin für die paar Tage, denn am Montag habe ich noch einen Arzttermin in Wolfenbüttel. Aber jetzt bin ich mit der Richtung zufrieden.
Unser Lebensrhythmus hat sich verändert. Meist bleiben wir abends lange an einem schönen Ort, so wie heute, kochen Wasser fürs Waschen morgen früh auf den letzten Kilometern, und suchen Schlafplätze tatsächlich nur für die Nacht auf, wenn Hilde nicht nochmal raus muss.
Das ist viel entspannter für uns. In Darfeld stehen wir gegenüber von einem Reitplatz, hier ist viel Hundeverkehr mit Menschenanhang, aber im Bus ist die Zeit der Ruhe. Die Sonne leuchtet durch die Bäume. Neben uns übernachtet ein junger Mann, wie ich ein Christ, und erzählt mir, dass seine Cousine Schloßführungen in Braunfels macht, so wie ich vor sechzig Jahren.
Habe Musik von Foy Vance angeschaltet, er berührt meine Stimmung auf eine besondere Art.
"Sometimes I remember that it is November
And I once was cradled in arms
And given a bible
For all of it’s cheek it had charm
There on the spine my name was inscribed
Like my pain gets inscribed on your heart
But hold it together I’ve never felt better
And we’ve fared the weather so far"
(Cradled in Arms)
https://youtu.be/xueXD1z-sDc?is=JSCPoTiA8yG5jecX
---
Day 3,592
April 29, 2026
Oer-Erckenschwick -
Schonebeck -
Darfeld
Wake up shortly after 5:00 a.m. Quickly get dressed and behind the wheel. The engine needs to be cooled down again if the mechanic wants to change the serpentine belt tensioner early in the morning.
We drive to the meeting point and I go back to sleep. Hilde is sweet, comes for cuddles, head to head. Driving through the cities so early is crazy. So many people, especially young people, are on their way to work.
They seem lonely in the streets as morning awakens. Waiting at bus stops, hoods up, hands deep in pockets. The first cyclists are bundled up warmly; it's quite chilly outside.
At 7:15, the mechanic stops by before work, replaces the part, and we discuss the approximate time for the vehicle inspection, which is due this summer. This helps me plan the next few months better.
Today the sun is blazing again, and the wind is causing the trees to sway. This combination isn't ideal, because shady spots usually require tall trees.
There aren't any tall buildings in the countryside, and the ones that would be suitable belong to private individuals on their own property. So it's trees, and they're swaying so much right now that Hilde gets a fright.
After a short break with some sawn-off tree trunks, we take a seat beneath a wind turbine. And – despite the noise – this spot is perfect for Hilde. Surrounded by the green stalks of grain, which move rhythmically in the wind like waves of the sea, we hardly notice the busy country road.
Cyclists and camper vans, Hilde's muzzle rests on my toes, she's fallen asleep. A French goat's milk cheese for lunch just before 3 p.m.
The fields around a wind turbine are full of aromas. Hilde is thrilled. But even more so when I head for the tailgate. She immediately knows that there are small, dried balls there, a handful of which I scatter for her to find.
Found! We've arranged a visit for tomorrow evening, which we're not the only ones looking forward to. It will also give us a place to sleep and an interesting conversation.
When we set off today, I didn't know where we were going for the few days, because I have a doctor's appointment in Wolfenbüttel on Monday. But now I'm happy with the direction we're heading.
Our daily routine has changed. We usually stay in a beautiful place for a long time in the evening, like today, boil water for washing tomorrow morning on the last few kilometers, and only look for places to sleep for the night if Hilde doesn't have to go out again.
This is much more relaxing for us. In Darfeld, we're parked opposite a riding arena; there's a lot of activity here with dogs and their owners, but it's peaceful on the bus. The sun is shining through the trees. A young man, a Christian like me, is staying next to us and tells me that his cousin gives tours of Braunfels Castle, just like I did sixty years ago.
I turned on music by Foy Vance, it touches my mood in a special way.
"Sometimes I remember that it is November
And I once was cradled in arms
And given a bible
For all of it’s cheek it had charm
There on the spine my name was inscribed
Like my pain gets inscribed on your heart
But hold it together I've never felt better
And we've fared the weather so far"
(Cradled in Arms)
https://youtu.be/xueXD1z-sDc?is=JSCPoTiA8yG5jecXRead more
Tag Zehn
April 29 in Germany ⋅ ☀️ 9 °C
(English Version Below)
Tag 3.591
28/04/2026
Elfgen -
Krefeld -
Haltern am See
An einem stillen Hundeplatz geniesse ich mein Frühstück, während ein Fahrlehrer mit seinem Motorradschüler auf der stillen Straße Übungen macht.
Heute habe ich mich endlich dazu durchgerungen, meinen Facebook - Account demnächst zu schließen. So werden die Follower angeschrieben, um ihnen Alternativen aufzuzeigen.
Später werde ich mir einen kleinen Account einrichten, um meine persönlichen Kontakte, die nur so möglich sind, aufrecht zu erhalten.
Aber ich möchte auch diese Vielzahl an Photos und Texten aus dem Internet nehmen. Deshalb lösche ich bei Instagram so nach und nach auch alle Beiträge.
Zuviel Werbung, zuviel Internetzeit, Instagram sagt mir, dass ich dort täglich bis zu zwei Stunden verbringe. Das möchte ich gerne auf ein Mindestmaß senken.
Am frühen Nachmittag machen wir in Krefeld einen Besuch bei einem weiteren lieben Menschen, der für den Bus einige Ersatzteile gekauft hat, von denen eins morgen eingebaut werden soll.
Wir sitzen in einem angenehm temperierten Holzhaus, und ich höre zu, während Lothar von seinem Lebensprojekt spricht, dem Umbau eines Lastwagens, um dort mit seiner Ehefrau leben und reisen zu können.
Nicht mehr lange, dann sind sie unterwegs. Ich freue mich für sie. Träume müssen Realität werden, sonst fressen sie uns eines Tages auf.
An der Autobahnauffahrt bei Drevenack gibt es einen schönen Parkplatz an grünen Wiesen mit Pferden und Enten, Löwenzahn und zurückliegenden Häusern.
Wir gehen spazieren, es gibt Abendessen, ich habe im Laufe des Tages alle Kontakte auf Facebook informiert. Der Wind hat eine kühle Nuance, was aber sehr angenehm ist, wenn er durch die offene Seitentür in den Bus kommt.
Die Sonne scheint, der Himmel ist blau, einfach ein schöner Frühlingstag. Hilde ist heute nicht gut auf mich zu sprechen, weil wir nicht lange genug draußen waren.
Ich kann ja keine großen Wege machen, aber sollte zumindest vier Mal am Tag mit ihr so unterwegs sein, dass sie mit ihrer Nase gut beschäftigt ist. Das klappte schon gestern nicht, weil wir aus bestimmten Gründen zügig eine größere Entfernung hinter uns bringen mussten.
Ich habe ihr versprochen, Morgen wird es wieder besser. Wir treffen unseren Schrauber um halb acht morgens, damit der Spanner für den Keilriemen gewechselt wird.
Also übernachten wir in Haltern auf einem offenen Parkplatz gegenüber einer Häuserreihe. Bisher war es nie ein Problem, deshalb ist es unverständlich, dass ich mir so schwer damit heute tue.
Letztendlich sind wir jetzt im umgebauten Bus, Hilde schnarcht schon, und mir geht's soweit gut für die Nacht, die vor uns liegt. Flugzeuge am dunklen Himmel nach einem grandiosen Sonnenuntergang.
---
Day 3,591
April 28, 2026
Elfgen -
Krefeld -
Haltern am See
I enjoy my breakfast at a quiet dog park while a driving instructor practices with his motorcycle student on the quiet street.
Today I finally decided to close my Facebook account soon. This way, I can contact my followers and show them alternatives.
Later, I'll set up a small account to maintain my personal connections, which are only possible through social media.
But I also want to remove this multitude of photos and texts from the internet. That's why I'm gradually deleting all my posts on Instagram as well.
Too much advertising, too much time online—Instagram tells me I spend up to two hours there every day. I'd like to reduce that to a minimum.
In the early afternoon, we visited another dear friend in Krefeld who had bought some spare parts for the bus, one of which is to be installed tomorrow.
We sat in a comfortably warm wooden house, and I listened as Lothar talked about his life's project: converting a truck so he and his wife could live and travel in it.
It won't be long now, then they'll be on their way. I'm so happy for them. Dreams have to become reality, otherwise they'll devour us one day.
At the motorway entrance near Drevenack, there's a lovely parking area by green meadows with horses and ducks, dandelions, and houses set back from the road.
We go for a walk, have dinner, and I've updated all my Facebook contacts throughout the day. The wind has a cool tinge, which is very pleasant as it wafts into the bus through the open side door.
The sun is shining, the sky is blue—simply a beautiful spring day. Hilde isn't in a good mood with me today because we weren't outside long enough.
I can't take her on long walks, but I should at least take her out four times a day so she has plenty of opportunities to explore. That didn't work out yesterday either, because for certain reasons we had to cover a considerable distance quickly.
I promised her things would be better tomorrow. We're meeting our mechanic at 7:30 a.m. to have the tensioner for the fan belt replaced.
So we're spending the night in Haltern in an open parking lot across from a row of houses. It's never been a problem before, so it's baffling that I'm having such a hard time with it today.
Finally, we're now in the converted bus, Hilde's already snoring, and I'm feeling okay for the night ahead. Airplanes in the dark sky after a magnificent sunset.Read more
Tag Neun
April 28 in Germany ⋅ ☁️ 7 °C
(English Version Below)
Tag 3.590
27/04/2026
Verviers (B) -
Stolberg (D) -
Bergheim (D)
Um kurz vor acht sind wir abfahrbereit. Der Parkplatz bietet jetzt keine besondere Atmosphäre, und ich muss eh fahren, um mein Wasser fürs Frühstück zu kochen.
Genau sechs Kilometer entfernt ist ein offener Platz zwischen Straße und Wald, in den Wege zum Fluss führen, und zu einer besonderen Brücke, die sich Passarelle Maria nennt.
"Die Passerelle Maria ist eine malerische Fußgängerbrücke über die Lesse bei Redu (Gemeinde Libin/Daverdisse) in der belgischen Provinz Luxemburg. Sie liegt an einer ehemaligen Tramlinie und verbindet die Rue de Libin mit der Route Pierre-Napoléon Bonaparte."
https://www.wellin.be
Ein großer Mann kommt mit einem vollbeladenen Rucksack gerade vom gegenüberliegenden Hügel herunter. Er hat hier sein Auto geparkt, der Wochenendtrip ist zuende.
Mit einer Nachricht auf dem Anrufbeantworter verabschiedet sich unsere Begleitung heute sehr überraschend. Auch wenn das Leben so ist, merke ich, dass es mich trotzdem traurig macht.
Belgien ist eine Art Durchgangsverkehr, mit vielen Montagsfahrzeugen nach einem beschaulichen Wochenende. Der Himmel ist nicht mehr klar blau, der Tag wirkt verwaschen.
In den kleinen Ortschaften ist 70 km/h erlaubt, hier möchte ich keine Kinder haben. Wir fahren durch Verviers, fast sechzigtausend Einwohner, von denen die Hälfte heute unterwegs ist. Im Vorbeifahren fallen mir die Bettler auf, und ein hoher Ausländeranteil.
Deutschland ist dreißig Kilometer entfernt, fast direkt vor der Tür befindet sich der belgische Teil des Eifel - Nationalpark. Ich habe keine Bilder auf der ganzen Tour heute gemacht, außer der ESA-Anlage in Redu. Und selbst im Nationalpark finde ich keine entsprechende Stimmung.
Das hat mich überrascht, vielleicht war ich einfach nicht aufnahmebereit. In Roetgen halten wir eine Stunde auf dem Stellplatz. Sehr staubig, sehr heiß, direkt am stark befahrenen Radweg. Das kann man nicht aushalten.
Jetzt stehen wir bei Aachen auf einem emsigen Wanderparkplatz im Schatten der hohen Bäumen. Wir warten ab, bis wir später auf einen angenehmen Platz für die Nacht fahren können.
Auf den letzten Kilometern koche ich Wasser für das Fußbad. Mit Hilde bin ich bei Erkelenz neben einem Obstfeld spazieren gegangen. Jetzt habe ich Zeit zur Entspannung.
Hilde nagt an ihrem Knochen, der Ventilator kühlt den Raum, die Füße genießen die Wärme. Wir sind auf dem kostenlosen Stellplatz beim Schloss, der sehr beliebt ist.
Fahrzeuge aus NL, A und CH, der Rest aus den deutschen Landen, ein zwei Einheimische. Vollbesetzt. Aber immer ruhig, sodass die Nachbarn in ihren Häusern nicht gestört werden.
---
Day 3,589
April 27, 2026
Verviers (Belgium) -
Stolberg (Germany) -
Bergheim (Germany)
We're ready to leave just before eight. The parking lot doesn't have much of an atmosphere, and I have to drive anyway to boil water for breakfast.
Exactly six kilometers away is an open space between the road and the forest, where paths lead down to the river and to a special bridge called the Passerelle Maria.
"The Passerelle Maria is a picturesque pedestrian bridge over the Lesse River near Redu (municipality of Libin/Daverdisse) in the Belgian province of Luxembourg. It is located on a former tram line and connects Rue de Libin with Route Pierre-Napoléon Bonaparte."
https://www.wellin.be
A tall man is just coming down the opposite hill with a fully loaded backpack. He parked his car here; the weekend trip is over.
Our companion leaves a very surprising message on my answering machine to say goodbye today. Even though that's life, I realize it still makes me sad.
Belgium is a kind of transit traffic, with many cars on Mondays after a peaceful weekend. The sky is no longer a clear blue; the day seems washed out.
In the small towns, the speed limit is 70 km/h; I wouldn't want to have children here. We drive through Verviers, a city of almost 60,000 inhabitants, half of whom are out and about today. As we pass, I notice the beggars and a high percentage of foreigners.
Germany is 30 kilometers away, and the Belgian part of the Eifel National Park is practically on our doorstep. I didn't take any pictures on the entire trip today, except for the ESA facility in Redu. And even in the national park, I can't find the right atmosphere.
That surprised me; perhaps I just wasn't receptive. In Roetgen, we stop for an hour at the campervan site. Very dusty, very hot, right next to a busy bike path. It's unbearable.
Now we're parked near Aachen in a busy hikers' parking lot, in the shade of tall trees. We're waiting until we can find a more comfortable spot for the night.
During the last few kilometers, I boil water for a foot bath. Hilde and I went for a walk near Erkelenz next to an orchard. Now I have time to relax.
Hilde is gnawing on her bone, the fan is cooling the room, and my feet are enjoying the warmth. We're at the free parking area by the castle, which is very popular.
Vehicles from the Netherlands, Austria, and Switzerland, the rest from Germany, and a couple of locals. It's full. But always quiet, so the neighbors in their houses aren't disturbed.Read more
Tag Acht
April 27 in Belgium ⋅ ☁️ 5 °C
(English Version Below)
Tag 3.589
26/04/2026
Stenay (F) -
Sugny (B) -
Redu (B)
Gestern morgen dachte ich noch, es sei die Freiheit meines Alters, dass ich nach den ersten wichtigen Handlungen des frühen Morgens (Stützstrümpfe/Medizin), mich nochmals schlafen legen kann.
Aber dann ist mir wieder bewusst geworden, dass die Sonne mich schneller einholt, als ich denken kann. Kaum ist sie weit genug am Himmel, wird der Bus zu einer Sauna. Und mir fehlt dann jegliche Lust, um mich mit den wichtigen geistigen Dingen meines Lebens auseinander zu setzen.
Die Vorstellung, das mache ich später oder abends, passt nicht in meinen Lebenslauf. Also bin ich heute morgen aufgeblieben, habe mich gewaschen und angezogen, kann ziemlich früh mit Hilde rausgehen.
Wir haben drei Grad und die Sonne braucht noch ein bisschen, um das Haus quer zur Straße zu überwinden. Ein goldener Wolkenstreifen über dem Dach, aus dem die Kondensstreifen der Flugzeuge hervorschiessen, die Maschinen glänzen wie kleine Speerspitzen.
Nebel im Tal, Sonne auf dem Fluss, Pusteblumen im Gras. Die Kirchturmuhr oben auf dem Berg blickt schon in den blauen Himmel, und denkt vielleicht dran, wie gestern Abend sich die rosa Wolken gleich einem Schal zärtlich anschmiegten.
Ich habe schon nach kurzem Weg mit Hilde so starke Schmerzen im rechten unteren Rücken, dass ich froh bin, wenn wir zum Bus kommen. Es muss der Zug an der Leine links sein, denn wenn ich ohne Hilde gehe, ist es deutlich angenehmer.
Ich muss einkaufen, habe kein Wasser mehr und letztens ein paar Sachen vergessen. Um neun Uhr am Sonntag öffnet der Intermarché, aber sie verkaufen kein Wasser. Es ist überraschend, wie viele Menschen schon früh unterwegs sind. Das ist bei Aldi in Stenay deutlich weniger, aber ich kann mich glücklich schätzen, dass noch einige Sechserpacks Wasser übrig sind.
Habe auch gleich den Bestand von Joghurt meiner Lieblingstiere erhöht, dazu bisschen Käse und Möhren sowie Baguettes für Hilde.
Auf einem schönen Parkplatz im Halbschatten treffen wir uns wieder. Ich bin in einer Art Ordnunglaune und nutze die Gelegenheit, auch gleich mal ein bisschen sauber zumachen.
In einem Blog auf Instagram folge ich einen jungen Mann, der seinen neuen Camper ausgebaut hat. Alles ordentlich, fast könnte man vom Fußboden essen, denn er benutzt täglich seinen Staubsauger.
Im Verhältnis zu ihm habe ich ne Dreckbude. Die Handtücher auf dem Boden sind so voller Staub, dass ich sie niemals wirklich ausgeschlagen kriege. Und quert ein Sonnenstrahl den Bus, dann flirren die Staubkörner in der Luft.
Also, mal sehen, was der Junge Mann in einigen Jahren macht. Wir fahren von den französischen Ardennen in die belgischen. Viel und wunderschöner Wald, ein Vogelgezwitscher in den Lüften in einer Gegend, die voller Geschichte ist.
"Redu ist ein kleines Dorf in der Gemeinde Libin in der Provinz Luxemburg in Wallonien, dem südlichen Teil Belgiens. Bekannt ist es als eines der Bücherdörfer in Europa. Redu hat etwa 400 Einwohner und mehr als 20 Antiquariate und Buchhandlungen", sagt Wikipedia und ergänzt, "In der Nähe des Dorfes liegt in einem Talkessel die Satelliten - Bodenstation Redu. Sie gehört zu ESTRACK, dem Netzwerk der Bodenstationen der Europäischen Weltraumorganisation. An der Autobahnausfahrt liegt das als Museum und Konferenzzentrum genutzte Euro Space Center."
Wir parken eine Etage höher als die Wohnmobile, wo es so einigermaßen gerade ist, dass wir nicht aus dem Bett rutschen. In der Nacht ziehen Wolken auf, die gelben Straßenlaternen winken uns zu.
Im Baum über dem Fox unserer Begleitung ist noch ein verschlafenes Piep zu hören. Hilde ist ganz schmusig, wenn ich mich nach hinten ausstrecke, legt sie ihren Kopf an mein Gesicht.
---
Day 3,589
April 26, 2026
Stenay (F) -
Sugny (B) -
Redu (B)
Yesterday morning I thought it was a sign of the freedom of my age that, after the first important tasks of the early morning (compression stockings/medication), I could go back to sleep.
But then I realized again that the sun catches up with me faster than I can think. As soon as it's high enough in the sky, the bus turns into a sauna. And then I completely lose the desire to engage with the important intellectual matters of my life.
The idea of doing that later or in the evening doesn't fit into my life plan. So this morning I stayed up, washed and dressed, and can go out with Hilde quite early.
It's three degrees Celsius, and the sun still needs a little time to climb over the house, perpendicular to the street. A golden band of clouds hangs over the roof, from which contrails shoot out, the planes gleaming like tiny spearheads.
Fog in the valley, sun on the river, dandelions in the grass. The church clock atop the hill is already gazing at the blue sky, perhaps remembering how last night the pink clouds clung to it tenderly, like a scarf.
After only a short walk with Hilde, I get such severe pain in my lower right back that I'm relieved when we finally reach the bus stop. It must be the pull on the leash on the left, because walking without Hilde is much more comfortable.
I need to do some shopping; I'm out of water and I forgot a few things the other day. The Intermarché opens at nine o'clock on Sunday, but they don't sell water. It's surprising how many people are out and about so early. There are significantly fewer at Aldi in Stenay, but I'm lucky that there are still a few six-packs of water left.
I also immediately increased my supply of yogurt for my favorite animals, along with some cheese and carrots, and baguettes for Hilde.
We meet up again in a nice, shaded parking lot. I'm in a sort of tidying mood and take the opportunity to do a bit of cleaning as well.
I follow a young man on Instagram who's converted his new camper van. Everything's spotless; you could almost eat off the floor because he vacuums every day.
Compared to him, mine's a dump. The towels on the floor are so covered in dust that I can never really shake them out. And when a ray of sunshine hits the van, dust motes swirl in the air.
So, we'll see what that young man does in a few years. We're driving from the French Ardennes to the Belgian Ardennes. Lots of beautiful forest, birdsong in the air, in a region steeped in history.
"Redu is a small village in the municipality of Libin in the province of Luxembourg in Wallonia, the southern part of Belgium. It is known as one of the book villages in Europe. Redu has about 400 inhabitants and more than 20 antiquarian bookshops and bookstores," says Wikipedia, adding, "Near the village, in a valley, lies the Redu satellite ground station. It belongs to ESTRACK, the network of ground stations of the European Space Agency. At the motorway exit is the Euro Space Center, used as a museum and conference center."
We parked one level higher than the camper vans, where the floor was reasonably level so we didn't slide out of bed. Clouds gathered during the night, and the yellow streetlights beckoned to us.
A sleepy chirp could still be heard in the tree above our companion's Fox. Hilde was very affectionate; when I stretched out behind me, she laid her head against my face.Read more
Tag Sieben
Apr 25–26 in France ⋅ ☀️ 17 °C
(English Version Below)
Tag 3.588
25/04/2026
Hannonville-Suzémont -
Differdingen (L) -
Torgny (B) -
Quincy-Landzégourt (F)
Wir stehen voll im grellen Licht, sobald ich den Vorhang an der Seitentür öffne, kann ich nichts mehr sehen. Die Sonne krallt sich in meine Augen und lässt sie vor Helligkeit tränen.
In den letzten Nachtstunden muss die Temperatur gegen null gefallen sein, denn die Wiese im Schatten ist voller Rauhreif, das Gras kühlt meine nackten Zehen.
Eine kleine Stippvisite im Dorf, ein paar interessante Eingänge, die Kirche im Mittelpunkt, die alte Mühle am Wasser. Hier kannst du auch übernachten und köstlich im Restaurant speisen. Da ist dann die Aussicht auch mal locker fünfzig Euro wert.
Wir fahren ein Stück nordwärts, weil ich Schatten suche und bald tanken muss. In einem Wäldchen führt ein harter Lehmweg zu einem Rapsfeld, und gibt uns den kühlen Frühstücksplatz, den ich gesucht habe.
Luxemburg ist nicht mehr weit entfernt. Wir nehmen Differdingen zum Ziel, um dort zu tanken, denn der Dieselpreise von 1,87 Euro ist derzeit unschlagbar. Die Stadt ist voller Menschen, ein lautstarker Markt ist weithin hörbar. Stop and Go und viele Ampeln verlangsamen den Weg.
Wir queren über Belgien zurück nach Frankreich, um diesen schönen Stellplatz anzusteuern. Ein Hauch Schatten, ein Fluss mit einer kleinen Badestelle für Hunde direkt unterhalb, Hilde kommt mit nassem Bauch zurück.
Eine Zierkirsche mit rosa Blüten, von der wir gestern gelernt haben, dass sie nur eine Attrappe ist, weil sie keine Pollen, keinen Nektar weitergeben kann. Keine Bienen sind im Baum, keine Schmetterlinge, sie steht tatsächlich einfach nur so rum und macht einen schönen Anblick vorm blauen Himmel.
https://www.instagram.com/reel/DXhSvqjiCc6/?igs…
Wir sind früh am Nachmittag angekommen, und vermutlich auch die einzigsten Gäste auf dem kleinen Platz, auf dem drei bis vier Camper stehen könnten.
Die Nähe zur Dorfstraße bringt viel Unruhe mit sich, aber mit verdunkelten Fenstern können wir das Leben draußen lassen. Nach dem Abendessen um kurz nach fünf Uhr nachmittags sind wir beide müde. Die tägliche Sonnendosis tut ihr Bestes dazu.
---
Day 3,588
April 25, 2026 Hannonville-Suzémont - Differdange (Luxembourg) -
Torgny (Belgium) - Quincy-Landzégourt (France)
We are standing in full, glaring sunlight. As soon as I open the curtain on the side door, I can't see a thing. The sun is blinding me, making my eyes water from the brightness.
The temperature must have dropped to near zero during the last few hours of the night, because the meadow in the shade is covered in hoarfrost, and the grass cools my bare toes.
A quick visit to the village: a few interesting entrances, the church at its heart, the old mill by the water. You can also stay overnight here and enjoy a delicious meal in the restaurant. The view alone is easily worth fifty euros.
We drive a little further north because I'm looking for shade and will soon need to refuel. A hard, clay track leads through a small wooded area to a rapeseed field, providing us with the cool breakfast spot I was looking for.
Luxembourg isn't far now. We head to Differdange to refuel, as the diesel price of €1.87 is currently unbeatable. The town is bustling with people, and the noise from a bustling market is audible from afar. Stop-and-go traffic and numerous traffic lights slow us down.
We crossed back into France via Belgium to reach this lovely campsite. A touch of shade, a river with a small swimming area for dogs right below, and Hilde came back with a wet belly.
An ornamental cherry tree with pink blossoms, which we learned yesterday is just a dummy, as it can't produce any pollen or nectar. There were no bees in the tree, no butterflies; it simply stood there, a beautiful sight against the blue sky.
https://www.instagram.com/reel/DXhSvqjiCc6/?igs…
We arrived early in the afternoon and were probably the only guests at the small site, which could accommodate three or four campers.
The proximity to the village road is quite noisy, but with the windows darkened, we could keep the noise out. After dinner shortly after 5 p.m., we were both tired. The daily dose of sunshine certainly didn't help.Read more
Tag Sechs
Apr 24–25 in France ⋅ 🌙 14 °C
(English Version Below)
Tag 3.587
24/04/2026
Coincourt -
Bezange-la-Grande -
Lachausée
Als ich die Seitentür öffne, um die Sonne herein zu lassen, eröffnen die Vögel ihr morgendliches Konzert. Wir spazieren über die Wege an noch nassen Gräsern entlang, der Wasserfall ist deutlich lauter als gestern.
Kurz nach halb elf hat die Sonne schon richtig an Kraft gewonnen, sodass wir abfahren. Hilde sieht sehr erschöpft aus, dass ich mir sofort Sorgen mache, und die Kühlung anschalte, um ihr Entspannung zu verschaffen.
Sie liegt zwischen den Sitzen, atmet ruhiger, und auch ich beruhige mich. In den letzten Tagen sammeln sich Träume in meinen Morgenstunden, die meine Schwächen und Ängste berühren.
Das ist ungewöhnlich, weil es auch so geballt erscheint und gleichzeitig immer sehr detailliert, fast lebensechte Berührungspunkte hat.
Tatsächlich kann ich mich beim Aufwachen auch kaum aus der Umklammerung lösen, muss bewusst dagegen arbeiten, um mich nicht abziehen zu lassen.
Wir fahren durch kleine Dörfer, die oft von Rapsfelder umgeben sind. Einsame Gehöfte, der Bauer auf einem lehmigen Feld, das bis zum Horizont zu reichen scheint. Staub hinter dem Traktor, der von Vögeln begleitet wird.
Hinter einem kleinen Wäldchen finden wir eine Sackgasse an einem schmalen Flusslauf, der lustig über ein Hindernis gurgelt. Zeit zum Spaziergang über eine grüne Wiese voll mit Löwenzahn, seitlich vom Wasser.
Ein weitläufiges Getreidefeld führt hoch zum Dorf, auf dem anderen Hügel wächst Raps. Wir nehmen uns Zeit für ein Gespräch, die Hunde erfreuen sich an ihrer Zwischenmahlzeit.
Die Luft ist voll mit Leben, im Wäldchen muss Wild sein, weil beide Hunde die Nase recken. Eine Hummel verirrt sich im Bus. Das ist keine lustige Situation, auch wenn mir jeder erklärt, wie harmlos sie sind.
Der freundliche Mensch, mit der wir reisen, holt die Hummel dann ganz einfach raus. Ich bin ihr sehr dankbar. Ich überlege, woher all diese Ängste kommen, und vermute, es gäbe da ne Menge blinder Flecken in meiner Kindheit. Das schreckt mich jetzt im Alter auf.
Über kleine Straßen reisen wir in nordwestlicher Richtung zwischen den Städten Metz und Nancy hindurch. Ein Hase hoppelt über die Straße in ein hohes, grünes Gras hinein, just in dem Moment als von dort ein weißer Schmetterling auffliegt.
Der erste Grasschnitt liegt zum Trocknen auf dem Feld. In einem kleinen Wäldchen halten wir im Halbschatten, als ein Auto neben uns parkt, und eine alte Frau einen, von tiefen Lehmspuren schwerer Lastwagen ausgefahrenen Weg unter den Bäumen entlang geht.
Windstill. Grün und Blau. Vogelgezwitscher. Mein Blick aus dem Bus. Ein großer Lastwagen hält vor uns. Der Fahrer klettert raus, setzt sich hinten an sein Arbeitspult und lädt große Baumstämme aus dem Wald ein.
"Campagne Service" steht auf der Front, sein Sohn sitzt auf dem Beifahrersitz, während der Laster im Schwung des Greifarmes wackelt. Vollbeladen. Der Fahrer, der mich mit seinem langen Bart eher an einen Motorradrocker erinnert, steigt ein. Wir winken uns zu.
Hilde hat es eilig, wir parken an einer Kuhweide, das weiße Viehzeug rennt wild los. Eins bleibt stehen und muht uns ärgerlich an. Nicht das erste Mal, dass Hilde für Aufruhr sorgt, ein Bauer meinte, es könnte an ihrem Fell und dem Gang liegen, dass sie meinen, ein Wolf wäre in der Nähe.
Am Ortsanfang von Ville-au-Val beginnt der Chemin de la Côte über eine alte Brücke, neben der ein altes Haus steht, dessen Dach schon vom Winde verweht ist.
Wir parken auf einem großen Platz vor dem Ort Lachausée, der am gleichnamigen Étang liegt. "Das regionale Naturschutzgebiet Lachaussée ist ein bevorzugter Ort für das Nisten, Überwintern und Rasten von Vögeln auf dem Zug. Von der Sternwarte aus sehen Sie im Frühjahr in den Schilfgürteln die Rohrdommel oder die Zwergdommel. Die Rohrweihe und die Kornweihe oder Wiesenweihe. Das Ballett der Haubentaucher oder Schwarzhalstaucher, Reiher und Silberreiher. Vom Deich aus sieht man Reiher- und Tafelenten, Krickenten, Stockenten und Blesshühner."
https://share.google/vGFsOtc9wNgC1O4kH
Laut der App soll das Übernachten hier erlaubt sein, auch wenn es sich eher um eine Art Freizeitgelände handelt, das im Wachsen begriffen ist. Die knapp dreihundert Einwohner des Ortes würden ihrer Infrastruktur sicherlich einen Gefallen tun, wenn der Tourismus dadurch belebt würde, dass hin und wieder Camper hier übernachten.
Andererseits verhindert das parkähnliche Gelände vielleicht den Vandalismus, der sich auf schönen, freien Plätzen oft genug schnell einschleicht.
Die Aussicht und das Vogelgezwitscher, von vorn nähert sich ein Heißluftballon. Pferde und in der Ferne weiße Kühe, ab und an ein Auto, die Straße ist eine Sackgasse.
Ein unermüdlicher Kuckuck, Hilde schnarcht, der leichte Wind in den Bäumen, durch die die Sonne scheint, uns ist der Schatten der Weidenkätzchen gegönnt.
---
Day 3,587
April 24, 2026
Coincourt - Bezange-la-Grande - Lachausée
As I open the side door to let in the sun, the birds begin their morning concert. We stroll along the paths beside still-wet grasses; the waterfall is noticeably louder than yesterday.
Shortly after 10:30, the sun had already gained considerable strength, so we set off. Hilde looked so exhausted that I immediately worried and switched on the air conditioning to help her relax.
She lay between the seats, her breathing becoming more tranquil, and I calmed down as well. For the past few days, dreams have been accumulating in my mornings, touching on my weaknesses and anxieties.
This is unusual because they seem so concentrated and yet always incredibly detailed, almost lifelike.
In fact, when I wake up, I can barely break free from their grip; I have to consciously work against them to avoid being swept away.
We drove through small villages, often surrounded by fields of rapeseed. Isolated farmsteads, the farmer in a clay field that seems to stretch to the horizon. Dust trailed behind the tractor, accompanied by birds.
Beyond a small grove of trees, we found a dead end by a narrow stream that gurgled merrily over an obstacle. Time for a walk across a green meadow full of dandelions, to the side of the water.
A sprawling field of grain leads up to the village; on the opposite hill, rapeseed grows. We take our time to chat, the dogs enjoying their snack.
The air is full of life; there must be wildlife in the small wood because both dogs are sniffing. A bumblebee gets lost on the bus. It's not a funny situation, even though everyone tells me how harmless they are.
The friendly person we're traveling with simply takes the bumblebee out. I'm very grateful to her. I wonder where all these fears come from and suspect there are a lot of blind spots from my childhood. It frightens me now in my old age.
We travel northwest along small roads between the cities of Metz and Nancy. A hare hops across the road into tall, green grass, just as a white butterfly takes flight from there.
The first cutting of grass lies drying in the field. We stop in the dappled shade of a small grove of trees when a car pulls up beside us, and an old woman walks along a path rutted with deep mud tracks left by heavy trucks.
Still wind. Green and blue. Birds chirping. My view from the bus. A large truck pulls up in front of us. The driver climbs out, sits down at his workbench in the back, and loads large logs from the forest.
"Campagne Service" is written on the front; his son sits in the passenger seat as the truck rocks with the swing of the grapple. Fully loaded. The driver, whose long beard reminds me more of a biker, gets in. We wave to each other.
Hilde is in a hurry; we park by a cow pasture, and the white cattle bolt wildly. One stops and moos angrily at us. This is not the first time Hilde has caused a stir; one farmer suggested it might be her fur and gait that made people think a wolf was nearby.
At the edge of Ville-au-Val, the Chemin de la Côte begins, crossing an old bridge next to which stands an old house, its roof already blown away by the wind.
We park in a large square before the village of Lachaussée, situated on the Étang of the same name. "The Lachaussée Regional Nature Reserve is a favorite nesting, wintering, and resting place for migratory birds. From the observatory, you can see the Eurasian bittern or little bittern in the reedbeds in spring. Marsh harriers and hen harriers or Montagu's harriers. The ballet of great crested grebes or black-necked grebes, herons, and great egrets. From the dike, you can see tufted ducks and common pochards, teal, mallards, and coots."
https://share.google/vGFsOtc9wNgC1O4kH
According to the app, overnight stays are permitted here, even though it's more of a developing recreational area. The town's nearly three hundred residents would certainly benefit from increased tourism thanks to occasional campers staying overnight.
On the other hand, the park-like setting might deter the vandalism that often creeps into attractive, open spaces.
The view and the birdsong, a hot air balloon approaching from the front. Horses and, in the distance, white cows, the occasional car, the road is a dead end.
A tireless cuckoo, Hilde snoring, the gentle breeze in the trees through which the sun shines, we are blessed with the shade of the pussy willows.Read more
Tag Fünf
Apr 23–24 in France ⋅ 🌙 12 °C
(English Version Below)
Tag 3.586
23/04/2026
Climbach -
Lutzelbourg -
Val-et-Châtillon
Die Sonne geht um fünf Uhr morgens auf. Ob es nachts Sternschnuppen gab, weiß ich nicht. Vielleicht beim Start der Maschine, mit der ein Freund um halb zwei morgens in den Urlaub geflogen ist.
Morgenspaziergang mit Hilde, wir treffen die Hunde unserer beiden Nachbarn, drei Damen im mittleren Alter und in etwa gleich groß. Vorsichtiges Abtasten, friedliche Koexistenz.
Hilde hat Bauchweh, muss sich erbrechen, mag nichts trinken. Da das aber wichtig ist zum Abbau der Medikamente, muss ich sehen, was ich tricksen kann. Kefir ist leider nicht die Lösung, vielleicht einen halben Ziegenjoghurt ins Wasser legen.
Wir fahren durch den grünen, sonnendurchströmten Wald hoch zum Col de Pfaffenschlick (375m), um dann nach Climbach abzubiegen. Über dem Ort eine kleine Kapelle, deren Parkplatz je zur Hälfte von gelbem Raps und grünen Laubbäumen umgeben ist. Hier frühstücken wir im Schatten des Waldes.
Die Sonne scheint, hebt die Temperatur bis auf 20°C an, die Hunde hecheln in den aufgeheizten Autos. Am liebsten fahren wir durch den Wald. Das Grün ist unglaublich schön. Gestern meinte der Nachbar, man müsse erst recht im Herbst hier sein, mit all den bunten Blättern.
Aber das kann ich grade überhaupt nicht denken. Endlich Frühling und nun blüht es auch überall so wunderschön.
Wir suchen zum Mittagessen einen Schattenplatz, versuchen für die Hunde begangbare Wasserläufe zu finden.
Auf einem Kanal bei Lutzelbourg ist Wochenendbetrieb. Weiße Mietboote tuckern übers Wasser, Familien und Sonnenbaden.
Stellplatz an grüner Wiese mit Wasserfall hinterm Dorf, halb umrundet von Kastanien und Zypressen. Ein letzter Spaziergang, die Wärme wird luftiger, der Wind lässt nach.
Sonnenuntergang hinter den Bäumen, Hilde liegt lang ausgestreckt neben mir. Ausgepowert. Die angenehmen Temperaturen genießen. Noch ein, zwei Schafsjoghurt zur Nacht, dann die Beine und den Rücken ausstrecken. Ich bin wirklich müde.
---
Day 3,586
April 23, 2026
Climbach -
Lutzelbourg - Val-et-Châtillon
The sun rises at five in the morning. I don't know if there were any shooting stars during the night. Perhaps at the start of the plane that a friend flew on to his holiday at half past one in the morning.
Morning walk with Hilde. We meet our two neighbors' dogs, three middle-aged ladies of roughly the same size. A cautious pat, peaceful coexistence.
Hilde has a stomach ache, is vomiting, and doesn't want to drink anything. Since drinking is important for her to metabolize her medication, I have to see what I can do. Kefir isn't the answer, unfortunately; perhaps I could add half a goat's yogurt to her water.
We drive through the green, sun-drenched forest up to the Col de Pfaffenschlick (375m), then turn off towards Climbach. Above the village is a small chapel, its parking lot half surrounded by yellow rapeseed and half by green deciduous trees. We have breakfast here in the shade of the forest.
The sun is shining, raising the temperature to 20°C, and the dogs are panting in the sweltering cars. We love driving through the forest. The greenery is incredibly beautiful. Yesterday, the neighbor said that you absolutely have to come here in autumn, with all the colorful leaves.
But I can't even think about that right now. Spring is finally here, and everything is blooming so beautifully.
We're looking for a shady spot for lunch and trying to find waterways the dogs can walk through.
There's weekend activity on a canal near Lutzelbourg. White rental boats are chugging along the water, families are out sunbathing.
A campsite on a green meadow with a waterfall behind the village, half-encircled by chestnut and cypress trees. A final stroll; the warmth becomes more pleasant, the wind dies down.
Sunset behind the trees, Hilde lies stretched out beside me. Exhausted. Enjoying the comfortable temperatures. One or two more sheep's milk yogurts for the night, then stretching out my legs and back. I'm truly tired.Read more
Tag Vier
Apr 22–23 in France ⋅ 🌙 12 °C
(English Version Below)
Tag 3.585
22/04/2026
Schweigen (D) -
Fort Schoenenbourg (F) -
Cleebourg (F)
In den Morgenstunden erhalte ich eine Nachricht, die mich lange nicht mehr einschlafen lässt. Ich bin grade rechtzeitig aufgewacht, als habe eine inne Stimme mich geweckt.
Die Sonne scheint schon lange ins Fenster. Ich quäle mich unter der Bettdecke hervor, der Morgen ist ziemlich kalt. Heute will ich waschen, suche mir frische Kleidung aus den Fächern raus, mit T-Shirts hat mich mein Sohn reichlich eingedeckt im Laufe der Jahre.
Dagegen franst der Pullover an den Ärmeln komplett aus, aber wen interessiert das schon. Die Hilde auf gar keinen Fall. Er passt halt in vielen Jahreszeiten. Ich habe zwei lange Hosen, und hoffe immer, dass das Wetter endlich sich warm stabilisiert, dass ich eine kurze Hose anziehen kann. Das würde vieles mit den Bandagen erleichtern.
Während die Waschmaschine mit all meinen Sachen schon ihre Runden dreht, und Hilde gesättigt an ihrem Knochen rumkaut, schalte ich den Motor aus, weil das Wasser für Tee und Porridge gekocht hat.
Vielleicht fragst du dich, was denn jetzt anders an den Texten ist. Grundsätzlich mag sich nicht viel verändert haben, es ist ja immer noch unsere Reise. Aber - ich schreibe nicht mehr abends oder am nächsten Morgen, sondern situativ in dem Moment des Erlebens, oder nur kurze Zeit später.
Und es geht auch um meine aktuellen Gefühle, nicht mehr um die Geschichten aus meinem bunten Leben. Wie werden wir die kommenden Herausforderungen meistern, was wird aus den Spaziergängen mit Hilde.
Blitzeinkauf, weil Hilde lediglich einen halben Schatten hätte, wenn sie tatsächlich nach hinten gehen würde. Aber nein, sie muss auf dem Fahrersitz in der Sonne bleiben. In der Eile habe ich einiges vergessen.
Wir fahren in Richtung der Berge, die Sonne knallt, der Wind ist kalt und reißt an den Ästen des Baumes, in dessen Schatten wir parken, und endlich spazieren gehen.
Dann muss ich aufräumen. Die Kleidung und die Decken sind richtig schön trocken, der Einkauf verteilt sich über den Boden. Wo fange ich an. Hilde würde vorschlagen, öffne erstmal meine Box.
Wir fahren nach Deutschland zurück, sozusagen in Schweigen treffen wir einen lieben Menschen, die mit ihrer Hündin uns ein paar Tage begleiten möchte. Am kleinen Weintor warten wir ohne Tränen, allerdings auch ohne Wein.
Dann fahren wir zu einem kleinen Picknickplatz in der Nähe von Fort Schoenenbourg.
"Es ist eine große Artilleriefestung der Maginot-Linie, die zwischen 1931 und 1935 erbaut wurde. Sie befindet sich 30 Meter unter der Erde und erstreckt sich über fast 3 Kilometer unterirdischer Stollen, die vollständig mit ihrer ursprünglichen Ausstattung erhalten sind: Stromerzeugungsanlage, Küche, Kaserne, Maschinenraum und natürlich die beeindruckenden Kampfblöcke."
https://share.google/uusqpRzZlnjmrDrQm
Der Wind hat zum Abend hin wieder aufgefrischt und auch die kalte Luft mitgebracht. Wir essen zur Nacht mit dem Blick ins Tal, die Felder und Wiesen liegen in unterschiedlichen Grüntönen vor uns, auf den Hügeln blüht der Raps.
Für Hilde ist ein anderer Hund schwierig. Sie haben sich kurz kennengelernt, jetzt akzeptiert sie ihre Anwesenheit. Mehr oder weniger.
Die Aussicht für die Nacht zwischen Hotel und Weinkellerei ist einfach großartig. Und die Nachbarn erzählen, dass derSternschnuppen - Regen der Lyriden heute um Mitternacht seinen Höhepunkt erreicht.
https://share.google/hNBv35tYrnnO9Nlgh
---
Day 3,585
April 22, 2026
Schweigen (Germany) - Fort Schoenenbourg (France) -
Cleebourg (France)
In the early morning hours, I received a message that kept me awake for a long time. I woke up just in time, as if an inner voice had roused me.
The sun has been shining through the window for a while now. I struggle out from under the covers; the morning is quite cold. Today I want to do laundry, so I pick out some fresh clothes from the drawers. My son has provided me with plenty of T-shirts over the years.
In contrast, the sweater is completely frayed at the sleeves, but who cares? Certainly not Hilde. It's suitable for many seasons. I have two pairs of long pants and keep hoping that the weather will finally settle down and be warm enough so I can wear shorts. That would make things a lot easier with the bandages.
While the washing machine is already doing its rounds with all my clothes, and Hilde is happily chewing on her bone, I switch off the motor because the water has boiled for tea and porridge.
You might be wondering what's different about the texts now. Fundamentally, not much may have changed; after all, it's still our journey. But—I no longer write in the evenings or the next morning, but rather situationally, in the moment of experiencing something, or only a short time later.
And it's also about my current feelings, no longer about the stories from my colorful life. How will we master the challenges ahead, what will become of the walks with Hilde?
A quick shopping trip, because Hilde would only get half a shade if she actually went back. But no, she has to stay in the sun in the driver's seat. In the rush, I forgot a few things.
We drive towards the mountains, the sun is blazing, the wind is cold and tugs at the branches of the tree in whose shade we park, and finally go for a walk.
Then I have to tidy up. The clothes and blankets are nice and dry, the groceries are scattered all over the floor. Where do I even begin? Hilde would suggest I open my crate first.
We drive back to Germany, and in a sort of silent encounter, we meet a lovely person who wants to join us for a few days with her dog. We wait at the small wine gate without tears, but also without wine.
Then we drive to a small picnic area near Fort Schoenenbourg.
"It's a large artillery fort of the Maginot Line, built between 1931 and 1935. Located 30 meters underground, it extends over nearly 3 kilometers of subterranean tunnels, completely preserved with their original equipment: power plant, kitchen, barracks, engine room, and, of course, the impressive fighting emplacements."
https://share.google/uusqpRzZlnjmrDrQm
The wind picked up again towards evening, bringing with it a chill in the air. We dined with a view of the valley; the fields and meadows stretched out before us in varying shades of green, and rapeseed was in bloom on the hills.
Hilde is having trouble with another dog. They've met briefly, and now she's more or less accepting her presence.
The view for the night between the hotel and the winery is simply magnificent. And the neighbors are telling us that the Lyrid meteor shower will reach its peak at midnight tonight.
https://share.google/hNBv35tYrnnO9NlghRead more
Tag Drei
Apr 21–22 in France ⋅ 🌙 10 °C
(English Version Below)
Tag 3.584
21/04/2026
Allerheiligen (D) -
Passe à Poissons (F) -
Betschdorf (F)
Das Wasser hat grade gekocht, als sich rechts eine Schneise anbietet. Vermutlich ein Holzlagerplatz, eventuell die einzige Wendemöglichkeit auf der Bergstraße zum Allerheiligen Wasserfall. Eine kleines 'Ehre Gott' zwischen den Bäumen, die von der Sonne angestrahlt werden.
Hinter uns zwei Fahrzeuge, doch als wir parken ist es still. Ein einzelner Vogel in den Bäumen. Absolut kein Internet. Ich mache Frühstück.
Hilde hatte schon gegessen. Der Morgen war anders als sonst. Bin ich um halb fünf wachgeworden und dankbar über so viele Stunden Ruhe, macht sich Hilde um halb sieben bemerkbar.
Ein Fiepen, ein Blick zur Seitentür, die Botschaft ist eindeutig. Schnell die Trainingshose an, einen Pullover drüber, Schuhe. Für Bandagen ist keine Zeit mehr.
Das rächt sich gleich, weil ich nicht laufen kann, aber Schmerzen habe. Hilde rennt auf und ab dank der Leine, frisst Gras, erleichtert sich.
Danach liegen wir im Bus, Kopf an Kopf. Sie schläft, ich erhole meine Knie. Wie man so sagt, schön wenn der Schmerz nachlässt. Mag auf jeden Fall erstmal nicht aufstehen.
Aber da es Zeit für Hilde's Medizin ist, füttere ich sie. Jetzt hat sie sich eingerollt, während ich frühstücke. Aus dem Fenster schaue, dem Vogel zuhöre, Hilde's schwerem Atem.
Wir überqueren den halben Rhein und stehen an der Grenze von Frankreich. Auf der einen Seite kräuselt sich anthrazitblaues Wasser, und jenseits der Staustufe ist ein blauer, stiller See.
Unterhalb parken wir an grünen Bäumen im Schatten neben einer Wiese voll lebendigem Gras im leichten Wind. Ich habe staubige Kekse gegessen, le Sablés pur Beurres, die gebutterten Sandkörner. Frei übersetzt.
Hilde liegt manchmal so tief im Schlaf, dass ich schaue, ob ihr Körper noch atmet. Ich habe gedacht, weil wir jetzt schon über ein Jahr unter dieser Situation reisen, wäre ich besser vorbereitet, als bei Blacky, der innerhalb von zwei Wochen von mir gegangen ist.
Aber ich denke, es gibt keine wirkliche Vorbereitung, das Ende in jeglicher Hinsicht trifft uns Menschen unvorbereitet. Keiner ist cool genug, aber vielleicht kann es mancher besser verbergen.
Unterhalb eines Spargelfeldes machen wir unseren letzten Spaziergang. Wir sind alleine, Hilde hat einfach die Wiese für sich und wälzt sich dementsprechend glücklich auf dem Löwenzahn.
In Betschdorf ist ein schöner Stellplatz, unbenommen. Aber der Weg dahinter ist die Autobahn des Dorfes, in dem Töpfereien an allen Ecken sind. Fußgänger, Roller, Hunde, Kinderwagen, da bleibt wenig Entspannung.
Die erste Boulangerie, ein Baguette für Hilde, ein Schoko-Eclaire für mich. Ein kalter Wind weht in Frankreich. Irgendwie kommt mir das bekannt vor.
---
Day 3,584
April 21, 2026 Allerheiligen (Germany) - Passe à Poissons (France) - Betschdorf (France)
The water had just boiled when a clearing appeared on the right. Presumably a timber yard, possibly the only place to turn around on the mountain road to the Allerheiligen Waterfall. A small wayside shrine to God was found among the trees, bathed in sunlight.
Two vehicles were behind us, but when we parked, it was quiet. A lone bird in the trees. Absolutely no internet. I made breakfast.
Hilde had already eaten. The morning was different than usual. I woke up at 4:30, grateful for so many hours of peace and quiet, but Hilde made her presence known at 6:30.
A whimper, a glance at the side door—the message was clear. I quickly put on my sweatpants, a sweater, and shoes. There wasn't time for bandages.
That immediately backfired, because I couldn't walk, but I was in pain. Hilde ran back and forth on her leash, munched grass, and relieved herself.
Afterward, we lay in the van, head to head. She slept, and I rested my knees. As they say, it's nice when the pain subsides. I definitely didn't want to get up for a while.
But since it was time for Hilde's medicine, I fed her. Now she's curled up while I eat breakfast. I looked out the window, listened to the bird, to Hilde's heavy breathing.
We crossed half the Rhine and stood at the French border. On one side, anthracite-blue water rippled, and beyond the weir was a still, blue lake.
Below, we parked in the shade of green trees next to a meadow full of vibrant grass, gently caressed by the breeze. I ate dusty biscuits, le sablés pur beurres, the buttered sand grains. (Freely translated.)
Hilde sometimes sleeps so deeply that I check to see if she's still breathing. I thought that because we've been traveling under these circumstances for over a year now, I'd be better prepared than I was with Blacky, who left me within two weeks.
But I think there's no real preparation; the end, in every sense of the word, catches us humans unprepared. No one is cool enough, but perhaps some are better at hiding it.
Below an asparagus field, we take our last walk. We're alone; Hilde has the meadow all to herself and rolls happily on the dandelions.
There's a nice campsite in Betschdorf, no doubt. But the road beyond it is the village's highway, with potteries on every corner. Pedestrians, scooters, dogs, strollers—there's little time for relaxation.
The first boulangerie: a baguette for Hilde, a chocolate éclair for me. A cold wind is blowing in France. Somehow, this feels familiar.Read more
Tag Zwei
Apr 20–21 in Germany ⋅ ☀️ 11 °C
(English Version Below)
Tag 3.583
20/04/2026
Oppenau
Eiskalt der Morgen. Die Temperatur fällt auf zwei Grad. Bin bis zuletzt unter der Bettdecke geblieben. Neben mir die Hilde im Tiefschlaf.
Verzichte aufs Waschen. Trinke stattdessen eine warme Tasse Tee. Die Sonne ist schon in der Ecke vom Parkplatz zwischen den Bäumen durchgekommen. Gleich verdoppelt sich die Gradzahl.
Hilde begrüßt mich gähnend und fröhlich. Noch neunzehn Minuten, bis die Werkstatt öffnet, und ich anrufen kann.
In Gedanken, im Halbschlaf, läuft das Gespräch mehrfach vor meinem inneren Auge ab. Es kommt auf den einen Moment an, wo ich sein Mitleid berühre, dass sein Herz für uns schlägt.
Obwohl ich weiß, dass diese Reaktion außerhalb von mir ist, und ein Geschenk sein wird.
Der Schlaf war gut. Ich habe mich hingelegt und wußte gleich, dass die Matratze mich annimmt. Das ist selten so, aber ein Traum. Meist begegnen wir uns wie Fremde und dann finde ich lange nicht in den Schlaf.
Acht Uhr. Der zweite Anruf. Premio Reifen Huber. Der Chef am Apparat. Ich möge den Schein schicken per WhatsApp. Er meldet sich dann.
Hallo, Riemen würde ich heute bekommen. Einbau würde ich auf 15 Uhr hin bekommen.
Wir fahren die fünf Kilometer mit unruhigem Bauch. Nicht, dass die Batterie jetzt den Geist aufgibt. So ganz ohne Keilriemen und Lichtmaschine. Die Kurven sind einfach, trotz fehlender Servolenkung kommen wir gut hin.
Kurz nach zehn Uhr stehen wir auf der anderen Straßenseite im Sonnenschein. Die Straße ist ungünstig über Mittag gelegen.
Ich habe gestern einen Krimi angefangen, den mir meine Tochter vor über zehn Jahren geschenkt hat.
'Wolfstage'. Eine Geschichte zwischen Harz und Heide, so wie die Braunschweiger Fans über ihren Fußballclub singen.
Leichte Kost. Wenn man über den Tag 250 Seiten lesen kann. Aber ich bin solche Sachen nicht mehr gewohnt, und wenn, dann nur in komödiantischer, bayrischer Form.
Aber es ist eine schöne Erinnerung an meine Tochter. Das war es allemal wert.
Da war ich noch jung. Haha. Vielleicht 62, 63 Jahre alt. Verglichen mit heute. Und wesentlich beweglicher.
Endlich um halb fünf ist der Bus dran. Und da haben wir auch noch Glück gehabt, denn kaum, dass sie mir zugesagt haben, ist ein Kollege plötzlich krankheitsbedingt ausgefallen.
Da es schon so spät ist, fahren wir zurück zum Stellplatz Oppenau für die Nacht.
Nach der kalten Nacht trifft die heiße Sonne uns unvermittelt. Wir sind beide sehr erschöpft. Vielleicht ist die Anspannung zu groß gewesen, denn auch Hilde merkt man ihre Verunsicherung an.
Erst jetzt am Abend löst sich die Situation auf. Wir sitzen in unserem Zuhause, das wieder fährt, und sind glücklich.
---
Day 3,583
20/04/2026
Oppenau
The morning is freezing cold. The temperature drops to two degrees. I stayed under the covers until the very end. Hilde is sound asleep next to me.
Skip the washing. Drink a warm cup of tea instead. The sun has already peeked through the trees in the corner of the parking lot. The temperature will soon double.
Hilde greets me with a cheerful yawn. Nineteen more minutes until the garage opens, and I can call.
In my mind, half-asleep, the conversation plays out repeatedly. It all comes down to that one moment when I touch his compassion, when his heart beats for us.
Even though I know that this reaction is outside of me, and will be a gift.
I slept well. I lay down and knew immediately that the mattress would accept me. That's rare, but it was a dream. Usually, we meet like strangers, and then I can't fall asleep for a long time.
Eight o'clock. The second call. Premio Reifen Huber. The boss on the line. He asks me to send the receipt via WhatsApp. He'll get back to me.
Hello, I'll get the belt today. I can get it installed by 3 p.m.
We drive the five kilometers with a knot in our stomachs. We don't want the battery to die now. Driving without a fan belt or alternator, no less. The curves are easy; despite the lack of power steering, we manage just fine.
Shortly after 10:00 a.m., we're standing on the other side of the street in the sunshine. The street is inconveniently located at midday.
Yesterday, I started a crime novel that my daughter gave me over ten years ago.
'Wolf Days'. A story set between the Harz Mountains and the Lüneburg Heath, just like the Braunschweig fans sing about their football club.
Light reading. If you can manage to read 250 pages in one day. But I'm not used to that sort of thing anymore, and if I am, it's usually in a comedic, Bavarian style.
But it's a lovely reminder of my daughter. It was definitely worth it.
I was still young back then. Haha. Maybe 62 or 63 years old. Compared to today. And considerably more agile.
Finally, at 4:30 p.m., it's the bus's turn. And we were lucky, too, because no sooner had they confirmed than a colleague suddenly called in sick.
Since it's already so late, we drive back to the Oppenau campsite for the night.
After the cold night, the hot sun hits us unexpectedly. We are both very exhausted. Perhaps the tension was too much, because Hilde also shows signs of unease.
Only now, in the evening, does the situation resolve itself. We are sitting in our home, which is running again, and we are happy.Read more
Tag Eins
Apr 19–20 in Germany ⋅ ⛅ 10 °C
(English Version Below)
Tag 3.582 abends
19/04/2026
Oppenau
Brigitte schenkt mir den Rest von ihrem Wasserkanister, weil sie heute nach Hause fährt. Sie nimmt meine Post mit und unser Buch, das eine Leserin gekauft hat.
Wir haben jetzt eine Thermoskanne heißes Wasser für den Tag, um Tee zu trinken. Gerade hat es kurz geregnet, der Himmel bleibt grau, die Erde ist trocken und staubig.
Hilde legt ihren Kopf auf den meinen, sie stöhnt manchmal mit dem Atmen, vielleicht aus Schmerzen.
Ich bin müde.
Überlege, ob ich einen Pullover anziehen soll. Die Standheizung funktioniert nicht mehr, weil ich die Energie in den schwachen Batterien halten muss, um das Handy aufladen zu können.
Keine Sonne, keine Energie über die Solarpanele.
Gestern habe ich noch überlegt, ob ich bei der Hitze eine kurze Hose anziehe. Da fuhr der Bus noch.
Habe Kinder-Bueno gekauft. Warum gibt es das nicht für Erwachsene. Aber ja, wer möchte nicht gerne manchmal ein Kind sein.
Wie der kleine William von der brasilianischen Camperfamilie, die wir gestern kennengelernt haben.
Achtzehn Monate alt, stromert er über den Platz und lernt seine Welt kennen.
Am Ende der sechs Buenoriegel habe ich Bauchweh. Kindsein ist doch schwer.
Habe geschlafen, eine Stunde vielleicht. Als ich aufwache, ist mir kalt, die Sonne scheint ins Fenster.
Wir gehen spazieren. Hilde dreht um, wenn sie zurück will. Sie möchte in den Bus und will nicht, dass ich draußen sitzen bleibe. Also lasse ich die Tür auf.
Hilde will spielen. Sie macht einen Purzelbaum, zeigt mir ihre Verletzung am Bauch. Ihre Ohren sind heiß, und sie lacht, während wir rumknuddeln.
Die Vögel zwitschern. Neben uns parkt ein schrottreifes Auto, auf der anderen Seite ein Laster von DSV.
Hilde quietscht wie eine Sirene, weil sie ein Leckerli möchte. Das ist nervtötend, und ich muss mal was Strenges sagen. Dann ist eine Weile Ruhe, bevor sie ihr Spiel wieder aufnimmt.
Während Hilde an einem Knochen nagt, kann ich den Bus innen reinigen. Mir fällt auf, dass sie heute weniger haart. Das ist auch immer ein Zeichen von innerer Ausgeglichenheit, weniger äußeren Stress.
So ein Knochenkracher macht durstig, da wird der Papa durch mehrmaliges, eindringliches Bellen dazu gebracht, den Wassernapf maulgerecht hinzustellen.
Die Sonne ist ganz warm geworden, ich habe den Bus gereinigt. Wir gehen spazieren. Mir fällt das Tor auf, das zum Garten hin geöffnet ist.
Ich bin mehrfach daran vorbei gegangen, und heute habe ich es zum ersten Mal gesehen. So ist das manchmal im Leben.
Gestern die brasilianische Familie, heute eine Deutsche. Ich habe gefragt, ob sie mir heißes Wasser für die Thermoskanne machen können, und so sind wir ins Gespräch gekommen. Dieses Mal zwei kleine, aufmerksame Kinder, die unbedingt Hilde kennenlernen wollten.
Ich habe wieder mein halbes Leben in zehn Minuten erzählt. Das ist furchtbar, dass mir die Worte so aus dem Mund laufen, als habe ich einen Quarkfrosch verschluckt.
Der Abend kühlt runter, wir haben gegessen, der Wind hat nachgelassen, und die Vögel rufen einander den Gute Nacht Gruß zu.
"Sei heute achtsam darauf, wie jetzt in der Frühlingszeit das Leben neu aufkeimt und aufblüht. Das Lebendige hat Kraft in sich. Es entfaltet sich, allen Widerständen zum Trotz." (Anselm Grün)
---
Day 3,582 evening
April 19, 2026
Oppenau
Brigitte gives me the rest of her water canister because she's going home today. She's taking my mail and our book, which a reader bought.
We now have a thermos of hot water for the day, so we can make tea. It just rained briefly; the sky remains gray, and the ground is dry and dusty.
Hilde rests her head on mine, sometimes groaning with each breath, perhaps from pain.
I'm tired.
I'm wondering whether I should put on a sweater. The auxiliary heater isn't working anymore because I need to conserve the energy in the weak batteries to charge my phone.
No sun, no power from the solar panels.
Yesterday, I was still debating whether to wear shorts in this heat. The bus was still running then.
I bought some Kinder Bueno. Why isn't there an adult version? But yes, who doesn't want to be a kid sometimes?
Like little William from the Brazilian camper family we met yesterday.
Eighteen months old, he roams the campsite, exploring his world.
My stomach hurts after eating six Bueno bars. Being a child is hard.
I slept, maybe an hour. When I wake up, I'm cold, the sun is shining in the window.
We go for a walk. Hilde turns around when she wants to go back. She wants to get on the bus and doesn't want me sitting outside. So I leave the door open.
Hilde wants to play. She does a somersault, showing me her injury on her belly. Her ears are hot, and she laughs while we cuddle.
The birds are chirping. A wrecked car is parked next to us, and a DSV truck is parked on the other side.
Hilde squeals like a siren because she wants a treat. It's annoying, and I have to say something stern. Then there's a bit of peace and quiet before she starts playing again.
While Hilde gnaws on a bone, I can clean the inside of the bus. I notice that she's shedding less today. That's always a sign of inner balance, less external stress.
All that bone-crunching stuff makes you thirsty, so Dad, with a few insistent barks, finally manages to put the water bowl down.
The sun has gotten quite warm, and I've cleaned the bus. We're going for a walk. I notice the gate that opens onto the garden.
I've walked past it many times, and today I saw it for the first time. That's life sometimes.
Yesterday it was the Brazilian family, today a German one. I asked if they could make me some hot water for my thermos, and that's how we got talking. This time it was two small, attentive children who were eager to meet Hilde.
I ended up telling half my life story in ten minutes again. It's awful how the words just pour out of my mouth like I've swallowed a lump of cheese.
The evening is cooling down, we've eaten, the wind has died down, and the birds are calling each other goodnight.
"Be mindful today of how life is reawakening and blossoming anew in springtime. All living things possess inherent strength. They unfold despite all obstacles." (Anselm Grün)Read more
Oppenau
April 19 in Germany ⋅ 🌧 12 °C
(English Version Below)
Tag 3.582
19/04/2026
Wohnmobilstellplatz Oppenau
Nachdem ich gestern mental zusammen gebrochen bin, konnte ich auch am dritten Tag hintereinander abends nicht einschlafen. Bis weit nach Mitternacht bin ich immer wieder aufgestanden, die Gedanken gehen im Kreis, aber der blaue Bus kann ja nicht wirklich weg von diesem Ort.
Morgens um sechs Uhr bin ich wach, schaue aus dem Fenster, die Luft ist unbeweglich, die Bäume stehen still. Es hat nicht geregnet, das Wetter ist einfach an uns vorbei gezogen, aber wir sind geblieben.
Seit letztem Winter habe ich versucht, ans Meer zu kommen, weil es Hilde am Strand gut geht, sie frei laufen kann. Das hat nur bedingt geklappt, trotzdem war mein Planen weiterhin so ausgerichtet.
Doch in meine Gedanken ist immer wieder eine andere Sicht des Lebens und Reisens hinein getreten. Es ist eine Frage der Zeit, die uns Beiden bleibt, und auch wenn ich wünsche, sie würde für immer da sein, weiß ich doch, sie ist begrenzt.
Auf eine Art sind wir miteinander alt geworden, so wie unsere Reise fortgeschritten ist. Der blaue Bus ist ebenfalls in die Jahre gekommen, und wir Drei haben unsere Krankheiten mitgenommen in dieses Jahr, das wohl einen Wendepunkt darstellt.
Zehn Jahre ist eine lange Zeit, ich weiß noch nicht, wohin sie uns führt, aber es wird schwer werden, das glaube ich zu spüren. Und ich denke, dass ich mich darauf vorbereiten muss.
Vor einiger Zeit hat ein lieber Mensch mir erzählt, dass er in diesem Jahr eine Radreise plant, in die er einen Pilgerweg integrieren will. Darüber denke ich viel nach, weil ich glaube, dass eine innere Pilgerreise auch unser Weg sein kann.
Es geht nicht mehr um Entfernungen, es geht um Zeit miteinander zu verbringen. Hilde liebt es draußen zu sein, Leckerlis zu genießen, mit ihrem Papa zu leben. Ich spüre, dass unsere Erkrankungen progressiv sind. Oder anders gesagt, dass das Alter in uns fortschreitet. Und dabei rede ich immer von uns Dreien, den blauen Bus eingeschlossen.
Wir werden also unsere Pilgerreise heute beginnen. Es wird ein Weg der kleinen Schritte sein. Im Inneren und im Äußeren. Und natürlich ist nicht ausgeschlossen, dass wir ans Meer, an Strände kommen, und auf diese Art unsere Küstentour fortsetzen können.
Parallel werde ich das Neue Testament lesen, um auch dem Denken, Orientierung bieten zu können.
Unser Ziel ist das Leben.
---
Day 3,582
April 19, 2026
Oppenau Motorhome Site
After my mental breakdown yesterday, I couldn't fall asleep for the third night in a row. I kept getting up until well after midnight, my thoughts going in circles, but the blue bus can't really leave this place.
I wake up at six in the morning, look out the window, the air is still, the trees stand motionless. It hasn't rained; the weather has simply passed us by, but we've stayed.
Since last winter, I've been trying to get to the sea because Hilde thrives on the beach, where she can run freely. It only partially worked out, but my plans remained focused on that.
Yet, a different perspective on life and travel has repeatedly crept into my thoughts. It's a question of the time we both have left, and even though I wish it would last forever, I know it's limited.
In a way, we've grown old together, just as our journey has progressed. The blue bus has also aged, and the three of us have brought our illnesses with us into this year, which will likely mark a turning point.
Ten years is a long time, I don't yet know where it will lead us, but I can sense it will be difficult. And I think I need to prepare for that.
A while ago, a dear friend told me he's planning a cycling trip this year, which he intends to incorporate into a pilgrimage. I've been thinking about this a lot because I believe that an inner pilgrimage can also be our path.
It's no longer about distances; it's about spending time together. Hilde loves being outdoors, enjoying treats, and living with her dad. I sense that our illnesses are progressing. Or, to put it another way, that age is advancing within us. And I'm always talking about the three of us, including the blue bus.
So, we will begin our pilgrimage today. It will be a journey of small steps, both inwardly and outwardly. And of course, it's not out of the question that we'll reach the sea, the beaches, and continue our coastal tour in this way.
At the same time, I will read the New Testament to provide guidance for our thoughts as well.
Our destination is life.Read more

TravelerDer blaue Bus wird natürlich auch nicht ewig halten. Irgendwann wird es Zeit sein, sich von ihm zu verabschieden und nach einem neueren Modell umzuschauen. Immerhin ist er ja kein Lebewesen, auch wenn du natürlich sehr an ihm hängst. Er hat natürlich auch sehr viele Kilometer auf dem Buckel.

TravelerMein Schrauber hat versprochen, ihn noch einmal durch den TÜV im Sommer zu bringen.

















































































































































































































































































