Tag Vier
Apr 22–23 in France ⋅ 🌙 12 °C
(English Version Below)
Tag 3.585
22/04/2026
Schweigen (D) -
Fort Schoenenbourg (F) -
Cleebourg (F)
In den Morgenstunden erhalte ich eine Nachricht, die mich lange nicht mehr einschlafen lässt. Ich bin grade rechtzeitig aufgewacht, als habe eine inne Stimme mich geweckt.
Die Sonne scheint schon lange ins Fenster. Ich quäle mich unter der Bettdecke hervor, der Morgen ist ziemlich kalt. Heute will ich waschen, suche mir frische Kleidung aus den Fächern raus, mit T-Shirts hat mich mein Sohn reichlich eingedeckt im Laufe der Jahre.
Dagegen franst der Pullover an den Ärmeln komplett aus, aber wen interessiert das schon. Die Hilde auf gar keinen Fall. Er passt halt in vielen Jahreszeiten. Ich habe zwei lange Hosen, und hoffe immer, dass das Wetter endlich sich warm stabilisiert, dass ich eine kurze Hose anziehen kann. Das würde vieles mit den Bandagen erleichtern.
Während die Waschmaschine mit all meinen Sachen schon ihre Runden dreht, und Hilde gesättigt an ihrem Knochen rumkaut, schalte ich den Motor aus, weil das Wasser für Tee und Porridge gekocht hat.
Vielleicht fragst du dich, was denn jetzt anders an den Texten ist. Grundsätzlich mag sich nicht viel verändert haben, es ist ja immer noch unsere Reise. Aber - ich schreibe nicht mehr abends oder am nächsten Morgen, sondern situativ in dem Moment des Erlebens, oder nur kurze Zeit später.
Und es geht auch um meine aktuellen Gefühle, nicht mehr um die Geschichten aus meinem bunten Leben. Wie werden wir die kommenden Herausforderungen meistern, was wird aus den Spaziergängen mit Hilde.
Blitzeinkauf, weil Hilde lediglich einen halben Schatten hätte, wenn sie tatsächlich nach hinten gehen würde. Aber nein, sie muss auf dem Fahrersitz in der Sonne bleiben. In der Eile habe ich einiges vergessen.
Wir fahren in Richtung der Berge, die Sonne knallt, der Wind ist kalt und reißt an den Ästen des Baumes, in dessen Schatten wir parken, und endlich spazieren gehen.
Dann muss ich aufräumen. Die Kleidung und die Decken sind richtig schön trocken, der Einkauf verteilt sich über den Boden. Wo fange ich an. Hilde würde vorschlagen, öffne erstmal meine Box.
Wir fahren nach Deutschland zurück, sozusagen in Schweigen treffen wir einen lieben Menschen, die mit ihrer Hündin uns ein paar Tage begleiten möchte. Am kleinen Weintor warten wir ohne Tränen, allerdings auch ohne Wein.
Dann fahren wir zu einem kleinen Picknickplatz in der Nähe von Fort Schoenenbourg.
"Es ist eine große Artilleriefestung der Maginot-Linie, die zwischen 1931 und 1935 erbaut wurde. Sie befindet sich 30 Meter unter der Erde und erstreckt sich über fast 3 Kilometer unterirdischer Stollen, die vollständig mit ihrer ursprünglichen Ausstattung erhalten sind: Stromerzeugungsanlage, Küche, Kaserne, Maschinenraum und natürlich die beeindruckenden Kampfblöcke."
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Der Wind hat zum Abend hin wieder aufgefrischt und auch die kalte Luft mitgebracht. Wir essen zur Nacht mit dem Blick ins Tal, die Felder und Wiesen liegen in unterschiedlichen Grüntönen vor uns, auf den Hügeln blüht der Raps.
Für Hilde ist ein anderer Hund schwierig. Sie haben sich kurz kennengelernt, jetzt akzeptiert sie ihre Anwesenheit. Mehr oder weniger.
Die Aussicht für die Nacht zwischen Hotel und Weinkellerei ist einfach großartig. Und die Nachbarn erzählen, dass derSternschnuppen - Regen der Lyriden heute um Mitternacht seinen Höhepunkt erreicht.
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Day 3,585
April 22, 2026
Schweigen (Germany) - Fort Schoenenbourg (France) -
Cleebourg (France)
In the early morning hours, I received a message that kept me awake for a long time. I woke up just in time, as if an inner voice had roused me.
The sun has been shining through the window for a while now. I struggle out from under the covers; the morning is quite cold. Today I want to do laundry, so I pick out some fresh clothes from the drawers. My son has provided me with plenty of T-shirts over the years.
In contrast, the sweater is completely frayed at the sleeves, but who cares? Certainly not Hilde. It's suitable for many seasons. I have two pairs of long pants and keep hoping that the weather will finally settle down and be warm enough so I can wear shorts. That would make things a lot easier with the bandages.
While the washing machine is already doing its rounds with all my clothes, and Hilde is happily chewing on her bone, I switch off the motor because the water has boiled for tea and porridge.
You might be wondering what's different about the texts now. Fundamentally, not much may have changed; after all, it's still our journey. But—I no longer write in the evenings or the next morning, but rather situationally, in the moment of experiencing something, or only a short time later.
And it's also about my current feelings, no longer about the stories from my colorful life. How will we master the challenges ahead, what will become of the walks with Hilde?
A quick shopping trip, because Hilde would only get half a shade if she actually went back. But no, she has to stay in the sun in the driver's seat. In the rush, I forgot a few things.
We drive towards the mountains, the sun is blazing, the wind is cold and tugs at the branches of the tree in whose shade we park, and finally go for a walk.
Then I have to tidy up. The clothes and blankets are nice and dry, the groceries are scattered all over the floor. Where do I even begin? Hilde would suggest I open my crate first.
We drive back to Germany, and in a sort of silent encounter, we meet a lovely person who wants to join us for a few days with her dog. We wait at the small wine gate without tears, but also without wine.
Then we drive to a small picnic area near Fort Schoenenbourg.
"It's a large artillery fort of the Maginot Line, built between 1931 and 1935. Located 30 meters underground, it extends over nearly 3 kilometers of subterranean tunnels, completely preserved with their original equipment: power plant, kitchen, barracks, engine room, and, of course, the impressive fighting emplacements."
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The wind picked up again towards evening, bringing with it a chill in the air. We dined with a view of the valley; the fields and meadows stretched out before us in varying shades of green, and rapeseed was in bloom on the hills.
Hilde is having trouble with another dog. They've met briefly, and now she's more or less accepting her presence.
The view for the night between the hotel and the winery is simply magnificent. And the neighbors are telling us that the Lyrid meteor shower will reach its peak at midnight tonight.
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