Tag Acht
April 27 in Belgium ⋅ ☁️ 5 °C
(English Version Below)
Tag 3.589
26/04/2026
Stenay (F) -
Sugny (B) -
Redu (B)
Gestern morgen dachte ich noch, es sei die Freiheit meines Alters, dass ich nach den ersten wichtigen Handlungen des frühen Morgens (Stützstrümpfe/Medizin), mich nochmals schlafen legen kann.
Aber dann ist mir wieder bewusst geworden, dass die Sonne mich schneller einholt, als ich denken kann. Kaum ist sie weit genug am Himmel, wird der Bus zu einer Sauna. Und mir fehlt dann jegliche Lust, um mich mit den wichtigen geistigen Dingen meines Lebens auseinander zu setzen.
Die Vorstellung, das mache ich später oder abends, passt nicht in meinen Lebenslauf. Also bin ich heute morgen aufgeblieben, habe mich gewaschen und angezogen, kann ziemlich früh mit Hilde rausgehen.
Wir haben drei Grad und die Sonne braucht noch ein bisschen, um das Haus quer zur Straße zu überwinden. Ein goldener Wolkenstreifen über dem Dach, aus dem die Kondensstreifen der Flugzeuge hervorschiessen, die Maschinen glänzen wie kleine Speerspitzen.
Nebel im Tal, Sonne auf dem Fluss, Pusteblumen im Gras. Die Kirchturmuhr oben auf dem Berg blickt schon in den blauen Himmel, und denkt vielleicht dran, wie gestern Abend sich die rosa Wolken gleich einem Schal zärtlich anschmiegten.
Ich habe schon nach kurzem Weg mit Hilde so starke Schmerzen im rechten unteren Rücken, dass ich froh bin, wenn wir zum Bus kommen. Es muss der Zug an der Leine links sein, denn wenn ich ohne Hilde gehe, ist es deutlich angenehmer.
Ich muss einkaufen, habe kein Wasser mehr und letztens ein paar Sachen vergessen. Um neun Uhr am Sonntag öffnet der Intermarché, aber sie verkaufen kein Wasser. Es ist überraschend, wie viele Menschen schon früh unterwegs sind. Das ist bei Aldi in Stenay deutlich weniger, aber ich kann mich glücklich schätzen, dass noch einige Sechserpacks Wasser übrig sind.
Habe auch gleich den Bestand von Joghurt meiner Lieblingstiere erhöht, dazu bisschen Käse und Möhren sowie Baguettes für Hilde.
Auf einem schönen Parkplatz im Halbschatten treffen wir uns wieder. Ich bin in einer Art Ordnunglaune und nutze die Gelegenheit, auch gleich mal ein bisschen sauber zumachen.
In einem Blog auf Instagram folge ich einen jungen Mann, der seinen neuen Camper ausgebaut hat. Alles ordentlich, fast könnte man vom Fußboden essen, denn er benutzt täglich seinen Staubsauger.
Im Verhältnis zu ihm habe ich ne Dreckbude. Die Handtücher auf dem Boden sind so voller Staub, dass ich sie niemals wirklich ausgeschlagen kriege. Und quert ein Sonnenstrahl den Bus, dann flirren die Staubkörner in der Luft.
Also, mal sehen, was der Junge Mann in einigen Jahren macht. Wir fahren von den französischen Ardennen in die belgischen. Viel und wunderschöner Wald, ein Vogelgezwitscher in den Lüften in einer Gegend, die voller Geschichte ist.
"Redu ist ein kleines Dorf in der Gemeinde Libin in der Provinz Luxemburg in Wallonien, dem südlichen Teil Belgiens. Bekannt ist es als eines der Bücherdörfer in Europa. Redu hat etwa 400 Einwohner und mehr als 20 Antiquariate und Buchhandlungen", sagt Wikipedia und ergänzt, "In der Nähe des Dorfes liegt in einem Talkessel die Satelliten - Bodenstation Redu. Sie gehört zu ESTRACK, dem Netzwerk der Bodenstationen der Europäischen Weltraumorganisation. An der Autobahnausfahrt liegt das als Museum und Konferenzzentrum genutzte Euro Space Center."
Wir parken eine Etage höher als die Wohnmobile, wo es so einigermaßen gerade ist, dass wir nicht aus dem Bett rutschen. In der Nacht ziehen Wolken auf, die gelben Straßenlaternen winken uns zu.
Im Baum über dem Fox unserer Begleitung ist noch ein verschlafenes Piep zu hören. Hilde ist ganz schmusig, wenn ich mich nach hinten ausstrecke, legt sie ihren Kopf an mein Gesicht.
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Day 3,589
April 26, 2026
Stenay (F) -
Sugny (B) -
Redu (B)
Yesterday morning I thought it was a sign of the freedom of my age that, after the first important tasks of the early morning (compression stockings/medication), I could go back to sleep.
But then I realized again that the sun catches up with me faster than I can think. As soon as it's high enough in the sky, the bus turns into a sauna. And then I completely lose the desire to engage with the important intellectual matters of my life.
The idea of doing that later or in the evening doesn't fit into my life plan. So this morning I stayed up, washed and dressed, and can go out with Hilde quite early.
It's three degrees Celsius, and the sun still needs a little time to climb over the house, perpendicular to the street. A golden band of clouds hangs over the roof, from which contrails shoot out, the planes gleaming like tiny spearheads.
Fog in the valley, sun on the river, dandelions in the grass. The church clock atop the hill is already gazing at the blue sky, perhaps remembering how last night the pink clouds clung to it tenderly, like a scarf.
After only a short walk with Hilde, I get such severe pain in my lower right back that I'm relieved when we finally reach the bus stop. It must be the pull on the leash on the left, because walking without Hilde is much more comfortable.
I need to do some shopping; I'm out of water and I forgot a few things the other day. The Intermarché opens at nine o'clock on Sunday, but they don't sell water. It's surprising how many people are out and about so early. There are significantly fewer at Aldi in Stenay, but I'm lucky that there are still a few six-packs of water left.
I also immediately increased my supply of yogurt for my favorite animals, along with some cheese and carrots, and baguettes for Hilde.
We meet up again in a nice, shaded parking lot. I'm in a sort of tidying mood and take the opportunity to do a bit of cleaning as well.
I follow a young man on Instagram who's converted his new camper van. Everything's spotless; you could almost eat off the floor because he vacuums every day.
Compared to him, mine's a dump. The towels on the floor are so covered in dust that I can never really shake them out. And when a ray of sunshine hits the van, dust motes swirl in the air.
So, we'll see what that young man does in a few years. We're driving from the French Ardennes to the Belgian Ardennes. Lots of beautiful forest, birdsong in the air, in a region steeped in history.
"Redu is a small village in the municipality of Libin in the province of Luxembourg in Wallonia, the southern part of Belgium. It is known as one of the book villages in Europe. Redu has about 400 inhabitants and more than 20 antiquarian bookshops and bookstores," says Wikipedia, adding, "Near the village, in a valley, lies the Redu satellite ground station. It belongs to ESTRACK, the network of ground stations of the European Space Agency. At the motorway exit is the Euro Space Center, used as a museum and conference center."
We parked one level higher than the camper vans, where the floor was reasonably level so we didn't slide out of bed. Clouds gathered during the night, and the yellow streetlights beckoned to us.
A sleepy chirp could still be heard in the tree above our companion's Fox. Hilde was very affectionate; when I stretched out behind me, she laid her head against my face.Read more





















