• Tag Zwölf

    Apr 30–May 1 in Germany ⋅ 🌙 13 °C

    (English Version Below)

    Tag 3.593
    30/04/2026
    Höpingen -
    Lingen/Ems -
    Wietmarschen

    Wir sitzen wieder unterm Windrad. Der erste Spaziergang mit Hilde ist auf dem Stellplatz nach einer guten und ruhigen Nacht. Dann baue ich den Bus um und Hilde bekommt Frühstück plus ihre lebenswichtige Medizin.

    Unterm Windrad frühstücke ich, der Schatten der Flügel fährt regelmäßig über uns hinweg. Hilde schläft, ich denke über meine Facebookaktion nach. Ich habe dort 427 Follower, mein Text wurde 578 mal angeklickt, es gab dreißig Likes und acht Kommentare. Ungefähr zwei dutzend Leser haben eine Entscheidung für WhatsApp oder FindPenguins getroffen.

    Und Facebook bietet mir an, meinen Account zu monetarisieren, also finanziellen Gewinn zu machen. Das habe ich noch nie getan. Wenn ich um Spenden bitte, um die Tierarztrechnungen von Hilde zu bezahlen, oder teuere Reparaturen am blauen Bus, dann denke ich, dass es eine legitime Bitte ist, vielleicht als Dankeschön zu den vielen Bildern und kleinen Geschichten aus unserem Leben.

    Aber zurück zur Aktion. Von vierhundert Followern gab es keine Reaktion. Und das verstehe ich nicht. Haben 93% der Leser kein Interesse mehr an unseren Geschichten. Warum sind sie uns denn überhaupt dort gefolgt.

    Spannend. Und leider wird diese Frage vermutlich am Ende auch nicht beantwortet werden. Die Sonne scheint, Wind, blauer Himmel und grüne Getreidehalme. Ein beruhigender Ausblick.

    Mittlerweile habe ich herausgefunden, dass ich auch die Beiträge bei Facebook löschen kann, was mir ja ein wichtiges Anliegen ist, damit nicht so ein Datenmüll von uns im Netz verbleibt.

    Ausmisten und aufräumen, das sind im Moment so die Gedanken, die sich in mir tummeln. Was man ein Jahr nicht benutzt hat, braucht man auch nicht. Davon gibt es nur wenige Ausnahmen wie Medikamente, Werkzeug, besondere Erinnerungen.

    Und dazu gehören halt nicht die Geschichten und Bilder, sofern sie sich auf sozialen Netzwerken befinden. Von Bexten, das einen interessanten, kostenlosen Stellplatz hat, nach Listrup führt die Straße durch einen hohen Wald, in dem wir anhalten und spazieren gehen.

    Die Wiesen sind voller Gerüche, aber keines ist so intensiv, dass sich ausgiebiges Buddeln lohnt. Wir haben einen Platz im Schatten an einer Seitenstraße gefunden. Während ich so vor mich hin schaue, fällt mir das heutige Datum ein.

    Vor zehn Jahren, just zum Tag der Arbeit, bin ich in Rente gegangen, und habe es nicht einen Tag bereut!!!!!

    Als wir bei Martina um die Ecke fahren, sehe ich sie schon, die 'Tanz in den Mai' Party vorne an der Straße, keine zehn Meter von unserem Parkplatz entfernt, auf dem wir üblicherweise nächtigen, wenn wir zu Besuch sind.

    Das wird ganz bestimmt nichts mit unserem Schlaf hier, ich mag mir gar nicht ausmalen, wer hier nachts trunkenen Schrittes um die Ecke kommt, um sich zu erleichtern.

    Zum Glück gibt es nicht weit entfernt einen kostenlosen Stellplatz, den wir dann ansteuern werden. Aber erstmal warten wir auf unsere Gastgeberin. Die hatte einen vollen Tag.

    Morgens die Handwerker, dann ne alte Freundin, die sie lange nicht gesehen hat, aber auf unseren Besuch hat sie sich sehr gefreut, wollte ihn auf gar keinen Fall absagen.

    Und so geben wir uns ein gutes Miteinander im Gespräch, wie jedes Mal, wenn wir uns begegnen. Während wir dann zum Stellplatz fahren, geht sie noch "in den Mai tanzen", also zumindest zum Nachbarschaftstreff mir Musik und Schwatz.

    Der Stellplatz ist schön gelegen. Ein halbes dutzend kleiner Camper, in fast jedem ein Hund. Meiner hat sich gleich hinten ausgestreckt, und schläft tief und fest.
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    Day 3,593
    April 30, 2026
    Höpingen -
    Lingen/Ems -
    Wietmarschen

    We're sitting under the wind turbine again. The first walk with Hilde is at the campsite after a good and quiet night. Then I rearrange the campervan and Hilde gets breakfast plus her vital medication.

    I'm having breakfast under the wind turbine, the shadow of its blades regularly passing overhead. Hilde is asleep, and I'm thinking about my Facebook campaign. I have 427 followers there, my post has been clicked 578 times, received 30 likes, and eight comments. Around two dozen readers have made a choice between WhatsApp and FindPenguins.

    And Facebook is offering me the option to monetize my account, meaning to make a profit. I've never done that before. When I ask for donations to pay Hilde's vet bills or for expensive repairs to our blue camper van, I think it's a legitimate request, perhaps as a thank you for the many pictures and little stories from our lives.

    But back to the campaign. There was no reaction from my four hundred followers. And I don't understand it. Have 93% of my readers lost interest in our stories? Why did they follow us there in the first place?

    Intriguing. And unfortunately, this question will probably remain unanswered in the end. The sun is shining, there's a breeze, a blue sky, and green stalks of grain. A calming view.

    I've since discovered that I can also delete posts on Facebook, which is important to me so that we don't leave so much digital clutter on the internet.

    Decluttering and tidying up – those are the thoughts swirling around in my head right now. If you haven't used something for a year, you don't need it. There are only a few exceptions, like medications, tools, and special mementos.

    And that doesn't include stories and pictures, especially if they're on social media. From Bexten, which has an interesting, free parking area, the road to Listrup leads through a tall forest where we stop for a walk.

    The meadows are full of scents, but none are so strong that extensive digging is worthwhile. We found a shady spot on a side road. As I gaze into the distance, today's date comes to mind.

    Ten years ago, on Labor Day, I retired, and I haven't regretted it for a single day!
    ...``] As we drive around the corner from Martina's place, I can already see it: the "Dance into May" party out on the street, less than ten meters from our parking spot where we usually stay overnight when we visit.

    There's definitely no way we'll be getting any sleep here. I don't even want to imagine who might come stumbling around the corner in the middle of the night, drunk, to relieve themselves.

    Luckily, there's a free parking area not far away, which we'll head to. But first, we're waiting for our hostess. She's had a busy day.

    In the morning, the workmen came by, then an old friend she hadn't seen in ages, but she was really looking forward to our visit and absolutely didn't want to cancel.

    So we have a nice chat, as always when we meet. While we drive to the parking area, she goes to celebrate May Day, or at least to the neighborhood get-together with music and conversation.

    The parking area is in a lovely spot. Half a dozen small campers, almost all with a dog. Mine immediately stretched out in the back and is fast asleep.
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